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Diskutiere im Thema Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 142

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    Eine ärztliche Diagnose habe ich nicht und brauche sie auch momentan nicht. Da ich mich hier in so vielen Aspekte meiner Person so gut wiederfinde, kann ich aber davon ausgehen, dass ich ein mittlerweile gut kompensiertes AD(H)S habe.

    Ich wünschte nur, ich hätte eine Diagnose in meiner frühen Jugend gehabt.

    Die Erinnerungen an die Irrungen und Wirrungen meiner Pubertät, die sich, wie ich in entsprechender Literatur nachlesen konnte, bei AD(H)Slern gern um Jahre nach hinten hinausschieben kann, erfüllen mich mit Grausen.
    Das hätte ich gern anders gehabt. Die Jugend soll die schönste Zeit im Leben gewesen sein und war bei mir ein einziges, höchst bedauerliches Chaos. Meine Schwachpunkte lagen allerdings eher im emotionalen und weniger im schulischen/ beruflichen Leistungsbereich.

    Für den nicht-emotionalen Leistungsbereich, also Konzentration, Aufmerksamkeit, Vergesslichkeit, sehe ich durchaus auch Defizite, kann mich aber vergleichsweise gut steuern. Mindestens durchschnittliche Leistungen sind immer drin, wenn ich es will. Und zum Glück will ich fast immer.

    Nun gut. Besser spät als nie wissen, wer man eigentlich ist.

  2. #12
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 911

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    Jetzt weiß ich was mit mir los ist ..ist nur schlecht das viele ärzte keine ahnung von adhs haben .. und nach anderen gründen suchen..

  3. #13
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    zwar schon lange her bei mir (15jahre)aber total toll, das erste mal verstanden und erleichtert einfach, dann ging es auch (meist) Berg auf, bzw. ich wusste/weis bis heute, wo und bei wem ich mir IMMER Hilfe holen kann, ohne verurteilt zu werden, egal mit was, oder welches Problem.
    mit possitiven wie negativen Sachen und auch total privaten Sachen, die nicht mal die beste Freundin weis.

  4. #14
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 268

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    Bei mir war die ADHS-Diagnose dann nicht mehr so bedeutungsvoll, weil ich lange vorher schon den Verdacht hatte.
    Ich habe nachgelesen in meinen alten Emails und festgestellt, dass ich jedenfalls schon mindestens drei Jahre vor der eigentlichen Diagnose den ADHS Verdacht hatte.
    Was bei mir etwas geändert hat war dieser Verdacht, nicht erst die ärztliche Diagnose.

    Wie macht ihr das, dass ihr die Diagnose so positiv nehmen könnt?
    Bei mir ist es schon lange her, aber es war für mich keine positive sondern eine wirklich negative Erkenntnis.
    Ich hatte lange lange Zeit mit einer Suche danach verbracht, was es ist, was mich so anders macht.
    Das Ergebnis war dann also: Es ist eine psychische Störung

    Ich fand das niederschmetternd. Es war Beleg dafür, dass der Verdacht, den ich schon bisweilen gehabt hatte richtig war: Es ist etwas, das in meinen Genen liegt, und es ist nichts Gutes.
    Das schlimme daran ist, dass ich feststellen musste, dass gerade das, was ich an mir besonders mochte und das ich auch an anderen Menschen besonders mochte eine Störung ist.
    Welch erschütternde Erkenntnis es doch war, festzustellen, dass mein Idealbild eines Menschen eine Person mit einer psychischen Störung beschrieb!
    Das hat mich nachhaltig verwirrt.

  5. #15
    Tri


    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 14

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    Dem Wort "Störung" darfst du da nicht soviel Bedeutung beimessen. Es ist eine Abweichung von einer künstlichen Norm, einem Mittelwert von dem jeder andere auch in vielen Bereichen abweicht.

    "Es ist etwas, das in meinen Genen liegt, und es ist nichts Gutes"
    Wieso nicht? Wenn du es besonders mochtest, an dir und an anderen, wieso sollte sich diese Bewertung plötzlich ändern?

    Stärken kann man darin schon auch finden. Vielleicht muss man vorher noch etwas an den Schwächen arbeiten um diese mehr sehen und nutzen zu können.

    Klar, ist es scheinbar genetisch. Ein paar Neurotransmitter arbeiten etwas überaktiv, sorgen für geringere Dopamin/Noradrenalin-Spiegel. Aber das ist doch eine minimale Abweichung, kein grundlegender Defekt. Bei jedem mit unterschiedlich starken Auswirkungen, aber das ist verstanden, meist behandelbar und kann dir auch Vorteile bieten, die andere nicht haben und meist auch nie erreichen können. Im Idealfall kannst du die Schwächen minimieren und deine Stärken trotzdem behalten, das sind doch gute Aussichten

    Ich denke manchen fehlen einfach ein paar Beispiele und Vorbilder. Seht euch Promis an die es auch geschafft haben mit ADHS, oder trefft nette Leute in Foren und Selbsthilfegruppen, die es größtenteils ja auch erfolgreich durchs Leben schaffen. Und bedenkt dass nicht jeder ohne ADHS automatisch ein unkompliziertes, glückliches Leben hat. Und diese Aussagen sind nichtmal so ADHS-spezifisch, in der Psychosomatik denken die meisten erstmal so, aber da hab ich viele vernünftigere Menschen getroffen als hier draussen so rumlaufen. Die meisten waren einfach sensibler als die große Masse.

  6. #16
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 67

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    Hallöle. Also ich war ziemlich am Ende.
    und habe es dummerweise sehr lange verdraengt. Anstatt das beste daraus Zu machen, habe ich mir eingeredet, dass ich es nicht habe.

    Durch die Verdraengung und auch die fehlende Behandlung in meiner Jugend habe ich viel mitgemacht und Ängste wie Prüfungsangst entwickelt.

    Joa und als ich beschloss, dass Abitur nach zu holen, holte die Diagnose mich wieder ein.

    Momentan muss ich Medis nehmen um wenigstens am Unterricht teil zu nehmen.

    Aber ich bin mittlerweile sehr froh, dass ich so bin wie ich bin.
    Nur mein Partner nervt es manchmal, wenn ich den Satz nicht richtig beende oder nicht zu höre.

    Grüße Lumpi

  7. #17
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 268

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    Tri schreibt:
    "Es ist etwas, das in meinen Genen liegt, und es ist nichts Gutes"
    Wieso nicht? Wenn du es besonders mochtest, an dir und an anderen, wieso sollte sich diese Bewertung plötzlich ändern?
    Früher dachte ich immer, die Leute finden Verhalten von mir schlecht, das in Wirklichkeit gut ist. Ich fand solches Verhalten ja auch bei anderen gut. Daher glaubte ich, eines Tages ein Umfeld für mich finden zu können, wo ich hingehöre, wo die anderen gut finden, was ich gut finde. Die Erkenntnis, eine ADHSlerin zu sein, machte mir klar, dass ich da ewig suchen kann, weil mein Verhalten in genau den Bereichen eben gestört und nicht gut ist.
    Beispiele:
    Wunderbare Sprudelgedanken = Gedankenchaos
    Angenehmes assoziatives Vielreden = Sprechdurchfall
    sofort sagen, was mir in den Sinn kommt = andere Leute nicht ausreden lassen und diese dadurch schlecht behandeln
    große Risikobereitschaft = Übermut und Leichtsinn
    schnelles spontanes Handeln = Impulskontrollstörung
    usw.
    Auch zu erfahren, dass andere mit ADHS oft auch nicht gut fanden, was ich immer so gut gefunden hatte, ja, dass sie sogar Therapien dagegen machen, machte es noch schlimmer. Es zeigte mir, dass ich auch unter Meinesgleichen weiterhin nervig bin und dass ich ewig suchen kann und niemals eine Gemeinschaft finden werde, in der es alle z.B. schön finden, einander nicht ausreden zu lassen, sondern immer gleich zu sagen, was sie grad denken.

    Erst kürzlich wieder wurde mein Verhalten wieder wie folgt kritisiert: "Dieses Zerfasern und kleinteilig werden, auf Nebenstränge führen, nicht an der Sache bleiben und dadurch das Thema aufweichen und die Leute wegzuführen, das ist nicht hilfreich."

  8. #18
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 318

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    Erstens:
    Ich habe mich erleichert gefühlt. Für das, was ich auch mit größter Mühe nicht auf die Reihe gekriegt habe, gab es endlich eine Erklärung. Ich wusste endlich, woran es liegt, dass ich "so" bin.
    Die Etiketten aus meiner Kindheit/ Jugend (faul, egoistisch, schwer von Begriff, unordentlich, arrogant und noch viele mehr) kann ich erst mal hinter mir lassen. Ich weiß wie ich "ticke" und kann mich in einem gewissen Rahmen darauf einstellen.

    Zweitens:
    Das ganze Gegenteil von erleichtert (ich finde gerade gar kein Wort dafür)
    Ich habe alles gelesen, was ich finden konnte, Ratgeber, Strategien, hatte dann auch eine Weile einen sehr guten Coach, aber: Ich schaffe es nicht aus der Welt. Es ist für immer.
    Es gibt ein paar Ziele, die ich mir jetzt nicht mehr zutraue und es wird immer wieder Pannen geben oder peinliche Situationen, denn auch das beste Medikament wird keinen anderen Menschen aus mir machen. Und ich erlebe trotz aller Strategien immer wieder, dass ich Dinge nicht schaffe, obwohl ich "eigentlich" weiß, wie ich es machen müsste.

    Drittens:
    Woran ich vor und kurz nach der Diagnose noch gar nicht gedacht habe: Ich muss mich immer wieder mit mir selbst auseinandersetzen, ich kann nicht einfach so in den Tag rein und vor mich hin leben.
    Lernen, was ich gut kann, wovon ich mich besser fernhalte, aber auch was mich glücklich macht und was mir wirklich wichtig ist.
    Den Moment genießen, auf meine Kräfte vertrauen (OMG das klingt alles nach einem Spruch auf so einem Poster mit kitschigem Sonnenuntergangsfoto) und Gelassenheit, wenn es mal wieder - fast jeden Tag - nicht so läuft wie gedacht.
    Und ich glaube, das ist für mich das eigentlich positive: Ich habe ein Leben, das nicht annähernd so ist, wie ich es mir vorgestellt habe oder wie man es hätte planen können, aber ich glaube, ich bin inzwischen mit mir und meinem Leben sehr glücklich.

  9. #19
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 114

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    Gianna schreibt:
    Wie macht ihr das, dass ihr die Diagnose so positiv nehmen könnt?
    Ach, das geht ganz einfach:

    1) Vor der ADHS-Diagnose sollte man sich jede Menge anderer Diagnosen geben lassen, bei denen man sich, wenn man nach Erhalt darüber im Web recherchiert, denkt: "Aber so bin ich nicht ... zumindest will ich so nicht sein." "Schiziode Persönlichkeitsstörung mit Borderline-Symptomatik" hatte ich zum Beispiel. Auch ohne Diagnose solle man es mal probiert haben: Also man lässt sich vom Psychiater erklären, dass das, was man beschreibt gar nicht sein kann und dieser gibt einem dann ein Rezept mit und man stellt zu Hause angekommen beim googeln fest, dass es sich beim verordneten Medikament um ein Neuroleptikum handelt und fragt sich: "Hä wieso?! Ach, vermutlich, weil ich Symptome geschildert habe, die es bekanntlich nicht geben kann ..."

    ... dann empfindet man die ADHS-Diagnose als positiv, allein schon weil man endlich mal das Gefühl hat, "ja, das passt".

    2) Ich habe mich immer dann zu einer psychologischen Diagnostik schicken lassen, wenn bei der Psychotherapie nichts weiter ging und auch der Therapeut nicht weiter wusste. Auf den psychologischen Befunden stand dann als einzige Handlungsempfehlung immer: "Eine Fortsetzung der Psychotherapie ist dringend zu empfehlen."

    Auch das führt dazu, dass die ADHS-Diagnose als positiv empfunden werden kann, weil sie Behandlungsmöglichkeiten eröffnet, die man noch nicht hatte.

    3) Man sollte vor der Diagnose Psychotherapien bei Therapeuten machen, die ADHS nicht kennen, und von denen man nie verstanden worden ist. Wenn man dann zu einem selbst von ADHS betroffenen Psychiater geht, fühlt es sich so gut an endlich verstanden zu werden.

  10. #20
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 268

    AW: Wie habt ihr euch nach der Diagnose gefühlt?

    Vor meinem Adhs-Verdacht hatte ich mich nie für in irgendeiner Form psychisch krank gehalten und daher auch
    keine Diagnosen bekommen. Die hatten dafür die Menschen, die ich besonders mochte.
    Die Diagnose bekam ich zwar dann zweimal nicht, aber es gab dann auch keine andere Diagnose. Erst beim dritten Anlauf bekam ich eine Diagnose und das war ADHS.
    Vorher war ich nur auf der Suche, was mich zur Außenseiterin gemacht haben könnte.
    Ich wollte eine Antwort, aber hatte nicht mit dieser gerechnet. Die Antwort hatte ich eher bei den anderen, bei meinem Umfeld gesucht.
    Der Adhs-Verdacht kam mir in den Sinn, als ich nach dem Wort "Hyperfokus" im Internet suchte. Das war das Wort, das ich mir für diesen Zustand überlegt hatte und ich wollte mal sehen, ob es das Wort gibt.
    Die Antwort war, naja, erschreckend.
    Dann fiel mir noch etwas auf. Ich hatte zuvor öfter mal zufällig in Adhs-Foren gelesen, aber ohme gemerkt zu haben, dass es da um ADHS geht. Ich las immer nur interessante intellegente Texte dort und achtete nicht auf den Kontext. Erst mit diesem neuen Verdacht merkte ich das.
    Und dann gab ich es ein in die Suchmaschine :"Adhs Außenseiter".
    Und da hatte ich sie dann, die Antwort auf meine lange Suche. Als ich dann Adhs und Mobbing eingab ging es weiter.
    Es lag und liegt also wirklich an meinen Genen.
    Das war so eine bittere Erkenntnis! Die Kinder in der Schule die mich Kindibehindi genannt hatten hatten Recht. Ich habe wirklich eine Behinderung. Sie hätten nicht so fies sein müssen aber inhaltlich hatten sie tatsächlich Recht.

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