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Diskutiere im Thema Krankhaft Unabhängig? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 393

    AW: Krankhaft Unabhängig?

    Hallo schnuff,
    ich hoffe ich habe Dich jetzt verstanden.

    Ich würde auch nur im Ausnahmefall etwas machen, was ich nicht verstehe.

    Bist Du / fühlst Du Dich zu abhängig von anderen Menschen? Oder liegt das an der Verständigung?

    Normalerweise ist doch keiner verpflichtet Dir etwas zu erklären und Du bist nicht verpflichtet irgendetwas zu sagen, etwas zu machen oder Dich zu rechtfertigen. Also gibt es doch auf keiner Seite eine Schuld.

    …und kritisieren bzw. mal kritisiert werden, na ja , das kann schon mal vorkommen. Mal kann es hilfreich sein und mal nervt es einfach nur. Aber Kritik sollte über einen längeren Zeitraum immer in einem gesunden Verhältnis mit Lob kombiniert werden. Kritik „wiegt“ schwerer als Lob.

    Ich strebe mindestens das Verhältnis von 3x Lob zu 1x Kritik im Umgang mit anderen Menschen an.
    Aber meistens lobe ich noch viel mehr. Das tut dem Anderen gut – und ich freue mich, wenn es dem anderen Gut geht.

    Falls mich jemand mit einer ständigen ungerechtfertigten Kritik nerven sollte – dann gibt es ein schönes Wort: …und Tschüss.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die ohne nachfragen und ohne nachzudenken den Anweisungen von anderen Menschen folgen (außer im Alter, in Notsituationen, usw.).

    Z.B. bei meinen 6 und 11 Jahre alten Kindern muss ich mir schon gute Argumente überlegen, wenn ich sie vom aufräumen oder von der Mithilfe im Haushalt überzeugen oder „begeistern“ möchte.

    Also besinne Dich auf Dich selbst. Versuch den Menschen aus dem Weg zu gehen, die schlecht für Dich sind und suche Dir Menschen, die es gut mit Dir meinen und die Dir die notwendige Geduld entgegenbringen.

    Alles Gute
    Elektron

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 65

    AW: Krankhaft Unabhängig?

    Ich mag es nicht belehrt zu werden wenn ich im Recht bin. Vor allem, wenn ich WEISS, dass ich es bin
    Ich mag es noch weniger, wenn man mich verbessern muss weil ich anscheinend Mist daherrede. Ich fühle mich dann dumm und unzulänglich. Je nachdem, wer mir da gegenübersitzt, nehme ich Ratschläge zwar an, knabber da aber teilweise Wochen dran rum weil ich denke ich bin/ war zu blöd, um es besser zu wissen.
    Ich kann mir sowas gar nicht umgehen.

    Etwas tun, was ich nicht will, geht nicht. Da ist es mir egal, wen ich da vor mir habe. Dass das unklug ist, weiß ich auch, aber ich kann da nicht anders. Das ist wie ein Zwang.

    Man hat mir mal gesagt, dass ich ein Problem mit Autoritäten habe- kann sein, muss aber nicht.

    Und um Hilfe bitten, kann ich gar nicht. Delegieren soll ich. Das sagt echt JEDER weil ich mich schon zu sehr übernommen habe und gar keine Kraft mehr für irgendwas habe. Ich kann aber nicht.
    Und WENN das mal vorkommt, achte ich da sehr drauf, dass es auch so gemacht wird, wie ich das immer mache.
    Das hat Nörgeleien meinerseits zur Folge und dass mir keiner mehr so recht freiwillig einen Gefallen tun will weil er dann weiß, was kommt.

    Ich mag mich manchmal echt selber nicht

    Ob das alles jetzt was mit dem ursprünglichen Thema zu tun hat, weiß ich gar nicht so recht.
    Ich hatte ein wenig Probleme, mit dem lesen der ganzen Beiträge.
    Wenn es falsch war,einfach überlesen

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 245

    AW: Krankhaft Unabhängig?

    Butters, so ähnlich geht es mir auch. Nur dass ich schon auch mal um Hilfe frage, aber dann mit der Hilfe nicht zufrieden bin

    Elektron: Es geht meist um Leute, die ich ja gefragt habe, also Therapeuten oder so. Wenn die dann irgendwas sagen, was mir nicht einleuchtet oder was falsch ist oder wo sie schlicht keine Ahnung von haben (warum meinen eigentlich alle Leute, sie wüssten sooo viel von Kindererziehung), dann reagiere ich halt gereizt oder frage endlos oder mache schlicht nicht, was sie sagen. Dann sind die Leute beleidigt und schimpfen, dass ich ja garnicht mache was sie sagen und viel zu viel frage und und...
    Dem ist halt schlecht aus dem Weg zu gehen. Und es trift noch mal härter, wenn Leute, die eigentlich wissen sollten, wie man mit anderen Menschen umgeht, mich dann so abkanzeln. Wobei ich ja auch besonders empfindlich bin. *Seufz*

    Dann frage ich mich schon, ob ich wirklich aus Prinzip oppositionell bin oder die anderen alle doof. (Ich tendiere ja zu zweitem, aber das macht mir auch keine Freunde )

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 393

    AW: Krankhaft Unabhängig?

    Hallo schnuff,
    Therapeuten sind auch nur Menschen. Vielleicht auch ganz besondere.
    Menschen mit Brille werden eher Augenoptiker als Menschen ohne Brille. Und Menschen mit …. werden eher Therapeuten als Menschen ohne …. (Behaupte ich jetzt mal.)

    Theoretisch wissen die Therapeuten natürlich sooo viel von Kindererziehung. Hast Du sie mal nach ihren eigenen Kindern gefragt?

    Aus der Ferne kann Dir aber keiner Deine Frage beantworten: „ob ich wirklich aus Prinzip oppositionell bin oder die anderen alle doof“.
    So etwas soll es aber auch geben. Ich hatte mal so einen Schulfreund.
    Wer zu wie vielen Anteilen Recht oder Unrecht hat, kann nur jemand einschätzen, der Dich gut kennt. Was sagen denn Deine Eltern, Verwandte, Freunde von Dir?
    Vor allem solltest Du mal in Deine Kinder hinein hören. Die können Dir bestimmt viel über Dich erzählen.

    Viele Grüße
    Elektron

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 245

    AW: Krankhaft Unabhängig?

    Danke Eltektron, du bringst die Dinge immer so schön auf einen Punkt (bei anderen kann ich das auch, haha).

    Meine Kinder sind auch aus Prinzip oppositionell, zumindest empfinde ich als Mama natürlich so. Naja nicht wirklich. Der eine will nur immer alles ganz genau wissen, das ist blos anstrengend, aber da finde ich mich sehr wieder. Der andere ist noch relativ klein und gerade im "Trotzalter". Und das besonders extrem, dh er ist wirklich aus Prinzip immer (meistens) dagegen. Also wenn ich sage "lass das, du tust dir weh" kommt "Ich will mir aber weh tun!" Ohne Scheiß! Aber das wird sich hoffentlich noch etwas ändern.

    Meine Eltern halten eh nicht so viel von mir, glaube ich.
    Aber meine Freunde finden mich in Ordnung, sonst wären es ja nicht meine Freunde .

  6. #16
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.267

    AW: Krankhaft Unabhängig?

    Hallo Ihr,

    ich hab mich mal durch den ganzen thread gelesen und finde mich da sehr gut wieder.

    Nachdem ich mein ADHS zu mindestens 50% von meiner Mutter habe, bin ich von klein auf mit einer Quasseltante konfrontiert, die ziemich unkontrolliert - und ohne böse Absicht auch uneinfühlsam - Tipps und Ratschläge absondert. Und in einem Punkt decken sich meine eigenen unscharfen Erinnerungen mit denen meiner Mutter: ich hab mich immer dagegen gewehrt. Vermutlich habe ich tatsächlich ein Problem mit Autoritäten.

    Meine Beschäftigung mit dem Thema ADHS und mit den Kernsymptomen hat mir aber einen neuen Blickwinkel auf Altbekanntes und -verhasstes eröffnet.

    So heisst es, dass ADHSler sich sehr leicht und schnell kritisiert und bevormundet fühlen. Ich kann also davon ausgehen, dass ich angesichts von Ratschlägen öfter mal überreagiere.

    Andererseits wird ADHSlern grosse Empathie und ein feines Gespür nachgesagt. Heisst für mich, dass ich wahrscheinlich sehr genau spüre, ob es bei einem Ratschlag wirklich um mich geht oder eigentlich um was ganz anderes, also um den Rat selbst (Dogma) oder um den Berater, der in seiner Hilfsbereitschaft ungeschickt oder uneinfühlsam vorgeht.

    @schnuff
    was du über Altklugheit und penetrantes Nachfragen erzählst, trifft eine jüngere Version von mir so genau auf den Punkt, dass es schon wehtut. Und wenn ich mal wieder auf der "niemand akzeptiert mich, niemand versteht mich"-Welle schwimme, dann ist mir das Bewusstsein meiner eigenen Penetranz sehr hilfreich, es zwingt mich zum Innehalten. Es ist ja gar nicht so einfach, mit jemand klar zu kommen, der auf alles reflexartig mit "Nein" oder "aber" antwortet. Ich war genau so ein Kind und habe meine Erwachsenen damit sicher sehr viele Nerven gekostet.

    Ach ja, man sagt ADHSlern auch nach, dass sie Dinge zwanghaft zu Ende diskutieren wollen/müssen, auch wenn das vom Thema oder von der Situation her äusserst unpassend ist. Da hab ich muttern als leuchtendes Anti-Vorbild. Die kann wirklich aus Butterbrot ein Gesprächsthema machen und das nervt tierisch, mensch hat ja auch noch was anderes zu tun.... Ich selbst bin aber auch nicht besser, wenn ich jeden Vorschlag zum Anlass für eine hitzige Diskussion oder für penetrantes Nachfragen nehme. Erst mal sacken lassen und dann erst diskutieren wäre oft günstiger (meine Erfahrung).

    Und was mache ich jetzt für mich draus: mir ist nach einer Situation in der Reha die Idee gekommen, auf Irritierendes grundsätzlich mit der Bitte um Bedenkzeit zu antworten. Weil ich den tatsächlichen Informationswert des Gesagten erst ausloten kann, wenn der spontane Zorn verraucht ist.

    Und wenn mein Zorn dadurch entsteht, dass mir jemand ein vorgefertigtes Konzept überstülpen will, dann bin ich wohl zu Recht sauer. Trotzdem kann die Absicht des Ratgebers eine gute sein. Da hilft mir nur Impulskontrolle. Den Zorn werde ich wohl nie ganz loswerden, ich kann aber lernen, angesichts aufsteigender Emotionen um ein Time-out zu bitten (also Bedenkzeit). Und wenn der Therapeut ein Guter ist, wird er das akzeptieren.

    Für mich ist eine Situation hilfreich, wenn ich davon etwas habe. Und manchmal besteht dieser Gewinn eben nur daraus, dass ich über einen falschen Vorschlag nachdenke und dadurch auf einer qualifizierteren Ebene ablehnen kann als mit dem spontanen Nein.

    Ich gerate ins Sinnieren, also erst mal Stop.

    lg
    lola

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