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Diskutiere im Thema Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ) im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #31
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    Interessante Diskussion.

    Jammerlappen hasse ich auch. Aber ich weiß auch aus eigener Erfahrung, dass es verdammt schwer ist, aus einem schwarzen Loch wieder rauszuklettern. In meiner Depri-Zeit habe ich sicher auch vermehrt gejammert und ich hatte damals auch das Gefühl, dass mir eh keiner helfen kann. Ich habe mir dann selber geholfen. Aber bis ich das konnte, ist auch eine lange Zeit vergangen. Mir haben Menschen geholfen, die mich nicht in meinem Jammern bestätigt haben, die mich aber Ernst genommen haben und mich unterstützt haben.

    Daher denke ich, dass man zwischen "temporären Jammerern" und "Langzeit-Jammerlappen" unterscheiden muss.

    Solche pauschalen Äußerungen helfen uns hier nicht weiter. Jeder bringt seine eigene Geschichte aus Erfolgen und Misserfolgen mit. Den einen hat es hart getroffen, der andere hatte Glück. Und wenn wir uns hier nicht gegenseitig verständnisvoll unter die Arme greifen, wo sollen wir denn dann Verständnis und Hilfe bekommen?

    Zurück zum Thema: Ich bin eher hyperaktiv. Habe das aber jahrelang unterdrückt, weil es sich für eine Frau bzw. ein Mädchen einfach nicht gehört. Daher wurde ich dann schnell in die "schüchtern und introvertiert"-Schublade gesteckt. Das macht mir heute noch zu schaffen, weil ich immer wieder in diese "Rolle" zurückfalle. Dabei mag ich das Hyperaktive an mir sehr (meistens, nicht immer).
    Geändert von Fliegenpilz ( 2.08.2011 um 12:20 Uhr)

  2. #32
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    Also dann..erstmal
    Hallo morgenröte ,

    bei mir ist das so, dass auch ich (2) Menschen kenne, denen ich jahrelang versucht habe (also immer wieder mal...und dann wieder resigniert) zu helfen ...und zwar mit Rat UND Tat... ich war dann irgendwann nur noch aggressiv. Und im Grunde ist es so, dass ich im Moment versuche für diese Personen (denen ich genau das zum Vorwurf gemacht habe...nämlich, dass sie eben nicht wollen) Verständnis zu entwickeln....
    Man kann doch nicht rein schauen, in die Köpfe... Vllt. ist es ihnen ja tatsächlich unmöglich, sich für sich selbst einzusetzen??? Ich weiß es einfach nicht... aber ich versuche eben dass, was ich mir von denen wünsche, selbst zu geben... Verständnis!

    Und ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man sich in so einem Zustand zurücklehnt und denkt "So, jetzt kann mir keiner mehr was...ich bin ja krank" Denn so wird man einsam...und einsam ist doch niemand gerne.????


    Aber vllt. hast du auch recht und es gibt Menschen, die dann "zufrieden" sind...
    Und wenn das so ist, muss man ihnen böse sein? Oder DARF man ihnen böse sein? Wie gesagt, dass ist ein aktuelles "Thema", dass zu meiner Heilung beitragen könnte, könnte ich es für mich beantworten...und damit sowas wie Frieden schließen mit diesen Personen...

    sind eben doch meist die getroffénen Hunde, die bellen.... oder wie das hieß...

    Also, wie immer, jedem seine Meinung.

    L.G.
    happypill

    PS: Fliegenpilz' Beitrag habe ich noch nicht gelesen, schicke das aber jetzt erstmal los...

  3. #33
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    happypill schreibt:
    PS: Fliegenpilz' Beitrag habe ich noch nicht gelesen, schicke das aber jetzt erstmal los...
    Ich fühle mich jetzt einfach mal eine Runde übergangen und verziehe mich heulend und jammernd in eine dunkle Ecke

    Ich denke, dass es für alles eine richtige Zeit gibt. Manche Menschen sind vielleicht einfach noch nicht bereit, Hilfe auch annehmen zu können. Da kenne ich mehrere Fälle. Eine hat sich kürzlich ganz unerwartet nach Jahren doch noch berappelt und zieht sich gerade im Schnelldurchgang aus ihrem schwarzen Loch. Das kann ich immer noch kaum glauben. Dann kenne ich noch Jemanden, wo ich mich jahrelang aufgerieben habe und versucht habe, ihm zu helfen. Helfersyndrom läßt grüßen...
    Wichtig ist es für mich, dass ich bei solchen Personen genau aufpasse, dass es mir gut geht bei der Sache. Ich muss mich da klar abgrenzen und schauen, dass ich mich nicht aufreibe. Und ich darf auch NEIN sagen, wenn es mir zu weit geht.

  4. #34
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    ... gefällt mir, deine Art, Fliegenpilz!

    ich sehe es auch so, dass hier vllt. verschiedene "Macken"..nenne ich es mal... in einanderfließen! Ursache könnte Vertrauensverlust sein (in sich und in andere Personen, zB)
    Und ich denke auch dass Kampfgeist irgendwo eine Charakterfrage ist, der eine hat mehr, der Andere weniger... mich hat auch nicht hypocampus' Einwand gestört, sondern mehr der "Unterton"...die Art und Weise... Woher eine gänzliche Resignation kommt, kann hier wohl kaum einer 100%ig beurteilen



    Liebe Grüße
    happypill

    PS: soooo...das war meine letzte OT

  5. #35
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 116

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    Hi Hypocampus, happypill,

    hypocampus schreibt:
    Allerdings scheine ich eines mit vielen anderen nicht zu teilen: Dieses wehleidige Waschlappendenken. [...] Ich weiß nicht warum aber bei so einer Mentalität bekomm ich grundsätzlich die Krätze.
    Na das sind harte Worte die du das sprichst!

    happypill schreibt:
    Und wenn der Verfasser eines solchen "Jammer-Beitrags" dann liest, dass er ja eigentlich selbst schuld ist, wird das seinen Zustand nicht verbessern...denke ich!
    Sehe ich auch so. Es muß auch mal erlaubt sein, sich nach erlittener Niederlage im Selbstmitleid zu suhlen und sich von anderen betüdeln zu lassen. Dazu ist dieses Forum ja auch da.

    happypill schreibt:
    NIEMAND verharrt für immer und ewig untätig in seiner Angst oder Depression, aber phasenweise wirkt eben alles aussichtslos... und wenn man das dann in so einer Phase hier äußert, ist das nichts weiter als eine Momentaufnahme des seelischen Zustands und bedeutet nicht, dass man sich auf seiner Krankheit ausruht....
    Ich bin mir noch unschlüssig darüber, den Zustand von Angst und Depression (Störung des Serotonin- und Noradrenalin-Haushalts) als eigentliche Krankheit anzuerkennen. Ich seh's vielmehr als eine Art Stop-Schild:

    "Halt! So geht's nicht weiter."
    Durch Angst ausgelöstes Rückzugsmoment, durch Depression einsetzender Grübelzwang in die Vergangenheit, durch subjektiv empfunde Sinnlosigkeit völliges Motivationsloch. Selbstmitleid als einziger Trost.

    Meines Erachtens dient diese Phase dazu, sämtliche falschen Lebenskonzepte, die in die Krise geführt haben, über Bord zu schmeißen. Sämtliche Dinge, die uns zuvor wichtig und erstrebenswert erschienen, sind plötzlich unbedeutend. Gefühle und Gedanken müssen sich sozusagen komplett neu ordnen, um dann mit einem veränderten Lebenskonzept einen Weg aus der Krise herauszufinden.

    Angesichts dessen, dass etwa 20% aller Deutschen so etwas mindestens einmal in ihrem Leben durchmachen, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Biologie uns aus Versehen mit dieser Anfälligkeit zu Depressionen ausgestattet hat. Schade ist nur, dass in unserer Leistungsgesellschaft so wenig Verständnis dafür da ist, kaum jemand traut sich, eine Depression offen zuzugeben Besonders Männer nicht. Behelfsmäßig nennt man so etwas dann "Burn-Out", das passt besser zu unserem Leistungsdenken. So führt's statt zu einer Lösung von Problemen dann allzu häufig zu Suizid oder in schwere Drogenabhängigkeit.

    Siehe z.B. folgender Link: Depressionen im Spitzensport: "Die Wahrheit kennt nur ein sehr kleiner Kreis" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama

    hypocampus schreibt:
    Aber was nicht geht - und was man nun beim besten Willen auch in keiner Weise auf die Krankheit abwälzen kann - ist mangelnder Willen zur Veränderung. Wer den nicht hat, der hat eben auch nicht verdient dass sich was ändert.
    Womit ich dir allerdings wieder vollkommen Recht gebe! Resignation und Ausreden dürfen niemals zum Dauerzustand werden. Nach längerem Aufenthalt im südeuropäischen Ausland stoße ich mich bei den Deutschen vor allem an folgenden:

    Das Glas ist stet's halb leer, statt halb voll! Der Fokus ist grundsätzlich auf das Negative gerichtet, statt auf's Positive.

    Mit so einer Sichtweise hat man als AD(H)Sler extrem schlechte Karten. Trotz des Aufmerksamkeitdefizits haben wir doch so viele positive Seiten, die alle unerkannt im Verborgenen schlummern, wenn's immer nur um unsere Schwächen geht.
    Und das gilt nicht nur für AD(H)Sler:


    --- kleiner Exkurs! ---


    Beispielsweise die ganze "Ausländer-Debatte" hängt mir so derbe zum Halse raus! Ist denn nur derjenige ein "guter Türke" oder ein "guter Afrikaner", der im Grunde ein noch besserer Deutscher ist, als wir selbst?
    Besteht unser Toleranz denn nur darin, dass wir alles gleichschalten müssen (Geschlechtsneutraler Blödsinn usw.) und nicht akzeptieren, dass Menschen generell sehr verschieden sind?
    Warum akzeptiert man nicht einfach: Andere Länder, andere Sitten, anderes Wertesystem. Mit Vor- und Nachteilen.

    Warum müssen Deutsche immer alles mit Werturteilen belegen?
    In ihrem eigenen, überreguliertem Wohlstandsland lebend.
    Im Ausland die Sau rauslassen, um dort alles zu tun, was man zu Hause nicht darf!
    Peinlich !!!!!!!!!

    --- Exkurs Ende ---

    hypocampus schreibt:
    Und selbst wenn irgendwann die ganze Welt gegen mich ist und auch wenn ich kläglich scheitere - ich für mich selbst habe dann wenigstens die Befriedigung mein Bestes gegeben zu haben.
    Seit ich denken kann, bin ich "Andersdenkender" aus Leidenschaft! Zugegeben, von sehr eigensinnigen Charakter. Aber genau das, nämlich im Zweifelsfall "gut gemeinte Ratschläge" an mir abprallen zu lassen und die Ohren immer schön auf Durchzug hat mich davor bewahrt, die schlimmsten Komorbiditäten (Depression usw.) zu entwickeln. So wie andere sich das vorstellen, funktioniert man als AD(H)Sler eben nicht.
    Immer wenn's dann in meinem Leben wieder bergauf geht und ich zur Überraschung aller gute Teilerfolge erziehle, finden diesselben Leute, die zuvor meine Eigensinnigkeit und das "Nicht-belehren-lassen-wollen" kritisiert haben, selbiges ganz toll!

    Also nur Mut zum Andersein! Gemäß unser bundesdeutschen Verfassung ist das sogar ausdrücklich erlaubt.

    LG
    Camisinho
    Geändert von Camisinho ( 2.08.2011 um 17:12 Uhr)

  6. #36
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 116

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    Hi Bobbchen,

    Bobbchen schreibt:
    bin ich mal wieder in eine Ironie-Falle getappt?
    Wenn man nicht immer alles so bier-ernst nimmt (einschließlich sich selbst) sichert's einem in unserer verrückten Welt einen weiteren Überlebensvorteil! Klar hab ich mit meiner "Alles-nicht-immer-so-ernst-nehmen"-Masche schon viele Leute verärgert ...
    Aber was soll's. Kann man es denn jedem Recht machen?

    Bobbchen schreibt:
    Die Computertests geben allerdings für die Diagnose auch nicht viel her. [...] Bei Klausuren kann ich mich z.B. auch viel besser konzentrieren als bei Lernen. Ich hatte dasselbe auch für die Tests vermutet, das Ergebnis war dann aber schlechter als erwartet. Die Aufgaben waren allerdings so stumpfsinnig, dass ich nach zwei Minuten am liebsten davon gestürmt wäre.
    Genau das ist doch der geniale Trick! Die Aufgaben sind mit Absicht so stumpfsinnig gehalten, da die Experten genau wissen, dass wir AD(H)Sler bei langweiligen Dingen sofort abschalten. Somit hohe Trennschärfe, Irrtumswahrscheinlichkeit unter 5% - also besser als alle Ankreutztests zusammengenommen.

    Bobbchen schreibt:
    Jedesmal, bevor ich ein Zimmer betrete, in dem ein mir noch unbekannter Arzt sitzt, erwarte ich vorsichtshalber erstmal das Schlimmste. Das habe ich mir schon im meiner Jugend so angewöhnt.
    "Stets das Schlimmste befürchten aber das beste hoffen" sichert einen weiteren Überlebensvorteil.

    Bobbchen schreibt:
    Ja, wie gesagt, ich wünsch Dir für Deinen Termin alles Gute und hoffe, dass Du an urteilsfähige Ärzte kommst
    Vielen Dank! Bin - ehrlich gesagt - schon so aufgeregt wie vor meiner ersten Diplom-Prüfung.

    Lieber Gruß,
    Camisinho

  7. #37
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    Forum-Beiträge: 210

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    Ich glaube außerdem, dass bei depressiven Personen die Depression zu einem gewissen Teil auch ihren Selbstzweck erfüllt - das depressive Verhalten wird verstärkt, wenn das Umfeld einem dafür die entsprechende Aufmerksamkeit gibt. Das sind Verhaltensweisen die von frühester Kindheit anerzogen wurden - das Kind weint und wird mit dem entsprechenden Trost belohnt. Dadurch verstärkt sich schlicht dieses emotionale Verhalten unbewusst im Laufe der Jahre. Ich bin kein Psychologe/Psychiater deswegen will ich mich da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.
    Aber - ich glaube, dass man den Betroffenen keinen Gefallen tut, wenn man Ihnen nicht klarmacht, dass ihre Emotionen unangebracht sind. Was hilft es jemandem, wenn man einen anderen hat der einem sagt "Ja, es ist alles so furchtbar schrecklich. Du hast vollkommen Recht. Aber alles wird gut." ? Nein, das ist in meinen Augen nicht richtig. Richtig ist in meinen Augen, den Betroffenen klarzumachen wenn sie unter einer Episode leiden und ihnen dabei zu helfen die Unsinnigkeit ihres Denkens rational zu durchschauen. Dazu muss man aber eben mal auch einen strengeren Ton an den Tag legen können. Mitleid verstärkt das Problem in meinen Augen noch. Mitleid ist aber nicht gleich Verständnis für die Krankheit und da liegt der Unterschied.

  8. #38
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    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    hypocampus schreibt:
    Was hilft es jemandem, wenn man einen anderen hat der einem sagt "Ja, es ist alles so furchtbar schrecklich. Du hast vollkommen Recht. Aber alles wird gut." ? Nein, das ist in meinen Augen nicht richtig. Richtig ist in meinen Augen, den Betroffenen klarzumachen wenn sie unter einer Episode leiden und ihnen dabei zu helfen die Unsinnigkeit ihres Denkens rational zu durchschauen. Dazu muss man aber eben mal auch einen strengeren Ton an den Tag legen können.
    Meiner Meinung nach sollte es ein sowohl-als-auch sein. Sowohl das Leid mitfühlen können und nachsichtig mit jemandem umzugehen, als auch im richtigen Moment jemanden tatkräftig dabei zu helfen (bzw. zu motivieren), wieder auf zustehen, den Blick nach vorne zu richten und weiterzukämpfen. Manchmal braucht es dazu durchaus eine gewisse Strenge.

    hypocampus schreibt:
    Mitleid verstärkt das Problem in meinen Augen noch. Mitleid ist aber nicht gleich Verständnis für die Krankheit und da liegt der Unterschied.
    Genau das ist der Punkt! Ich hasse nicht's so sehr wie scheinheilige Krokodilstränen, damit ist wirklich keinem Menschen geholfen.
    Geändert von Camisinho ( 2.08.2011 um 17:47 Uhr)

  9. #39
    Wohnt hier

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    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    hypocampus schreibt:
    Ich glaube außerdem, dass bei depressiven Personen die Depression zu einem gewissen Teil auch ihren Selbstzweck erfüllt - das depressive Verhalten wird verstärkt, wenn das Umfeld einem dafür die entsprechende Aufmerksamkeit gibt. Das sind Verhaltensweisen die von frühester Kindheit anerzogen wurden - das Kind weint und wird mit dem entsprechenden Trost belohnt. Dadurch verstärkt sich schlicht dieses emotionale Verhalten unbewusst im Laufe der Jahre. .
    Das ist so nicht richtig. In aller Regel steht entweder zu Beginn der Depression oder im Verlauf der Depression der soziale Rückzug. D.h. dass ein Depressiver irgendwann kaum noch soziale Kontakte hat. Da ist also keiner, von dem er getröstet werden kann und bemitleidet wird. Und in aller Regel wollen Betroffene das nicht. Sie ziehen sich ja selber von anderen zurück. Ich kenne mehrere Fälle, wo dann auch langjährige Beziehungen in die Brüche gegangen sind, weil der depressive Partner die Beziehung beendet hat, da er keinem zur Last fallen wollte...


    hypocampus schreibt:
    Aber - ich glaube, dass man den Betroffenen keinen Gefallen tut, wenn man Ihnen nicht klarmacht, dass ihre Emotionen unangebracht sind.
    Das ist sehr wertend. Woher weißt du, ob die Emotionen von Depressiven unangebracht sind? Es gibt Menschen, die depressiv sind, weil sie z.B. einen über alles geliebten Menschen verloren haben. Es gibt Menschen, die depressiv sind, weil sie Missbrauch verschiedener Art erlebt haben und die daher jegliches Vertrauen in andere und jegliche Hoffnung auf ein bisschen Glück verloren haben. Es gibt Menschen, die ihr Leben lang von Kind auf nur als Fußabstreifer benutzt wurden. Wo ziehst du die Grenze zwischen angebrachten Emotionen und unangebrachten Emotionen?
    Deine Ansichten mögen zum Teil stimmen. Da gebe ich dir Recht. Was mir nicht gefällt, ist die Sache, dass es bei mir so rüberkommt, dass du alle Depressiven über einen Kamm scherst.
    Ich weiß eben aus eigener Erfahrung, wie es ist depressiv zu sein. Und das ist keine Episode. Man kämpft da, wenn man die Veranlagung dazu hat, ein Leben lang gegen an. Und ich kenne viele, auch einige schwer depressive Menschen, bei denen ich mitbekommen habe, dass mit deiner "Methode" genau das Gegenteil erreicht wurde. Bei einigen mag das sicher eine gute Strategie sein, insbesondere, wenn es sich um eine eher leichte Depression handelt. Da muss ein Psychotherapeut für jeden Patienten den richtigen Ton finden.

  10. #40
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    Forum-Beiträge: 272

    AW: Hypoaktive Typ vs( Hyperaktive Typ)

    hypocampus schreibt:
    Ich glaube außerdem, dass bei depressiven Personen die Depression zu einem gewissen Teil auch ihren Selbstzweck erfüllt - das depressive Verhalten wird verstärkt, wenn das Umfeld einem dafür die entsprechende Aufmerksamkeit gibt. Das sind Verhaltensweisen die von frühester Kindheit anerzogen wurden - das Kind weint und wird mit dem entsprechenden Trost belohnt. Dadurch verstärkt sich schlicht dieses emotionale Verhalten unbewusst im Laufe der Jahre. Ich bin kein Psychologe/Psychiater deswegen will ich mich da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.
    Aber - ich glaube, dass man den Betroffenen keinen Gefallen tut, wenn man Ihnen nicht klarmacht, dass ihre Emotionen unangebracht sind. Was hilft es jemandem, wenn man einen anderen hat der einem sagt "Ja, es ist alles so furchtbar schrecklich. Du hast vollkommen Recht. Aber alles wird gut." ? Nein, das ist in meinen Augen nicht richtig. Richtig ist in meinen Augen, den Betroffenen klarzumachen wenn sie unter einer Episode leiden und ihnen dabei zu helfen die Unsinnigkeit ihres Denkens rational zu durchschauen. Dazu muss man aber eben mal auch einen strengeren Ton an den Tag legen können. Mitleid verstärkt das Problem in meinen Augen noch. Mitleid ist aber nicht gleich Verständnis für die Krankheit und da liegt der Unterschied.
    Du regst mich gerade tierisch auf! Deine Äußerungen sind ein Schlag ins Gesicht für jeden, der an einer psychischen Krankheit leidet. Und mir zeigen sie, dass du keinen blassen Schimmer hast wovon du redest!!
    Depression mit einem weinenden Kind zu vergleichen, das getröstet werden will!?!
    Ein Depressiver hat eine ganz andere Gefühlswelt als ein gesunder Mensch. Du kannst einem Depressiven nicht rational die Unsinnigkeit seines Denkens klar machen. Sonst wäre er ja nicht depressiv wenn das ginge!

    hypocampus schreibt:
    Ich bin hypoaktiver Typus, diagnostiziert seit einem halben Jahr. Allerdings scheine ich eines mit vielen anderen nicht zu teilen: Dieses wehleidige Waschlappendenken. Sorry dass ich das so hart ausdrücke aber ich sehe das so. Das letzte was dir etwas bringt ist, wenn du die Diagnose als Ausrede nimmst, ja eh nichts gebacken zu bekommen. Kann schön bequem sein, sich darin zur Ruhe zu setzen dass man am ach so schlimmen Schicksal ja nichts ändern kann und dass man deswegen am besten alles so hinnimmt wie es ist und garnicht erst versucht irgendetwas zu erreichen. Ich weiß nicht warum aber bei so einer Mentalität bekomm ich grundsätzlich die Krätze. Ja, man hat es eben schwerer. Und vielleicht hat man auch irgendwo Grenzen die andere nicht haben. Das interessiert mich aber nicht, solange ich jederzeit versuche, darum zu kämpfen das beste aus meiner Situation zu machen. Und selbst wenn irgendwann die ganze Welt gegen mich ist und auch wenn ich kläglich scheitere - ich für mich selbst habe dann wenigstens die Befriedigung mein Bestes gegeben zu haben. Aber was nicht geht - und was man nun beim besten Willen auch in keiner Weise auf die Krankheit abwälzen kann - ist mangelnder Willen zur Veränderung. Wer den nicht hat, der hat eben auch nicht verdient dass sich was ändert.
    Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen wie du so ein riesiges Maß an Unverständnis haben kannst, wo du doch angeblich selbst als ADS Typ hypoaktiv diagnostiziert bist!!!
    Hypoaktive sind eben hypoaktiv, weil sie aus den Erfahrungen mit ihrer Umwelt, und dem Unverständnis, den Vorwürfen, mit denen sie konfrontiert wurden, gelernt haben die Schuld bei sich zu suchen, kein Selbstwertgefühl mehr haben, und auf gut Deutsch die Klappe halten und versuchen sich soweit anzupassen wie es ihnen nur möglich ist. Dadurch entsteht dann der Rückzug und die Isolation. Das ist alles andere als bequem kann ich dir versichern, und zur Ruhe kannst du dich damit auch nicht setzen, wie du es behauptest. Ganz im Gegenteil, du stehst unter einer riesigen Anspannung und machst dich damit nur selbst fertig!

    Ich würde jetzt gern noch mehr dazu schreiben, aber ich muss jetzt erst mal
    Was für eine unglaubliche Ignoranz!!!!

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