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Diskutiere im Thema Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 117

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    Gianna schreibt:
    Vor meinem Adhs-Verdacht hatte ich mich nie für in irgendeiner Form psychisch krank gehalten und daher auch
    keine Diagnosen bekommen. [...] Ich wollte eine Antwort, aber hatte nicht mit dieser gerechnet. Die Antwort hatte ich eher bei den anderen, bei meinem Umfeld gesucht.
    Der Adhs-Verdacht kam mir in den Sinn, als ich nach dem Wort "Hyperfokus" im Internet suchte. Das war das Wort, das ich mir für diesen Zustand überlegt hatte und ich wollte mal sehen, ob es das Wort gibt.
    Die Antwort war, naja, erschreckend. .
    Ich weiß, das hast du ja vorher schon geschrieben und an das mit dem Hyperfokus erinnere ich mich, das hast du früher schon mal geschrieben.

    Darauf wollte ich mit meinen sarkastischem Posting hinaus: Du hast dich vor deiner Erkenntnis, dass du ADHS haben könntest, nicht nicht für psychisch krank gehalten. Das hast du gleichzeitig mit deinem ADHS-Verdacht erkannt b.zw. zwingend logisch aus deinem ADHS-Verdacht geschlossen. Darum ist es klar, dass du die Erkenntnis ADHS zu haben, als negativ wahr genommen hast.

    Bei mir, und vermutlich bei vielen anderen war es aber anders: Dass ich psychisch krank/gestört/behindert war, das war mir lange vor der Erkenntnis "Es ist ADHS" klar. Deshalb wird die Erkenntnis, ADHS zu haben auch nicht als negativ gesehen, weil sie eben nicht mit der anderen Erkenntnis psychisch Krank/gestört zu sein verknüpft ist. Dass ADHS eine psychische Störung ist, erschreckt einen einfach nicht, wenn man längst weiß, dass man gestört ist. Das Wissen um ADHS ist dann eben eine Erklärung und mach Hoffnung auf neue Behandlungsotionen. Unter diesen Umständen wird die ADHS-Erkenntnis eben positiv gesehen.

    Wir "machen das" nicht, das wir die Diagnose so positiv nehmen, sondern wir tun es einfach, auf Grund andere Umstände, die vielleicht gar nicht so nachahmenswert sind.

    An die Erkenntnis psychisch krank/gestört/behindert zu sein, erinnere ich mich auch, und das ist tatsächlich keine positive Erinnerung, sondern, es war, wie du schreibst, erschreckend: Ich saß hinten im Auto, meine Mutter fuhr, und der Mann, der im Radio redete, sagte: "... solche Kinder sind BEHINDERT!" ... und mir war klar, dass das stimmt: "ich bin so ein Kind und ich bin behindert". Ich kann mich nicht mehr erinnern, was er vorher geredet hatte, vermutlich hat er geschildert, wie ich war, extrem still, verträumt, langsam. Jedenfalls wusste ich im Grunde von da an, dass ich psychisch behindert war, auch wenn ich den Begriff "psychisch" noch nicht kannte -- ich muss da im Kindergartenalter gewesen sein -- war mir das irgendwie klar, denn dass ich normal laufen konnte und so, wusste ich ja und daran, dass ich "gescheit" war, ließ mich der Satz auch nicht zweifeln, aber dass ich trotzdem eben nicht normal, eben behindert war, habe ich erkannt.

    Gianna schreibt:
    Das war so eine bittere Erkenntnis! Die Kinder in der Schule die mich Kindibehindi genannt hatten hatten Recht. Ich habe wirklich eine Behinderung. Sie hätten nicht so fies sein müssen aber inhaltlich hatten sie tatsächlich Recht.
    Aber angenommen, dir wäre damals schon klar gewesen, dass sie recht haben, wie hättest Du dann die ADHS-Diagnose empfunden?

  2. #22
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 441

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    Ich war verwirrter als ich dachte, weil ich ja schon seit Jahren "wusste", dass ich es habe.
    So diagnosziziert hat es mich erst mal in ein Chaos gestürzt, v.a. dass ich mir dachte, jetzt muss sich etwas ändern ...
    Und ich wusste nicht, was ... und wie ...

    jetzt klärt es sich, ich hab halt schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel, da muss man länger denken :-)

  3. #23
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 322

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    Wenn ich mich so zurückerinnere, kam bei mir die Erkenntnis über mehrere Ecken. Dass irgendwas "nicht stimmt", habe ich schon als Kind begriffen, weil ich irgendwie oft nicht geschafft habe, Dinge in Angriff zu nehmen, die ich selbst gerne wollte (oder sollte) Und weil ich es nie geschafft habe, mir meine Umgebung "schön" zu gestalten. Ich habe stundenlang Zimmereinrichtungen entworfen, aber konnte nicht mal meine Klamotten aufräumen und ich hätte auch gerne "schöne" Schulhefte und eine vollständige Federmappe gehabt, weil ich es mag, wenn Dinge sortiert und aufgeräumt bin (wer meinen Haushalt sieht, kann das immer nicht glauben)
    Irgendwann Ende der 1990er sagte mal meine Mutter, sie hätte gerade etwas über Messies gelesen und einiges davon würde zu mir passen. Das war nur so eine Bemerkung, nebenbei fallengelassen, aber ich bin neugierig geworden und habe versucht, mehr darüber zu erfahren.

    Inzwischen weiß ich, dass der Begriff Messie anders definiert wird , aber damals in dem Zusammenhang bin ich darauf gestoßen, dass mein Dauerchaos etwas mit ADHS zu tun haben könnte und dass erstens ADHS nicht gleich hyperaktiv ist und auch nicht nur mit Kindern zu tun hat. Gleichzeitig war ich von meinem Alltag sowas von überfordert, dass ich ständig krank war. Ich hatte damals versucht, eine Mutter-Kind-Kur zu bekommen, aber die KK meinte, dass schließlich meine Kinder gesund wären und so weiter... bis mich dann die Hausärztin zu einem Kinderpsychologen geschickt hat (für Erwachsene gab es damals noch keinen in der Nähe, aber sie hatte schon den richtigen Riecher) während ich parallel dazu über eine Selbsthilfegruppe einen Spezialisten gefunden habe und so kam es, dass ich die Diagnose bekam, als ich gerade ziemlich in der Krise steckte. Deshalb war es erst mal eine Erleichterung.

    Ich hatte mir schon so komische Erklärungen anhören müssen - dass ich als "Studierte" mir "zu fein" wäre, den Haushalt zu machen, dass mein Chaos eine Protesthaltung gegenüber meiner Mutter wäre, oder ein Ausdruck einer Beziehungskrise (Konkurrenz zu meinem beruflich erfolgreichen Mann), dass ich eben "einfach nur" kreativ wäre, dass ich tief in meinem Inneren gar keine Ordnung wollte, sondern nur für die "kranke Gesellschaft" und und und.
    Alles Sachen, die zwar logisch klangen, aber die ich selber nicht so empfunden habe und die Erklärung ADHS hat mich darin bestätigt.

    Das Etikett "Psychologische Störung" nehme ich ehrlich gesagt, nicht wirklich für voll. Es wird sowieso noch ständig daran rumgeforscht, und irgendwo müssen sie es ja einsortieren.
    Mit einem organischen "Dauerschaden" (Schilddrüse) habe ich gefühlt ein größeres Problem. Wenn ich da aus irgendwelchen Gründen mein Medikament nicht bekomme, kann das Probleme geben, die ich selber nicht in den Griff bekomme, mit meinem ADHS habe ich das Gefühl, ich könnte mich auch ohne Medikament irgendwie durchschlagen.

  4. #24
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 117

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    zu eigentlichen Frage:

    annica89 schreibt:
    Kennt ihr das Gefühl? Seid ihr nach der Diagnose in ein Loch gefallen, oder war es eher eine Erleichterung? Es ist für mich wirklich ganz komisch.
    - Von meiner Pschotherapeutin, wurde mir mitgeteilt, dass die Psychiaterin, zu der sie mich ein paar Monate vorher geschickt hatte, ihr erzählt hat, dass Sie bei einer Fortbildung etwas über "ADHS bei Erwachsenen" erfahren hat und meint, ich könnte davon betroffen sein, und solle vielleicht zum Dr. H. schauen, der ein Experte dafür sein solle. Ich habe mich ein wenig gewundert, war ich doch kein hyperaktives Kind, sondern eigentlich das Gegenteil und da ich den Termin bei dieser Psychiaterin damals als nicht besonders hilfreich empfunden habe, hatte ich mir nicht allzu viel von dem Vorschlag erwartet. zurück in der Arbeit, habe ich zwar gleich danach gegoogelt, aber eher aus Prokrastinationsgründen, also um die eingtlich anstehde Arbeit nicht zu tun.

    Ich glaube, dass ich die Erkenntnis, dass es das ist, relativ schnell hatte. An diesen Moment und die Gefühle fehlt mir aber die Erinnerung.

    Ich weiß, dass ich mich wahnsinnig geärgert habe, wie dämlich ich war, dass ich nicht von selber drauf gekommen bin. Ich hatte z.B. alle möglichen Bücher über Prokrastination: Passig Lobo, das Manual Anna Höcker usw. und überwall wird die Korrelation von ADHS und Aufschieben behandelt und immer habe ich drüber gelesen.

    Dann war ich aber recht motiviert und bin bei der Arztsuche ungewöhnlich zielstrebig mit relativ großer Frustrationstoleranz vorgegangen. Also denke, ich dass mich die Erkenntnis recht motiviert hat.

    Aber das war ja noch keine Diagnose, sondern erst der Eigenverdacht.

    Am weiteren Weg gab es dann ein ziemliches Vor und zurück, sodass ich gar nicht sagen kann, was nun die eigentliche Diagnose ist ...

  5. #25
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 68

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    Huhu Blauzahn. Puhhh... Das kenne Ich nur zu gut. Bei mir wurde vor meiner Diagnose Borderline diagnostiziert oder eine Persönlichkeitsstoerung etc.
    Krass echt. Dann haben Sie felsen fest behauptet, dass ich Drogen nehmen wuerde .
    Einfach nur zum lachen.

  6. #26
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 441

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    september schreibt:
    und so kam es, dass ich die Diagnose bekam, als ich gerade ziemlich in der Krise steckte. Deshalb war es erst mal eine Erleichterung.

    Ich hatte mir schon so komische Erklärungen anhören müssen - dass ich als "Studierte" mir "zu fein" wäre, den Haushalt zu machen, dass mein Chaos eine Protesthaltung gegenüber meiner Mutter wäre, oder ein Ausdruck einer Beziehungskrise (Konkurrenz zu meinem beruflich erfolgreichen Mann), dass ich eben "einfach nur" kreativ wäre, dass ich tief in meinem Inneren gar keine Ordnung wollte, sondern nur für die "kranke Gesellschaft" und und und.
    Alles Sachen, die zwar logisch klangen, aber die ich selber nicht so empfunden habe und die Erklärung ADHS hat mich darin bestätigt.
    wow, mir schlackern die Ohren, ich weiß nicht, ob ich es lustig finden soll ... Oh 'Mann, du hast ganz schön was mitgemacht!! Das hätte ich mir wahrscheinlich auch alles angehört, wenn ich mir ohne ADHS-Vorahnung Hilfe gesucht hätte. Passt alles auf mich :-) Ich bin studiert, hasse den Haushalt, meine Mutter quälte mich auch schon damit :-) und ich bin herrlich kreativ (ich will Ordnung, aber ich will sie nicht schaffen).

    nee, aber echt ... Ich klopf dir auf die Schulter, dass du es geschafft hast, die richtige Diagnose zu bekommen.

    Schilddrüse: Kenn ich, hat ewig gedauert, bis ich das in Griff gekriegt hatte ... Da hatte ich anfangs auf die Ärzte gehört. Wenns dich interessiert: PN

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