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Diskutiere im Thema Kritikfähigkeit/ andere Meinungen anhören/ sich angegriffen fühlen im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 98

    Kritikfähigkeit/ andere Meinungen anhören/ sich angegriffen fühlen

    Wie geht ihr mit Kritik um? Ich war jahrelang total brav und lieb und auch total kritikfähig - habe aber eigentlich alles unternommen, um mich anzupassen und nicht kritisiert zu werden.

    Vor ein paar Jahren gab es einen Wandel - ich schlug ins Gegenteil um. Seit ca. 3 Jahren ist es ganz schlimm - ich kann Kritik nicht ertragen, vor allem, wenn ich sie nachvollziehen kann.
    Oft bekomme ich aber auch Kritik, die ich nicht nachvollziehen kann - da erklärt sich mir dann, wie ich auf andere wohl wirke. Soviel zum Thema Selbst- und Fremdeinschätzung.

    Ich unternehme im Moment alles, um nur den Hauch von Kritik zu vermeiden.
    Ich korrigiere mich ständig, wenn ich beim Sprexchen in den Gesichtern der anderen einen Zweifel zu entdecken meine. Ich verstricke mich danna uch oft in Blödsinn und Lügen.
    Ich unterbreche Leute, wenn sie mich kritisiren oder selbst nur eine andere Meinung äußern.
    Ich muss mich immer vor allen verteidigen und es allen recht machen - ich denke wohl irgendwie, dass andere mich nicht akzeptieren, wenn ich eine andere Meinung habe.
    Im Moment bin ich gleichzeitig streit- und harmoniesüchtig?!
    Das bringt mich in eine ganz furchtbare Rolle - ich wundere mich, dass ich noch so viele Freunde habe:-( Ich glaube, meine Wirkung auf andere ist die, dass bei mir die Persönblichkeit immer mehr in den Hintergrund tritt zugunsten der ADHS- Symptome.

    Wie ist das bei euch?

    Wie gestalten sich eure Beziehungen zu anderen Menschen, wenn es nicht gerade um Friede-Freude-Eierkuchen-Themen geht?

  2. #2


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 6.172

    AW: Kritikfähigkeit/ andere Meinungen anhören/ sich angegriffen fühlen

    Liebe Janie

    Das ist ein Thema dass uns immer mal wieder beschäftigt. Da unser Selbstwertgefühl im Keller ist, fühlen wir uns immer in der Rolle des Versagers oder wir glauben dass wir uns immer irgendwie rechtfertigen müssen.

    Schaue doch mal hier nach. Das haben wir dieses Thema schon ausführlich diskutiert.

    http://adhs-chaoten.net/treffpunkt-f...gegriffen.html

    Ich bin sicher da findest schon ein paar Antworten. Sonst kannst du ja noch nachfragen.

    Herzliche Grüsse
    Pucki

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 35

    AW: Kritikfähigkeit/ andere Meinungen anhören/ sich angegriffen fühlen

    Hallo Janie,

    es ist schon erstaunlich, dass Du einen so genauen Zeitpunkt dieses Wandels ausmachen kannst. Da frag ich mich "Warum seit 3 Jahren?" - vielleicht ist damals etwas passiert, dass Du Dich jetzt bei aller Art von Kritik auf Abwehr einstellst.
    Vielleicht ist es auch so, dass Du einfach zu lange ausgehalten hast und der Frust jedes einzelnen Kritikpunktes sich so angehäuft hat, dass das Fass nun einfach übergelaufen ist und Du (unbewusst?) alles dagegen tun möchtest, diesen Punkt noch weiter auszureizen.
    Ich weiß es nicht, aber es mag sein, dass Dir was dazu einfällt, wenn Du mal gut darüber nachdenkst.

    Was mich noch interessieren würde: Verteidigst Du Dich und meidest Kritik überwiegend bei eher fremden oder auch bei sehr vertrauten Personen? Ich denke schon, dass die Dir vertrauten Menschen Dich so nehmen, wie Du bist. Es ist auch nicht falsch, die Kritik zu hinterfragen. Was nicht so gut ist, sich gar nicht mehr damit auseinandersetzen zu wollen, durch diese "Angst" davor zu lügen oder Ähnliches. Man lernt ja aus Fehlern und bereichert sich aus Kritik; sofern sie konstruktiv ist. Kritik, die Du beim besten Willen nicht nachvollziehen kannst, musst Du natürlich auch nicht annehmen - ich glaube, soeine "schwachsinnige" Kritik würde ich mehr oder weniger ignorieren (wenn es von Personen kommt, die Dich nicht kennen). Bei vertrauten Personen würde ich mich schon fragen, wie sie zu etwas kommen, dass Du gar nicht annehmen kannst. Nachhaken hilft. Wenn Du allerdings rein gar nichts darüber ihren möchtest, ist das natürlich sehr schade. Dann frage Dich, warum Du das absolut nicht hören magst... Was fühlt Du? Was ist so furchtbar daran? Welche Gedanken hast Du dabei? Wieso war es früher okay und jetzt nahezu unerträglich? Hast Du vielleicht Angst, dass andere Menschen nurnoch Deine Fehler sehen könnten?

    Ich kann Kritik ziemlich gut ertragen. Zu meiner Depressionszeit allerdings absolut garnicht. Bei einem allmäligen Erschöpfungszustand ist Kritik alles andere als Balsam für die Seele. Man muss lernen, wie man damit umgeht. Versuche beim nächsten Mal nüchtern zu reagieren, Dir unvoreingenommen die Worte anzuhören, die andere zu sagen haben; werte diese niemals zu extrem, aber achte darauf, sie nicht völligst zu verschlucken - sonst tauchen sie alle zusammen wieder nach einigen Jahren auf und schalten Deinen Verstand wieder auf "anti". ;-)

    Ich hoffe, dass Du nicht an einer Schwelle der Deprimiertheit stehst; denn wenn es Dich so mitnimmt, solltest Du schon dafür kämpfen, dass es besser wird und Du ein gesundes Maß der Erträglichkeit für Dich ausmachen kannst.

    Und: Ich finde es sehr schön, wenn jeder eine seine persönliche Meinung hat; das macht doch eine Persönlichkeit auch aus - ohne solche wäre es doch ziemlich unbunt. Und ich mag Farbe!

    Ach... und ich hoffe, Du versuchst Dich nicht auch bei uns (hier im Forum) zu verteidigen, wenn Du meinst, eine mögliche Kritik zu erspüren. Wäre ja doof. :-)

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 98

    AW: Kritikfähigkeit/ andere Meinungen anhören/ sich angegriffen fühlen

    @ Pucki
    AAAAAAH! - Kritisier mich nicht!!!!!

    :-)

    Ui, da hab ich nicht gründlich genug geschaut - dann verschieb doch meinen Beitrag und häng ihn an den anderen an - ich kann ihn ja auch noch etwas ändern, so dass er passt.

    @ Robin
    es ist schon erstaunlich, dass Du einen so genauen Zeitpunkt dieses Wandels ausmachen kannst. Da frag ich mich "Warum seit 3 Jahren?" - vielleicht ist damals etwas passiert, dass Du Dich jetzt bei aller Art von Kritik auf Abwehr einstellst.
    Vielleicht ist es auch so, dass Du einfach zu lange ausgehalten hast und der Frust jedes einzelnen Kritikpunktes sich so angehäuft hat, dass das Fass nun einfach übergelaufen ist und Du (unbewusst?) alles dagegen tun möchtest, diesen Punkt noch weiter auszureizen.
    Ja, da hast du recht. Ich möchte auch nicht noch mehr Brocken auf mein schlechtes Selbstwertgefühl zulassen. Ich denke, es ist eine ganz massive Abwehr, die im Moment bei mir zum Tragen kommt. DAS Problem ist, dass ich selbst eine andere Meinung als Kritik auffasse - ich bekomme ständig die Rückmeldung, dass ich mich zu sehr reinsteigere undnicht unterscheiden kann, ob es wirklich Kritik ist oder nur ein Rat oder eine andere Meinung - ich bin immer direkt auf 180. Ich bin generell - ob Kritik oder Meinungveschiedenheit, ob Streit oder nettes Gespräch - schnell genervt von anderen, ungedulsig, gereizt. SIe denken mir einfach zu langsam und sie denken anders als ich. ich kann mich darauf nicht mehr einstellen, das habe ich so lange gemacht. Es gibt wenige, die mich verstehen:-( Gottseidank gehört mein Mann dazu.

    Ich habe mich verändert, bin nicht mehr so "unterwürfig" wie früher (hatte damals einen sehr dominanten Freund) und bin wieder unruhiger. Das muss raus und das führt zu Stress mit allen möglichen Leuten. Auch merke ich, dass ich meinen Alltag zunehmend schlechter organisiren kann. Das alles hat mit Ende 20/ Anfang 30 angefangen. Dazu die Aggressionen - das macht keinen Spaß:-(
    Als es gipfelte und ich fast mein Kind angebrüllt hätte, bin ich in Kur gefahren, ich musste raus. Das war gut, denn dort bekam ich endlich eine (Verdachts-) Diagnose - es passte und ich konnte dieses "manisch-depressiv" ablegen zugunsten einer Diagnose, die 100%ig zu mir passt.

    Was mich noch interessieren würde: Verteidigst Du Dich und meidest Kritik überwiegend bei eher fremden oder auch bei sehr vertrauten Personen? Ich denke schon, dass die Dir vertrauten Menschen Dich so nehmen, wie Du bist
    Es sind eher vertraute Personen, definitiv.
    Ich habe im Moment viel Streit mit vertrauten Personen, mit denen ich mich jahrelang gut verstanden habe.

    Ach... und ich hoffe, Du versuchst Dich nicht auch bei uns (hier im Forum) zu verteidigen, wenn Du meinst, eine mögliche Kritik zu erspüren. Wäre ja doof. :-)
    Nee, bestimmt nicht ! Ich genieße den Autausch mit Betroffenen - das kenne ich bisher gar nicht!
    Geändert von Janie ( 8.08.2010 um 12:47 Uhr)

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