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Diskutiere im Thema Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 51

    Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    Hallo,

    ich weiß nun seit 2 Tagen dass ich adhs habe. Ich habe es ewig geahnt und eigentl hat die Diagnose meinen Verdacht nur noch bestätigt.

    Aber irgendwie hat das total was in mir ausgelöst. Ich habe gerade beruflich einen Leidenswegs hinter mir, mit Abbruch diverser Ausbildungen und einem Studium. Ich habe einen guten Schulabschluss, bin nicht dumm. Aber habe es einfach nicht auf die Reihe bekommen, weil ich mich entweder nicht organisieren/Strukturen (Studium) konnte, mich total verzettelt habe, also unter Stress geraten bin, oder weil es nicht sofort geklappt hat wie ich wollte und durch meine impulsive Art immer sofort alles abgebrochen habe. Im Nachhinein meistens bereut.
    Dabei weiß ich dass ich was auf dem Kasten habe. Das macht mich schon sehr traurig.

    Gleichermaßen bin ich sehr impulsiv und habe durch meine Art vielen Menschen sehr weh getan, weil ich nicht gut mit ihnen umgegangen bin. Mich zwar immer wieder für meine Art und meinen Tonfall entschuldigt, aber ich werde es einfach nicht los. Dafür wurde ich schon als Kind/Jugendlicher sehr bestraft (verbal), dabei habe ich es nie mit Absicht getan. Ich wusste das war oft falsch und habe mich entschuldigt, jedes mal! Aber keiner hat verstanden, dass das, was ich denke, sofort ungefiltert raus kam und das dann eben nicht so nett.

    Nun weiß ich warum das alles so ist. Es soll um Himmels Ellen keine Entschuldigung sein! Aber es ist eine Erklärung für mich. Für all die Jahre, in denen ich aufgrund der genannten (und noch weiteren!) Punkten unglücklich war. Nun weiß ich was los ist. Ich bin so so glücklich darüber! Und andererseits bin ich wo unendlich traurig über die verlorene Zeit und über diese ganzen schlimmen Gefühle, die ich aufgrund meiner Andersartigkeit aushalten musste.

    Kennt ihr das Gefühl? Seid ihr nach der Diagnose in ein Loch gefallen, oder war es eher eine Erleichterung? Es ist für mich wirklich ganz komisch.

    Das beste ist wohl, dass ich nun weiß, was ich zu tun habe, wo ich ansetzen kann. Ich bin Ende 20 und ich kann noch ein glückliches Leben führen. Und dafür bin ich wirklich dankbar.

  2. #2
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 811

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    Hallo annica,

    also, ich fühlte mich auch erstmal ein wenig komisch als die Diagnose stand. Vor allem, weil ich mir auch doch irgendwie nicht so zu 100% sicher war. Ich bin in engen Beziehungen z.B. nicht verbal impulsiv etc., sondern gelte als unkompliziert.

    Geglaubt habe ich die Diagnose so richtig als ich das erste Mal das Medikament einnnahm, unretadiertes MPH. Es wirkte genau so, wie die Ärztin es gesagt hatte: es machte mich ruhiger und steigerte zugleich meinen Antrieb. Ich habe dann erstmal 3 Stunden lang meine Wohnung aufgeräumt, wofür ich normalerweise den ganzen Tag mit zig Unterbrechnungen und verbunden mit sehr negativen Gefühlen brauchte.

    Nach und nach gelingt es mir nun Ordnung in mein berufliches und privates Chaos zu bringen. Es war z.B. auch sehr lustig als ich das erste Mal unter Medikation mein Büro aufsuchte. Denn obwohl ich mir sicher war, dass ich es ziemlich ordentlich hinterlassen hatte, fiel mir auf, wie chaotisch mein Büro doch aussieht. Das habe ich dann auch erstmal so richtig aufgeräumt.

    Mir geht es derzeit so gut wie nur in Zeiten, in denen ich exzessiv Sport betrieben habe, seitdem ich das Medikament nehme. Dass ich exzessiven Sport brauchte, leuchtet mir nun auch ein, da dem AD(H)S ja ein Dopaminproblem zu Grunde liegt.

    Ist bei dir denn ein Medikationsversuch vorgesehen?

    Ansonsten was deine Vergangenheit angeht: Sei dir nicht böse! Du weißt nun, dass vieles an deinem AD(H)S lag. Du kannst nun versuchen, es in der Zukunft besser zu machen! Wie es die Chaotin finckla immer schreibt: Sei nett zur dir!

    Liebe Grüße
    Hyper

  3. #3
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.873

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    Befreit und voller Tatendrang; ich war motiviert Wege zu gehen, die ich zuvor nie gegangen wäre.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    Danke für deine Erfahrung !

    Ja, ich soll Medikinet nehmen. Werde nächste Woche damit beginnen. Bin ziemlich aufgeregt und hoffe es bringt was.
    Eine VT mache ich schon seit 10 Jahren. Sie hat mir super geholfen! Ich wüsste nicht, ob ich ohne diese noch hier wäre.

    Aber diese Diagnose war nun doch sehr wichtig für mich, denn einige Punkte konnte auch die VT noch nicht ändern. Daher hoffe ich dass es unter den Medis nun besser klappen wird.

    Unordentlich bin ich tatsächlich gar nicht. Ich schaffe meinen Haushalt. Allerdings fange ich 100 Sachen gleichzeitig an. Werde zwar mit allem fertig, aber danach bin ich auch völlig fertig.

  5. #5
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 73

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    Bin breit grinsend euphorisch nach Hause gegangen, hatte dann die nächsten Tage noch dieses Endlichwirdallesbesser Gefühl.
    Das schlug dann allerdings in einem Wechsel aus Hoffnungslosigkeit und Hoffnung um, als ich erfuhr, dass ich noch 3 Monate warten muss bis zur Medikation.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 1

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    Hey,

    Ich hatte das Gefühl, das endlich alles einen Sinn ergibt. War sehr euphorisch und habe mich gefreut. Ich war so geflasht als ich das erste mal Elvanse genommen habe und dachte jetzt wird alles gut. Seit dem hat sich auch viel geändert und zum Positiven entwickelt, endlich hat man gefunden wonach man sein ganzes Leben gesucht hat.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    Für mich war es auch eine absolute Befreiung. ADS wurde bei mir erst mit 41 diagnostiziert, Jahrzehnte voller Fehlfiagnosen und Rückschlägen bei Therapieversuchen, schlauchen die Seele. Nach der Erleichterung kam die Phase, wo ich schmerzlich merkte , dass sich rein der Diagnose wegen, nichts ändert. Dann kann die Erkenntnisphase, wo mir bewusst wurde, dass es jetzt erst richtig los geht.
    Ich hatte nach der Diagnose keine große Unterstützung und musste mich erstmal neu ordnen. Jetzt 7 Monate nach Diagnosestellung kann ich sagen, dass ich das erste mal Zufriedenheit verspüre und angekommen bin im Leben. habe einen Therapeuten gefunden der auf ADS und Hochsensibilität spezialisiert ist, ich habe einen ADHS Coach mit dem ich Struktur und Ordnung in mein Leben gebracht habe.
    Ich musste vieles neu lernen und bin immer noch weit entfernt vom gut strukturierten und geordneten Leben, wobei ich auch sehr streng bin mit mir.
    Ich werde mit Cannabis therapiert, bin 4 Tage die Woche allein erziehender Papa und gehe zur Schule um meinen ersten Abschluss zu machen.

    Vor 2 Jahren war mein Leben aussichtslos, Psychatrie oder Gosse wenn sich nichts geändert hätte.... und ich kann sagen, ich bin nicht doof

    die Diagnose hat mir einiges erklärt und verständlich gemacht, sie hat neue Ansätze und Erklärungen geliefert, aber danach ging es erst richtig los. Es war ein harter Kampf, viele Dinge konnte ich ändern, viele aber auch nicht, ich kann aber mittlerweile gut mit ihnen umgehen.

    irgendetwas in mir ist zur Ruhe gekommen, ich habe Frieden mit mir gefunden und habe mehr Verständnis mit mir, ich kann sagen, ja ich hab mich lieb und muss mich schützen weil ich anders und besonders bin.

  8. #8
    Tri


    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 14

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    So lang ist es bei mir ja auch noch nicht her. Aber für mich war es eine große Erleichterung. Endlich gab es eine Antwort, ich bin nicht alleine und es gibt auch massig Behandlungsansätze, viele Infos und Bücher, Selbsthilfegruppen. Und alles ergibt endlich einen Sinn, es fällt mir leichter mich so zu akzeptieren.

  9. #9
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 5.038

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    Ich war so gar nicht begeistert. Fand, man stelle mich mal wieder unfair in eine Ecke. Hatte definitiv selbst die wenigsten Probleme-von wegen impulsiv, aggressiv und Mitverantwortlich für Streitigkeiten! Pöh!-die ANDEREN hatten ihre Probleme...

    ...okee, bis auf dieses Ungeheur namens ALLTAG! DAS hab ich irgendwie nie auf die Reihe bekommen und alle anderen dafür schon. Hmpf.

    Andererseits war schon eine gewisse Erleichterung präsent, dass die Irrfahrt durch die bundesdeutsche Psychiatrie Landschaft jetzt wohl ENDLICH ein Ende finden würde/könnte/sollte...

    Überwiegend war allerdings diese Skepsis. Und gerade im Licht der vielen divergierenden Positionen, Interpretationen fühle ich mich bis heute oft sehr stark verunsichert und... ja, durchaus auch deplatziert.

    Ausgerechnet an einem Platz, an dem ich mich lt. ärztl. Aussagen, da von Kindesbeinen an quasi ein sogenannter Lehrbuchfall, fühlen SOLLTE, wie ein Fisch im Wasser.

    Nuja.

    Das wirkliche Endergebnis steht ergo tatsächlich noch aus!



    Grüße vom Luftköpfchen!
    Geändert von luftkopf33 (26.11.2017 um 01:30 Uhr)

  10. #10
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 52

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    Sehr erleichtert. Mit der Hoffnung, das ich mit MPH bisschen was in meinem Leben in Ordnung bringen kann.

    Bereits während der Diagnose hat mir die Ärztin einiges an Last abgenommen, als ich von der Problematik alles auf den allerletzten Drücker zu erledigen berichtete, und Sie nicht, auch nicht unterschwellig, mit Vorhaltungen reagierte.

    Mit MPH geht jetzt tatsächlich auf einmal vieles. Auch wenn ganz viel immer noch anstrengend bleibt.
    Vor der Diagnose hatte ich mal gänzlich frustriert gesagt, dass ich offensichtlich alles, was anderen schwer fällt, mit links mache - aber bei banalsten Sachen, die für andere überhaupt kein Problem darstellen, auf ganzer Linie versage.

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