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Diskutiere im Thema Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 390

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Susilein schreibt:
    ADHS - Erfolgreiche Strategien für Kinder und Erwachsene von Astrid Neuy-Bartmann
    Vielleicht ist dieses Buch von Helga Simchen auch ein Versuch wert:

    https://www.amazon.de/AD-Selbsthilfe...cm_wl_huc_item

  2. #12
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 441

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Ich könnte eine solche SHG brauchen :-) Wohnst du zufällig in Süddeutschland?


    ach ja: Was du schreibst: Du hast das gut gemacht, du machst das gut und ich freue mich für dich, dass dein Sohn sich so schön entwickelt hat! Größte Freude für eine Mutter ...

  3. #13
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 390

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Lydia schreibt:
    Ich könnte eine solche SHG brauchen :-) Wohnst du zufällig in Süddeutschland?
    Ja (mehr per PN). Ich möchte diese Gruppe gerne gründen, habe allerdings Angst vor der Verantwortung. Eine Gruppe hat sich in der Nähe (3/4 Std Autofahrt) leider vor Kurzem aufgelöst, die betroffenen Mütter hier sind komplett isoliert. Für Ärzte/Psychologen waren ich und mein Sohn nur eine Nummer (das sagte mir übrigens die Leiterin einer ex-SHG am Tel., als ich ihr über meine haarsträubenden Erfahrungen mit inkompetenten Assistenzärzten im SPZ, inkompetenter Kinderpsychologin in der Kinderpsychiatrie:" Im SPZ bist du nur eine Nummer!"). Tja, mit meinem aktuellen Wissen würde ich alles von Anfang an machen ( kein SPZ, keine stationäre Kinderpsychiatrie, sondern gleich ein auf ADHS spezialisierter Arzt/Psychologe). Allerdings hatte ich mit meinem Mann, der offensichtlich selbst betroffen ist und der Diagnose und Mitarbeit verweigert hat, auch nicht gerade die besten Karten in der Hand, um meinem Kind zu helfen.

    Ich habe aber auch durch mein eigenes impulsives Überreagieren viel zur Katastrophe beigetragen.

    Leider haben viele Fachleute bis jetzt nicht verstanden, dass oft ein Elternteil oder wie in unserem Fall beide Elternteile betroffen sind und dass in solchen Fälle eine Familientherapie angebracht wäre. Aber es wird nur das Kind therapiert, kommt ein Elternteil nicht zu den Terminen mit, macht nicht mit (Elterntraining), dann passiert rein gar nichts. Ich bin nach wie vor davon überzeugt: hätte Ärzte und Psychologen im SPZ meinen Mann gesehen und ihn erklärt, warum unser Sohn so tickt (den Aha Effekt hatte ich im Elterntraining, als die Psychologinnen uns erklärte, dass der prefrontale Kortex unterfunktioniert), welche Lösungen es gibt (Ritalin, Elterntraining, evtl. Familientherapie mit intensivem Coaching), hätte mein Mann vielleicht mitgemacht und wir hätten die Verhaltensstörungen, die Ehestreite in den Griff bekommen.


    ach ja: Was du schreibst: Du hast das gut gemacht, du machst das gut und ich freue mich für dich, dass dein Sohn sich so schön entwickelt hat! Größte Freude für eine Mutter ...
    Danke dir. Nein, leider habe ich nicht alles richtig gemacht, meine eigene ADHS ist mir leider immer wieder in den Weg gestanden und das bei entscheidenden Momenten. Hätte ich die Ruhe bewahrt, hätte mich früher informiert (ich habe viel zu spät angefangen, Bücher darüber zu lesen, da ich den Ärzten/Psychologen im SPZ zuerst vertraut habe), hätte mich gleich an einen ADHS Arzt gewendet, dann hätte ich diese Katastrophe mit Kinderpsychiatrie und Internat vielleicht trotz Widerstand meines Mannes verhindern können.

    Aber mit diesem sturen Esel (mein Mann-seine Schwester hat übrigens die Diagnose ihres Sohnes mit 10 Jahren auch abgelehnt und ihn nicht behandeln lassen!!!) war das echt eine sehr schwierige Aufgabe. Hätte ich einen kooperativen Ehemann gehabt, der von Anfang an mit Ärzten und Psychologen gesprochen hätte, der am Elterntraining teilgenommen hätte, der zu Hause versucht hätte, mit mir gemeinsam die Tipps in der Praxis umzusetzen, statt gegen mich zu arbeiten, mir die Schuld vor dem Kind zu geben, als mein Kind sich daneben benommen hatte, dann wäre alles anders verlaufen, da bin ich mir 100% sicher. Zusammen mit Elterntraining und Ritalin (mein Sohn hat wunderbar auf 10 mg reagiert, war 30 Min später ruhig, ansprechbar, hat seine Hausaufgaben in 30 Min selbstständig erledigt, leider war der Rebound nach 4-5 Std so krass-er war extrem reizbar, aggressiv- dass ich das Medi nach 3 Tagen absetzen muss, nachdem das SPZ mir mitgeteilt hatte, unser Arzt sei in Vaterschaftsurlaub gegangen und ich müsste 2 Monate auf den nächsten Termin warten) hätten wir es vielleicht geschafft, wieder ein harmonisches Familienleben zu haben.

    Wobei ich mittlerweile denke, dass es am Besten geklappt hätte, wenn wir alle 3 Ritalin und Psychotherapie bekommen hätten! Das hätte uns einige Gefühlsausbrüche mit heftigen Auseinandersetzungen und den seelischen Verletzungen vielleicht erspart.

    Aber wie gesagt, heutzutage werden nur die Kinder behandelt, obwohl die Eltern selber m.E. oft selber eine Therapie bräuchten.

    Vielleicht werden Fachleute in den nächsten Jahrzehnten diese Tatsache erkennen und dementsprechend handeln. Meiner Meinung nach brauchen solche ADHS Familien eine intensive Betreuung, z.B. mit einem wöchentlichen (oder 2-wöchentlichen) Coaching durch einen ADHS Trainer, der mit den Eltern ganz konkrete Tipps bei den Erziehungs-/Eheproblemen gibt. Sicher kostet es viel Geld, aber wenn ich daran denke, was uns das Internat seit Jahren kostet...dieses Geld würde ich jetzt lieber in einem solchen Coaching investieren.

    Was mir Angst macht ist die Tatsache, das AD(H)S genetisch bedingt ist und dass einer unserer Enkelkinder vielleicht daran erkranken wird. Dann fängt alles von vorne an...manchmal wünsche ich mir daher, keine Enkelkinder zu bekommen...

    Tja, zum Glück ist unsere Tochter nicht betroffen.

  4. #14
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 441

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Yasmine schreibt:
    Ja (mehr per PN).
    Wobei ich mittlerweile denke, dass es am Besten geklappt hätte, wenn wir alle 3 Ritalin und Psychotherapie bekommen hätten! Das hätte uns einige Gefühlsausbrüche mit heftigen Auseinandersetzungen und den seelischen Verletzungen vielleicht erspart.

    Aber wie gesagt, heutzutage werden nur die Kinder behandelt, obwohl die Eltern selber m.E. oft selber eine Therapie bräuchten.

    Vielleicht werden Fachleute in den nächsten Jahrzehnten diese Tatsache erkennen und dementsprechend handeln. Meiner Meinung nach brauchen solche ADHS Familien eine intensive Betreuung, z.B. mit einem wöchentlichen (oder 2-wöchentlichen) Coaching durch einen ADHS Trainer, der mit den Eltern ganz konkrete Tipps bei den Erziehungs-/Eheproblemen gibt. Sicher kostet es viel Geld, aber wenn ich daran denke, was uns das Internat seit Jahren kostet...dieses Geld würde ich jetzt lieber in einem solchen Coaching investieren.
    Ich habe gleich nach der Diagnose meiner Söhne selbst Diagnose bekommen lassen, mein Mann weigert sich leider - aus Peinlichkeit, tse!! - Diagnose zu machen. Aber wenigstens drei wissen Bescheid und dreimal gegen Papa wirkt doch oft Wunder (er ist an und für sich prima, zum Glück, nicht mit deinen Berichten zu vergleichen).

    Ich träume von einem Coach, aber woher bekommen? Muss ja auch von der Chemie stimmen ...

    Außerdem ists vom Geld her grenzwertig, Internat wäre für uns nie machbar gewesen, wir raufen uns zusammen, so gut wie es geht, könnte besser sein ...

    Medikation ist Gold wert, das ist das nächste Thema, da fehlts meinem Mann absolut ...
    Allerdings habe ich schreckliche Rebounds selbst auf kleinste Dosen ... Probiere grad neue Strattera, trau mich kaum ran ...
    Mein jüngerer Sohn hatte starke NEbenwirkungen von allen MHP-Sorten.

    Internat war für deinen Sohn wegen der starken Uneinsichtigkeit deines Mannes vielleicht wirklich die beste Lösung. Das Verhalten deines Mannes könnte ich nicht ertragen, dafür bin ich zu stur.

  5. #15
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 390

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Lydia schreibt:
    Ich habe gleich nach der Diagnose meiner Söhne selbst Diagnose bekommen lassen,
    Bist du selbst darauf gekommen?

    mein Mann weigert sich leider - aus Peinlichkeit, tse!! - Diagnose zu machen.
    Ja, mein Mann würde nie im Leben anerkennen, dass 1) sein Verhalten nicht normal ist (heftige Wutausbrüche für Kleinigkeiten, z.B. weil ich ihn darum bitte-freundlich, höflich! sich die Hände zu waschen, nachdem er den Müll entsorgt hat), 2) er eigentlich ärztliche/psychotherapeutische Hilfe braucht. Er denkt nach wie vor, unser Kind habe kein ADS, ich sei die Ursache seiner Verhaltensstörungen.

    Mittlerweile vermute ich, dass er und seine Schwester (selber mit 99,99% Wahrscheinlichkeit selbst betroffen) die Diagnose ihres Kindes aus Scham abgelehnt haben. Diese Familie will partout nicht akzeptieren, dass manche Familienglieder "krank" sind und ärztliche Hilfe benötigen.

    Dabei haben sie alle eindeutige Symptome (nicht nur ADHS wie starke Impulsivität, Ungeduld, chaotisches Verhalten, sondern auch Legasthenie und Feinmotorikschwäche).

    Ich träume von einem Coach, aber woher bekommen? Muss ja auch von der Chemie stimmen ...
    Coachs gibt es wahrscheinlich nur eine Handvoll in ganz Deutschland. Außerdem muss man die privat bezahlen, so weit ich weiß.

    Das Jugendamt kann die Kosten für das Internat oder ein Teil übernehmen, wenn die Unterbringung ärztlich empfohlen wurde und die Einkünfte die private Finanzierung nicht ermöglicht.

    Aber was die schulische Betreuung anbelangt, ist das Internat meiner Erfahrung nicht optimal: unser Sohn hat in der 7.Klasse das ganze Jahr über (Aussage der Lehrer) keine Hausaufgaben gemacht, die Hausaufgabenbetreuerin war immer unerreichbar. Im 2. Internat will die Leitung nicht dem Jugendlichen abends helfen, seinen Schulranzen zu packen, weil er angeblich in dem Alter imstande sein soll, dies selbst zu tun. Er vergaß laut Chemielehrerin letztes Jahr immer wieder Heft, Buch, usw, sie bat mich darum, ihm dabei zu helfen, denn sie wusste nicht, dass er im Internat sei. Die Internatsleitung gab mir zu verstehen, dass diese "intensive Betreuung" nicht möglich sei und dass mein Kind auch gehen könne, falls wir nicht zufrieden sei. Also habe ich die Klappe schön gehalten, da sich mein Kind dort offensichtlich wohl fühlt, die Noten gut bis ausreichend sind und ich sowieso nichts machen kann. Die Diagnose ADS wurde aber offensichtlich angezweifelt, denn die stellvertretende Internatsleiterin (selbst Deutschlehrerin) hätte mein Kind im Deutschunterricht beobachtet und dabei keine Unaufmerksamkeit festgestellt...na, amen! Hochbegabtes Kind in seinem Lieblingsfach, noch nie von Hyperfokus beim starkem intellektuellen Interesse gehört! Der Mathe-Lehrer sagte mir übrigens in einer sehr gereizten Stimmung, ADS sei eine Ausrede, mein Kind sei nur stinkfaul...

    Noch mal eine Ohrfeige, ja, bitte, ich habe echt nicht genug davon in diesem Leben erhalten!

    Medikation ist Gold wert, das ist das nächste Thema, da fehlts meinem Mann absolut ...
    Ja, meinem Mann auch (Stichwort: Gefühlsausbrüche, Ungeduld, nicht Zuhören-Können).
    Allerdings habe ich schreckliche Rebounds selbst auf kleinste Dosen ... Probiere grad neue Strattera, trau mich kaum ran ...
    Oje du Arme. Bei meinem Sohn war der Rebound extrem. Aber bei Retard Präparaten soll das nicht so schlimm sein. Aber Strattera ist nicht MPH, sondern Atomoxetin, oder?
    Mein jüngerer Sohn hatte starke NEbenwirkungen von allen MHP-Sorten.
    Der Arme. Bekommt er Strattera? Guafacin? Es gibt es auch Amphetamin.

    Internat war für deinen Sohn wegen der starken Uneinsichtigkeit deines Mannes vielleicht wirklich die beste Lösung. Das Verhalten deines Mannes könnte ich nicht ertragen, dafür bin ich zu stur.
    Ja, das sehe ich auch so. Das war zu Hause nicht mehr auszuhalten und so konnten wir alle nach und nach zur Ruhe kommen. Meine Tochter vermisst ihren Bruder, konnte aber ihre Nachmittage endlich in Ruhe genießen, Freundinnen einladen, was vorher nicht möglich war. Nur das WE empfinde ich immer als zu kurz: wäre er nur 4 Tage im Internat, 3 Tage zu Hause, fände ich es besser. Dadurch, dass er richtig früh (mit 9 Jahren) ins Internat gegangen ist, habe ich das Gefühl, dass ich einen Teil seiner Kindheit verpasst habe. Mir wäre es viel lieber gewesen, wenn er zu Hause geblieben wäre. Ich bin mir sicher: mit Elterntraining, medikamentöse Therapie und Psychotherapie für unser Kind, mich und meinen Mann hätten wir es schaffen können. Wäre mein Mann (bzw, ich) nicht an ADHS erkrankt, wären wir von Anfang an gut beraten worden (Kinderarzt, SPZ, Kinderpsychiatrie, eine Katastrophe!!!!) , wäre uns Kinderpsychiatrie und Internat sicher erspart geblieben.

    Ich hoffe nur, dass meine Kinder, falls ein ihrer Kinder betroffen sein, diese Fehler nicht begehen werden, bzw aus unseren Fehlern lernen werden.
    Geändert von Yasmine (20.11.2017 um 10:48 Uhr)

  6. #16
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 567

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Liebe Eltern,

    ich habe mir damals, als meine beiden Söhne diagnostiziert wurden
    unter einer "Therapie" auch etwas ganz anderes vorgestellt,
    als das, was wir bekommen haben.
    (Medikamente und ein monatliches Gespräch mit einer Sozialpädagogin)
    Da habe ich, als selbst ADS-betroffene alleinerziehende Mutter, mich an das
    Jugendamt gewandt und wir bekamen darüber eine "sozialpädagogische Familienhelferin",
    die erst 2x/Woche, dann wöchentlich einmal in die Familie kam
    und genau die gleichen erzieherischen Maßnahmen an die Kinder vermittelte,
    wie ich es (erfolglos) versuchte.

    Was uns tatsächlich geholfen hat,
    war die Konzentration auf das, was "gerade jetzt da ist":
    Was genau willst du jetzt?
    Wie kannst du das erreichen?
    Was brauchst du dafür und wobei genau brauchst du jetzt welche Hilfe?
    Was kannst du allein und selbständig jetzt davon schaffen?

    WEIL:
    Jedes AD(H)S ist anders, es gibt nur grundsätzliche Gemeinsamkeiten,
    aber im Detail ist jedes Symptom verschieden von anderen betroffenen.

    AD(H)S hat seine "Tagesform":
    Tätigkeiten und Fähigkeiten können ganz plötzlich nicht mehr zuverlässig
    ausgeführt werden, man fühlt sich von sich selbst und seinem Körper im Stich gelassen
    und dann bekommt man noch mit der Familie/Schule/dem Umfeld Schwierigkeiten...
    Darauf zielt meine Frage ab:
    "Was brauchst du jetzt, um da hin zu kommen, wohin du willst?"
    Weil genau das schon in 2 Stunden ganz anders aussehen kann.

    Ich hätte mir eine Austauschsmöglichkeit, wie es unser Forum bietet,
    damals gewünscht, um praktischen Ideen anderer Eltern zu erfahren.
    Denn auch gute ADS-Therapeuten sind immer irgendwie aussen vor
    und haben keinen wirklichen Einblick in den tatsächlichen Alltag einer AD(H)S-Familie.
    Gute Techniken lassen sich da oft nicht so wirklich umsetzen
    und bringen dadurch sogar noch mehr Druck für alle betroffenen herein.

    Nehmt ein Thema und schaut mal,
    wie unterschiedlich die einzelnen Betroffenen da heran gehen...
    Bsp.: Aufräumen... Für den einen muss es möglichst einfach umzusetzen sein,
    der könnte eine Spieldecke brauchen, alles darauf ausbreiten und dann wie einen Sack
    die Ecken zusammen nehmen, um alles zusammen in eine Ordnungskiste zu schütten
    und ins Regal zurück zu setzen.
    Ein anderer kann aufräumen, aber verliert kurz vor dem Regal/Schrank die Konzentration,
    weil sein Kopf meint, er sei schon fertig.
    Dann liegen die Sachen 10 cm vor dem richtigen Platz und man wundert sich,
    wieso derjenige das nicht "richtig" weggeräumt hat.
    "Wieso? Ich hab das doch aufgeräumt?"

    Daher ist es hilfreich heraus zu finden, was man wirklich braucht,
    um eine gestellte Aufgabe (aufräumen) dann nach eigener Befindlichkeit
    umsetzen zu können.

    Aus meiner Erfahrung, als betroffene Mutter von AD/H)S-Jungen,
    kann ich nur empfehlen, heraus zu finden, was eure Familie an ungewöhnlichen
    Methoden und Lösungen braucht. Und gönnt euch als Eltern viele Pausen,
    wechselt euch bei der Begleitung der Kinder ab, weil das anstrengender ist,
    als "brave" Kinder, die ohne 30-Minütige Opposition direkt den Ansagen
    der Eltern folgen können.

    seid nett zu euch selbst
    Liebe Grüße
    finckla

  7. #17
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 567

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Und für alle Eltern,

    die ihre Kinder in ein Internat geben möchten,
    was ich sehr empfehlenwsert finde,
    gerade wenn noch weitere Kinder von selbst betroffenen Eltern
    selbständig "gecoacht" werden müssen,
    möchte ich diese Schule empfehlen:

    Willkommen - HEBO Privatschule Bonn | ADHS Betreuung Versetzung Schulabschluss

    Der Internatsleiter ist selbst betroffener ADS-ler
    und setzt sich sehr für eine andere Form des Unterrichtes ein.
    Auch kann in bestimmten Fällen das Jugendamt bei der
    Finanzierung einbezogen werden.

    Für uns war das damals leider nicht möglich,
    aber ich habe mir die Schule und das Internat
    einige Male persönlich angesehen.
    Dort gibt es auch regelmäßige Informations-Veranstaltungen
    zum Thema ADS und Bildung
    Geändert von finckla (20.11.2017 um 11:15 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler

  8. #18
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 567

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Vermutlich ist das hier die völlig falsche Rubrik,
    aber ich frage trotzdem mal in die Runde:

    Gibt es bereits eine "Eltern-Gruppe" hier,
    die sich gegenseitig mit Tipps und Ideen
    zur Alltagsbewältigung unterstützen?

    Wenn nicht:
    Wer möchte so etwas initiieren?

  9. #19
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 836

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Es werden aber eine Unmenge von schlechten Eigenschaften von ADHS aufgezählt die besonders den sensiblen sehr zusetzen können.
    Des Weiteren gehören die meisten Werke von Frau Neuhaus zu den älteren Semestern (Lass mich doch verlass mich nicht ist inzwischen 12 Jahre alt) - die Forschung ist schon viel weiter fortgeschritten und die Erkenntnislage ist inzwischen eine ganz andere wie vor 10 Jahren.

    Auch wenn heute etwas besser verstanden wird was im ADHS-Gehirn anders läuft, so sind haben sich die Auswirkungen nicht verändert und ich kenne kein anderes Buch das sich so spezifisch mit den zwischenmenschlichen Auswirkungen von ADHS beschäftigt. Bitte Info wenn da jemand eins kennt.
    Auch das "Zwanghaft zerstreut" ist ein "altes" Buch und dennoch finde ich das es sehr viel zum Verständnis der Probleme und deren Lösungsansätze beiträgt.
    Will sagen: Die Auswirkungen von ADHS haben sich nicht wesentlich verändert, auch wenn es heute besser verstanden wird.

    Allerdings würde ich es auch schön finden wenn Frau Neuhaus ein "Therapie" Buch schreiben würde. Also eins was sich intensiver mit ihren Lösungsvorschlägen beschäftigt.

    Aber natürlich sollte jeder die Bücher lesen zu denen er/sie einen Zugang finden.

    Für mich ist es jedoch wirklich von zentraler Bedeutung zu verstehen wie wir Betroffene auf andere wirken, weil ich denke das wir nur aus dieser Einsicht in der Lage sind unser Verhalten zu verändern. Natürlich haben wir (jeder individuell seine) ADHS Probleme, aber richtig leiden tun wir doch unter den Ausgrenzungen und Verletzungen die wir dadurch im Umgang mit anderen Menschen erleben oder verursachen. Ist jedenfalls meine Ansicht.

  10. #20
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 96

    AW: Werden AD(H)Sler eigentlich nie erwachsen?

    Denker23 schreibt:
    ... so sind haben sich die Auswirkungen nicht verändert und ich kenne kein anderes Buch das sich so spezifisch mit den zwischenmenschlichen Auswirkungen von ADHS beschäftigt.
    Allerdings würde ich es auch schön finden wenn Frau Neuhaus ein "Therapie" Buch schreiben würde. Also eins was sich intensiver mit ihren Lösungsvorschlägen beschäftigt.
    Ich wollte auch immer was praxisnahes, mit Lösungsansätzen für meine konkreten Probleme.... Allerdings musste ich erkennen, dass in der Erkenntnis (haha) der Auswirkungen auch gleichzeitig der Lösungsansatz steckt. Wenn ich weiß wann ich wie reagiere, dann kann ich da auch dagegen vorgehen und sinnvollere Ansätze versuchen. Wenn ich das nicht weiß, dann bringen mir schlaue Lösungen auch nichts.

    Um genau zu sein, bin ich mittlerweile der Meinung, dass mir schlaue, konkrete Tipps gar nichts bringen. Wenn die Lösung nicht von mir kommt, nehme ich sie nicht an... daher halte ich die Edukation immer noch für den wichtigsten (wenn nicht gar einzigen) Punkt einer Therapie...

    Chili

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