Hallo,

während meiner lange zurückliegenden Zeit in der Humangenetik, habe ich sehr viel Leid gesehen, bei betroffenen Kindern und ihren Eltern. Es gibt furchtbare Erbkrankheiten.
Grundsätzlich entscheiden sich verantwortungsbewußte Leute, die Überträger sind, wegen des Risikos gegen ein Kind. Dann leiden sie aber unter Kinderlosigkeit.
In diesen Fällen ist die PID ein wirklicher Segen, da sie den Eltern zu gesunden Kindern verhilft. Die Fälle bei denen PID zum Einsatz kommen kann sind vorwiegend monogen rezessive Krankheiten.

ADHS gehörte natürlich nicht zu den Erbkrankheiten für die Beratung gegeben wurde. Nach meiner Information sollen mehr als 10 Gene/Allele zur Entstehung von ADHS beitragen, die nicht nur im Dopaminstoffwechsel eine Rolle spielen sondern auch z.B. beim Serotoninstoffwechsel (MAO). Diese komplizierte Lage erlaubt es nicht Stammbäume und Risiken wie bei monogenen Krankheiten vorherzusagen. Schön wäre, wenn in der Zukunft über die Kenntnis der Gene einzelne Symptome erkannt und diesen zugeordnet werden könnten. Es wäre dann vielleicht auch eine wesentlich besser gezielte Medikation und ein wirkliches Verständnis dieses Syndroms möglich. Auch die genetische Konstitution von genialen ADHS'lern würde mich brennend interessieren.

PID selbst hat nichts mit Gentechnologie zu tun, höchstens die dazu erforderliche Diagnostik. Ich habe kein Verständnis dafür, daß segensreiche neue Methoden wegen der Möglichkeit des Mißbrauchs in Verruf gebracht werden.


LG, Sisyphos