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Diskutiere im Thema Selbstfürsorge, Selbstliebe, komplexe Traumatisierung - Wegfindung im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 9

    Beitrag Selbstfürsorge, Selbstliebe, komplexe Traumatisierung - Wegfindung

    Hallo,

    ich habe ein etwas anderes Thema. Es geht um das emotionale, seelische Befinden im Inneren. Und mir scheint, dass es die meisten Menschen und auch die meisten Therapeuten nicht verstehen. Genau das ist das Problem. Und jemand, der sich selbst nicht versteht, und von denen, die ihm helfen sollten, nicht verstanden wird, der hat ein Problem. Ich glaube, so geht es vielen Menschen. Ich habe das Glück, herausgefunden zu haben, dass ich nicht gesehen werde und dass das nicht das Leben ist, und dass ich nicht einfach "falsch" bin oder das Problem bei mir zu suchen wäre, das ich auflösen müsste.

    Ich bin jetzt knapp 29, und mit etwa 20 habe ich mit dem Nachdenken über meine Probleme und meine erste Therapie angefangen (tiefenpsychologisch, würde ich mal sagen). Wie so üblich habe ich begonnen, mich mehr und mehr meinem Leben - das heißt zwangsläufig auch meinen Ängsten - zu stellen (ich bin ein ängstlich-vermeidender, schüchterner, bindungssuchende Typ). Und es wurde immer mehr besser. Erst seit einigen Monaten arbeite ich zum ersten Mal echt an meinem emotionalen Inneren, was ich bis dahin nie sehen konnte, ich wusste nicht mal, dass da drin ich selbst bin, dem das Leid gehört.

    Doch immer wieder stieß an die Grenzen dessen, was dieses Arbeiten in der Gegenwart/am "gegenwärtigen Ich" leisten konnte. Seine Leistung ist: das heutige Leben nach vorne zu bringen. Was es nicht kann: das Innere aufräumen. Mit dem Inneren meine ich sowas wie Selbstliebe. Immer wieder, bei allem, was ich mir erarbeitete, stand ich am Ende vor dem Scherbenhaufen meines Inneren. Damit meine ich, dass ich mich meiner größten Sehnsucht in meinem Leben, diese innere Leere in mir aufzufüllen, nie annäherte. Das einzige, was dieses stete Arbeiten an mir selbst brachte, war, zu sehen, dass sich hinter all den Ängsten im Leben mehr verbirgt. Beseitigt man die Ängste, sieht man das, was hinter ihnen steckt. Dann arbeitet man an der nächsten Baustelle, und auch dann sieht man wieder, dass diese nicht die Ursache ist. Und so ist es mit allen Baustellen.

    So, und nun arbeiten die ganzen therapeutischen Konzepte mit dem Reparieren der Baustellen (bei meinen 3 von 3 Therapeuten war es so, plus die meiner Mutter). Die Ursache scheint völlig egal zu sein. Oder es wird mal ein Blick drauf geworfen. Und dann gehts aber wieder an die Baustelle, denn die sei ja das Problem. Was nutzen einem schöne Fassaden, wenn darunter die verrottete Ruine ist? Ich komme mir vor, wie ein Außerirdischer, wenn ich das sehe, was scheinbar niemand sieht. Die Menschen scheinen so weit weg von ihrem Inneren zu sein, dass sie es nicht mehr sehen.

    In meiner aktuellen Therapie (kogn. Verhaltenstherapie) läuft das dann beispielsweise so ab:
    Ich erzähle etwas, die Therapeutin gibt ihren Senf dazu bzw. redet mit mir darüber. Aber ich sehe doch nicht, was in mir los ist, gerade, weil ich meine Probleme habe. Warum redet sie dann mit mir darüber? Manchmal erkannte sie das, und sagte sowas wie "Sie reden von sich, als wären das nicht Sie selbst", oder "wenn Sie mich nicht spüren können, dann ist Therapie kaum machbar". Ja, tolle Hinweise, und dann werde ich damit mit mir alleine gelassen. Wenn ich für ne OP ins Krankenhaus gehe, kommt dann ein Chirurg und erzählt mir, was bei mir operiert werden muss, gibt mir n Skalpell und schickt mich dann nach Hause?

    Mein Leben ist so:
    Alles fällt mir schwer. Aufstehen, Zähne putzen, duschen, essen machen, essen, arbeiten, lesen, genießen, entspannen, einkaufen, Pflanzen gießen, spülen, tanken, Reifen mit Luft befüllen, eine Email schreiben, zu meinem geliebten Sport gehen (ich liebe, ihn zu machen, aber das Hingehen istimmer Überwindung), ich komme immer zu allem zu spät etc. etc. etc.
    Mittlerweile weiß ich: indem ich mein Leben schön gestalte, verbessert sich im Kern rein gar nichts an meinen Lebensproblemen. Denn mein inneres Problem bleibt immer dasselbe: ich fühle mich egal. Nichts von dem Arbeiten an meinen heutigen Umständen ändert daran etwas (mich hinaus wagen, soziale Kontakte knüpfen, Spaß haben, beruflich erfolgreich sein, eine Freundin oder generell Frauen haben, die Wohnung schön gestalten, sich was gönnen/leisten etc.). Dennn all das ist Fassade eines Problems im Innersten, das unberührt bleibt. Und das kann ich nicht berühren, ich denke aus Angst davor. Und dann sagen mir die Therapeuten, ICH solle dies oder jenes tun, was für mich dasselbe ist, wie wenn mein Chirurg mir sagen würde, wo ich mich aufschneiden solle.

    All mein Tun geschieht in dem Modus "wenn ich das tue/kann, DANN bin ich liebenswert", doch den Zustand der "Liebenswertigkeit" erreiche ich niemals. Am Ende mag ich alles irdisch mögliche erreicht haben, doch selbst dann werde ich zu wenig sein, um liebenswert zu sein. Und darüber komme ich nicht hinaus. Da helfen mir auch keine Glaubenssätze oder sonst irgendwelche tollen Dinge, die mir als Techniken dargelegt werden, mit denen ich aber handlungsunfähig alleine, ohne Hilfe, dastehe.


    ______________________________ ______________________________ ____________
    Kennt hier jemand dieses Dilemma?

    Ich habe schon ein wenig über Therapie bei komplexer Traumatisierung gelesen, was mir bis dato als das schlüssigste Konzept erscheint, wobei ich mich aber noch nicht komplett durchgelesen habe. Vielleicht hat jemand damit Erfahrung?

    Ansonsten bin ich generell für alle Eindrücke und Meinungen dankbar

    Viele Grüße
    jorel






    PS:
    Mir fällt gerade noch ein, dass ich einfach auch rieseige Schwierigkeiten habe, zu akzeptieren, was geschehen ist, bzw. ich kann es einfach nicht akzeptieren. Jeder Tag ist ein Kampf gegen alles in mir, das sagt, ich wäre es nicht wert. Und ein Kampf um die Anerkennung, Fürsorge und Liebe, die ich verdiene. Das werde ich irgendwie nicht los. Ich kann nicht loslassen, denn ich kann es mir nicht selbst geben, und wenn ich es doch loslassen würde, müsste ich ohne Liebe leben. Das ist an sich aber auch wieder derselbe Punkt, den ich zuvor schon als Kernproblem (mein Kontakt zu mir selbst) darstellte. Ich denke, es ist die unterbewusste, verdrängte Wut auf meine Eltern und meine Weigerung des Hinsehens auf meine darunter liegenden, ursächlichen Verletzungen. Also laufe ich noch immer meinen Eltern hinterher...
    Geändert von jorel (26.11.2017 um 22:29 Uhr)

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 344

    AW: Selbstfürsorge, Selbstliebe, komplexe Traumatisierung - Wegfindung

    Hallo jorel,
    ja Traumatherapie ist ganz anders als kognitive Verhaltenstherapie. Und ich kann deinen Wunsch schon verstehen, aber wie der Name schon sagt, du musst erneut durch dein Trauma durch. Nicht ein bisschen, nicht mal dran denken sondern komplett in allen Facetten nochmal das durchleiden, was dir als Trauma passiert ist. Ja und weil man einen zerschellten Gegenstand nicht mal fix wieder zusammen bekommt, sondern viele kleine Splitter fehlen ... geht man im Prinzip x Mal erneut durch das Trauma durch bis es vollständig zu dir gehört wie jede andere Erinnerung in deinem Leben auch.
    Aber auch da kann niemand anderes als du selbst genügend Eigenliebe, Eigenschutz, Eigenlob, Eigenverantwortung und eigenes Wachstum in dir erzeugen als du selbst. Du bist erwachsen und du möchtest durch etwas sehr schmerzvolles durch gehen um wieder zu deinen abgeschnittenen Gefühlen zu gelangen.
    Du wirst nicht gesehen und hast das Skalpel selbst in der Hand? Ja genau das ist Therapie, nur du kannst es rausschneiden und nur du kannst dich "sehen lassen". Niemand kann reinschauen, wenn wir uns nicht rausstülpen und jemanden betrachten lassen.

    Eigentlich ist Traumatherapie aber nicht mehr "in", gerade weil es den Vergessensprozess, der ja auch gut ist unterbricht und ein weiteres Durchleben des Traumas eben auch Traumatisch ist.

    Und da Verhaltenstherapie genauso wirksam teils sogar wirksamer ist ( da ohne erneutes Trauma) wird fast nur noch diese Form ambulant bewilligt.

    Es würde auch nicht dafür sorgen, dass die Personen von denen du dir ein anderes Verhalten wünscht sich ändern.

    Aber wenn du aus der Therapie flüchten willst in was anderes, eine andere Form dann besprich das doch mal mit dem/ der Therapeut/in, ich denke sie/er kann sich mit diesen Infos über deinen inneren Kampf mit dir sehr gut auf den Weg machen. Du bist bestimmt nicht weit davon entfernt, deinem Trauma auf die Spur zu kommen. Und es auch los zu werden .

    Viel Kraft dabei
    Geändert von jofine (27.11.2017 um 03:29 Uhr)

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3

    AW: Selbstfürsorge, Selbstliebe, komplexe Traumatisierung - Wegfindung

    Hallo Jorel,

    durch das Lesen deines Posts meine ich mich Dir verbunden zu fühlen und ich hoffe, ich trete dir mit meiner Antwort nicht zu nahe.

    Jofine hat es es meiner Meinung nach gut auf den Punkt gebracht. Ein Weg zur Heilung führt nur durch die Konfrontation mit dem Trauma. Du bist schon sehr weit, da dir das auch bewusst zu werden scheint.

    Dies ist auch meine Erfahrung und ich glaube nur durch meine MPH Medikamente konnte ich die Fähigkeit erarbeiten mich der Angst und Scham zu stellen. Es ist ein schmerzhafter Prozess der mir in meinem Fall die entsprechende dissoziative Lebensweise erklärte. Der Prozess schien nicht zu enden, ich hatte kaum Hoffnung. Dann begann ich mich mit Narzissmus und Co-Narzissmus (Co-Abhängigkeit) auseinanderzusetzen und es löste sich so viel auf. Nie hätte ich mein derzeitiges Lebensgefühl als für möglich angesehen. Meine traumatisierende Entwicklung begann bereits als Säugling, daher ist dies nicht verwunderlich. Der nie erreichbare Zustand "Liebenswürdigkeit" beschreibt, beschreib ganz gut meine Rolle als Co-Abhängiger. Es schein die einzige Motivation zu sein, kein Platz für andere Ambitionen in mir. Im englischen wird Ko-Abhängigkeit, Co-Narzissmus auch "pathological lonliness" genannt. Das war das Schlagwort, das mich für das Thema öffnete.

    Es gibt bei Youtube viele gute Tipps, Videos von englischsprachigen "Survivorn". Das sind in diesem Zusammenhang die, die sich ihren Ängsten stellen können weil grundsätzlich ihre Empathiefähigkeit nicht abgestorben ist. Die anderen bleiben auf der anderen Seite und leiden als Narzissten bis zum ihrem Tod. Das "schwarze Loch" in ihnen, diesen Mangel versuchen sie zeitlebens mit Nahrung von aussen zu füllen. Das was man sich als Abhängiger von Ihnen am sehnlichsten wünscht, wird man nicht bekommen denn nur so können sie ihre Opfer kontrollieren und ihr schwarzes Loch vermeintlich füllen. Klappt nicht, aber es gibt Ihnen zumindest eine Form der Sicherheit. Das ist sehr traurig, aber niemand kann ihnen helfen. Die "Liebenswürdigkeit" kann nur jeder Selbst aus dem Inneren erfahren. Es ist eine Freiheit die jedem Menschen zusteht, keine Einschränkung und kein Grund sich davon abhängig zu machen.

    Falls dich das Thema interessiert, schau' bei Youtube nach Ross Rosenberg, Melania Tonia Evans, Petra van Deijl, Lisa A.Romano,...

    Bleibe stark, es lohnt sich.


    Wenn man einen Sklaven fragt, was er sich am sehnlichsten wünscht dann wird er dir nicht mit "Freiheit" antworten sondern sich auch einen Sklaven wünschen. Das Konzept von Freiheit, Menschenwürde haben Sklaven, um Überleben zu können, zu verstehen, sich nicht getraut.




  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 150

    AW: Selbstfürsorge, Selbstliebe, komplexe Traumatisierung - Wegfindung

    Hallo Ihr Lieben,

    als ich gestern abend mal auf's Forum ging, wurde just eine Minute vorher dieses Thema reingestellt und ich las, durch die Überschrift schon interessiert, den Beitrag. Er hat mich merkwürdig angesprochen... Heute dann die Antworten und wieder dasselbe diffuse Gefühl, dass es hier um etwas existentiell wichtiges für mich geht, aber ich kann's nicht so richtig greifen!

    Ihr schreibt so kryptisch, finde ich - das Wesentliche dringt mehr wie eine Ahnung durch, als dass man es sachlich greifen könnte - oder habe ich ein extrem dickes Brett vor'm Kopf???

    Jedenfalls, ohne dass ich im Moment etwas hier beitragen kann, trotzdem ein großes verwirrtes Danke an Euch.

    Liebe Grüße, Lefty

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 131

    AW: Selbstfürsorge, Selbstliebe, komplexe Traumatisierung - Wegfindung

    Hallo, Jorel...
    ich stimme jofine in den meisten Punkten zu.
    Hier ein konkreter Hinweis zu einer traumatherapeutischen Methode, die ich (weil ich sie bei mir selbst als sensationell hilfreich erlebt habe) dann auch erlernt habe und nach etlichen Anwendungen reinsten Gewissens empfehlen kann.
    emdria.de
    Auf dieser Seite findest du erste Informationen zu der Methode und Therapeuten, die sich nicht nur EMDR Therapeuten nennen, sondern eine fundierte Ausbildung hatten.

    Voraussetzung ist allerdings eine "einigermaßen vorhandene" psychische Stabilität. Ob du die hast, wirst du nur selbst wissen, bzw mit dem entspr. Therapeuten klären
    Es gibt - m.E. - einen Unterschied zu "herkömmlichen" Traumatherapien, die dich "ins offene Messer" rennen lassen, und das durchlebte danach eben nicht verankern, dh. dich raus holen aus dem immer nochmal und nochmal erleben des Traumas

    PS: nix ist schlimmer/kontraproduktiver, als ein Therapeut, der offensichtlich nicht versteht, was bei/mit seinem Klienten los ist. Da ist jede Stunde vergeudete Lebenszeit und -energie.
    Geändert von tusnelda (27.11.2017 um 19:47 Uhr)

  6. #6
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.418

    AW: Selbstfürsorge, Selbstliebe, komplexe Traumatisierung - Wegfindung

    Hallo Jorel,

    Ich las deine Beitrag sehr gerne, weil vieles mich so bekannt vorkommt! Ich finde, du hast schon einiges sehr wichtiges gemerkt, nähmlich, dass dein "Glück" von innen kommen sollte, wenn du drin einige aufgeräumt hatte. Um aufzuräumen, muss man dann schon die Chaoshaufen sehen und dann 1 Gegenstand nach der andere im Hand nehmen und stelle wo er hingehört...

    So ein Bild der mich durch der Kopf geht. Es geht lange... Es kann sehr lange gehen.

    Dann kommt noch das ADS dazu. Wir haben mehr Mühe mit die Selbstwahrnehmung, es heisst unten anderen, schnell klar zu werden was mit einem los ist... So was hat deine Therapeutin gemerkt. Ich weiss nicht ob du eine Tagebuch führst... Mich hat es lange sehr geholfen Ordnung im mich zu machen und mehr Klarheit zu bekommen was mit mich los ist.

    Dazu sind wir sensibel und traumatisbar und oft traumatisiert (weil wir angeeckt hatten, nicht verstanden waren), also, es kann sein, dass noch vieles auf Abstand gehaltet wird, und es ist gut so! Alles auf einmal anschauen kann man oft nicht. Es nimmt auch viel Energie.

    Ich habe etwas Anfang 20 mich mit meine Inneres angefangen zu befassen, habe einige Therapien hinten mich und begegne immer wieder noch altes Kram. Aber es geht mich viel viel besser als damals...

    Ich weiss nicht ob deine Therapeutin von ADS weiss. Tiefpsychologische Verfahren wird bei ADS nicht besonders empfohlen (aber ich denke, es ist individuel, am bestens schaust du ob du Vorschritten macht oder ob es dich besser geht). Oft, brauchen wir etwas mehr "Führung" um unsere innere Chaos zu sortieren. Ich habe ehe Therapieformen gewählt wo der Therapeut eine klare Rahmen gibt und wo nicht nur im Vergangenheit gewühlt war. War gut.

    Dann ist auch so, dass wenn ein Therapeut nichts weiss über ADS, dass er irgendwie aus was typisch ADS ist, was anders sieht und uns da heilen wird, was nichts bringt. Mit meine Diagnose hat mich auch sehr geholfen zu wissen was bei mich zu ADS gehört, und was nicht. Ich konnte vieles einordnen. Wenn ich zurückschaue, hat es an mein ADS wenig geändert (ich gehe nun besser damit um), aber vieles, dass eigentlich der Ziel eine Psychotherapie sein sollte, ist viel besser geworden: Mehr Zufriedenheit, mehr Selbstakkzeptanz, bessere Grundstimmung, mehr Gelassenheit...

    Vieles im Alltag fällt mich immer noch schwer, aber ich kann es besser annehmen und reagiere gelassen dabei.

    Gerade hat tusnelda geschrieben. EMDR habe ich vor einige Jahren gemacht, hat mich sehr geholfen. Ich würde so beschreiben: Kurz und heftig. Ich war auch dazu bereit.
    Geändert von mj71 (27.11.2017 um 20:07 Uhr)

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 1

    AW: Selbstfürsorge, Selbstliebe, komplexe Traumatisierung - Wegfindung

    Hi,

    ich bin selbst ängstlich, bzw selbstunsicher-vermeidend, habe ADS, und bin depressiv. Das Leben habe ich zeitweise komplett vermieden.
    Habe zu einem großen Teil meine bisherige Existenz als Qual empunden. Unschöne Familiengeschichte, Kindheitstrauma usw.
    Habe ähnliche Erfahrungen mit Therapie. Habe eine Psyschoanalyse hinter mir, in der ich auch das Gefühl hatte, ich spräche nicht von mir selbst. Hat mir am Ende auch gar nichts gebracht, außer, dass ich zu dieser Zeit dadurch aus dem Haus kam, war nämlich lange Zeit krank geschrieben. Ich habe viel Zeit damit verbracht, zu analysieren, warum ich so bin wie ich bin. Wer ist Schuld? Was hätte anders laufen müssen? Für mich war das ein Endloses weiter hinunter in den Kaninchenbau. Außer Hass auf meine Eltern und Selbstmitleid habe ich dort aber nichts gefunden.

    Mir ging, bzw. geht es es genauso. Die kleinsten Dinge bereiten mir Schwierigkeiten. Es baut sich ein innerer Widerstand gegenüber allem auf, das nicht unmittelbare Belohnung verspricht. Tanken, Duschen und sowas, wie du ja schon geschrieben hast. Dazu der ständige Drang, die innere Leere mit irgendwas füllen zu müssen, was aber natürlich nur von innen geht.
    Das nur, um zu zeigen, dass ich dich sehr gut verstehen kann.

    Nun zu dem, was mir geholfen hat, bzw. hilft.

    Anfang des Jahres erhielt ich meine ADS Diagnose. Dank meiner Medikation fühle ich mich nun endlich und zum ersten Mal in der Lage, mich dem Leben zu stellen.
    Das meiner Meinung nach wichtigste hast du bereits erwähnt: Akzeptieren und Loslassen. Wir können nicht von jetzt auf gleich ändern, wie es ist. Also bleibt nur übrig zu akzeptieren und versuchen das beste daraus zu machen. Gegen uns selbst und die Realität anzukämpfen ist aussichtslos und schafft nur noch mehr Leid.
    Neben dem Medikament hilft es mir sehr zu meditieren, was ich seit einem halben Jahr praktiziere. Natürlich ist dies kein Wundermittel, aber ich konnte so die Erfahrung machen, was es heißt sich selbst zu genügen. Letztendlich bleibt der Weg steinig, aber es bleibt uns nichts übrig, als ihn zu gehen.

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