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Diskutiere im Thema ? Adhs Industrieländer / Adhs Naturvölker ? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    :-)

    Gast

    Pfeil ? Adhs Industrieländer / Adhs Naturvölker ?

    Hallo liebe Community,

    Bisher habe ich nur von Adhs in Industrieländern gelesen ! Ist diese Krankheit eine Zivilisationskrankheit oder gibt es diese Krankheit auch bei Naturvölkern
    - Urwaldbewohnern, Stammesvölkern, Indianern - ?


    Wer weiss mehr darüber ?


    Lg :-)

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 239

    Daumen hoch AW: ? Adhs Industrieländer / Adhs Naturvölker ?

    Interesante Frage , da habe ich noch nie drüber nachgedacht . Bin ja mal auf die Antworten gespannt.

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 3.146

    AW: ? Adhs Industrieländer / Adhs Naturvölker ?

    also ich denke, geben wird es da auch ADHS, nur wird es dort nicht so unbedingt untersucht werden und die Menschen haben weniger Probleme damit, weil sie auch nicht dem gesellschaftlichem Leistungsdruck, den Normen unterliegen und es wird letztlich keinen stören, wenn mal jemand bisschen tobt oder dasitzt und träumt. Schule ist dort sicher auch nicht unbedingt ein Thema, weil deren einzige Schule das Leben an sich ist und da lernen sie eben die Dinge etwas langsamer.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 14

    AW: ? Adhs Industrieländer / Adhs Naturvölker ?

    Nach dem was Thom Hartmann in dem Buch "Eine andere Art, die Welt zu sehen" dazu schreibt ist ADHS da auch vorhanden, fällt nur nicht auf da die Eigenschaften eines ADHSlers in Naturvölkern geradzu gefragt sind!
    In z.B. (Farmer-)Schulen fallen Sie nicht auf weil es diese entweder nicht gibt oder keine Schulplicht besteht. So zumindest nach Hartmann-Theorie, die ich im übrigen als sehr wohltuend für die eigene Seele empfinde!

    Gruß
    Brause

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: ? Adhs Industrieländer / Adhs Naturvölker ?

    Habe auch einen Hinweis in einem Buch von Thomas Armstrong gefunden, er bezieht sich hier zwar auf Kinder, aber vielleicht lässt es sich auch auf Erwachsene übertragen:

    "Wenn ich mit meiner Tochter in Nordamerika in ein Restaurant gehe, wird von ihr erwartet, dass sie wie eine Erwachsene stillsitzt und wartet, selbst wenn es an jenem Ort alle möglichen interessanten Dinge und Menschen gibt, mit denen sie sich gern eingehender beschäftigen möchte....Besuche ich mit meiner Tochter hingegen in Papua Neu-Guinea ein Dorffest, wird ihr keine der genannten Restriktionen auferlegt. Die Dorfbewohner erwarten von ihren Kindern nicht, dass sie eine Stunde lang ruhig dasitzen ..... Vielmehr können Kinder tun, wozu sie Lust haben ...."

    Ich denke mal, dass gerade bei Naturvölkern viel mehr die individuellen Fähigkeiten des Einzelnen im Vordergrund stehen. Jeder trägt mit seinen Möglichkeiten zur Gemeinschaft bei. Und da sind viele positive Eigenschaften der ADHSler duchaus gefragt.
    Geändert von 1411erika ( 7.06.2009 um 13:29 Uhr) Grund: Link eingefügt

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf AD(H)S
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 50

    AW: ? Adhs Industrieländer / Adhs Naturvölker ?

    Hoffe das ist so OK

    Sonst bitte löschen


    Gibt es ADHS bei Naturvölkern?

    In Afrika zum Beispiel, wo Kinder in manchen Gebieten in einem lockeren Verband mit anderen Kindern in einer Dorfgemeinschaft aufwachsen, kennt man die Diagnose nicht. Diese Kinder müssen nicht stundenlang auf einer Schulbank sitzen und sich dabei konzentrieren. So gesehen, handelt es sich um ein kulturelles Phänomen. Auch hier in Europa gibt es das Problem vom Zappelphilipp erst, seit die Kinder in die Schule gehen müssen.


    Quelle: Interview mit Expertin Prof. Leuzinger-Bohleber
    zum Thema

    ADHS: Krankheit oder kulturelles Phänomen?

    hier zu finden:



    ADHS: Krankheit oder kulturelles Phänomen? - Via medici online

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: ? Adhs Industrieländer / Adhs Naturvölker ?

    @brausetoni

    Hast du das Buch gelesen? Wäre schön, wenn du uns hier davon berichten könntest: http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-bue...-hartmann.html

    Natürlich nur, wenn du Lust und Muse dazu hast!

    Danke
    Erika

  8. #8


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 9.522

    AW: ? Adhs Industrieländer / Adhs Naturvölker ?

    Es ist sicher eine interessante Frage, ob es ADHS auch bei Naturvölkern gibt. Hier setzen auch die Thesen wie die vom Jäger-Gen an. Eigentlich ist das aber nicht eine Frage, sondern zwei, wie Marvinkind schon bemerkt hat. Leider lassen sich diese Fragen nur schwer getrennt betrachten.

    Die erste Frage ist, ob die spezielle Art zu Denken, zu Empfinden und zu Erleben sowie die damit einhergehenden Besonderheiten im Verhalten dort auch bei Menschen zu finden sind. Diese Frage wird auch oft als Prüfstein herangezogen, ob der hauptsächliche Einfluss genetisch oder durch die Erziehung bedingt ist. Im Moment gibt es dazu meines Wissens nur eine Hand voll Studien, da schon ein Screening auf die Symptome, noch mehr aber eine zuverlässige Diagnosestellung nicht zu unterschätzende praktische Probleme mit sich bringt. Interessanterweise finden sich aber wohl bestimmte Genvarianten, die man als genetischen Faktor mit ADHS in Verbindung bringt, bei einigen nomadischen Völkern deutlich häufiger, als im Bevölkerungsschnitt (der USA). Hierzu z.B. Ewen Callaway Did hyperactivity evolve as a survival aid for nomads? New Scientist online.

    Als zweites ist die Frage, ob es den Wert einer Erkrankung hat. Hier sind die Überlegungen, die Thom Hatmann und andere anstellen sicher nicht von der Hand zu weisen. Wenn eine "Besonderheit" in einer Gesellschaft anerkannt ist, vielleicht in der Lebenssituation sogar einen Vorteil bringt, ist es keine Therapiebedürftige Krankheit. In der Medizin gilt (im Prinzip) der Grundsatz, dass ein Mensch nur dann behandlungsbedürftig ist, wenn er subjektiv unter seiner Krankheit leidet. Der Kranlheitswert einer Besonderheit hängt somit vom Lebensumfeld ab. Dies gilt bei weitem nicht nur für psychische "Normabweichungen". In einer Kultur, in der Milchprodukte nicht zum Nahrungsangebot gehören und sich darum auch nicht auf dem Speiseplan finden, hat eine Laktoseintoleranz keinen Krankheitswert. Ebenso dürfte für einen Bewohner Australiens einen Birkenallergie keinen Krankheitswert haben, da dieser Baum dort nicht zur Fauna gehört und das auch, wenn sie noch so stark ausgeprägt wäre. In beiden Fällen läge zwar wohl eine diagnostisch durchaus erfassbare Abweichung vor, sie wäre aber ohne jede Auswirkung und damit zumindest nicht behandlungsbedürftig.

    Der Grund, warum ich diese erstens somatischen und zweitens mit ausreichender Sicherheit diagnostozierbaren Beispiele gewählt habe ist, dass sich an ihnen die Überlegungen zum Krankheitswert und zur Behandlungsbedürftigkeit darstellen lassen, ohne dass ich mich zusätzlich mit den bei fast allen psychischen Erkrankungen vorhandenen ideologischen Vorbehalten auseinandersetzen muss.

    In Europa steht Milch häufiger auf dem Speiseplan der Erwachsenen. Damit ist eine Laktoseintoleranz plötzlich ein Faktor, den die Betroffenen bei ihrer Nahrungsplanung beachten müssen. Die selbe Abweichung hat also plötzlich an Bedeutung gewonnen. Ob sie als Krankheit gesehen werden muss, ist damit noch immer nicht geklärt, einen Einfluss hat sie aber. Vielleicht erzeugt sie nur selten einen Leidensdruck, dennoch können theoretisch Situationen entstehen, in denen sie zum Nachteil wird. Man stelle sich nur den Mitarbeiter vor, der aus diesem Grund nie das traditionelle Raclette-Essen seines Betriebs besucht oder noch schlimmer es zwar besucht, aber nichts isst. Jenen, die nichts von seiner Erkrankung wissen, wird er womöglich deswegen arrogant, einzelgängerisch oder snobistisch vorkommen.

    Noch drastischer lässt es sich am Beispiel unseres Australiers darstellen. Verlegen wir seinen Wohnsitz mal in Gedanken, aus welchen Gründen auch immer, nach Deutschland. Dann wäre die Frage nach dem Krankheitswert zur Zeit der Birkenbüte sehr schnell beantwortet. Es hätte für ihn den Rang einer Erkrankung, wie für jeden deutschen Allergiker auch.

    Das Argument, dass eine Erkrankung immer eine Frage der Lebensumstände ist, ist ohne Zweifel richtig. Jedoch kann ich die Ansicht, die Frau Prof. Leuzinger-Bohleber im oben erwähnten Interview äußert, nicht teilen. Denn wenn man diese auf unseren Pollenalergiker überträgt, hätte die Allergie auch dann keinen Krankheitswert, wenn er mitten in einem Birkenwald leben würde. Ihre Argumentation geht eigentlich noch weiter. Übertragen würde sie sagen, dass auch in Deutschland die Diagnose einer Pollenalergie keine Krankheit ist, da sie nicht weltweit eine Krankheit bedeutet.

    Einige der anderen Punkte in dem Interview kann ich durchaus teilen. So etwa, dass die Diagnose von entsprechend ausgebildeten und erfahrenen Kräften gestellt werden sollte und das die Therapie immer individuell zusammengestellt sein sollte. Leider hält sie ihre Forderungen nicht aufrecht, wenn es um das eigene Therapiekonzept geht. Ebenso erwähnt sie zwar eine Korrelation zwischen Schreibabys und ADHS, macht aber keine Angaben dazu, wie diese Korrelation genau aussieht. In sofern lässt sich auch ihre Aussage, dass Beruhigungsstrategien zugleich ADHS-Prävention seien zumindest nicht daraus ableiten. Leider gibt sie auch keine Veröffentlichungsstelle an, an Hand der es möglich wäre, mehr über den statistichen Zusammenhang und über den Effekt einer Strategie gegen die Schreianfälle auf ein späteres ADHS zu erfahren.

    Kurz zusammengefasst, denke ich durchaus, dass der Leidensdruck durch das ADHS sehr stark von den persönlichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten abhängt. Ich stimme auch zu, dass eine Therapie immer ein individuell angespasstes sein muss. Der Argunmentation, dass etwas hier nicht (medikamentös) behandlungsbedürftig sei, weil es dies an anderen Orten der Erde auch nicht sei, kann ich mich aber nicht anschließen. Sie wiederspricht nämlich direkt der Ausgangsüberlegung. Diese beinhaltet nämlich nicht nur, dass etwas unter anderen Umständen eventuell nicht therapiebedürftig ist. Wenn man sie ernst nimmt, sagt sie auch, dass es Fälle gibt, in denen etwas, was unter bestimmten Umständen nicht behandlungsbedürftig ist, unter anderen Umständen durchaus behandlungsbedürftig werden kann.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf AD(H)S
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 50

    AW: ? Adhs Industrieländer / Adhs Naturvölker ?

    Ich vertrete oder unterstütze auch in keinster Weise alle Aussagen von Frau Professor Leuzinger-Bohleber. Bin nur zufällig bei meinen Rescherschen zu ADHS drauf gestoßen.

    Sie vertritt halt die Gilde der Psychologen.

    Ich frage mich aber auch , was wäre wenn die Pharmaindustrie sich entschließt den afrikanischen Markt zu erobern und Ärzte nach Afrika schicken würde. Würde dann dort doch ADHS zu finden sein.

    Irgendwie sind betroffene, egal welcher Krankheit, doch immer Spielball verschiedener Meinungen von Experten, Lobbieisten und Kapitalistischen Interessen.

    Das alles natürlich nur zu unserem Besten.

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.267

    AW: ? Adhs Industrieländer / Adhs Naturvölker ?

    Hallo,

    ich glaube, dass es die genetische Prädisposition für ADHS weltweit gibt. Ob sich daraus eine behandlungsbedürftige Störung entwickelt bzw. was als behandlungbedürftig angesehen wird, ist aber eher eine gesellschaftliche Frage.

    Irgendwo im Urwald wird ein Genträger vermutlich nicht negativ auffallen. Weil es dort eine Qualität ist, wenn man seine Aufmerksamkeit auf mehrere Dinge gleichzeitig richten kann, wenn man mit wachen und hochempfindlichen Sinnen/Sensoren durchs Leben geht.

    In einer arbeitsteiligen Gesellschaft wird diese Qualität aber zum Problem. Da hat man seinen Platz und seine Arbeit und basta. Und wer das schlecht verträgt, ist eben krank bzw. wird krank.

    Ich muss nicht mal in den Urwald gehen, um Unterschiede andenken zu können. So könnte ich mir gut vorstellen, dass es in Ländern wie z.B. Italien eine höhere Zahl von unerkannten Hyperaktiven gibt als im disziplinsüchtigen Deutschland. Im für unsere Verhältnisse lauten und chaotischen Lebensstil der Südländer fällt so ein Hypie erst auf, wenn er soziale Verhaltensstörungen entwickelt.

    Dazu brauche ich keinen Thom Hartmann, da reicht Hausverstand.

    Mit Herrn Hartmann habe ich deshalb ein Problem, weil seine Unterscheidung der Wahrnehmungs- und Arbeitsstile mich fatal an die uralten, abgedroschenen geschlechtlichen Rollenklischees erinnert. Kein guter Zugang für eine Frau - meinesgleichen läuft Gefahr, bei den Farmern zu landen, auch wenn die Realität anders aussieht. Die Idealisierung des Jägers als Mann der großen Gedanken und Visionen stößt mir auch sauer auf, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

    lg

    lola

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