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Diskutiere im Thema Was sollte eine ADHS Lobby ansprechen/bewirken? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 56
    Forum-Beiträge: 85

    Was sollte eine ADHS Lobby ansprechen/bewirken?

    Liebe Leute,

    wenn wir eine ADHS Lobby hätten, als Sprecher für uns, was würdet Ihr wünschen sollte angesprochen werden? Ich habe ein paar Punkte gesammelt und freue mich, weitere zu bekommen:

    • Laut Senat ist in Berlin die ärztliche Versorgung für ADHS ausreichend. Dies trifft meiner Meinung nach nicht zu. Ich hätte es gern, wenn mehr praktizierende Therapeuten mit ADHS Schwerpunkt zugelassen werden würden.
    • Ich würde es gern sehen, wenn erfolgreiche Personen mit ADHS in der Öffentlichkeit darüber reden, einiges an Stigma herausnehmen würden. Dafür müssten sie angesprochen werden.
    Was meint Ihr dazu?

    Ich bin gespannt, hätte Lust, eine Lobby zu gründen/an eine mitzuwirken. Und Ihr?

    Pidge

  2. #2


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.808
    Blog-Einträge: 40

    AW: Was sollte eine ADHS Lobby ansprechen/bewirken?

    Hall, Pidge.

    Pidge schreibt:
    Laut Senat ist in Berlin die ärztliche Versorgung für ADHS ausreichend
    Das halte ich - milde gesagt - für einen guten Anwärter auf den Witz des Jahres.

    In meiner Heimat gibt es jedes Jahr zu Fasching eine extra-Ausgabe der Zeitung, in der die "Narrenstücke" des ganzen Jahres gesammelt publiziert werden und diese Aussage würde ich dort (aber nur dort!) angemessen platziert sehen.

    Wir haben aktuell nur eine einzige qualifizierte Anlaufstelle zur AD(H)S-Diagnostik bei Erwachsenen, die wir in Berlin wirklich guten Gewissens weiter empfehlen können.

    Das ist die ADHS-Ambulanz der Charité (siehe Charité Berlin - ADS ADHS Links , siehe http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...html#post11557 ).

    Wir haben hier zwar auch qualifizierte, niedergelassene Ärzte für eine Therapie in unserem (internen) Verzeichnis, jedoch verweisen auch diese auf die Charité als Anlaufstelle zur Diagnostik.

    Die Charité hat den letzten Informationen zufolge die Warteliste für die AD(H)S-Diagnostik bei Erwachsenen im Moment geschlossen, nachdem die Wartezeiten bereits über ein Jahr betragen haben.

    Ob es speziell in Berlin noch weitere, qualifizierte Anlaufstellen für eine Diagnostik gibt, kann zwar nicht ausgeschlossen werden, bestätigen können wir es zur Zeit (schon aufgrund fehlender Rückmeldungen) aber nicht.

    Therapeuten, die ADS- bzw. ADHS-spezifisch therapieren (alles andere ist bekanntermaßen absolut nutzlos) muss man in ganz Deutschland nach wie vor mit der Lupe suchen.

    Die allermeisten Erwachsenen mit einer AD(H)S sind auf absolute Notlösungen angewiesen.

    So fahren viele hunderte von Kilometern bis zum nächsten, qualifizierten Spezialisten oder vertrauen sich irgendwelchen Haus(!)ärzten oder sogar Kinderärzten an, die weder irgend eine spezifische, aber eben unabdingbare Ausbildung , noch eine entsprechende Erfahrung auf dem Gebiet "ADHS bei Erwachsenen" haben.

    Jede Menge auf dem Gebiet AD(H)S bei Erwachsenen absolut unqualifizierte und unerfahrene Ärzte haben mittlerweile erkannt, dass sich mit dem Thema AD(H)S wunderbar leere Praxiskassen füllen lassen und die angeblichen "Spezialisten" wachsen daher auf Kosten der Betroffenen wie Pilze aus dem Boden.

    Gut erkennbar sind solche Ärzte z.B. daran, dass sie sich z.B. damit rühmen, dass sie schon hunderte oder gar tausende Erwachsene auf AD(H)S "diagnostiziert" haben.

    Unbedingt anzuratende Therapieformen wie ein AD(H)S-spezifisches Coaching müssen i.d.R. aus eigener Tasche bezahlt werden, was im Übrigen auch für die oft unverzichtbaren Medikamente gilt.

    So etwa als "ausreichende" Versorgung zu titulieren, lässt einen wieder mal an jeglicher nur ansatzweise vorhandenen Kompetenz und an jeglichem Realitätsbezug der Verantwortlichen zweifeln.

    Wir haben in Deutschland für Erwachsenen mit einer ADS bzw. ADHS ein derartiges Versorgungsdilemma, wie man das normalerweise nur aus Ländern der sogenannten "dritten Welt" kennt.

    Einer entsprechenden Lobby würde ich mich jederzeit anschließen, soweit diese qualifiziert und seriös aufgebaut und unterhalten wird.



    Viele Grüße,
    Alex

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 79

    AW: Was sollte eine ADHS Lobby ansprechen/bewirken?

    Liebe Pidge
    ich bin zwar aus der Schweiz, aber ich finde du sprichst ein wichtiges Thema an.
    Ich habe mir einmal überlegt, dass z.B. Homosexuelle sehr viel gesellschaftliche Veränderung herbeigeführt haben, weil sie eben ein Sendungsbewusstsein haben.

    Irgendwie hätten wir ADS-ler auch sehr viel zu sagen, stossen aber noch auf taube Ohren.

    Ich fände z.B. Erleichterungen in der Schule für ADS-ler sehr wichtig. Ich musste z.B. dafür kämpfen, dass ich aufgrund meiner ADS einen Zeitzuschlag an Prüfungen bekomme.
    Da ich aufgrund der ADS verlangsamt bin, konnte ich aus Zeitgründen gewisse Aufgaben gar nicht erst lösen. Das kann es ja eigentlich nicht sein...

    Ich musste das alleine durchboxen...Bei Legastheniker werden aber Prüfungen schon seit längerem in vielen Schulen in der Schweiz anders bewertet. Bezüglich ADS war ich wohl die erste in meiner damaligen Ausbildung, die sich sowas erkämpfen musste.

    Vernetzung ist auf jeden Fall super,alleine zu kämpfen immer schwierig.

    Gruss, Delphin

  4. #4


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 6.172

    AW: Was sollte eine ADHS Lobby ansprechen/bewirken?

    Lieber Pidge

    Ja das Thema haben wir in der Selbsthilfegruppe auch schon besprochen. Wir haben uns sogar überlegt, welche bekannten Schweizer Politiker und Schauspieler ADS haben könnten und ob wir nicht den einen oder anderen ins Boot holen könnten.

    Es wäre wirklich an der Zeit.

    Wir haben uns dann folgendes z.B. vorgestellt:

    • Sachliche Anerkennung der ADHS ohne den Glaubenskrieg über die Medis (besonders durch Ärzte, Therapeuten, Lehrer etc)
    • Anerkennung der Therapiemöglichkeiten wie Coaching durch Krankenkassen
    • Unterstützung für Eltern z.B. durch Angebote wie Elterntraining, via der Erziehungsdirektion.


    Es gibt bestimmt noch viele Dinge.

    Geben wir mal die Hoffnung nicht auf.

    Also ich würde mich auch daran beteiligen

    Es gibt übrigens auch schon eine Europäische Selbsthilfeorganisation die auch so etwas im Programm hatte.
    Ich weiss nicht wie weit das inzwischen gediehen ist, wurde der Aufbau doch auch durch ADSler gemacht.
    Ich war mal ganz am Anfang an einer Sitzung dabei, die anlässlich einer grossen Tagung in Bad Boll abgehalten wurde. Das ist aber schon 5 Jahre her.

    Seit her ist einiges gegangen und sie haben eine neue Homepage aufgebaut: ADHD-Europe

    Bin gespannt was hier noch für Wünsche kommen.

    Liebe Grüsse
    Pucki

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 56
    Forum-Beiträge: 85

    AW: Was sollte eine ADHS Lobby ansprechen/bewirken?

    Hi Allerseits,

    besten Dank für die Anregungen, mal sehen, ob noch welche kommen.

    Ich meine es ernst mit dem "Selbst eine Lobby gründen", weil ich, wie Ihr auch sehe, dass die Diskussion zu oft auf die Medis reduziert wird.

    Ich würde es begrüßen, wenn es okay wäre, eine ADHS-Diagnose zuzugeben, ohne dass die Leute in der Nähe denken, dass man geistig eingeschränkt wäre.

    Dafür ist es notwendig, eine Menge Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Was viel kostet, weil die Welt so komisch reagiert.

    Warten wir ab, welche weitere Gedanken kommen.

    Alles Liebe

    Pidge

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 231

    AW: Was sollte eine ADHS Lobby ansprechen/bewirken?

    @Alle @Pridge "Selbst eine Lobby gründen".

    Ich wäre dabei!
    Vielleicht können wir ein paar Gedanken zusammentragen.
    Und dann evt. eine Art Nutzen-Analyse machen.
    Zum Beispiel an welche zuständige Stelle wir uns richten können usw. usw.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 56
    Forum-Beiträge: 85

    AW: Was sollte eine ADHS Lobby ansprechen/bewirken?

    Hi Allerseits,

    ich habe das Ohr eines Staatssekretärs für Soziales und warte auf einen Termin mit jemandem aus dem Bereich Gesundheit, um über die ärztliche Situation für Erwachsene mit ADHS in Berlin zu reden.

    Die Situation ist miserabel. Ich habe ein paar Ideen gehabt, was für Linderung sorgen könnte. Wer hat Wünsche, Ideen und Anregungen, die ich/wir dem Senat mitgeben könnten?

    Bitte per PN an mich oder auch hier ablegen.

    Warum nicht? :-)

    Pidge

  8. #8
    :-)

    Gast

    AW: Was sollte eine ADHS Lobby ansprechen/bewirken?

    eine wirklich sehr gute frage !

    einen tag der adhsler ausprechen und die öffentlichkeit mit infoständen darüber infomieren !

    lg von :-)

    2.möglichkeit vor derm bundestag mit einem banner auf das problem aufmerksam machen so aber das es nicht gleich falsch verstanden wird !

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 99

    AW: Was sollte eine ADHS Lobby ansprechen/bewirken?

    Hallo Pidge, sehr gute Idee
    Ich habe erst letztens in einer Fortbildung wieder erlebt,wie ADHS-ler herausseziert wurden,aber vielleicht habe ich das als ADHS-ler auch nur so herausgehört (wer weiss das schon...)
    Ich sass da jedenfalls,wie ein begossener Pudel,fühlte mich sehr stigmatisiert und dachte
    oh fein, vielleicht solltest du jetzt aufstehen und(wie Wowereit sagen): "Ich hab Adhs
    und das ist auch gut so..."

    ich zähle mich nicht zu einer kranken "Minderheit".Ich hab vielleicht ein anderes
    Gesichtsfeld,eine andere Denkweise,mein Orientierungssinn erheitert Andere(mich weniger)
    ich kann Zusammenhänge oft blitzschnell erkennen,bin empathisch und kommunikativ
    ich hab Wiedererkennungswert und ich bin nicht die Einzige

    Das ist für mich nicht krank,sondern individuell,einzigartig,besond ers

    Meine Schwächen kenn ich nur zu gut,aber sie sind mir bewusst.Ich glaube nicht,dass einem"Normalo" seine Schwächen so bewusst sind,denn er macht sich meist gar keine Gedanken da drüber



    Es sind auch keine Minderheiten,die diese Phänome mit sich tragen,es werden immer mehr
    Hat ein Erwachsener die Veranlagung,kann es sein,dass 2 von 3 seiner Kinder, sie ebenfalls haben

    Mir fällt in letzter Zeit verstärkt auf (da ich beruflich damit zu tun habe),dass du als Rollstuhlfahrer inzwischen weit weniger ausgegrenzt ,ge-schubladed wirst, wie als AdHS-ler

    Und das verletzt mich.Es wird meist nicht gesehen,siehe Einstein,was bringen diese ganz besonderen Menschen ein,wo profitiert die Gesellschaft sogar von ihnen,wo werden und können Strukturen aufgeweicht,verändert und verbessert werden ,nein wird werden

    ersteinmal nur an unseren Schwächen festgemacht.Da muss sich etwas ändern,denn
    wir können die Denker,Erfinder, die Dichter sein
    LG Lillifee

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 56
    Forum-Beiträge: 75

    AW: Was sollte eine ADHS Lobby ansprechen/bewirken?

    Hallo allerseits,
    Ich findedie Idee mit der Lobby-Gruppe klasse. Wir sollten mal eine Liste anfangen (falls es die nicht schon lange gibt, und nur ich weiß es nicht) mit Leuten, die Adhs haben/sind/ spüren.. und sich trauen, das öffentlich zuzugeben!- Ist gar nicht einfach, finde ich. Würdet Ihr das tun?
    Ich weiß nur Woopy Goldberg- und das hat mich total ermutigt!

    Mein Mann war gerade auf der Adhs-Tagung in Saarbrücken und erzählte mir von den Ereignissen dort. Er berichtete von deen Beiträgen, die meist nur mittelmäßig gewesen seien (Ausnahmen vorhanden)
    War von euch Jemand in Saarbrücken!


    Wenn wir schon beim Bundestag sind.
    Ich finde ja, bei allem, wie die Kosten - Nutzen Rechnung für die Gesellshaft gemacht wird.

    Da gelten wir als Risikogruppe für Sucht, Suizid und Unfälle- stimmt ja auch. Aber dass ich deshalb mehr bei der Lebensversicherung und Unfallversicherung zahlen muß, finde ich schon allerhand. Von Gleichbehandlung keine Spur. Da würden mir auch ein paar Gruppen für höhere Beiträge einfallen: Diabetiker, Herzkranke, Leute mit hohem Blutdruck, Lebergeschädigte, Psoriatiker, Leute mit Sodbrennen, PolitikerInnen, Abteilungseiter, also ich glaube so kommen wir nicht weiter?!!!!


    Wenn also der Mensch der das Ohr zur Politik hat, das bitte auch bemerken würde, dass das ungerecht ist, wenn Leute mit diesem Merkmal höhere Beiträge zahlen müssen, - wäre toll!
    Ich bin nämlich trotzdem Keine größere Gefahtr für mich und die Menschheit, als andere Menschen auch! Na gut, vielleicht ein bisschen (). Aber auch anderen Menschen fällt das Handy oder die Kinder streiten im Auto oder, oder...-oder wie denkt Ihr???




    die besten Samstagsgrüße

    Frauke
    Geändert von Frauke (18.09.2010 um 17:34 Uhr)

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