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Diskutiere im Thema "ADS-Outing" und Auswirkungen auf Freunde! Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 68

    AW: "ADS-Outing" und Auswirkungen auf Freunde! Welche Erfahrungen habt ihr gemac

    Danke für all die wertvollen Erfahrungsberichte! Auch ich habe durchaus verschiedene Erfahrungen gemacht, die ich jetzt aber nicht einzeln erläutern will, weil sie sich mit vielen von euren Erlebnissen decken.

    Ein paar grundsätzliche Gedanken möchte ich einbringen:

    Der Ansatz eines behutsamen und individuellen Umgangs mit der "Wahrheit" gefällt mir, und ich habe das bisher auch im Wesentlichen so praktiziert. Für mich festzulegen "ich erzähle das niemandem" (außer z.B. dem Ehepartner und dem besten Freund) fände ich persönlich nicht sinnvoll. Denn zum einen ist "mein" ADHS ja ein Teil von mir, der mein Leben nachhaltig prägt, und den konsequent zu verschweigen hieße für mich, dass ich viele Menschen gar nicht richtig "an mich ran lasse". Wenn ich mich dann manchmal einsam fühle, ist das vielleicht auch ein Stück selbst beeinflusst (?).

    Und es kommt noch ein übergeordneter Grund dazu: Wenn viele von uns unter den gängigen Vorurteilen leiden - dann wird die relative Unkenntnis der Bevölkerung sicherlich nicht besser dadurch, dass wir das hüten wie ein sensibles Geheimnis.

    Andererseits sehe ich auch voll und ganz den Vorteil, der darin besteht, sich nicht selbst (manchmal auch unnötigerweise) mit einem sichtbaren Etikett zu versehen. Wenn ich bestimmten Menschen gegenüber nicht auffällig bin, weil es mir gelingt, mein ADHS da zu kompensieren, wo es sehr schwierig ist - warum sollte ich das aufgeben und mich dadurch absichtlich dem Risiko aussetzen, in eine Schublade gesteckt und seltsam angeschaut zu werden? Besonders spannend finde ich diese Frage übrigens gegenüber Ärzten und Erziehern (bei letzteren in Bezug auf unsere 6-jährige Tochter).

    Auch fände ich es problematisch, so viel über das eigene ADHS zu reden, dass es zu einer Art künstlichen Identität wird. Bei aller Hilfe, die diese Erkenntnis uns selbst bringt: Es sollte sicher nicht das erste und Wichtigste sein, was mir einfällt, wenn ich mich frage: "Wer und wie bin ich?" Dann bekäme die Sache etwas allzu Schicksalhaftes. Und man muss sich auch überlegen, was beim anderen ankommt, wenn er dieses Bekenntnis entgegennimmt. Sicherlich wird sich der ein oder andere dabei fragen: "Warum erzählt er mir das jetzt? Will er einen Freibrief für Schusseligkeit und Unpünktlichkeit von mir haben?" Ganz ehrlich: Da kann ich die Skepsis mancher auch verstehen.

    Also: Ich finde das auch nicht so einfach. Und mir stellt sich die Frage ganz konkret, weil wir vor 8 Monaten umgezogen sind. Ich denke, dass ich den leitenden Mitarbeitern meiner Gemeinde, wo ich Pastor bin, auf kurz oder lang sagen werde, was los ist. Bisher wissen es einzelne, die jeweils ADHS-Kinder haben. Was ich mich jetzht frage, ist: Welchen Zeitpunkt und Anlass wähle ich dafür?

    Mein aktueller Gedanke ist: Ich bekenne mich in einer Situation dazu, in der ich für etwas ausdrücklich gelobt werde, was eigentlich nur ADHS'ler so gut können. Dann ist es raus und sofort mit einer Stärke verbunden. Allerdings: Das ist noch nicht erprobt, wie ich zugeben muss. Denn ich will es nicht unbedacht forcieren, sondern einen passenden Moment abwarten.

    Was meint ihr dazu?

    Liebe Grüße,
    Elischa

  2. #22
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 24

    AW: "ADS-Outing" und Auswirkungen auf Freunde! Welche Erfahrungen habt ihr gemac

    Hi
    Also ich finde es immer sehr schwierig sich mit ADS zu outen, weil ich es HASSE darauf reduziert zu werden.
    Bei meinen Freunden oder im Bekanntenkreis ist das in Ordnung und dann kommen auch keine blöden Sprüche...eher neugier darüber, was ADS genau ist.

    Wenn ich aber z.B. Lehrer oder Arbeitskollegen darüber etwas erzählt habe, bekam ich bisher meistens blöde Sprüche. Wenn ich mal dazwischen rede (Was mittlerweile kaum noch vor kommt), oder ich einfach mal einen Tag habe, an dem ich mich so gar nicht konzentrieren kann, dann heißt es meistens "Also heute heute mangelte es Ihnen wirklich mal wieder an der Konzentration, sie haben den ganzen Unterricht gestört...aber ich weiß ja woran das bei Ihnen liegt".

    Bei so einem Kommentar werde ich echt wütend. Eigentlich ist es nämlich umgekehrt...bin im Unterricht echt ruhig und störe nicht. Das war vielleicht mal früher so. Bin ja mittlerweile schon 26 und weiß was sich gehört *gg* Außerdem bin ich nicht Hyperaktiv.

    Ich glaube manche Menschen bekommen gleich das Bild von einem Hyperaktiven Kind in den Kopf sobald sie ADS hören. Aber ich bin ja eben nicht Hyperaktiv.

    Und deswegen hab ich mir geschworen, ich werd in die Richtung gar nix mehr sagen.



    LG
    Nadja

  3. #23
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 68

    AW: "ADS-Outing" und Auswirkungen auf Freunde! Welche Erfahrungen habt ihr gemac

    Hallo Nadja,
    ja, das ist ätzend. Und auch einfach unfair. Ich glaube, es kommt sehr darauf an, ob jemand anders, der die Diagnose kennt, auch bereit ist, einem mit Liebe und Verständnis zu begegnen - wenn nämlich nicht, dann gibt man ihm mit dieser Information quasi ein Messer in die Hand... Da viele von uns ADS'lern ja mit einer guten Intuition ausgestattet sind, ist das sicher eine Hilfe, Menschen vorab einzuschätzen. Man muss nur auch darauf achten, dass die starke Spontaneität nicht zu unüberlegten "Bekenntnissen" führt, die man nachher bereut... Ich für mein Teil will mir das offen halten, es gezielt hier und da zu sagen. Ich denke, dass sich da auch noch der ein oder andere sehr wertvolle Unterstützer finden lassen kann. Meine Negativerfahrungen waren bislang allerdings auch nicht gravierend (ich hoffe, das bleibt so).

    LG, Elischa

  4. #24
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 46

    AW: "ADS-Outing" und Auswirkungen auf Freunde! Welche Erfahrungen habt ihr gemac

    Auch fände ich es problematisch, so viel über das eigene ADHS zu reden, dass es zu einer Art künstlichen Identität wird. Bei aller Hilfe, die diese Erkenntnis uns selbst bringt: Es sollte sicher nicht das erste und Wichtigste sein, was mir einfällt, wenn ich mich frage: "Wer und wie bin ich?" Dann bekäme die Sache etwas allzu Schicksalhaftes.
    Dieser Satz ist mir ziemlich eingefahren...

    Ich merke, dass ich das ADHS oft als Fügung des Schicksals betrachte, als "Gabe" und Leiden gleichzeitig (unabhängig von Religion)...
    Diese Einstellung stärkt mich...Was ist denn gefährlich am Schicksalhaften?

    ADHS ist für mich ein psychisches Grundkonstrukt.
    Es verbindet uns und doch unterscheiden wir uns alle, denn wir haben unseren Charakter, unsere Erfahrung u.ä. und leben "Anwendung" oder Ausführung davon ganz individuell aus...
    ADHS ist ein Teil von uns, aber es definiert uns nicht gänzlich...

    Ab wo wird es für dich zur künstlichen Identität Elischa?
    Ist der Übergang nicht auch fliessend?

  5. #25
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 88

    AW: "ADS-Outing" und Auswirkungen auf Freunde! Welche Erfahrungen habt ihr gemac

    Ich sehe das genau so Lostin, auch sehr wichtig ist das frühzeitige erkennen von AD(H)S durch Fachleute, denn dann können Therapiehen gezielter umgesetzt werden. Wird AD(H)S nicht erkannt, so kann die persönliche Entwicklung/Weiterentwicklung fehlerhaft verlaufen, in dem z.B die Wahrnehmung der Erfahrungen in jedem erdenklichen Bereich gestörrt sein kann, da man vieles anders auffasst... Auch die Leistungen in Schule oder Beruf kann durch das nicht Behandeln der "Krankheit" beeinflusst sein.

    AD(H)S kann eine Gabe sein und ja, auch vielfach das Leiden hervorrufen. ADHS definiert im Grunde nur das Aufmerksamsdefizit mit Hyperaktivität. Klar sind weitere dazugehörige Einschränkungen bekannt, doch genau diese scheinen sehr individuell bei Patienten vor zu kommen, da nicht zulezt der Karakter, sondern auch die aktuelle Lebenssituaten sowie die Belastung der Vergangenheit mit eine Rolle spielen.


    Fügung des Schicksals ? ganz klar ja, zumindest für mich, da mein ADHS schon sehr stark mein Leben bestimmt und das obwohl ich ein Zielbewussten Karakter habe und zudem ein Draufgänger bin, der Korekt und Fleissig ist.


    Gefährlich am Schicksalhaften ?? Adhs kann einen Gedanken bestimmend beeinflussen, der dann nicht immer klar in die richtige richtung laufen kann und auch weitere Gedanken auslösen können. Bei mir löst dieses starke Unsicherheit aus, die manchmal kaum zu kontrollieren sind... Es kann unter bestimmten Umständen doch gefährlich sein, und zwar dann wenn eine z.B Entscheidung getroffen wird die fehlerhaft durch einen kürzeren oder längeren Gedanken ausgelöst wird, der durch das ADHS massiv beinflusst wurde. Es ist manchmal schwierig bis unmöglich für mich, gewisse Entscheidungen zu unterbinden, wel ich auch das beeinflussen von ADHS auf die Entscheidung nicht ordern kann.

    Jaja ich weiss klingt alles ein bisschen Schräg, liegt vieleicht auch an dem, dass ich schon längst im Bett sein sollte... :-) Wünsche allen eine wunderschönegute Nacht ! :-)

  6. #26
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 68

    AW: "ADS-Outing" und Auswirkungen auf Freunde! Welche Erfahrungen habt ihr gemac

    Hallo Lostinspace und Steve_one,

    danke euch für die Rückmeldung! Es ist gut für mich, zu sehen, wie so ein Satz verstanden/aufgenommen wird. (Und ich bin ja auch noch nicht lang hier.)

    Ich versuch noch mal zu sagen, was ich damit meinte: "Schicksalhaft" war vielleicht nicht das passende Wort dafür, denn ihr habt Recht: Es hat ja was von Schicksal (du kannst es nicht einfach abstreifen), und ADHS ist ja auch nicht an sich schlecht.

    Lostinspace schreibt:
    ADHS ist ein Teil von uns, aber es definiert uns nicht gänzlich...
    Das ist es, was ich damit meinte!

    "Künstliche Identität" war vielleicht auch nicht das ideale Wort, "Haupt-Identität" wohl eher, denn es ist ja ein ureigener Teil von uns. (Bitte Nachsicht, es war schon sehr spät, als ich das geschrieben habe...) Ich denke, ab da, wo das "Ich habe ADHS" tatsächlich zur ersten Antwort würde, die mir zu meinem Mensch-Sein, meinem Ich-selbst-Sein einfällt, gibt es eine Schieflage. Ich bin ja nicht in erster Linie ADHS'ler, sondern erstmal Mensch. Und dann gibt es eben andere Identitäten wie: Geschlecht (auch sehr prägend), Nationalität, Kultur, usw. Wo man da ADHS einsortieren will, darüber würde ich nicht streiten wollen - aber eben nicht ganz oben!

    Das fände ich auch vom rein Praktischen her bedenklich: Denn es ist eine Identität, die ja auch etwas Trennendes hat, die uns unterscheidet von anderen Menschen. Viele hier im Forum schreiben ja über schlimme Erfahrungen des Andersseins, des Ausgegrenztwerdens, des "sich-nicht-angemessen-verhalten-Könnens" (also: wie es subjektiv erwartet wird) usw. Das tut ja oft weh. Ich denke nur: Wenn das "Ich habe ADHS" auch in meinem Kopf so pausenlos präsent wäre - dann ziehe ich ja selbst eine unsichtbare Linie, die mich trennt von den andern. Versteht ihr, was ich meine?

    Damit das nicht falsch 'rüberkommt: Meine ADHS-Diagnose 2006 (ich war 36) war für mich in der Tat fast so etwas wie eine Offenbarung! Seitdem sehe ich mein gesamtes Leben noch mal in einem ganz neuen Rahmen, verstehe endlich vieles, und versuche viele Erinnerungen davon zu lösen, dass ich mir selbst Vorwürfe mache für Sachen, die nicht gelangen. Also: Dieses Bewusstsein ist immens wichtig für mich! Und auch für Menschen, die eng mit mir zu tun haben. Aber: Ich muss, wenn ich über mich selbst nachdenke, nicht immer sofort "Ja, ich habe ADHS" im Kopf haben. Das empfände ich dann wiederum als unfrei und reduziert. Ich bin ja froh, über mich selbst auch anders denken zu können. Das ADHS meldet sich schon sehr schnell automatisch zurück! Darüber muss ich mir keine Sorgen machen.

    So weit meine Gedanken dazu. Wie denkt ihr darüber?

    mit herzlichem Gruß,

    Elischa

  7. #27
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.650

    AW: "ADS-Outing" und Auswirkungen auf Freunde! Welche Erfahrungen habt ihr gemac

    Hallo zusammen,

    mich beschäftigt dieses Thema auch immer wieder seit den 2 Jahren wo ich die Diagnose bekommen habe.Mittlerweile entscheide ich spontan wem und in welcher Situation ich davon erzähle- aber die Folgen sind mir eben auch klar:
    -Etikett, und viel Unwissenheit und Vorurteile-
    anderseits auch eine Erklärung und Bedienungsanleitung positiv gesehen.

    Zum Thema "künstliche Identität": Ich denke es nimmt einen großen Raum bei mir ein, ist ein Teil meiner Identität, aber ich bin mehr als mein ADHS!

    Außerdem habe ich leider auch schon mal das Ritalin offen stehen lassen und es wurde "entdeckt"- und spätestens da muss man dann doch was zu sagen.
    Aber da paß ich mittlerweile besser auf.

    Es beim Job zu sagen, da wäre ich sehr vorsichtig- ich habe einen anspruchsvollen Job, wo Schwächen zugeben gar nicht geduldet wird. An meiner motorischen Unruhe erkennt es auch jeder Laie...

    Schwierig finde ich es, wenn man jemanden neu kennenlernt, warum sollte man es verschweigen und irgendwann kommt es doch heraus- da erzähle ich es lieber gleich.

  8. #28
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 245

    AW: "ADS-Outing" und Auswirkungen auf Freunde! Welche Erfahrungen habt ihr gemac

    Danke Elischa!
    Diese Gedanken finde ich sehr hilfreich. So sehe ich es nämlich auch.

    Viel Leute im Netz machen so ein riesen Theater um das ADS Thema. "Wir sind die Auserwählten!" Neeee, nicht wirklich.
    Wir haben alle eine bestimmte Stoffwechselstörung die eine bestimmte Menge an Symptomen (Syndrom) hervorruft. Nicht mehr und nicht weniger.
    Stärken und Schwächen hat auch jeder andere Mensch.

    Das erinnert mich manchmal an diese älteren Menschen, die mich schon immer genervt haben. Zählen ihre ganzen Wehehchen auf (was ich noch nicht schlimm finde) und dann "Sie habens gut, sie sind noch JUNGund GESUND!" Wahhh, als ob da irgend ein zusammenhang wäre zwischen Alter und Gesundheit. Ich würde auch gerne meine ganzen Wehwehs aufzählen. Davon habe ich mindestens so viele wie ein 80jähriger. Und Menschenskind, Sie sind nur ALT und nicht KRANK! Das sollten die Leute auch mal kapieren.
    Zum Glück kenne ich Leute wie meine Oma, die anders sind. Die haben auch ziemlich Probleme und Schmerzen. Aber die jammern nicht dauernd und sind sich halt klar, dass man mit 80 nicht mehr springt wie mit 20.

    Ohhh, schon wieder abgeschweift, merke ich.
    Hoffe, irgendwer versteht noch, was ich damit sagen will??

    Also kurz: Ja, ich habe ADS, aber Nein, ich BIN nicht ADS!

  9. #29
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 88

    AW: "ADS-Outing" und Auswirkungen auf Freunde! Welche Erfahrungen habt ihr gemac

    hhhmm... Ich sehe das so.... Das ADHS das ich sehr stark habe, wurde mir erst vor 4 Wochen diagnostisziert... All die Zeit die davor lag, (seit Kindheit) merkte ich, dass ich anders bin.. Ob sozial zurück gezogen oder leistungsschwach, langsam, unkonzentriert, ständig müde u.s.w ich wurde von allen nur getrimmt und das zügig, vorallem von meinen Eltern, doch es half nichts und auch die Zukunft bis zum heutigen Tag hat nichts an diesen Tatsachen geändert...


    Erst jetzt verstehe ich, warum das alles so war.... Es erscheint mir jetzt logisch obwohl ich schon immer in mir drin wusste, dass ich anders bin... Klar spielt die Intensivität von AD(H)S eine grosse Rolle um zu merken in welcher Differenz man zum Rest der Welt steht...


    Ich denke auch nicht, dass man das ADS mit oder ohne H vor seinen eigentlichen Namen schreibe sollte, da man sich mit den 3-4 Buchstaben sowieso nicht pauschal identifizieren kann weil jedes AD(H)S bei jedem unterschiedlich stark und auch im unterschiedlichen Umfang auftreten. Wir sprechen hier nicht in jedem Fall von einer Krankheit. AD(H)S wird dann zu klarer Krankheit, wenn der Leidensdruck so stark ist, dass die Lebensqualität aktiv darunter leidet... Eine Leichte Form mag vieleicht störend sein, beeinträchtigt den Betroffenen jedoch nicht zwingend und dann spricht man auch nicht von einer Krankheit, so einfach ist das.


    Ich sehe das manchmal in einer weiteren Perspektive nochmals etwas anders... Ist ein AD(H)S sehr ausgeprägt wie jetzt bei mir, leidet der Patient schon sehr stark in seinem Leben, da sich die kombination aus Krankheit und dem Leben auf diesem Planeten nicht wirklich vereinigen lässt, so dass ständige Konflikte entstehen die einem ständig ausbremsen, blockieren und in gesellschaftlicher Ebene gar ausgrenzt.... Klar sieht man das eigentliche Problem bei sich selbst, vorallem wenn man weiss das man selbst betroffen ist von dem AD(H)S. Bei genauerem hinsehen merkt man jedoch ganz klar, dass man nicht alleine die Schuld dafür trägt. Man sieht manchmal einfach viel weiter und erkennt sehr schnell, warum gewisse Konflikte entstehen und kann diese auch logisch und sinnvoll formulieren.


    Ich denke nicht das wir eine Art auserwählt sind, es scheint viel mehr das "anders sein" zu sein, das wir stark wahr nehmen. Kann man sich selbst aus der Schlinge ziehen ? ist es überhaupt möglich einen Weg zu schaffen, der das Leben erträglicher macht ? Ich sage ja, aber ist nicht ganz so einfach. Im moment arbeite ich hier in der Klinik genau an diesem Punkt. Ich werde in einem neuen Thread namens "Der alternative Weg ans Ziel" eröffnen und freue mich auf eure Mitaktivität.


    Bitte liebe Leser/innen beachten sie bitte, dass meine Einschätzungen und manchmal auch etwas behauptende Art wie ich mich ausdrücke nicht auf jeden Patien zutrifft. Es ist ein Beitrag, den ich aus meinen eigenen Empfindungen und Ansichten zusammen stelle. Es ist für mich auch nicht einfach darüber zu reden, da mir mein "ICH-spezifisches Krankheitsbild" doch sehr persönlich ist. Dennoch scheint mir der Austausch hier sehr wichtig, denn auch wenn es Spezialisten gibt, so gibt es doch nichts besseres als der gegenseitige Austausch von Menschen mit Eigenerfahrungen.

    Vielen Dank fürs Lesen

  10. #30
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 16

    AW: "ADS-Outing" und Auswirkungen auf Freunde! Welche Erfahrungen habt ihr gemac

    Hi Allerseits,

    meine absolute Lieblingsreaktion von Freunden und Kollegen nach dem Outing ist:

    "Ach, wenn das die Symptome sind, dann habe ich das auch!"

    -.-"

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