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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3

    ADHS aus der Sicht eines Betroffenen

    ADHS


    Was ist ADHS? Was für Ursachen hat ADHS? Was kann man dagegen tun?
    Die gängigen Antworten auf diese Fragen kennen die meisten sicher von Ihnen.
    Die Definition ist: Wenn ein Kind Hyperaktiv ist, unaufmerksam und impulsiv, dann hat es ADHS. Über die eigentliche Ursache gibt es keine gesicherten Erkenntnisse, außer das ein Dopaminmangel vorliegt, es vererbt sein könnte oder sogar von Fehlernährung her stammen könnte. Als Therapie der Wahl wird Ritalin in Kombination mit einer Verhaltenstherapie empfohlen.
    Diese Antworten findet man in unzähligen Büchern, Zeitschriften, Internetforen und Selbsthilfegruppen usw.
    Ich habe mir nun folgendes überlegt. Ich möchte Ihnen nicht das erzählen was sie sowieso schon wissen, sondern hoffentlich etwas, was sie noch nicht wissen. Und zwar möchte ich Ihnen einfach ein Bisschen von mir und meinem Leben erzählen, ich bin 34 Jahre alt und habe selber ADHS. Außerdem bin ich Heilpraktiker und habe öfter mit ADHS Kindern zu tun. Sei es mit den Kindern direkt oder mit den Eltern die Probleme mit ihren Kindern haben.
    Aus dieser Erfahrung, von diesen Erlebnissen möchte ich ihnen erzählen, wobei ich ganz klar vorweg sagen muss, dass es meine persönlichen Erfahrungen sind die mit Sicherheit nicht auf alle zutreffen. Ich möchte also meine Erfahrungen nicht verallgemeinern, sondern nur einen möglichen anderen Blickwinkel auf ADHS aufzeigen.

    Die Frage die sich ja viele stellen ist: Was ist eigentlich die Ursache für ADHS?
    Um es vielleicht etwas zu verstehen, erzähle ich Ihnen eine typische Szene aus meiner Kindheit. Eine typische Szene, die genau eine Seite, eine Ursache dafür aufzeigt, warum ich als Kind fast durchgedreht bin. Was für mich meist unerträglich war, waren die gemeinsamen Essen. Frühstück, selten Mittag gemeinsam, aber dann wieder und das am häufigsten, gemeinsames Abendbrot.
    Nach außen war alles tipitopi. Jeder Außenstehende hätte erst mal gesagt: Ja, eine gut funktionierende, wenn nicht sogar glückliche Familie. Wie sie da so zusammensitzen, friedlich und der Tisch voller Bio. Das war der äußere Schein und sogar meine Eltern behaupten heute noch, dass es auch so war. Ich behaupte etwas anderes, ich war nämlich dabei. Mein Vater war meist unterschwellig super aggressiv und genervt. Unzufrieden mit seinem Leben, mit sich selber. So saß er am Tisch. Nach außen hatte er seine Maske, seine „Gutelaune-Maske“ Er hat viele Witze gemacht und hat versucht seine Gefühle zu überspielen. Das Problem war nur, dass ich seinen Witzen gar nicht richtig zuhören konnte, weil er ständig so aggressiv war. Ich hatte ständig Angst, dass er gleich explodiert. Das hat mich so unruhig und hippelig gemacht, am liebsten wäre ich weggelaufen. Diese Spannungen waren für mich kaum auszuhalten.
    Die andere Seite war meine Mutter. Sie war auf ihre Art noch extremer für mich, weil für sie das wichtigste eine heile Welt war. Vor allen Dingen eine heile Familienwelt. Egal was sie für Probleme hatte ( und sie hatte viele ), sie hat immer versucht eine gute Miene zu machen.
    Oft hatte sie aber ganz andere Gefühle. Sie war genervt von allem, wütend, frustriert, hatte Angst, tausend Gefühle. Gesprochen hat sie in meiner Gegenwart nie darüber. Das hat mich genauso verrückt gemacht, weil ich immer gespürt habe es ist was los, aber nach außen die heile Welt gespielt hat.
    Diese „Doppelbödigkeit“ der Gefühle, nach außen etwas ganz anderes zu zeigen, als sich innen abspielt, hat eine unglaublich Spannung erzeugt, einmal abgesehen von den Gefühlen selber. Unerträglich, unerträglich, unerträglich und noch mal unerträglich. Da musste ich was tun, um die ganze Sache zu entschärfen. Rumzappeln, dazwischenreden, weinen, lachen, trotzen bis der Arzt kommt, irgendetwas damit meine Eltern mal etwas von sich zeigen, damit diese Spannung sich etwas legt. Ich konnte es einfach nicht aushalten. Ich hab quasi mit den Fingern ein Trommelwirbel auf dem Tisch gemacht und bin dabei noch unruhig auf dem Stuhl hin und her gerutscht, einfach als Ausdruck der herrschenden Spannung. Dazu sind Trommelwirbel ja schließlich da.
    Hinzu kam noch, dass ich nicht nur die Spannungen ausgelebt habe, sondern auch noch die nicht gelebten anderen Gefühle meiner Eltern, die sie ja nicht zeigen wollten. Ich war total Gefühlsüberladen und auch das hat dazu geführt, dass ich impulsiv, hippelig usw, war.
    (Das ist genauso, als wenn sie sich mit jemanden länger unterhalten der sehr traurig ist, es aber nicht zeigt. Danach wundert man sich dann wieso man auf einmal so traurig ist, weil ja nach außen alles perfekt schien).
    Noch heute habe ich deswegen große Probleme mit diesen Gefühlsübertragungen, weil ich wie damals alles um mich herum und aufnehme, und durch den ganzen Gefühlskrach mich selber nicht mehr höre. Ich habe nichts gegen viele Sender, ich habe nur nicht gelernt auf meinen zu hören und große Probleme mich von dem ganze Hubaduba abzugrenzen. Ich habe schon die verrücktesten Sachen gemacht, nur weil irgendwer in meiner Nähe gerade irgendwelche komischen Gefühle hatte. Das fängt damit an, dass ich mir etwas anderes zu Essen bestelle, was ich eigentlich wollte bis hin zu Selbstmordgedanken. (Es ist so, als ob um mich herum 500 Radios mit unterschiedlichen Sendern und Lautstärken auf mich eindröhnen und ich zwischen diesem ganzen Chaos meinen eigenen herausfinden muss).
    Das einzige was mir dabei hilft klarer zu werden ist mich entweder zurückzuziehen und in mich hinnein zu fühlen und in der Ruhe wieder mein eigenes Signal hören (was mal 30 Sek. oder auch drei Wochen dauern kann) oder ich bitte jemanden um Hilfe der mit seinen Gefühlen mein Signal verstärkt. Das geht am schnellsten.

    Neben dieser Grundspannung und Gefühlsübertragung gab es für mich noch ein riesen Problem, dass Hauptproblem. Meine Eltern haben mir keine oder viel zu wenig Gefühle gegeben. Was das betrifft bin ich in einer Wüste aufgewachsen. Das habe ich noch viel weniger ausgehalten als alles andere und ich habe angefangen, um jedes Gefühl zu kämpfen.
    Da ich keine positiven Gefühle bekommen habe, habe ich mich zumindest um die negativen bemüht, Hauptsache Gefühle. Als Kind habe ich das natürlich nicht verstanden, ich habe einfach gehandelt. Ich habe mich einfach so verrückt verhalten, dass meine Mutter sich um mich kümmern musste. Ich war so aufgedreht und überdreht, dass von Arzt zu Arzt mit mir gerannt ist. Sogar zum Idiotentest hat sie mich geschleppt.
    Besonders problematisch wurde es eine Schule für mich zu finden, weil ich durch jeden Aufnahmetest gefallen bin. Ich weiß noch bei einer Schule konnte ich während des Testes durchs Fenster den Schulswimmingpool sehen, wo gerade Unterricht statt fand. Das fand ich viel interessanter, als auf die doofen Fragen zu antworten die mir gestellt wurden. Danach hieß es, ich muss wohl auf eine Sonderschule. Ich wirkte wohl irgendwie gestört auf die Erwachsenenwelt.
    Letztendlich bin ich auf eine Waldorfschule gekommen, wovon sich meine Mutter sehr viel versprach, wegen der „tollen“ Pädagogik. Natürlich war ich auch da nicht konzentriert. Wie hat man darauf reagiert? Ich musste Heileurythmie machen, habe Maltherapie, Schreibtherapie und Zeichentherapie bekommen und andere Einzelstunden. Das alles sollte mir helfen ruhiger zu werden. Parallel dazu hat meine Mutter mich weiter von Arzt zu Arzt
    geschleppt. Einer hat mich für total gestört, geistig behindert gehalten. Dabei hatte ich nur keine Lust mit ihm zu reden, weil seine Tochter in meine Klasse ging und ich Sorge hatte, dass er ihr nachher noch was von mir erzählt. Das war alles.
    Für mich war es einerseits schön, dass ich so Aufmerksamkeit bekam, andererseits gab es nichts schlimmeres für mich, als den chronischen Mangel an positiven Gefühlen. Negative hatte ich ja genug.
    Letztendlich ging dieses ganze Theater bis ich 13 Jahre alt war. Da hat sich die ganze ADHS
    Symptomatik bei mir von außen nach innen verlagert. In dieser Zeit bin ich sozusagen erstarrt. Ich war jetzt nach außen nicht mehr aufgedreht, sondern 100% kontrolliert, geradezu versteinert. Ich habe zu diesem Zeitpunkt aufgegeben und mich abgeschottet.
    Die Erwachsenenwelt, einschließlich meiner Eltern und Lehrer haben sehr positiv darauf reagiert: „Wie ruhig er geworden ist. Toll! Er hat ja einen richtigen Entwicklungsschub gemacht“. Wenn diese Idioten auch nur ein bischen Ahnung gehabt hätten, was sie da sagen,
    dann hätten sie so etwas nie zu mir gesagt, weil dieser Zustand für mich noch schlimmer war,
    als der vorherige. Vorher hatte ich ja schon das Gefühl, dass ich nicht ich selber bin, aber jetzt fühlte ich mich noch zusätzlich versteinert und eingmauert und ich hatte extrem das Gefühl, dass ich zwar mit meiner Umwelt kommuniziere, allerdings wie durch eine extrem dicke Panzerglasscheibe. Ein fürchterliches Gefühl. Ich kam mir vor wie ein Autist und habe teilweise sogar gesagt:“Leute glaubt mir, eigentlich bin ich ganz anders, ich kann es nur nicht zeigen!!“.Oft geht es mir heute noch so. Meine Freunde sagen dann so Sachen wie: Du redest hohles Zeug, oder du hast einen Stock im Arsch so steif wirkst du. Damit haben sie dann meist recht und ich muss mich dann darauf zurückbesinnen, dass ich ja heute in einer ganz anderen Zeit als früher lebe, aber einfach ist es nicht es zu ändern.
    Was keiner von den Erwachsenen verstanden hat, insbesondere auch nicht meine Mutter, die mir mit 23 sagte, als ich gerade ruhig eine Stunde in der Kirche einer Weihnachtsmesse zugehört habe: Mensch Junge, wie ruhig du doch geworden bist. Das ist so toll. Ich hätte früher nie gedacht, dass du dich mal so gut entwickelst“, dass sich nicht gebessert hat nur weil ich nach außen ruhiger geworden bin. Die Symptome haben sich nur verschoben. Statt Zappelphilipp war ich nun offensichtlicher Autist, die innere Unruhe war noch unverändert, die Konzentrationsschwäche, Ziellosigkeit und Vergesslichkeit auch.
    Nicht geändert hat sich auch meine Sucht nach negativer Aufmerksamkeit und das ich große Schwierigkeiten habe Dinge zu ende zu machen. So war einer der häufigsten Sätze auch immer: “Mach doch mal was zu ende. Immer machst du nur halbe Sachen. So bekommst du dein Leben ja nie hin“.
    All diese Symptome haben mir auch nach der Schule bei allen Jobs, bei Partnerschaften, Freundschaften, einfach allen sozialen Kontakten und bei meiner Lebensführung extreme Probleme gemacht. Bis heute habe ich damit zu kämpfen. Ich gehe später noch darauf ein, was ich letztendlich dagegen getan habe und was man überhaupt dagegen tun kann.
    Was ich jetzt erst einmal damit sagen will ist, dass mir keine, aber auch wirklich keine Therapie geholfen hat. Aus der Sicht der Erwachsenen ja, ich habe ja sogar mein Abitur geschafft, aber aus meiner Sicht nicht und ich bin ja schließlich der Betroffene.
    Warum nicht? Weil mich keiner verstanden hat und mir keiner das geben konnte, was ich wirklich gebraucht hätte: Einen liebevollen, verständnisvollen Umgang. Die einzige die mal etwas verstanden hat war meine erste Klassenlehrerin, die ich auch sehr mochte. Sie hat in mein Zeugnis geschrieben: Sven braucht einen ganz liebevolleren Umgang (damit meinte sie meine Eltern und auch indirekt, dass ich ihn nicht bekomme, weil ich mich sonst wohl auch nicht so seltsam verhalten würde).
    Diesen liebevollen Umgang konnte mir besonders meine Mutter nicht geben und das fatale daran ist auch wieder hier die „Doppelbödigkeit“ der Gefühle. Heute glaube ich auch daran, dass gerade wegen dieser „Doppelbödigkeit“ ADHS nicht verstanden wird. Was meine ich damit?
    Wenn ich heute meine Mutter fragen würde ob sie mich liebt, was würde sie da antworten?
    Natürlich, ich habe dich immer geliebt, du bist doch mein Sohn. Sie wäre 100% dieser Auffassung. Heute weiß ich, dass das nicht stimmt. Sie hat mich nie wirklich gemocht, ich war nicht so wie sie mich haben wollte („eigentlich solltest du ja ein Löwe werden“), ich habe sie genervt (mit meiner Sensibilität u.a.) und sie hat mich nie verstanden. Das ist die Realität.
    Die „Liebesgefühle“ die sie mir entgegengebracht hat, hatten mit Liebe nichts zu tun.
    Warum konnte sie das nicht sehen? Erst mal natürlich weil eine Mutter ihr Kind zu lieben hat und zweitens, weil sie selber mal Kind war und gerade ihre Mutter hatte genauso ein Verhältnis zu ihr (hat sie nicht verstanden usw.), wie sie zu mir. Genau das gleiche Problem. Meine Mutter konnte das nicht sehen, weil sie sich dann ernsthaft mit sich selber hätte auseinandersetzen müssen und die Beziehung zu ihren Eltern klären. Das wollte und konnte sie nicht, also behauptet sie heute noch sie liebt mich, nur um sich ansehen zu müssen, was ihre eigen Mutter von ihr gehalten hat und wie sie selber ist, was sie für Gefühle trägt. So ist sie heute auch noch der Auffassung, dass sie ihre Mutter geliebt hat, trotz allem, was sie ihr angetan hat.
    Das heißt meine Mutter (natürlich auch mein Vater), behaupten sie lieben mich, verhalten sich aber völlig anders, habe ganz andere Gefühle und merken es nicht. Nach außen Liebe, nach innen Ablehnung, dass ist Doppelbödig.
    Nach meiner Erfahrung ist das nicht nur ein Problem meiner Eltern, sondern ein Grundproblem vieler Eltern von Kindern mit ADHS die ich kennen gelernt habe.
    Sie merken nicht was sie eigentlich für Gefühle haben, wie es wirklich in ihnen aussieht und wundern sich dann, dass ihr Kind ADHS hat. Da wird es auch verständlicher, dass alle die Ursache bei dem Kind suchen, weil sie ja bei sich selber nichts entdecken. Das macht die Sache so schwierig, weil jemanden auf ein Problem aufmerksam zu machen, wo er gar kein sieht, ist natürlich fast unmöglich. Wenn Kinder offensichtlich misshandelt werden, kann man ja noch verstehen, warum es den Kindern schlecht geht, wenn nach außen alles in Ordnung scheint, dann wird es schwierig.
    Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass man ADHS Kindern am besten hilft, indem man den Eltern hilft und sie therapiert und dann, wenn es überhaupt noch nötig ist parallel dazu die Kinder. Wenn man nur die Kinder therapiert, wie in meinem Fall und das auch noch mit Verhaltenstherapie, wird sich das Grundproblem nie lösen. Die Erwachsenen sind zwar erst mal froh, wenn die Symptomatik verschwunden ist und feiern das als Erfolg,
    die Kinder und später die Erwachsenen, werden die Grundprobleme aber so nie los, sie sind dann nur versteckter, was sie nach meiner Ansicht sogar noch gefährlicher macht.

    Es gibt noch viele andere Gründe, warum ich ADHS bekommen habe und es würde den Rahmen sprengen, wenn ich alle aufzählen würde. Zwei Punkte sind mir aber noch wichtig, weil ich sie als Mitursache nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen Betroffenen festgestellt habe.
    Ich habe immer unter Druck gestanden, weil ich die Erwartungen meiner Eltern nicht erfüllen konnte, besonders nicht die meiner Mutter. Sie wollte eine Eiche, ich war aber leider eine Birke. So war sie immer genervt, wenn ich nicht zack zack irgendwelche Sachen gemacht habe, egal ob es Aufräumen, Saubermachen, Abwaschen, Geschenke einpacken oder anderes war. Ich war ihr zu langsam, zu locker. „Wenn ich mit dir zusammenarbeiten müsste, ich würde durchdrehen“ Das hat sie mir öfter gesagt. So hatte ich immer extrem Angst überhaupt irgendwas zu machen, habe es immer versucht mit ihrem durchgeknallten Gefühl zu machen und habe die Dinge so erst recht nicht hinbekommen. So wirkte ich immer irgendwie behindert, was mir heute auch noch öfter passiert, obwohl ich es eigentlich kann. Ich fühle mich nur einfach fürchterlich verunsichert.
    Das andere ist, dass meine Eltern beide berufstätig waren und allein deswegen eine Art Grundstress bei uns herrschte. Es war selten ruhig, es war hektisch. Diese ganzen Gefühle haben mich zusätzlich noch unter Stress gesetzt. 1. musste immer alles zicki zacki gehen, 2. habe ich meist die Stressgefühle meiner Eltern gelebt und 3. hatten sie viel zu wenig Zeit für mich.

    Was kann man nun tun?
    Wie oben schon gesagt, dass wichtigste aus meiner Sicht ist, dass die Eltern sich helfen lassen und ihre Probleme aufarbeiten. Dabei ist das aller wichtigste, dass sie erst einmal erkennen, dass sie überhaupt ein Problem haben. Das ist die Grundvoraussetzung.
    Mir hätte es sehr geholfen, wenn meine Mutter ihre ganzen Probleme und Gefühle nicht auf mich geworfen hätte, sondern sie dahin gepackt hätte wo sie hingehört hätten, zu ihren Eltern.
    Dann hätte sie sich besser verstanden und vor allen Dingen auch mich. Sie hätte gesehen wie sie gelitten hat, wie es ihr wirklich geht und wer sie wirklich ist und hätte mir nicht noch einmal das gleiche antun können. Sie hätten sich anders verhalten. Alleine wenn sie mal ihre wahren Gefühle gezeigt und darüber gesprochen hätte, dass hätte mir schon sehr geholfen, weil dann dieses „Doppelbödige“ weggefallen wäre. Das gleiche gilt natürlich auch für meinen Vater.

  2. #2
    Sunshine

    Gast

    AW: ADHS aus der Sicht eines Betroffenen

    Hallo carncer

    erst einmal herzlich hier in unserem Forum, schön das Du zu uns gefunden hast. Und ich möchte mich bedanken für deinen sehr schönen Beitrag indem Du aus deiner Sicht schilderst, wie es dir ergangen ist und wie Du die Dinge erlebt hast. Ich glaube ich habe gerade einen spannenden Roman gelesen, in dem Dinge standen die ich schon einmal gelesen hatte, aber deine Art zu beschreiben ist großartig

    Ich wünsche dir eine schöne Zeit hier bei uns und freue mich auf deine nächsten Beiträge.

    Liebe Grüße
    Sunshine

  3. #3
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 37

    AW: ADHS aus der Sicht eines Betroffenen

    Danke für deinen Text. Es ist sehr interessant. Hast du denn mal mit deinen Eltern geredet, oder ginge das nicht? Vielleicht hat deine Mutter ja auch adhs und weiß das nur nicht?

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 3.146

    AW: ADHS aus der Sicht eines Betroffenen

    puuh, ein langer Beitrag, aber das lesen hat sich gelohnt. Danke.

    Auch von mir ein herzlicher Willkomensgruß und ich glaube, wir werden von Dir noch viele interessante Beiträge zu lesen bekommen, ich bin schon sehr gespannt.

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 257

    AW: ADHS aus der Sicht eines Betroffenen

    Hallo und willkommen estmals

    Ich fand deine geschichte sehr traurig. Aber das ADHS von schlechte erziehung kommt glaub ich nicht. Ich hab mir ein Engel bestellt und genau das hab ich bekommen. Ein Engel mit ADS.


    Schön das du hier bist.

    lg hobo

  6. #6
    Ehemaliges Mitglied

    Gast

    AW: ADHS aus der Sicht eines Betroffenen

    Herzlich Willkommen bei Uns, und Danke für Deinen Beitrag. Bin eine Mama von 2 adhs Kindern und werde Deinen Text wohl noch öfter lesen.

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: ADHS aus der Sicht eines Betroffenen

    Lieber Carncer,

    auch von mir ein herzliches Willkommen. Das, was du hier so treffend beschreibst, haben sicher einige hier auch erlebt, können es vielleicht nur nicht so gut in Worte fassen. Ich freue mich ganz besonders darüber, dass du einen Weg für dich gefunden hast und hoffe, dass du uns einmal davon berichten wirst.

    LG
    Erika

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 239

    AW: ADHS aus der Sicht eines Betroffenen

    Ein ganz ganz LIebes HERZLICH WILLKOMMEN HIER


    Als ich Deinen Beitrag las mußte ich dolle Schlucken und wenn ich es eingestehe liefen mir auch die Tränen , was mustest du nur erdulden , es tut mir in der Seele weh so etwas zu lesen . Mein Sohn denkt auch in der Schule wenn keiner mit ihm spielen will , wenn er sich Negativ verhält dann kommen alle zum Spielen . Noch nie habe ich es mal so gehört oder gelesen von einem Selbstbetroffenen . Nun überlege ich was habe ich Falsch gemacht bei Marvin , ich bin eher eine Über Mama , setze ihn nie unter Druck , ich muss dazu sagen durch seine Frühgeburt ist er Geistig Behindert und hat Epelepsie .

    Nun gut , ich lasse mehr durch gehen als andere , bin nicht Streng Nein eher Modern Streng verstehst du das , ich mahne sehr lange bis er eine Strafe bekommt .



    Verdammter Sch.................. Was muss in meinem Junen sich Abspielen , wie muss er leiden unter der Umwelt , und mit seinen Gefühlen , Es macht mich wütend wenn ich weiss er leidet Aber ich kann diesen Gegner nicht vermöbeln , glaube mir sonst würde ich es tun , damit er Marvin in Ruhe läst . Ist er nicht schon mit der Epelepsie und der Behinderung genug gestraft



    Ich hasse diese Krankheit und bin Dir Dankbar das du deine Geschichte hier uns hast zur Verfügung gestellt


    Eine Sehr Sehr Traurige mama

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3

    AW: ADHS aus der Sicht eines Betroffenen

    Mmmh...Ich habe eine Frage. Wie kann ich gezielt auf die Kommentare zu meinem Artikel antworten? Kann mir da einer weiterhelfen
    LG Carncer

  10. #10
    Sunshine

    Gast

    AW: ADHS aus der Sicht eines Betroffenen

    Hallo carncer,

    Du kannst direkt auf ein Posting antworten in dem Du bei den entsprechenden Beiträgen unten rechts auf auf das vorletzte Symbol klickst (das ist mit dem grünen Hacken und den Anführungszeichen). Probiere es doch einmal aus und wenn es nicht geht, dann sage noch einmal Bescheid.

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