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Diskutiere im Thema Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ) im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #41
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    @ Evermind: Danke, für deinen Beitrag. Du sprichst mir aus der Seele.

    Eine Sache möchte ich ergänzen:

    Evermind schreibt:
    IHypoaktive sind eben hypoaktiv, weil sie aus den Erfahrungen mit ihrer Umwelt, und dem Unverständnis, den Vorwürfen, mit denen sie konfrontiert wurden, gelernt haben die Schuld bei sich zu suchen, kein Selbstwertgefühl mehr haben, und auf gut Deutsch die Klappe halten und versuchen sich soweit anzupassen wie es ihnen nur möglich ist. Dadurch entsteht dann der Rückzug und die Isolation. Das ist alles andere als bequem kann ich dir versichern, und zur Ruhe kannst du dich damit auch nicht setzen, wie du es behauptest. Ganz im Gegenteil, du stehst unter einer riesigen Anspannung und machst dich damit nur selbst fertig!
    Das gilt auch für Hyperaktive. Also die Sache mit dem Selbstwertgefühl etc. Und auch Hyperaktive haben Depression trotz ihrer ständigen Unruhe.

  2. #42
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 272

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    Nachtrag:

    Dieses "Komm mal in die Pötte", "Du musst einfach wollen", "Komm mal aus dir raus", "Mach halt mal", "Ist doch ganz einfach", "Du könntest wenn du nur wolltest", usw. usw. bekommt der Hypoaktive doch ständig zu hören, und er glaubt es ja irgendwann selbst. Genau deswegen wird er doch depressiv...

    Die ganzen gut gemeinten Ratschläge... "Mach mal das und das", "Du brauchst dich doch nicht zu verstecken", "Such dir doch mal ein Hobby", "Mach mal mehr Sport".... Ja Hallo?? Das wissen wir doch alles selbst!!! Und wir wollen ja auch!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!!
    Aber es geht halt nicht, und niemand kann es verstehen. Das ist ja gerade das Schlimme daran!

  3. #43
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    Tja, das war zu erwarten...

    Ich möchte noch folgendes hin zu fügen....


    Es macht einen großen unterschied WER einem mal "am Pulli zieht" und WIE das gemacht wird!
    Klar muss man nicht sagen, dass alles aussichtslos ist und sollte das auch nicht...und mal ehrlich hypocampus, das macht auch niemand! Aber solche netten Sachen, wie sie hier von Evermind aufgezählt werden oder von dir geäußert...SIND NICHT HILFREICH!!! Und schon gar nicht in einem Forum wenn man den Beitragsverfasser überhaupt kein bisschen kennt.
    Sowas hat ne Chance, wenn der Betroffene dir vertraut und du deinen Ton von harsch auf freundlich -beharrlich änderst.... ansonsten sieht manja, was das auslöst...kann im krassen Fall sehr üble folgen haben...

    Aber, da das hier ja scheinbar die allermeisten auch so sehen und man niemanden zum nochmaligen Nachdenken über eine Thematik zwingen kann, wird wohl jedes weiter Wort umsonst sein...

  4. #44
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 272

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    letzte Nacht ist mir eine Idee gekommen wie man den Unterschied Hypo- und hyperaktiv in eine Metapher packen könnte. Habe ja sonst nichts zu tun^^, und ich liebe Metaphern einfach.
    Möchte mal wissen was ihr davon haltet:

    Man stelle sich den Kopf eines AD(H)S'lers als einen voll mit Menschen gefüllten Raum vor, wobei die Menschen für Gedanken und Handlungsimpulse stehen, und diese alle wild und unkontrolliert durcheinander rennen.

    Kommen wir jetzt zur Interaktion mit der Umwelt: Stellen wir uns also einen Ausgang, bzw. eine Tür vor...

    Beim Hypoaktiven versuchen jetzt alle Menschen (Gedanken, Handlungsimpule) völlig unkoordiniert gleichzeitg aus dem Ausgang rauszukommen. Dabei blockieren sie sich gegenseitig. Es entsteht eine riesige Spannung, alle sind gequetscht, gestresst, bald völlig erschöpft, können weder vor noch zurück, und der Türrahmen bekommt Risse. Raus kommt dabei nicht viel, und wenn, dann bricht derjenige nach ein paar Metern erschöpft zusammen.^^

    Beim Hyperaktiven sieht es im Prinzip genauso aus. Nur, dass dort ständig einer aus dieser Blockade in der Tür "rausflutscht", allerdings dann völlig unkontrolliert, meist ziellos, in hohem Tempo, und prallt somit unweigerlich gegen das nächste Hindernis auf das er trifft, woran er dann zerschellt.^^

    So, das war mal die erste Idee, ist sicher keine vollständige Beschreibung des Beschwerdebildes, eher ein Teilbereich... Vielleicht fällt mir noch was besseres ein, aber es sind ja alles nur Metapher, Modelle....

    LG

    Edit:
    Vielleicht doch noch mit etwas Vorstellungskraft die Fortsetzung:
    Wie sieht die Umwelt in der Methaper den Hypo-/Hyperaktiven...

    Beim Hypoaktiven sieht der Aussenstehende nur den rissigen Türrahmen, und ab und zu mal einen müden, erschöpften Menschen rauskriechen. Der Aussenstehende bekommt Mitleid, will helfen und sagt zum Raum^^: "Mensch, streng dich mal mehr an, mach mal mehr Dampf im Kessel, da kommt ja nix raus bei dir." "Lass dich nicht hängen, sei kein Waschlappen, nicht so langsam, sei nicht so verkrampft, so ruhig" etc.

    Beim Hyperaktiven sieht der Aussenstehende ständig die Menschen aus dem Türrahmen unkontrolliert rausschießen, stößt eventuell selbst mit einem zusammen. Der Aussenstehende wird sauer: "Mach mal langsam, beherrsch dich mal, überleg erst mal, etc"

    Hmm, bin offen für jede Verbesserung oder Anmerkung!!
    Geändert von Evermind ( 3.08.2011 um 11:03 Uhr) Grund: Ergänzung

  5. #45
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 40

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    Evermind schreibt:
    Beim Hyperaktiven sieht der Aussenstehende ständig die Menschen aus dem Türrahmen unkontrolliert rausschießen, stößt eventuell selbst mit einem zusammen. Der Aussenstehende wird sauer: "Mach mal langsam, beherrsch dich mal, überleg erst mal, etc"
    Ja, ich höre fast jeden zweiten Tag Sprüche wie: "Immer mit der Ruhe!", "Nur keine Hektik!", "Immer schön langsam!" usw. Und das schon seit ich denken kann. Seit ich weiß, warum dass so ist, also seit meiner Diagnose, kann ich damit recht locker leben. Früher, d.h. bis vor kurzem, hat mich das total gewurmt. Ich habe krampfhaft versucht, einen ruhigen, gelassenen Menschen aus mir zu machen. Herausgekommen ist dann der Zombie, der ich heute bin. Genutzt hat es überhaupt nichts, selbst wenn ich mich verhielt wie die Ruhe in Person (meiner Einschätzung nach), kamen die Sprüche unvermindert.

    Bobbchen

  6. #46
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Forum-Beiträge: 116

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    Ich glaube, so verschieden, wie Menschen nunmal sind, so verschieden gehen sie damit um, wenn ihnen das ADHS-Gen zufällt!

    Ich kenne beides an mir. Mein spanischer Vermieter, der mir immer "Tu tranquilo!" nachrief, sobald er mich aus dem Haus flitzen sah - und doch musste ich ständig zurück, da noch etwas vergessen... ... aber "Vor lauter, lauter" eben kaum zu bremsen. Wurde dann - in Anspielung auf meine Schusselligkeit und Sprunghaftigkeit - "Doktor Hastig" genannt.
    Dann - insbesondere in Anschluß an sehr turbulente Zeiten - wieder absolute Durchhänger- und Tagträumerphasen, in denen kein Mensch versteht, warum ich keinen Schritt aus mir herauskomme, vor anderen dasitzend, wie hinter einer Glaswand, jeder Input von außen ist mir zu viel, fühle mich wie ein absoluter Autist.

    Vermutlich bin ich also so etwas wie ein Mischtyp.

    Der Psychater Heinrich Hoffmann hat's im "Der Stuwwelpeter" anschaulich erklärt:

    Hans-Guck-in-die-Luft vermeidet Reizüberflutung, indem er wegsieht, tagträumt und sich nicht antreiben läßt
    Zappelphillip überkompensiert Reizüberflutung durch Bewegungs-, Tatendrang und viel Spontanität
    Paulinchen verschafft sich durch Feuerspielchen 'nen regelmäßigen Kick, um seinen Neurotransmitter-Haushalt in Ordnung zu bringen.

    Zwischen diesen Kompensationsstrategien kann man im gewissen Rahmen wechseln, je nach persönlicher Charakterausprägung und jenachdem was sich gerade am produktivsten und am ehesten gesellschaftskonform umsetzen läßt. Ich kenne alle drei Stereotypen gut. Hier mal - bezogen auf mich selbst - und sehr pauschal:
    Hans-Guck-in-die-Luft = Introvertierter Computerfreak, Wissenschaftler; Zappelphillip = Extravertierter Partygänger, Autoschrauber; Paulinchen = Abtenteuerer, ständige Reiselust.
    Der Wechsel zwischen diesen drei Typen geschieht bei mir automatisch, aus der Laune heraus. Aber wehe, ich werde blockiert, das auszuleben was meiner jeweiligen Stimmung gerade entspricht, dann werde ich ungemütlich (=zappelig) oder fall - wenn nichts anderes mehr geht - in ein tiefes Loch (=hypoaktiv, Depri-Tagträumer). Nur ein Lebensstil, der mir im Wechsel alle drei Phasen zuläßt, macht mich zu einem glücklichen, persönlich ausgeglichenen Menschen.

    Camisinho
    Geändert von Camisinho ( 3.08.2011 um 16:37 Uhr)

  7. #47
    Ist hier zuhause

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    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    @das tief

    meine mamma war keine psychologin, doch sie hat meiner meinung nach immer
    richtig reagiert als ich mich wieder mal am liebsten vergraben hätte.

    sie lies mich, kam, und holte mich dan wieder raus:
    wieso solltes du es nicht können?
    ich weiss das du es schaffst.
    halb so schlimm, ist diese türe verschlossen so öffnet sich die nächste.

    doch nicht geduldet hat sie, wenn ich mitleid fordern wollte.
    es gab keinen, aus dem einfachen grund: du bist nicht arm - du bist kein armes kind.
    (sie hätte mich ja nur noch mehr bestätigt und mir so gezeigt in meinem loch zu bleiben)

    du bist wer, du kannst es - ich bin da.

    gruss

  8. #48
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Forum-Beiträge: 272

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    Camisinho schreibt:
    Der Psychater Heinrich Hoffmann hat's im "Der Stuwwelpeter" anschaulich erklärt:

    Hans-Guck-in-die-Luft vermeidet Reizüberflutung, indem er wegsieht, tagträumt und sich nicht antreiben läßt
    Zappelphillip überkompensiert Reizüberflutung durch Bewegungs-, Tatendrang und viel Spontanität
    Paulinchen verschafft sich durch Feuerspielchen 'nen regelmäßigen Kick, um seinen Neurotransmitter-Haushalt in Ordnung zu bringen.
    Was hatte ich als Kind für eine Angst vor diesem Buch! Aber meine Eltern haben es mir immer wieder gerne vorgelesen, wahrscheinlich weil sie es für pädagogisch/erzieherisch wertvoll hielten.

  9. #49
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Forum-Beiträge: 116

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    Soweit ich weiß, war Heinrich Hoffmann selbst von ADHS betroffen und hat dies mit gewisser Selbstironie in seinem Bilderbuch verarbeitet. Aber Kinder verstehen so eine grausame Ironie noch nicht. Tat mich als Kind auch immer schwer mit Zeichentrick-Serien wie "Don Quichote" oder "Herr Rossi sucht das Glück". Aber diese beiden Helden sind auch wieder ziemlich typisch für ADS-Tagträumer.

  10. #50
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 210

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    Camisinho schreibt:
    Soweit ich weiß, war Heinrich Hoffmann selbst von ADHS betroffen und hat dies mit gewisser Selbstironie in seinem Bilderbuch verarbeitet. Aber Kinder verstehen so eine grausame Ironie noch nicht. Tat mich als Kind auch immer schwer mit Zeichentrick-Serien wie "Don Quichote" oder "Herr Rossi sucht das Glück". Aber diese beiden Helden sind auch wieder ziemlich typisch für ADS-Tagträumer.
    Vor allem war Hoffmann Kinderpsychiater und hat die beschriebenen Symptome bei seinen Patienten (und seinem Sohn) beobachten können. Das war eben auch noch eine Zeit, in der Angst und Schrecken eine ganz normale Erziehungsmethode waren.

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