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Diskutiere im Thema Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 159

    Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Wie schon an anderer Stelle geschrieben, fresse ich mich gerade durch die Werke von C. Neuhaus und beginne zu begreifen, was eine AD(H)S-Persönlichkeit alles ausmachen kann.

    Was ich da lese ist mir durchaus unangenehm. Ich finde, die AD(H)S-Persönlichkeit hat sehr viele sehr kindisch anmutende Züge. Und ja, leider bin das ich.

    Jetzt hadere ich ein wenig mit meinem Schicksal, denn _so_ ein Mensch möchte ich eigentlich nicht sein.

    Nun gut, ein wenig Hoffnung habe ich schon noch, dass ich auch an mir arbeiten kann. Genug Fachliteratur gibt es ja.

    Gleichzeitig frage ich mich, was mir wegen dieser AD(H)S-Persönlichkeitszüge im Leben eigentlich entgangen ist, also wie sich ein "normales" Leben überhaupt anfühlt.

    Bekommt man da Einblicke, wenn man Medikamente nimmt?

    Also versteht man dann besser, wie es eigentlich laufen sollte?

    Wirken die Medikamente auch auf die Emotionen und Impulse?

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Hallo Zebramama,

    zuerst möchte ich dich beruhigen, es gibt sehr viele Möglichkeiten was zu tun.

    Selbsterkenntnis ist der erst Schritt. ADHSler sind nicht einfach, manchmal kindisch, das sollte man zu kontrollieren lernen (und es geht, habe ich selbst geschafft).

    So wie du fühlte ich mich auch als ich die Bücher von Frau Neuhaus las - besonders das "Lass mich, doch verlass mich nicht".
    Ich hatte so ein schlechtes Gewissen was ich meiner Umgebung mit meiner schrecklichen Art alles antue. Ich war teilweise den Tränen nahe und musste das Buch weglegen. Und ich fühlte mich hundeelend.
    Auch wenn ich damit jetzt evtl. mal wieder einen Shitstorm auslöse: Ich halte die Bücher von Frau Neuhaus nicht für sehr zielführend wenn es um die Behandlung geht. Als Einstieg ok, um seinen Verdacht bzw. die Diagnose des Arztes etwas zu festigen und noch ein paar Hintergrundinfos zu erhalten für die der Arzt keine Zeit hat.
    Es werden aber eine Unmenge von schlechten Eigenschaften von ADHS aufgezählt die besonders den sensiblen sehr zusetzen können.
    Des Weiteren gehören die meisten Werke von Frau Neuhaus zu den älteren Semestern (Lass mich doch verlass mich nicht ist inzwischen 12 Jahre alt) - die Forschung ist schon viel weiter fortgeschritten und die Erkenntnislage ist inzwischen eine ganz andere wie vor 10 Jahren.

    Ich würde dir eher raten dauerhaft auf andere Autoren umzusteigen oder sich mal im inzwischen auch sehr großen Angebot aus Büchern zum Thema "Hochsensibilität" umzuschauen.

    Ich würde dir folgendes raten:
    Vorsichtige Einstellung auf MPH - nicht mit zu großen Dosen beginnen (Erwachsene brauchen oft nur einen Bruchteil der Kinderdosis weil ihr Stoffwechsel langsamer ist).
    Eine anständige Psychotherapie machen bei einem Therapeuten der schon mal was von ADHS gehört hat.
    Im Umfeld für Verständnis und Unterstützung werben (auch wenn das nicht immer leicht ist).
    Evtl. den Kontakt zu Gleichgesinnten suchen z.B. bei einer Selbsthilfegruppe. Da sieht man dass nicht alle ADHSler nervige Monster sind, sondern es total viele, total liebe und nette Menschen gibt.

    Die Tabletten wirken auf jeden Fall auf die Impulsivität dadurch kann man manche Situation aus einem anderen Blickwinkel betrachten.
    Auch werden dir manche Sachen klarer bzw. du reagierst nicht mehr so emotional.
    Auf jeden Fall ist aber eine begleitende Psychotherapie sinnvoll mit der du an deinen Problemen arbeiten kannst.

    Das die Tabletten einen Schalter im Gehirn umlegen der dir mit einem Mal zeigt wie es "richtig" zu laufen hat kann ich jetzt nicht bestätigen.
    Das ist alles ein Lernprozess, du hast es bis jetzt Jahre oder gar Jahrzehnte auf eine gewisse Weise gemacht, also kann man nicht erwarten dass es auf einmal ganz anders ist.

    Wünsche dir alles Gute
    Suslein

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 390

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Hallo,

    Zebramama schreibt:

    Jetzt hadere ich ein wenig mit meinem Schicksal, denn _so_ ein Mensch möchte ich eigentlich nicht sein.
    Da bist du mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die einzige Betroffene. ADS hat bei mir sehr viele negative Folgen gehabt, wie Mobbing (Grundschule, Ausbildung, Beruf), das Gefühl der Einsamkeit, des Nicht-Verstanden-Seins, die heftigen depressiven Tiefs, die miserable berufliche Situation, die heftigen Auseinandersetzungen mit manchen Menschen (Eltern, Ehemann, Kollegin, die mich gemobbt hat, Professoren in der Uni, usw.).

    Aber mit der Erkenntnis, dass ich möglicherweise wie mein Sohn, meinen Vater an einer Erkrankung leide, die im Grunde behandelbar ist (Medikamente, Psychotherapie) hat sich endlich ein Fenster geöffnet.

    Ich bin allerdings davon überzeugt, dass mein zukünftiger Weg nicht leicht wird, dass ich also nie ein normales Leben führen werde. Mit dieser Erkenntnis hadere ich sehr.

    Noch schwieriger ist allerdings, dass ich seit Monaten keinen Arzt und Psychotherapeuten finde, die sich mit Diagnose und Therapie auskennen.

    Gleichzeitig frage ich mich, was mir wegen dieser AD(H)S-Persönlichkeitszüge im Leben eigentlich entgangen ist, also wie sich ein "normales" Leben überhaupt anfühlt.
    Das frage ich mich auch. Im Leben der "Anderen" scheint alles so leicht zu sein und bei mir ist seit der Kindheit alles so schwer...

    Für die Medis kann ich dir leider nicht antworten, da ich leider noch keinen ADHS Arzt habe (lebe in einer ADHS Öde).

    Sicher ist: die Medis können leider was in der Vergangenheit versäumt, verfehlt, erlitten wurde, nicht rückgängig machen. Gab es Probleme wie traumatische Erlebnisse in der Kindheit (verbale und körperliche Gewalt, Mobbing in der Schule, Schulversagen), Eheprobleme, Depressionen, usw. können Medis wie MPH wahrscheinlich allein nicht helfen. Eine Psychotherapie bei einem Psychotherapeuten, bei dem man sich angenommen/verstanden/respektiert fühlt und mit dem man eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen kann, halte ich für unerlässlich. Ich habe meinen aktuellen Therapeuten übrigens dank Jameda gefunden, nach 2 vorherigen missglückten Versuchen mit 2 Therapeutinnen (bei der 1. spreche ich sogar von Re-Traumatisierung). Mein Therapeut sagte übrigens selber, viele Psy seien selber neurotisch...

  4. #4
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 390

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Hallo Susi,

    Susilein schreibt:
    Des Weiteren gehören die meisten Werke von Frau Neuhaus zu den älteren Semestern (Lass mich doch verlass mich nicht ist inzwischen 12 Jahre alt) - die Forschung ist schon viel weiter fortgeschritten und die Erkenntnislage ist inzwischen eine ganz andere wie vor 10 Jahren.
    Ihr letztes Buch "ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen" ist 2016 erschienen. Es dient aber sicher nicht der Therapie, sondern der (Selbst)-Erkenntnis über dieses weiterhin in Ärzten-/Psychotherapeuten und leider auch Erziehungskreisen wenig bekannten Störungsbild.

    Für eine Therapie sind Bücher wie das Buch von Dr. d´Amelio und Kollegen m.E. viel besser geeignet:

    https://www.amazon.de/gp/product/317...?ie=UTF8&psc=1

    Ich würde dir eher raten dauerhaft auf andere Autoren umzusteigen oder sich mal im inzwischen auch sehr großen Angebot aus Büchern zum Thema "Hochsensibilität" umzuschauen.
    Welche Bücher würdest du empfehlen?

    Eine anständige Psychotherapie machen bei einem Therapeuten der schon mal was von ADHS gehört hat.
    Den muss man zuerst finden...

  5. #5
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Hallo Yasemine,

    bewusst habe ich "die meisten" geschrieben.
    2016 kam eine neues Buch von Frau Neuhaus, davor gab es aber lange keines. Das letzte (lt. Amazon) ist aus 2009 - und auch das ist beim Thema ADHS höchstens noch Mittelalter...
    Jeder hat so seine Vorlieben was die Autoren anbelangt und Zebramama machte in ihrem Eingangspost einen sehr niedergeschlagenen Eindruck und hat mich stark an mich selbst erinnert. Mir haben die Bücher von Frau Neuhaus definitiv nicht gut getan und darum wollte ich Zebramama darauf aufmerksam machen dass empfindliche Seelen sich schon von soetwas wie einem hart geschriebenen Buch ziemlich drucheinanderbringen lassen können.

    Bücher zum Thema Hochsensibilität würde ich folgende empfehlen:

    Wers gerne wissenschaftlich mag: alle Bücher von Elaine Aron. Wobei ich die Übersetzung etwas schleppend zu lesen finde.
    Wer ein eher esoterisches Buch bevorzugt: Hochsensibel, was tun? von Sylvia Harke
    Für Alltagsprobleme finde ich dieses hier ganz nett: Hochsensibel durch den Tag von Sabine Dinkel

    Als ADHS-Literatur würde ich noch empfehlen:
    ADHS - die Einsamkeit in unserer Mitte von Karsten Dietrich. Eher ein Fachbuch aber die Zusammenhänge sind sehr gut, auch mit Bildern, beschrieben - für mich das beste Buch zum Thema das ich gelesen habe.
    ADHS - Erfolgreiche Strategien für Kinder und Erwachsene von Astrid Neuy-Bartmann

  6. #6
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 390

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Hallo Susi,

    Susilein schreibt:
    2016 kam eine neues Buch von Frau Neuhaus, davor gab es aber lange keines. Das letzte (lt. Amazon) ist aus 2009 - und auch das ist beim Thema ADHS höchstens noch Mittelalter...
    Ich kaufe deshalb auch bewusst nur neuere Ausgaben, denn die Kenntnisse ändern sich auf dem Gebiet so schnell (leider aber nicht in den Köpfen der meisten Menschen und vieler Fachleuten).


    Bücher zum Thema Hochsensibilität würde ich folgende empfehlen:

    Wers gerne wissenschaftlich mag: alle Bücher von Elaine Aron. Wobei ich die Übersetzung etwas schleppend zu lesen finde.
    Wer ein eher esoterisches Buch bevorzugt: Hochsensibel, was tun? von Sylvia Harke
    Für Alltagsprobleme finde ich dieses hier ganz nett: Hochsensibel durch den Tag von Sabine Dinkel
    Danke. Da mein Psychotherapeut mir schon 2 Mal gesagt hat, dass ich hochsensibel sei, werde ich mich diesem Thema irgendwann widmen. Wobei ich bereits Bücher über Hochbegabung und Hochsensibilität auf meiner "Möchte-gerne-lesen"-Liste habe.Vorher muss ich allerdings die Bücher über ADHS, Gluten/Weizen, Vitamin D, usw. lesen!

    Als ADHS-Literatur würde ich noch empfehlen:
    ADHS - die Einsamkeit in unserer Mitte von Karsten Dietrich. Eher ein Fachbuch aber die Zusammenhänge sind sehr gut, auch mit Bildern, beschrieben - für mich das beste Buch zum Thema das ich gelesen habe.
    ADHS - Erfolgreiche Strategien für Kinder und Erwachsene von Astrid Neuy-Bartmann
    Danke. Frau Neuy-Bartmann wird bald eine 6.Auflage ihres Buches veröffentlichen:

    http://www.beck-shop.de/fachbuch/les...xcerpt_009.pdf

    Diese Leseprobe hört sich sehr gut an. Zuerst muss ich aber den Ratgeber von Krause und die 3 Bücher von Doris Ryffel-Rawak lesen. Von Neuy-Bartmann habe ich kein Buch gelesen, glaube ich.

    Allgemein: ideal ist, wenn man einen auf AD(H)S spezialisierten Arzt und Psychotherapeuten gefunden hat. Bücher können sicher helfen, aber eine Therapie nicht ersetzen. Aber hier liegt der Hacken für viele Erwachsene: eben den richtigen Therapeuten finden.
    Geändert von Yasmine (19.11.2017 um 16:14 Uhr)

  7. #7
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 441

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Ich finde das Buch "ADS - das kreative Chaos" von Beerwarth am besten zum "Postivsehen von ADS", ohne dass es verharmlost ...

    Aber ja, als ich erfuhr, dass mein Sohn/meine Söhne und letztendlich ich AD(H)S haben, hat mich die Lektüre von ADS-Büchern/artikel, sogar Forumberichten zuerst ganz schön runtergezogen, da muss man aufpassen, dass man nicht nur die Schwächen sieht, die doch überdurchschnittlich vorhanden/gesehen werden.

    Mit ein bisschen Abstand sehe ich die positiven Aspekte wieder viel stärker, nein, mein Leben war /ist toll, aber deutlich anders als das von Nicht-ADHSlern ... Nicht einfach, aber doch schillernder, und nicht kindisch, sondern oft schön kindlich ...

  8. #8
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 390

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Lydia schreibt:
    Aber ja, als ich erfuhr, dass mein Sohn/meine Söhne und letztendlich ich AD(H)S haben, hat mich die Lektüre von ADS-Büchern/artikel, sogar Forumberichten zuerst ganz schön runtergezogen, da muss man aufpassen, dass man nicht nur die Schwächen sieht, die doch überdurchschnittlich vorhanden/gesehen werden.
    .
    Ganz schlimm war für mich die Erkenntnis, dass AD(H)S unbehandelt das Risiko für Substanzmißbrauch, Kriminalität , usw. erhöhen kann. Jetzt verstehe ich, warum die Ärzte/Psychologen mir dringend Ritalin empfahl, denn Verhaltensstörungen wie oppositionelles Trotzverhalten erhöhen noch diese Risiken!

    Ja, unsere AD(H)S Küken haben ganz klar ihre Stärken (spontan, kommunikativ, begeisterungsfähig, energiegeladen, kreativ, neugierig, usw.), aber diese positiven Seiten sah nur ich, die Umgebung (Mitschüler, Schwiegerfamilie vor Allem, Bekannten) sahen nur die negativen Seiten...

  9. #9
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 441

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Yasmine schreibt:
    Ganz schlimm war für mich die Erkenntnis, dass AD(H)S unbehandelt das Risiko für Substanzmißbrauch, Kriminalität , usw. erhöhen kann. Jetzt verstehe ich, warum die Ärzte/Psychologen mir dringend Ritalin empfahl, denn Verhaltensstörungen wie oppositionelles Trotzverhalten erhöhen noch diese Risiken!

    Ja, unsere AD(H)S Küken haben ganz klar ihre Stärken (spontan, kommunikativ, begeisterungsfähig, energiegeladen, kreativ, neugierig, usw.), aber diese positiven Seiten sah nur ich, die Umgebung (Mitschüler, Schwiegerfamilie vor Allem, Bekannten) sahen nur die negativen Seiten...

    Oh ja ... Mir wird das Herz ganz schwer, wenn ich daran zurückdenke, wie meine Jungs immer wieder aufgelaufen sind, dabei haben sie ein Herz aus Gold ... Und man kann als Mutter nicht alles auffangen ... Zum Glück haben wir in unserer Familie sehr viel Humor ... Das trägt manchmal weiter.

    Ich sage ihnen/mir oft: Wir sind normal, die anderen sind langweilig ... Eigentlich tun sie mir leid, seht ihr die so oft lachen wie wir? Im Ernst ...

    Aber ich weiß, was du meinst. V.a. das oppositionelle Trotzverhalten, das negativ die Zukunft verstärken soll, das macht mir bei meinem Kleinen auch Sorge ... Ich versuche sie zu loben wo es nur geht. Aber auch mich, dass ich es gut mache, denn ich stecke auch viel ein. Schlechte Erziehung, das ist ein Triggerwort bei mir geworden. Da werde ich zur Löwin ...

  10. #10
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 390

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Lydia schreibt:
    Oh ja ... Mir wird das Herz ganz schwer, wenn ich daran zurückdenke, wie meine Jungs immer wieder aufgelaufen sind, dabei haben sie ein Herz aus Gold ...
    Ja, ein Herz aus Gold, das hast du so schön gesagt, dass ich jetzt Tränen in den Augen habe. Meine Schwägerin (sie hat ihn geohrfeigt, als er 7-8 Jahre alt war), mein Schwager (Bruder meines Mannes, der übrigens auf dessen Karriere offensichtlich eifersüchtig ist) und meine Schwiemu sahen in ihm nur der "aufsässige" Bube, der "nur macht, was er will, nicht gehorcht" (Oh Ton meiner Schwiemu), haben das oppositionelle Trotzverhalten durch ihre verbale und körperliche Gewalt nur noch verstärkt, bis ich eines Tages Zeugin einer Szene war, die mir eindeutig gezeigt hat, dass mein Kind (8 Jahre alt) zum Sündenbock geworden war. An diesem Tag wurde er wie ein Hund von Schwägerin und Schwiemu angeschrien, obwohl er ganz friedlich allein spielte. An diesem Tag habe ich die Entscheidung getroffen, ihm den Besuch auf den Bauernhof zu verbieten, um ihn vor dieser Gewalt zu schützen.

    Und man kann als Mutter nicht alles auffangen ... Zum Glück haben wir in unserer Familie sehr viel Humor ... Das trägt manchmal weiter.
    Ja, Humor hilft ungemein. Die Famillie meines Mannes hat leider keins (bis auf den Schwiepapa, mit dem ich mich recht gut verstehe).

    Ich sage ihnen/mir oft: Wir sind normal, die anderen sind langweilig ... Eigentlich tun sie mir leid, seht ihr die so oft lachen wie wir? Im Ernst ...
    Das sage ich mir übrigens auch oft!

    Aber ich weiß, was du meinst. V.a. das oppositionelle Trotzverhalten, das negativ die Zukunft verstärken soll, das macht mir bei meinem Kleinen auch Sorge ... Ich versuche sie zu loben wo es nur geht.
    Wie die Hyperaktivität vergeht das oppositionelle Trotzverhalten mit der Pubertät. Ab 11-12 wurde es immer leichter. Gestern nahm mich mein Großer (jetzt 15) in den Arm, nachdem ich nach einem Streit mit meinem Mann gestritten hatte. Er ist seit dem 9.Lebensjahr leider im Internat, fühlt sich aber im 2.Internat offensichtlich wohl und unsere Beziehung hat sich mit den Jahren immer mehr gebessert. Die ganzen großen Krache sind passe (naja, manchmal kann er wieder mal "spinnen", zeigt aber viel früher Einsicht als vorher) und ich bin mittlerweile stolz auf ihn.


    Aber auch mich, dass ich es gut mache, denn ich stecke auch viel ein.
    Ich kann dir nach 15 Jahren sagen: 99,99% der Erziehungslast habe ICH getragen! Aber auch das Positive (Freibad/Hallenbad-Besuche, Skiausflüge, Kindergarten-/Schulfeier) hat mein Mann verpasst.

    Schlechte Erziehung, das ist ein Triggerwort bei mir geworden. Da werde ich zur Löwin ...
    Oje, ich spreche gar nicht drüber, weil ich weiß, dass solche Vorurteile in den Köpfen vieler Menschen noch fest verankert sind und dass sich das lange nicht ändern wird. Im Moment denke ich eher darüber nach, meine Energie in eine SHG für Mütter von AD(H)S Kindern zu stecken, da ich weiß, wie verdammt allein man sich in dieser besch*** Situation fühlt.

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