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Diskutiere im Thema Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 390

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Denker23 schreibt:
    Auch das "Zwanghaft zerstreut" ist ein "altes" Buch und dennoch finde ich das es sehr viel zum Verständnis der Probleme und deren Lösungsansätze beiträgt.
    Mir hat dieses Buch buchstäblich die Augen über meine vermutliche ADS geöffnet. Hätte ich es nicht gelesen, hätte ich wahrscheinlich die Diagnose abgelehnt, wenn sie vorher von einem Arzt gestellt worden wäre.

    Allerdings würde ich es auch schön finden wenn Frau Neuhaus ein "Therapie" Buch schreiben würde. Also eins was sich intensiver mit ihren Lösungsvorschlägen beschäftigt.
    Ich auch. Ich werde mir die Bücher von Helga Simchen zu diesem Zweck kaufen.

    C.N hat ein neues Therapiebuch für Kinder/Jugendlichen (bzw ihre Eltern) veröffentlicht:

    https://www.amazon.de/Neuropsychothe...a+neuhaus+adhs


    Für mich ist es jedoch wirklich von zentraler Bedeutung zu verstehen wie wir Betroffene auf andere wirken, weil ich denke das wir nur aus dieser Einsicht in der Lage sind unser Verhalten zu verändern. Natürlich haben wir (jeder individuell seine) ADHS Probleme, aber richtig leiden tun wir doch unter den Ausgrenzungen und Verletzungen die wir dadurch im Umgang mit anderen Menschen erleben oder verursachen. Ist jedenfalls meine Ansicht.
    Genau. Und das Problem ist eben, dass ein ADSler eben nicht einsehen kann, wie sein Verhalten auf andere wirkt. Daher bringt ein ADS Kind seine Eltern täglich bis zu Weißglut, während ein normales Kind längst verstanden hätte, dass es die Grenzen des Ertragbaren überschritten hat und lieber jetzt aufhören sollte, bevor er die unangenehmen Folgen dieser Überschreitung spürt.

  2. #22
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 390

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Liebe Finckla,

    finckla schreibt:
    L
    Da habe ich, als selbst ADS-betroffene alleinerziehende Mutter, mich an das
    Jugendamt gewandt und wir bekamen darüber eine "sozialpädagogische Familienhelferin",
    die erst 2x/Woche, dann wöchentlich einmal in die Familie kam
    und genau die gleichen erzieherischen Maßnahmen an die Kinder vermittelte,
    wie ich es (erfolglos) versuchte.
    Und genau die habe ich beim Jugendamt beantragt und nie bekommen! Die Antwort des Kinderpsychiaters damals: "zu teuer!". Dann hieß es (Kollegin in der stationären Kinderpsychiatrie): Internat. Kosten: 400 €/Monat, die wir selbst tragen müssen, weil mein Mann gut verdient.
    Ich hätte mir eine Austauschsmöglichkeit, wie es unser Forum bietet,
    damals gewünscht, um praktischen Ideen anderer Eltern zu erfahren.
    Denn auch gute ADS-Therapeuten sind immer irgendwie aussen vor
    und haben keinen wirklichen Einblick in den tatsächlichen Alltag einer AD(H)S-Familie.
    Gute Techniken lassen sich da oft nicht so wirklich umsetzen
    und bringen dadurch sogar noch mehr Druck für alle betroffenen herein.
    Ja, das stimmt.Diese logischen Konsequenzen, Belohnungspläne usw., damit hatte ich Probleme, das in der Praxis umzusetzen, weil ich niemand an meiner Seite hatte, um mir dabei zu helfen. Deswegen hätte ich mir ein auf ADHS spezialisierter Coach gewünscht (Sozialpädagoge oder Kinderpsychologe), der mich da Stück für Stück, Woche für Woche, unterstützt hätte. So was es übrigens, als mein Sohn unter Regulationsstörungen litt: der in der Münchner Sprechstunde für Schreibaby (Prof.Papousek) ausgebildeter Kinderpsychologe kam alle 2 Wochen zu mir und erklärte mir vor Ort (zu Hause!), wie ich mit meinem Kind besser umgehen könne. Das hat wunderbar funktionniert, nach nur 3 Besuchen war der Spuk vorbei.

    Mit ADS habe ich mich von Anfang an komplett allein gefühlt. Und unsere Ehe und Familienleben ist fast an dieser Belastungsprobe zerrissen worden.

  3. #23
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 390

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    finckla schreibt:
    Und für alle Eltern,

    die ihre Kinder in ein Internat geben möchten,
    was ich sehr empfehlenwsert finde,
    gerade wenn noch weitere Kinder von selbst betroffenen Eltern
    selbständig "gecoacht" werden müssen,
    möchte ich diese Schule empfehlen:

    Willkommen - HEBO Privatschule Bonn | ADHS Betreuung Versetzung Schulabschluss
    Es gibt viel zu wenig solche Schulen/Internate für ADS Kinder!

    Ich kann aus eigener, leidvoller Erfahrung berichten, dass ADS Kinder in normalen Internaten/Schulen untergehen können, weil man ihnen nicht die spezielle Hilfe anbietet, die sie benötigen.

    So machte mein Kind in der 7.Klasse das ganze Jahr lang keine Hausaufgaben, weil sich keine Lehrer die Mühe geben wollte, über seine Schulter zu schauen, ob er die HA richtig und vollständig aufgeschrieben hatte und weil die Betreuer nachmittags nur kontrollieren konnten, was im Heft stand, sich aber nie die Frage stellten, warum dieses Kind nie HA hatte.

    Im jetzigen Internat will keiner abends dem Jugendlichen helfen, seinen Schulranzen zu packen, damit er für den nächsten Morgen alle Hefte/Bücher hat.

    Die Internatsleitung antwortete mir, eine intensive Betreuung sei nicht möglich. Der Mathe-Lehrer, er habe keine Zeit am Ende des Unterrichts zu prüfen, ob das ADS Kind seine HA richtig aufgeschrieben habe. Der Deutsch-Lehrer sagte, die Kids müssen im Alter selbstständig werden.

    Was sie aber nicht wissen, weil sie offensichtlich keine Ahnung von ADS haben, ist dass ein ADSler Routineaufgaben nur nach viel Üben automatisieren können. Und eben Probleme mit Planung/Organisation hat und daher hier länger Hilfe braucht als andere Kinder/Jugendliche.

    Und das ist eben das, was mich stört: die ADS als "Behinderung" in manchen Bereichen (Konzentration, Planung/Organisation, Gedächtnis) wird eben nicht als solche anerkannt, sondern die ADS Kinder müssen genauso viel leisten, bzw. werden nach den gleichen Maßstäben behandelt/bewertet wie normale Kinder. Bei Olympia müssten also körperliche Behinderten neben TopAthleten ohne Behinderung kämpfen...einfach absurd und UNGERECHT!

  4. #24
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 441

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Yasmine schreibt:
    Bist du selbst darauf gekommen?

    Habe viele Bücher gelesen, als meine Kinder klein waren und ich ADHS-Verdacht bei ihnen hatte. Da ist mir bei Beerwarth - ADHS - Das kreative Chaos so ein Ahaeffekt gekommen, dass ich da beschrieben werde. Habs aber nicht gleich kapiert. Erst als mein jüngerer, nicht hyperaktiver Sohn Diagnose hatte, da dachte ich: Okay, so kann ADHS also auch aussehen. Klar hab ich das. Hab dann aber noch zwei Jahre gewartet bis zur Diagnose.




    .........

    Die Diagnose ADS wurde aber offensichtlich angezweifelt, denn die stellvertretende Internatsleiterin (selbst Deutschlehrerin) hätte mein Kind im Deutschunterricht beobachtet und dabei keine Unaufmerksamkeit festgestellt...na, amen! Hochbegabtes Kind in seinem Lieblingsfach, noch nie von Hyperfokus beim starkem intellektuellen Interesse gehört! Der Mathe-Lehrer sagte mir übrigens in einer sehr gereizten Stimmung, ADS sei eine Ausrede, mein Kind sei nur stinkfaul...

    Faul, schlecht erzogen, stur, der braucht bloß mal eine drauf, Sie müssen ihn selbständiger werden lassen ...




    Oje du Arme. Bei meinem Sohn war der Rebound extrem. Aber bei Retard Präparaten soll das nicht so schlimm sein. Aber Strattera ist nicht MPH, sondern Atomoxetin, oder?

    Ich gerade Atomoxetin, nachdem ich auf alle möglichen durchprobierten MHP-Produkte auch mit Retard starke Rebounds hatte. Vertrage Strattera aber auch nicht, wie es aussieht ... Puls ist bei 4 mg jetzt innerhalb weniger Tage um 10! höher gegangen, von 70 Durchschnitt auf 80 ... Heute abend 90 ... Dabei ist die Anfangsdosis 40 mg ...





    Der Arme. Bekommt er Strattera? Guafacin? Es gibt es auch Amphetamin.

    Ja. Gerade wird Amphetaminsaft ausprobiert, bei 0,5 ml (entsprechend 2 mg MHP) war er schon überdosiert, wir sind grad bei 0,4, das klappt halbwegs. Wir sind Starkresponder ... Hilft beim Sozialisieren, Konzentration ist weiterhin schlecht, die war unter MHP deutlich besser, aber das hat er halt gar nicht vertragen, Übelkeit, Kopfschmerzen, auch noch nach einem Jahr, und das bei der kleinen Dosis von 2,5 mg ...


    Ich weiß, ich kann keine einzelnen Kästchen quoten, wie geht das ....?

  5. #25
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 836

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Um genau zu sein, bin ich mittlerweile der Meinung, dass mir schlaue, konkrete Tipps gar nichts bringen. Wenn die Lösung nicht von mir kommt, nehme ich sie nicht an...
    Jup, das sehe ich auch so.

    ADHSler können vieles, wenn sie sich dazu (frei) entscheiden. Also nicht weil sie müssen, nur wenn sie es wirklich frei, ohne jeglichen Zwang für sich selbst so wollen. Dazu muss man aber eben auch wissen wie man funktioniert und (noch wichtiger) warum anderes nicht funktioniert.

    Daher sollte man die schlauen Tipps auch nicht als Vorgabe sehen sondern als ein Vorschlag, eine Möglichkeit. Betroffene können von Strukturen und Routinen profitieren, WENN sie als sinnvoll wahrgenommen werden. Dabei müssen die Lösungen durch den Betroffenen entschieden werden. Und das nicht als Zwangswahl aus 3 Möglichkeiten sondern als Ergebnis von vollständig eigenständigen Denkprozessen...

  6. #26
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 878

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Ich habe die Beiträge jetzt nicht gelesen.

    Aber den letzten von Denker und dem kann ich nur voll und ganz zustimmen!!!

    Zum Threadtitel:

    Also, ich tue zwar sehr erwachsene Dinge und habe einen sehr verantwortungsvollen Beruf, aber erwachsen fühle ich mich irgendwie auch nie so richtig. Meine Freundin sagt aber, dass sie mich durchaus als sehr erwachsen wahr nimmt.

    Ich kann aber sehr kindlich sein (oder es fühlt sich nur so an?). Ein Beispiel: Ich habe meiner Freundin ein Geschenk bestellt u hatte gehofft, dass es letzten Samstag, als sie hier war, ankommt. Gegen Mittag klingelte es dann tatsächlich an der Tür und ich hüpfte durch die Wohnung und freute mich wie ein kleines Kind, dass das Geschenk tatsächlich an dem Tag ankam. Meine Freundin freute sich allein deshalb schon sehr über mein Geschenk, weil ich mich so freute. Mich freuen zu können "wie ein kleines Kind" nehme ich aber als etwas sehr positives wahr!
    Geändert von Hyper80 (21.11.2017 um 11:01 Uhr) Grund: Feinschliff

  7. #27
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 150

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Denker23 schreibt:
    Für mich ist es jedoch wirklich von zentraler Bedeutung zu verstehen wie wir Betroffene auf andere wirken, weil ich denke das wir nur aus dieser Einsicht in der Lage sind unser Verhalten zu verändern. Natürlich haben wir (jeder individuell seine) ADHS Probleme, aber richtig leiden tun wir doch unter den Ausgrenzungen und Verletzungen die wir dadurch im Umgang mit anderen Menschen erleben oder verursachen. Ist jedenfalls meine Ansicht.
    Das ist für mich auf jeden Fall das Schlimmste. Es ist aber wirklich sehr schmerzhaft, in den Spiegel zu schauen und ich muss sagen, dass ich mir alles immer ZU sehr zu Herzen nehme und am Ende denke: was für ein schrecklicher Mensch bin ich nur???

    Ich bin jedenfalls dankbar für den Hinweis, dass die Bücher der genannten Autorin sensiblen Menschen sehr zusetzen können. Man muss in den Spiegel sehen, auch wenn es wehtut, nur so kann man seinen Anteil an den Konflikten erkennen und sein Verhalten ändern. Man sollte aber auch davor bewahrt werden, in den Glauben zu geraten, dass man ALLEIN an allem schuld sei und die schlimmsten Eigenschaften hätte - nicht-ADHSler tragen ihren Teil fast IMMER zu den Konflikten bei, nur haben sie das dicke Fell und ihr erwachsenes Verhalten um nicht zu sagen: ihre Masken (!), sodass sie den Konflikt und ihre eigene Schuld schön herunterspielen und leugnen oder gar weglügen können.

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