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Diskutiere im Thema @ADHS-Eltern - welche konkreten Probleme habt Ihr im Alltag? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 123

    AW: @ADHS-Eltern - welche konkreten Probleme habt Ihr im Alltag?

    Ich glaube, man kommt sich einfach oft blöd vor, dass man bei selbstverständlichen Dingen so oft versagt. Wahrscheinlich ist es für Dich als Vater insofern schwerer, da man ja in der Gesellschaft von Männern erwartet, zuverlässig und stark, eben der "Ernährer der Familie" zu sein. Versagen ist da keine Option. Frauen dürfen sich da wohl schon eher mal eine Psycho-Geschichte leisten, wir reden ja auch immerzu drüber. .

    Für uns Frauen ist da eher der Druck unserer hochfokussierten und multitasking-fähigen Geschlechtsgenossinnen schwierig. Wenn Du als Frau als unpünktlich oder gar unordentlich giltst, und nicht die perfekte Hausfrau/Mutter bist, dann ist man "im Dorf" ganz schnell unten durch.

    Wenn Du Dich gerade im Job neu orientieren musst, damit haben auch Leute ohne ADHS große Probleme und leiden unter Selbstzweifeln. Da geht es Dir hoffentlich besser, wenn Du durch das "Tal der Tränen" bist.

    Mein Bruder ist ein schwerer ADHS-Fall (Ich bin eher ADS) . Die Familie, meine Kinder, sein Sohn lieben ihn sicherlich nicht wegen seiner Ausgeglichenheit und er ist in jedem Fall so diplomatisch, wie eine Dampfwalze. Aber im Gegensatz zu ganz normalen "A-Löchern" ist er trotzdem sensibel und selbstlos. Außerdem kann er furchtbar albern sein und meine Kinder erinnern sich noch heute begeistert daran, dass er mit Silvesterknallern einen Schneemann in die Luft gejagt hat . Wer kommt denn auf sowas?!

    Er ist der coole Onkel, der mit 45 einen Iron-man läuft, packt immer mit an, wenn mal renoviert werden muss, und, da er auch in der Schule und beruflich immer kämpfen musste, ist er unheimlich zäh, und würde nie aufgeben. Sein Sohn und meine Kinder lieben ihn (Selbst ich, obwohl ich da als Kind durchaus anderer Meinung war).

    Ich habe mich gerade durchgerungen, eine Ergotherapie anzufangen. Die wollen mir ein wenig helfen, mit dem Strukturieren besser klarzukommen. Meinem Sohn hat das geholfen, warum nicht mir. Mit Medis habe ich auch gerade begonnen.

    Mehr können wir nicht machen, oder? Unser Bestes geben, durchhalten und an uns arbeiten. Ich drücke Dir die Daumen, dass es bald besser läuft...

  2. #12
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    AW: @ADHS-Eltern - welche konkreten Probleme habt Ihr im Alltag?

    Ich hatte die ganze Woche raserei im Kopf, aber hatte zu diesem Thema eigendlich so viel zu sagen und das wollte ich nun doch noch loswerden.
    Was sind meine größten Probleme im Alltag.

    Ganz klar meine Ungedult mit meinem Rocker. Ich bin oft VIEL zu ungeduldig. Er hat ja viele viel Defizite in Motorik und anderen Bereichen und er will aber in seinem Alter immer mehr selber machen (er ist 5) und oft geht es mir zu langsam und ich greife ein. Im Nachhinein könte ich mich immer orfeigen dafür, aber ich kann in diesen Situationen nicht anders.
    Dann meine rumschreierei.... Elias hat ADHS und ist sehr aufbrausend oft und ich bin es nunmal auch. Dann kommt es oft zu lauten reibereien aber ich muss sagen,dass es auch schon besser geworden ist, weil ich oft einfach aus der Situation rausgehe oder mich zusammenreiße.

    Mein Gößtes Problem ist das minderwetige Selbstwertgefühl meines Sohnes. Er fällt damit immer wieder auf. Er hat im Kindergarten oft solche Selbstzweifel, dass von ihm schon dinge kamen wie "ich bringe mich um" "ich hänge mich auf, es bringt ja doch nichts, ich bin zu dumm". Oft, weil er einfach seiner Entwicklung um ein Jahr ca hinterherhängt.
    Zuhause versuchen wir ihm immer zu sagen, dass das doch quatsch ist, dass er so klug ist (ist er wirklich) und dass er Gedult haben muss mit manchen Sachen um sie zu lernen, aber er hat sie ebne nicht (wie ich auch). Es ist so schwer für mich, wenn er so an sich selbst zweifelt und schon annähernd depressives Verhalten an den Tag legt (und das mit 5 !!!) das bringt mich oft zum heulen.
    Als seine Kindergärtnerin mich vorletzte Woche darauf ansprach, dass er mit einem Seil um den Hals dastand und meinte er hängt sich auf, er ist so dumm (nach einem Streit nachdem er frustriert war) da war ich nahe am heulen... das war so krass. Auffallend sind bei ihm, genau wie bei mir , diese Stimmungsschwankungen. Er ist so oft gut gelaunt und aus derm Nichts nach einem Streit oder so kommen dann diese Äußerungen. Das macht mich fertig.

    LG

    Rose

  3. #13
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 1.323

    AW: @ADHS-Eltern - welche konkreten Probleme habt Ihr im Alltag?

    Hallo Ihr,

    @Rose: Das mangelnde Selbstwertgefühl beim Kind kenne ich auch von meiner jüngeren Tochter. Sie hat schon in sehr jungen Jahren Äusserungen gemacht, bei denen mir Angst und Bang wurde. Zwar jetzt keine konkreten Selbsttötungsabsichten, aber doch deutlich in Richtung Depression. Es ist ganz ganz schwierig, ein Kind in dieser Situation aufzufangen und aufzubauen. Meine Tochter meinte dann, - ich kann doch nichts, alle anderen können oder haben was und ich nicht, bin wertlos, etc. - Ich habe ihr dann immer klar gemacht, dass sie dafür andere Dinge gut kann, ihre Phantasie zum Beispiel, oder ihre Kreativität, die sie von anderen abhebt. Auch ihre Intelligenz ist besonders. Damit konnte ich sie dann doch ganz gut ablenken. Auch, dass eben jeder Mensch verschieden ist, und es nicht darauf ankommt was andere können, sie ist wertvoll so wie sie ist.

    Aber ich kann Dich gut verstehen, dass Du als Mutter erstmal fertig bist, wenn Dein Sohn solche Äusserungen macht. Das einzige was Du machen kannst, ist Dein Kind immer wieder positiv zu bestärken.

    Bei meiner Jüngeren muss ich jetzt aufpassen, dass es nicht ins Gegenteil fällt. Sie weiss um ihre Hochbegabung und gibt sich deshalb zur Zeit öfter arrogant. - Ach die sind ja alle so doof.... - Da muss ich sie immer mal bremsen, dass sie auf dem Teppich bleibt. Ist auch nicht ganz einfach, weil ich sie nicht verletzen will, aber dieses Verhalten nicht durchgehen lassen kann.

    Durch meine Ältere habe ich Geduld gelernt. Gut, allzu geduldig bin ich auch heute noch nicht. Aber sie hat es geschafft, mich derart in Raserei zu versetzen, das war nicht mehr normal. Hab mich dann hingestellt und erst mal bis 60 gezählt, bevor ich reagiere. Damit konnte ich oft mal die Situation entschärfen.

    @Marta: Diese, wie Du sie nennst, hochfokussierten und multitasking-fähigen Frauen kenn ich auch. Ich glaube allerdings, dass da oft viel Show mitdabei ist. Die erste Zeit, als meine Mädels noch klein waren, war ich in einer Spielgruppe. Da war Babybrei, Apgartest und Windeln das Hauptgesprächsthema. Ich bin oft mit grossen Augen dagesessen und hab mir gedacht - ach, darüber kann man sich auch Gedanken machen? - Kam mir schon wie eine Rabenmutter vor. Nachdem ich auch, trotz Kinder, immer noch meinen Interessen nachgegangen bin, hatte ich weder Zeit noch Lust, mich auf diese Dinge zu fokussieren. Ich hatte meiner Kinder fast überall dabei, ob das jetzt im Pferdestall war, wo ich meine Tiere selbst versorgt habe, oder auf der Judomatte.

    Allerdings hatte ich auch sehr oft Zweifel, ob das so richtig ist was ich mache. Wenn die anderen Frauen anfingen mit Natriumwerten für Wasser für die Fläschchen undundund, Dinge, wo ich nie auf die Idee gekommen wäre, darüber nachzudenken, hatte ich grosse Selbstzweifel.

    Und was Deinen Bruder betrifft. Ich find das super, wenn kreativ und albern ist. Ich fand es als Kind oft erschreckend wenn ich Erwachsene gesehen habe, die so garnicht lachen konnten. Dachte mir immer, ohGott, ich will nicht erwachsen werden, denn dann muss ich ernst sein. Furchtbar, ehrlich! Ich konnte mir meinen Humor erhalten und wir lachen sehr oft. Und als meine Mutter erst vor kurzem zu mir gesagt hat, dass wir albern sind, war das schon fast ein Kompliment.

    Liebe Grüsse
    Enolem

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