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Diskutiere im Thema Normal abnormal, ADHS Verdacht im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Seb


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 42

    Normal abnormal, ADHS Verdacht

    Nach der Grundschule alles immer schlimmer geworden, sozial wie leistungsmäßig. Ganz egal, bin halt faul. Ausbildung angefangen, regelmäßig zu spät, weil ich nicht aus dem Bett komme oder mich verzettele. Gegenüber Vorgesetzten Grenzgänger zwischen Höflich und Frech/Unverschämt, immer mehr Probleme, Abmahnung, kein Antrieb/keine Motivation, keine Leistung. Doch manchmal und dann richtig, aber eher schwankend.

    Nur so ein paar Sachen. Aber jeder baut doch Unfälle und verlegt mal Sachen, schiebt unangenehme Dinge auf oder verzettelt sich mit Arbeit. VIele Leute sind einfach unordentlich oder faul.

    Ich frage mich jetzt seit über einem Jahr, wo ich die Grenze ziehen soll zwischen Memme und krank, um mich einordnen zu können.

    Das ist der große Punkt der mich vor einer Diagnostik abhält. Ich kann zu meiner Kindheit vor der Grundschule kaum was sagen/einschätzen. Ich erinnere mich einfach nicht. Meine Zeugnisse zeigen nur den Klassenbesten der nach 4 Jahren Schule keine Lust mehr hat, nichts mehr ernst nimmt und sich gehen lässt und jetzt regelmäßig verzweifelt. Jemand der mit mir zu tun hat, bekommt garnicht mit, was mich plagt, warum also ein Arzt, wenn ich ihm nur erzählen, er aber nicht nachvollziehen kann? Ich habe Angst, mich rechtfertigen zu müssen, versteht jemand was ich meine? Zu beweisen, dass es mir schlecht geht, aber das kann ich nicht. Was, wenn ich mir das nur alles zusammenspinne, meine ganzen Probleme nur überbewerte?

    Schwer in Worte zu fassen, wie es mir geht.

    Ich hatte diese Woche einen echt guten Tag, an dem die Arbeit super lief, alles klasse und ich konnte gut schlafen und alles. Ich habe mich dafür geschämt, so ein "Drama" zu machen. Habt ihr auch Tage, an denen einfach alles gut läuft, vielleicht auch mehrere, oder seid ihr wirklich in einem kontinuierlichen Zustand von ADHS-Symptomen?

    Was mich auch wundert, ich war früher immer sehr bis fast auffällig ruhig und heute bin ich extrem gereizt, habe richtige Tics teilweise kurze Ausraster, wegen Kleinigkeiten.

    Bin ansich aber gesund.

    Muss ja nicht ADHS sein, mir egal, ich will nur wissen was normal ist und was eigentlich los ist, was ich habe, ich komme einfach nicht auf einen Punkt, auf eine eigene Meinung, ein neutrales Bild über mich.


    Viele Fragen, viel Text, aber das quält mich jetzt schon ewig.

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 258

    AW: Normal abnormal

    Hi Seb,

    ein relativ - oberflächlich gesehen - normaler "Grundschulverlauf" schließt ein ADHs nicht aus.

    Diese Frage: wo ist die Grenze zwischen "normal verpeilt" und ADHS?
    habe ich mir auch schon gestellt (trotz inzwischen gestellter Diagnose ADHS)

    Du hast einen Leidendruck:

    Warum gehst Du nicht erst einmal zu einem Therapeuten/Coach und erzählst dem mal von Deiner Hauptproblematik.
    Wäre natürlich sinnvoll wenn der sich mit ADHS auskennt- auch wenn er den Test nicht selbst durchführt.

    Bei mir war es so, dass ich primär mit der Problematik, die mich am meisten belastet hat zu einer Therapeutin gegangen bin. Diese hatte wohl bereits einige ADHsler in Therapie und hat die Verdachtsdiagnose bei mir nach 3 Therapiesitzungen gestellt.
    War aber halt ein Glücksfall .... ich selbst wäre nie auf die Diagnose ADHS gekommen.


    Interessant wäre auch ein IQ-Test (der bei einer ADHS-Diagnostik in der Regel mit integriert ist).
    Unterforderung kann ähnliche Folgen haben wie ein ADHS...

    Was genau hält Dich ab, einen Therapeuten aufzusuchen?
    Vorausgesetzt Du erkundigst Dich vorab über kompente Therapeuten...
    (Tipps über gute Therapeuten gibt es hier im Forum)

    Und noch ne Frage: Du scheinst noch relativ jung zu sein:

    Solltest Du ein ADHs haben gilt - ebenso wie bei "Fehlentwicklungen" anderer Art -:
    je früher Du adäquat behandelt/begleitet wirst umso größer die Chance, dass Du nicht durch Folgen der "wieauchimmersieheißt-Störung" Sekundärschäden (Frustration, Kündigung, Depression etc) erleidest, die Dir unter Umständen die Zukunft verbauen.

    Mit Deiner jetzigen Ausbildungsstelle scheinst Du extrem Glück zu haben, dass die Vorgesetzen (noch?) relativ tolerant zu sein scheinen...

    Also: wenn Du das Gefühl hast: "bei mir stimmt was nicht bzw. so will ich nciht weitermachen":

    versuche einen guten Therapeuten in Deiner Nähe zu finden, schildere Deine Problematik und wenn "die Chemie stimmt" sprich an, ob es kein ADHs sein könnte ...

    Gruß pingpong





    Seb schreibt:
    Nach der Grundschule alles immer schlimmer geworden, sozial wie leistungsmäßig. Ganz egal, bin halt faul. Ausbildung angefangen, regelmäßig zu spät, weil ich nicht aus dem Bett komme oder mich verzettele. Gegenüber Vorgesetzten Grenzgänger zwischen Höflich und Frech/Unverschämt, immer mehr Probleme, Abmahnung, kein Antrieb/keine Motivation, keine Leistung. Doch manchmal und dann richtig, aber eher schwankend.

    Nur so ein paar Sachen. Aber jeder baut doch Unfälle und verlegt mal Sachen, schiebt unangenehme Dinge auf oder verzettelt sich mit Arbeit. VIele Leute sind einfach unordentlich oder faul.

    Ich frage mich jetzt seit über einem Jahr, wo ich die Grenze ziehen soll zwischen Memme und krank, um mich einordnen zu können.

    Das ist der große Punkt der mich vor einer Diagnostik abhält. Ich kann zu meiner Kindheit vor der Grundschule kaum was sagen/einschätzen. Ich erinnere mich einfach nicht. Meine Zeugnisse zeigen nur den Klassenbesten der nach 4 Jahren Schule keine Lust mehr hat, nichts mehr ernst nimmt und sich gehen lässt und jetzt regelmäßig verzweifelt. Jemand der mit mir zu tun hat, bekommt garnicht mit, was mich plagt, warum also ein Arzt, wenn ich ihm nur erzählen, er aber nicht nachvollziehen kann? Ich habe Angst, mich rechtfertigen zu müssen, versteht jemand was ich meine? Zu beweisen, dass es mir schlecht geht, aber das kann ich nicht. Was, wenn ich mir das nur alles zusammenspinne, meine ganzen Probleme nur überbewerte?

    Schwer in Worte zu fassen, wie es mir geht.

    Ich hatte diese Woche einen echt guten Tag, an dem die Arbeit super lief, alles klasse und ich konnte gut schlafen und alles. Ich habe mich dafür geschämt, so ein "Drama" zu machen. Habt ihr auch Tage, an denen einfach alles gut läuft, vielleicht auch mehrere, oder seid ihr wirklich in einem kontinuierlichen Zustand von ADHS-Symptomen?

    Was mich auch wundert, ich war früher immer sehr bis fast auffällig ruhig und heute bin ich extrem gereizt, habe richtige Tics teilweise kurze Ausraster, wegen Kleinigkeiten.

    Bin ansich aber gesund.

    Muss ja nicht ADHS sein, mir egal, ich will nur wissen was normal ist und was eigentlich los ist, was ich habe, ich komme einfach nicht auf einen Punkt, auf eine eigene Meinung, ein neutrales Bild über mich.


    Viele Fragen, viel Text, aber das quält mich jetzt schon ewig.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 20

    AW: Normal abnormal

    Hallo Seb
    Mit Irgendetwas scheintst du doch scheinbar nicht zufrieden zu sein .ist doch Latte
    was zum Schluß für eine Diagnose dabei rauskommt.Ich würd dir auch Raten mal zu einem Therapeuten zu gehen,die sind doch für solche Sachen da und irgendwann weißt du dann mehr.
    Gruß Prinzi

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 53

    AW: Normal abnormal

    Hallo Seb, ich wr auch in der Schule unauffaellig und seit mehreren JAhren ists eben nicht mehr so...Hab meine Impulsreaktionen, Aggressionen und Aengste bekommen, die mein Leben begleitet haben. Heute wuenscht ich mir, ich haette dem Arzt mal eher geglaubt...und ne Therapie, Verhaltenstherapie oder Medikamente versucht...GEh zum Arzt, Du verlierst ja nix! Eine Diagnose fuehlt sich nicht unbedingt schlecht an hinterher. Kann auch erleichtern. Versuchs mal! Ausserdem ist man in der Schulzeit ja auch noch in einem geschuetzten Rahmen, das Leben da draussen lernt dich nochmal neu kennen und deswegen kann man spaeter nochmal anecken, auch wenn man in der Schule unauffaellig war...und dann kommen wieder Frustrationen, Ueberforderungen, Verzetteleien...n Kreislauf.

    Ich stelle mir morgens immer mein HAndy, das piept dann aller 15 Minuten, dann weiss ich, so beim naechsten Mal, hast du nur noch 15 minuten und dann musst Du los. Das Internet bleibt aus, sonst verpass ich alles und die Tasche wird abends gepackt...wie in der Schule, sonst kaeme ich noch spaeter auf Arbeit an als ich es schon tue...Das hat sich mit den Jahren irgendwie geaendert - ohne Therapie- kann mich ein kleines bisschen disziplinieren, solange es uebersichtlich ist. Wenn ich eine To Do Liste mache, dann mache ich 3. Die fuer heute, fuer die Woche und die fuer demnaechst. Dann lege ich aber nur noch die fuer heute vor meine Nase, weil ich sonst total ratlos bin und gar nix mache...Hilft. Versuchs mal!

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 123

    AW: Normal abnormal

    Schulleistungen haben gar nichts zu sagen... War bis zur 10 Klasse eher der "Überflieger", auch wenn ich mich kaum an was erinnern kann, da ich meist geträumt habe. Die Frustrationen fangen dann natürlich erst später an. Ich muss mich zum Glück selten mit dem impulsiven Teil rumschlagen, das haben dafür mein Bruder und mein Sohn um so stärker.

    Aber wie Soraya schon sagt, was auch immer Du eigentlich für ein Grundproblem hast, eine grundlegende Selbstorganisation mit Kalender, to-do-Liste verhindert zumindest die wirklich schlimmen Katastrophen, die sich nicht wieder gut machen lassen. Natürlich ist das System auch störanfällig, vor allem bei Chaoten wie uns

    Mit Diagnosen ist es so eine Sache. Vieles überschneidet sich, und ist oft schwer zu trennen. Aber ob jemand ADHS, HB, Asperger, Depris oder was sonst noch hat, ist nur in sofern wichtig, dass man herausfinden muss, was einem hilft. Deshalb würde ich mir wirklich so schnell wie möglich Hilfe suchen und Therapien ausprobieren.

    Bei dieser ganzen Stempel-auf-Stirn - Diagnostik vergessen die Leute oft, dass es sich immer um entwicklungsfähige Individuen handelt.

    Und normal, hmmm. Das ist doch auch so eine Sache.

    Die Familienseite meines Mannes ist hochfokussiert,äußerst strukturiert, hochintelligent, erfolgreich.... Aber meine Schwägerin bügelt selbst mitten in der Nacht noch, damit die Familie morgens glänzt, mein Schwager sammelt Briefmarken, und wenn eine Katastrophe passiert wie, der LKW kommt nicht am Umzugsmorgen, oder das Essen für die Gäste fällt runter... dann sind die alle überfordert! Wie normal ist das denn?

    Also, was ist schon normal? Schau mal, wo Deine Stärken sind, arbeite an Deinen Schwächen, wenn nötig mit Hilfe. Das ist mühsam, aber so mag man sich selber irgendwann auch wieder!

  6. #6


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.805
    Blog-Einträge: 40

    AW: Normal abnormal

    Hallo

    Marta schreibt:
    Also, was ist schon normal?
    Eben. Ich kenn jedenfalls kein einziges Wort, das subjektiver wäre als "normal".

    Wir haben hier auf dieser Welt etliche Milliarden Bewohner und jeder einzelne davon empfindet etwas anderes als "normal".

    Überschneidungen, also dass mal 2 oder auch mehr Leute (auch mal der Großteil einer Gesellschaft) etwas ganz bestimmtes als "normal" oder "nicht-normal" empfindet gibt es zweifellos, jedoch bezieht sich das immer nur auf einen bestimmten Punkt, der letztendlich nur ein winziger Ausschnitt des Gesamten ist.

    Das zwei Menschen auf dieser Welt komplett alles gleich als "normal" oder "unnormal" dürfte trotz der immensen Anzahl an Erdenbewohnern nicht ein einziges mal vorkommen.

    Daher hat für mich das Wort "normal" schon lange absolut keine Bedeutung mehr.

    Ist im Übrigen eine sehr befreiende Erfahrung.

    Ob nun ADHS oder nicht, ist auch das nur ein kleiner Bruchteil eines Menschen, den man nicht derart überbewerten sollte, dass man den entsprechenden Menschen (oder auch sich selbst) komplett darauf reduziert.

    Das passiert zwangsläufig, wenn man von der Diagnose erfährt, denn in dem Moment erscheint einem so ziemlich alles vergangene und alle aktuellen Probleme zu 100% dadurch erklärbar.

    ADHS taugt zwar oberflächlich gesehen ziemlich gut als Sündenbock für ziemlich alles, was so schief läuft oder gelaufen ist, bei näherer Betrachtung bzw. nach einiger Zeit der Diagnose findet man aber nach für nach heraus (naja, zumindest die meisten), dass eben doch nicht alles auf dem Mist der AD(H)S gewachsen ist.

    Braucht natürlich seine Zeit, kommt aber dann irgendwann von selbst.



    Liebe Grüße,
    Alex

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