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Diskutiere im Thema verträumt, oder 'krank'? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 3

    verträumt, oder 'krank'?

    Hallo,

    ich bin mehr oder weniger durch einen Zufall auf dieses Forum hier gestossen.

    Dabei kam mir ein Beitrag vor die Augen, welcher mich dazu motiviert hat, meine Situation, meine Gedanken zu schildern, welche hoffentlich hier rein gehören.

    Und zwar bin ich 20 Jahre jung und besuche erneut die Schule(habe eine Ausbildung gemacht[kurz vor Ende abgebrochen] und mache jetzt mein Abitur nach).

    Wenn ich vor der Klasse spreche habe ich öfter Hänger und kann meine Gedanken nicht formulieren. Ich habe so viele Gedanken und ich bin mir meistens auch sicher, dass sich das vernünftig anhört und bin eigentlich stolz auf mich, solches Gedankengut entwickeln zu können.
    Doch wenn es dann darum geht dieses vor mehreren Personen zu präsentieren wird meine Stimme - so fühlt es sich zumindest für mich an - schwach und 'zitternd', an manchen Stellen ähnelt das Ganze einem Stottern.

    Das Schlimme ist, wenn ich aufzeige und erst nicht dran komme, verfallen die Worte die ich mir zurecht gelegt hatte Stück für Stück, umso länger ich warten muss. Dann kommt es oft vor, dass ich dann einfach sage, es habe sich erledigt, weil ich mir zu unsicher bin und eben keine Worte mehr finde.

    Anders ist das, wenn es darum geht Gedanken in Schriftform zu formulieren. Da habe ich keinen der mir über die Schultern schaut - im Normalfall - und kann mich besser konzentrieren.

    Wie es auch in einem anderen Thema beschrieben wurde, habe ich aber auch oft das Gefühl, dass der Lehrer durch diese zuvor beschriebene Art 'ungeduldig' wird und die Mitschüler einen belächeln. Man hat das Gefühl der Lehrer wisse schon, dass nichts Wahres zustande kommt.
    Dann denke ich in einem dieser Momente z.b. daran, dass der Lehrer das jetzt denken könnte und ich wahrscheinlich wieder alles vergesse, anstatt an das Thema zu denken, welches eben aktuell ist.

    Ich muss zugeben, dass ich mich nicht wirklich mit der Krankheit ADS/ADHS auskenne, ich habe nur ein Wenig davon mitbekommen, weil ein Freund das wohl hat. Da ich viele Parallelen erkennen konnte zwischen seinem und meinem Verhalten, wurde ich etwas aufmerksamer.

    Vielleicht hilft es erfahreneren Leuten hier, wenn ich etwas mehr von mir preisgebe:

    Ich bin ein verträumter Typ, oft auch unter größeren Mengen von Leuten in mich gekehrt, aber auch oft das Gegenteil - total aufgedreht und euphorisch.
    In diesen aufgedrehten Momenten habe ich nur sehr wenig 'Bewusstsein' und merke oft nur kurz darauf was ich getan habe.

    Zum Beispiel sage ich oft Dinge die andere mir übel nehmen, da diese zu direkt sind. Ich wundere mich dann immer selber, dies' gesagt zu haben. Im Klaren steht es für mich dann meistens ausser Frage, dass ich das eigentlich nicht sagen würde.

    Dieses Problem tritt auch dann auf, wenn ich eigentlich für meine Meinung einstehen sollte: Ich sage dann oft ''ja, schon'' oder ''stimmt'', aus Angst ich könne meine Meinung oder meine Ansicht nicht richtig rüberbringen, die richtigen Worte finden. Bisher schob ich das immer auf ein geringes Selbstbewusstsein(vielleicht geht das ja Hand in Hand?)

    Wenn ich einen Moment der Ruhe finde(oder fand, vor ein paar Jahren) habe ich immer versucht mein Verhalten zu reflektieren und musste feststellen, dass ich oft Dinge sage, die ich total assozial finde und als Aussenstehender fände.
    Das hat zugenommen, seit ich wieder die Schule besuche. Mein Bewusstsein hat seither -gefühlt- wieder abgenommen(wenn man das so sagen kann.)


    Begleitet wird dies dann auch von dem - in einem anderen Thema - beschriebenen schrillen Reden(oder viel mehr rufen, schreien) oder Lachen, wobei mir wieder nicht bewusst ist, dass eine gewisse Lautstärke erreicht ist. Für mich klingt das meiste nach 'Flüstern'.

    Hinzu kommt, dass ich manchmal - und das ist mir etwas unangenehm - wohl meinen Mund offen habe, ohne dies zu merken. Nicht sonderlich tragisch vielleicht, aber ich finde das schon etwas seltsam, als wäre ich nicht in der Lage das parallel zu anderen Aktionen zu 'regeln'.

    Das anderso erwähnte 'Spucken' beim Sprechen kommt auch gelegentlich vor, da ich zu 'motiviert', oder aufgebracht bin.

    Ich empfinde es auch so, als hätte ich ein eingeschränktes Bewusstsein für meinen Körper. So bewege ich Körperteile ganz selten total unbewusst und unpassend. Nicht weil es angebracht ist, sondern scheinbar grundlos. Als hätte ich eine 'Zuckung'.

    Diese Bewusstseinslosigkeit tut sich auch oft ausserhalb der Schule, oder ausserhalb von Diskussionen/Unternehmungen mit mehreren Personen auf: Ich habe kein Zeitgefühl, ein schlechtes Gedächtnis und manchmal habe ich das Gefühl aus einem Schlaf aufgewacht zu sein. Als wäre mein Bewusstsein einen Augenblick gänzlich weggewesen.

    Für das Lernen kann ich mich nur selten begeistern, die in der Schule behandelten Themen schnappe ich nebenbei auf und bin dennoch ein Schüler im Notenbereich gut-befriedigend. (Auch im Unterricht kann(?) ich oft nicht aufpassen, male oft Dinge, denke nach, träume, oder mache einfach NICHTS.

    Ich weiß nicht ob das hilfreich ist, über meinen Fall zu urteilen, doch habe ich auch eine Konzentrationsschwäche wenn ich lese.
    Ich habe - abgesehen von dem letzten Jahr - eigentlich immer relativ viel gelesen.

    Behalten habe ich allerdings immer nur Bruchstücke.
    Ich habe das Gefühl -gehabt- als würde ich die Dinge unbewusst lesen, als wäre mir gar nicht klar was genau da steht.(doch war es dann irgendwie doch 'irgendwo drin', pardon wegen der verwirrenden Formulierung).


    Ich versuche noch einmal kurz alles zusammenzufassen:

    -Konzentrationsschwäche im Unterrich, in Gesprächen
    -> dadurch -gefühlte- verschwerte Aufnahme von Informationen

    -Gelegentliche 'Grobmotorik'?

    -Unsicherheit beim Auftreten(Artikulation, Argumentation, Unterhaltung) wenn mehrere Personen Zuhörer sind

    -Kein Zeitgefühl

    -Schlechtes Gedächtnis

    -Starke Stimmungsschwankungen(Euphorie <->depressive Stimmung)

    -Motivationslosigkeit(Fange Dinge oft an mit viel Elan und kann sie nicht bewusst, regelmäßig zu Ende, oder weiterführen

    -Reflektieren des eigenen Verhaltens erst ausserhalb des Geschehnisses wirklich möglich

    -Chaos in der Gedankenwelt, 'innere Stimme' bestimmt Verhalten zu sehr
    -> resultierende Unsicherheit

    -oft 'verträumt', manchmal 'langsam' dadurch entstehen dann peinliche Situationen
    -> andere nehmen einen nicht mehr für voll


    So, habe hiermit mal versucht meine Situation etwas zu beschreiben.
    Tut mir leid, wenn es an manchen Stellen etwas langatmig sein sollte.

    Das Problem ist, dass ich Angst habe mir etwas einzubilden und das alles vielleicht ganz Normale Dinge sind, die jeder so empfindet. Deshalb habe ich dieses Thema auch nur wenigen Menschen gegenüber angeschnitten.

    Ich hoffe ich bin hier deshalb nicht allzu falsch...

    Liebe Grüße
    Bored20

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 77

    AW: verträumt, oder 'krank'?

    hey Gelangweilter!
    was Du da beschreibst könnte ebensogut eine beschreibung meiner schulzeit sein- i feel you und weist imo durchaus auf ads hin.
    jedoch denke ich auch dass man auf keinen fall voreilige schlüsse ziehen sollte.
    tests im internet z.B können auch keine eindeutigen ergebnisse liefern.
    daher rate ich dir nach einem guten psychologen oder ähnlichem zu suchen.
    je nachdem wie dringend du es hast. aber ich denke mal aufgehoben ist aufgeschoben...
    für mich war die schulzeit zum kotzen.... soll heissen: hätte ich damals schon bescheid gewusst wäre ich sehr dankbar gewesen.
    also mein tip: geh zu nem experten und lass Dich untersuchen.
    dies dürfte Dich im idealfall nichts kosten, Dir im gegenzug aber viel bringen
    viel erfolg und lass wieder was von Dir hören...
    tüdeldü

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