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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 27

    Frage Bin verwirrt ...

    Hallo ihr Lieben ,

    also ich bin ja noch nicht lange dabei , aber ich habe schon ne Menge Beiträge gelesen und auch schon einige liebe und hilfreiche Antworten bekommen , aber jetzt beginne ich mich zu wundern ...

    Beinah in jedem Beitrag stolpere ich über Aussagen wo ich mir denke "das könnte ich sein" ...

    Ist das jetzt Zufall , oder sollte ich dem nachgehen ?

    Bin gespannt auf eure Meinung !

    LG Dala

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 72

    AW: Bin verwirrt ...

    Hallo Dala,
    mir sagte mein Arzt in der Uniklinik Essen, dass irgendwie jeder ein wenig ADHS hat.... so nach dem Motto" ich verlege auch mal meinen Schlüssel" oder ich hab auch mal einen "Wutausbruch" , ich bin auch mal unkonzentriert. "Pathologisch" wirds erst dann wenn die Dinge nicht ab und an passieren sondern ständig. Insofern ist der Übergang zur "krankhaften" Diagnose ADHS wohl fliessend. Um es ganuer zu wissen solltest du dich seriös testen lassen. Das machen wohl viele, ich habe 1,5 Jahre auf meinen Termin in der Uniklinik Essen gewartet.
    Viele liebe GRüsse, Danni

  3. #3


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 9.524

    AW: Bin verwirrt ...

    Hallo Dala,

    was die richtige Antwort auf deine Frage ist, weiß ich nicht. Schließlich hängt sie vor allem von deiner persönlichen Gemütslage ab. Darum werde ich erst mal ein paar Fakten und ein paar grundsätzliche Überlegungen anführen.

    Nach dem aktuellen Stand der Forschung hat ADHS eine starke erbliche Komponente. Das bedeutet, bei vielen ADHS-Kindern hat auch mindestens ein Elternteil ADHS. Das wichtige Wort ist bei vielen, keineswegs bei allen. Ein auf ADHS spezialisierter Arzt (nicht mein Arzt, ein Oberarzt in einer Klinik) hat mir erzählt, dass viele Verdachtspatientinnen und -Patienten entweder Klinikpatienten sind, bei denen einiges nicht zusammenzupassen scheint. Eine andere große Gruppe seien Eltern von ADHS-Kindern, die sich in der Beschreibung selbst erkannt hätten oder vom Arzt der Kinder auf die Möglichkeit hingewiesen worden seien.

    Andererseits gilt es auch zu bedenken, dass nicht alles was auf den ersten Blick wie ADHS aussieht auch wirklich ADHS ist. Alle anderen möglichen Probleme, Einflüsse und Erkrankungen aufzuzählen, würde hier ganz klar den Rahmen sprengen. Zum Glück ist es auch nicht nötig. Eigentlich kannst du dir in diesem Bereich nur zwei Fragen stellen.

    Die erste ist, ob du eher Ereignisse oder die Art sie zu erleben wiedererkennst und wieviel von deinem Leben das ausmacht.

    Die zweite ist, ob alle aus einem bestimmten Bereich kommen (z.B. aufbrausend), oder ob sich Erlebnisse und Sichtweisen aus verschiedenen Bereichen mit den Schulderungen decken. Auch hier ist aber wieder Vorsicht geboten. Der menschliche Geist ist ein wahrer Meister darin, verschiedene Aspekte je nach Bedarf neu zu bewerten. So kann es sein, dass etwas zwar subjektiv wahr ist, aber objektiv nichts mit der Realität zu tun hat. Das ist nicht speziell bei dir so, nicht speziell bei ADHSlern, nicht mal speziell bei Menschen mit psychischen Problemen. Es ist eine der herausragendsten Fähigkeiten unseres Geistes.

    Als letztes ist es vielleicht gut, wenn du dir zwei scheinbar triviale Fragen stellst.

    Die erste ist, ob du denkst, dass es dich weiterbringt Bescheid zu wissen. Es ist ein Unterschied, ob du dir die Frage aus Angst, Hoffnung oder Neugier stellst. Denn je nachdem kann auch eine Antwort verschiedene Folgen haben.

    Als zweites solltest du dir überlegen, ob du darunter leidest. Das ist natürlich eine schwere Frage, besonders da du nicht zuordnen kannst, was welche Ursachen hat oder haben könnte. Vielleicht hilft es dir aber weiter, wenn du dich fragst, ob du mit deiner Lebenssituation im großen und ganzen einverstanden und zufrieden bist. Auch wenn ich es sicher schon oft gesagt habe, hier gilt ganz besonders der uralte Satz aus der Medizin: Nur wer leidet muss behandelt werden.

    Wenn du dich dafür entscheiden solltest es abzuklären, sind noch zwei Dinge sehr wichtig.

    Du hast hier und vielleicht auch schon im einen oder anderen Buch sehr viel über ADHS gelsen. Versuche bei den Diagnosegesprächen und bei den Fragebögen, die du eventuell bekommst, wirklich das zu sagen, was du persönlich empfindest und nicht das, was du meinst empfinden zu müssen. Ich gebe zu, dass das ein schwerer Auftrag ist. Es ist aber wichtig, damit sie deine Aussagen einordnen können. Hier ist es auch nicht verwerflich, wenn du ihnen sagst, wie du auf die Idee gekommen bist, dass du es haben könntest.

    Suche unbedingt jemand mit Fachwissen und Erfahrung mit ADHS bei Erwachsenen. Oft wird es nämlich zusätzlich durch andere Dinge verdeckt und die Symptome haben sich gegenüber denen im Kindesalter auch gewandelt. Die Gefahr einer Fehldiagnose, egal ob positiv oder negativ ist sonst sehr hoch.


    Ich hoffe, dass diese Antwort dir weiterhilft und dich nicht noch mehr verunsichert.

    Clown

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 27

    AW: Bin verwirrt ...

    Vielen Dank Clown !!!

    Ich werde mir dazu in Ruhe Gedanken machen und jetzt nicht in Panik zum nächst besten Arzt rennen ...

    Übrigens , ich lese deine Beiträge sehr gerne ... invormativ, trotzdem verständlich und symphatisch geschrieben !!

    LG Dala

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