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Diskutiere im Thema Stimmungsschwankungen, Empathie, negative Assoziationen, Gleichzeitigkeit im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 159

    Stimmungsschwankungen, Empathie, negative Assoziationen, Gleichzeitigkeit

    Als selbsternannte hochempathische, reizoffene AD(H)S-Betroffene ;-), die eher wenig Probleme mit Konzentration und Motivation aber dafür mehr Probleme mit großer Emotionalität und Stimmungsschwankungen hat, ist mir folgendes aufgefallen:

    Nehmen wir mal an, dass ich ausgeschlafen habe und den Tag durchaus fröhlich anfange. Es liegt nichts Unangenehmes vor mir, es geht mir gut.

    Irgendwann mache ich mich auf den Weg zur Arbeit, muss an Gleisen vorbei und habe auf einmal ganz ungewollt ganz unangenehme Assoziationen. Über die Assoziationen schreibt übrigens auch Frau Neuhaus.

    Ich sehe die Gleise und denke plötzlich an Anna Karenina, die sich vor einen Zug geworfen hat. Oder mir fallen Kriegsfilme ein, in denen junge Männer in Zügen an die Front gekarrt werden. Oder Menschentransporte in Konzentrationslager. Und damit hat es sich mit der guten Stimmung erledigt, genau genommen könnte ich auf der Stelle losheulen.

    Mal ganz grob umrissen habe ich Probleme mit der Gleichzeitigkeit. Mir ist auf penetrant persistierende Weise immer bewusst, dass mein momentanes Glück nur eine ganz persönliche, unverdiente Momentaufnahme ist, dass im selben Moment Millionen von Menschen richtig leiden, und das macht mich fertig.

    Kennt ihr das auch?

    Vor Jahren habe ich mal eine Besprechung von einem Kunstwerk gelesen.
    Da hat ein Künstler in einem Film dargestellt, wie ein Mensch gefoltert wird und gleichzeitig ein hübsch angezogenes Paar Walzerrunden dreht.
    Das finde ich für ein Kunstwerk zwar etwas flach, trifft inhaltlich aber genau den Punkt.

    Zur Selbsttherapie versuche ich dann immer krampfhaft, andere, positive Bilder in meinem Kopf aufzubauen, aber das gelingt mir nicht gut. Vor allem nicht, wenn ich als nächstes an ein paar Obdachlosen vorbeikomme usw. usw.

  2. #2
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.644

    AW: Stimmungsschwankungen, Empathie, negative Assoziationen, Gleichzeitigkeit

    Ich kenne solchen auch, finde oft gar nicht angenehm, aber versuche es so zu lassen wie es ist... Wenn mich heftige Bildern im Kopf kommen, hat es oft doch ein Sinn, habe ich nachher gemerkt... Es kann sein dass an eine gute Tag, doch was anders in mich schlummert und nur auf eine Auslöser wartet um sich zu zeigen.

    Typisch ist wenn mich ziemlich grausame oder gewaltsamen Bilder kommen, dann merke ich dass sich mein unterdrückte Zorn sich damit zeigt. Eigentlich, merke ich oft ehe spät dass ich wütend bin, auf solche Umwegen...

    Manchmal sind echt dumme Zeug die mich sehr verlegen machen...

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 60

    AW: Stimmungsschwankungen, Empathie, negative Assoziationen, Gleichzeitigkeit

    Zebramama schreibt:
    Als selbsternannte hochempathische, reizoffene AD(H)S-Betroffene ;-), die eher wenig Probleme mit Konzentration und Motivation aber dafür mehr Probleme mit großer Emotionalität und Stimmungsschwankungen hat, ist mir folgendes aufgefallen:

    Nehmen wir mal an, dass ich ausgeschlafen habe und den Tag durchaus fröhlich anfange. Es liegt nichts Unangenehmes vor mir, es geht mir gut.

    Irgendwann mache ich mich auf den Weg zur Arbeit, muss an Gleisen vorbei und habe auf einmal ganz ungewollt ganz unangenehme Assoziationen. Über die Assoziationen schreibt übrigens auch Frau Neuhaus.

    Ich sehe die Gleise und denke plötzlich an Anna Karenina, die sich vor einen Zug geworfen hat. Oder mir fallen Kriegsfilme ein, in denen junge Männer in Zügen an die Front gekarrt werden. Oder Menschentransporte in Konzentrationslager. Und damit hat es sich mit der guten Stimmung erledigt, genau genommen könnte ich auf der Stelle losheulen.

    Mal ganz grob umrissen habe ich Probleme mit der Gleichzeitigkeit. Mir ist auf penetrant persistierende Weise immer bewusst, dass mein momentanes Glück nur eine ganz persönliche, unverdiente Momentaufnahme ist, dass im selben Moment Millionen von Menschen richtig leiden, und das macht mich fertig.

    Kennt ihr das auch?

    Vor Jahren habe ich mal eine Besprechung von einem Kunstwerk gelesen.
    Da hat ein Künstler in einem Film dargestellt, wie ein Mensch gefoltert wird und gleichzeitig ein hübsch angezogenes Paar Walzerrunden dreht.
    Das finde ich für ein Kunstwerk zwar etwas flach, trifft inhaltlich aber genau den Punkt.

    Zur Selbsttherapie versuche ich dann immer krampfhaft, andere, positive Bilder in meinem Kopf aufzubauen, aber das gelingt mir nicht gut. Vor allem nicht, wenn ich als nächstes an ein paar Obdachlosen vorbeikomme usw. usw.
    Hast Du öfter Emotionale Probleme und hast plötzlich einen vermeintlichen Grund und du must weinen ? Sind es denn immer andere, die Dir in den Sinn kommen oder auch mal Situationen, die dich selbst betreffen?




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  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 159

    AW: Stimmungsschwankungen, Empathie, negative Assoziationen, Gleichzeitigkeit

    @ marc

    Die Assoziationen kommen immer und überall - das ist dieses hüpfende Denken, das ich habe.

    Mein Beitrag oben klingt wahrscheinlich schlimmer, als ich ihn meine, weil ich mich nur auf die negativen Assoziationen konzentriert habe.

    Ich habe durchaus auch positive oder neutrale Assoziationen, aber die belasten halt meinen Tag nicht. Mein Kopf schnattert mich zu, im Guten wie im Schlechten.

    Und ja, es gibt viele Sachen, die mich selbst betreffen, die mich zum Heulen bringen können, wenn ich sie gedanklich hervorkrame. In dieser Beziehung habe ich tatsächlich auch ein Problem mit dem Zeitbegriff.
    Für mich ist nie wirklich vorbei, was vorbei ist. Und die Zukunft ist immer schon da, also da kann ich mich schon auch heftig sorgen, obwohl es in dem Moment noch gar nicht relevant ist.

    "Learn from yesterday, live for today, hope for tomorrow." Das ist ein toller Spruch, den ich trotz aller Bemühungen nicht für mich verwirklichen kann.

  5. #5
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 347

    AW: Stimmungsschwankungen, Empathie, negative Assoziationen, Gleichzeitigkeit

    Zebramama schreibt:
    Als selbsternannte hochempathische, reizoffene AD(H)S-Betroffene ;-), die eher wenig Probleme mit Konzentration und Motivation aber dafür mehr Probleme mit großer Emotionalität und Stimmungsschwankungen hat,
    Genau...deswegen heißt es Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung...wei l es mit der Konzentration rein gar nichts zu tun hat.

    ADHS is kein fu...Lifestyle sondern eine Störung mit erheblichem Leidensdruck für die Betroffenen.

    Vielleicht hab ich Dich ja bloß falsch verstanden, aber wenn es so ist, wie Du es da geschrieben hast -Sichwort "keine Leitsymptome aber selbsternannte ADHS-Betroffene" - dann

    stimmt doch da was nicht.

    Wieso fragst Du nicht mal bei ner Fachperson für ADHS-Ernennungen an? - darf ruhig ein Arzt sein.

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 1.433

    AW: Stimmungsschwankungen, Empathie, negative Assoziationen, Gleichzeitigkeit

    Bist du in ärztlicher Behandlung? Wenn ja, dann würde ich das dort mal ansprechen.

  7. #7
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Stimmungsschwankungen, Empathie, negative Assoziationen, Gleichzeitigkeit

    Ich kenn das leider auch zur Genüge. Vor allem wenn mir grad alles zu viel ist und ich mich überfordert fühl kann es innerhalb kurzer Zeit passieren, dass meine Stimmung ins negative kippt. Oder auch Langeweile, die ist auch immer sehr gefährlich für mich. Ich find das immer sehr belastend, nie zu wissen, was der nächste Moment bringt, und vor allem ist es auch nicht grad förderlich für Beziehungen

    Selbst wenn es Aufmerksamkeitsdefizithyperakt ivitätsstörung heißt, mittlerweile ist bekannt, dass die Hyperaktivität mit zunehmendem Alter immer mehr nachlässt, und die emotionale Komponente einen riesengroßen Anteil im Erwachsenenalter ausmacht.
    Wobei ich dir bzgl der diagnosestellung definitiv recht gebe...

  8. #8
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 390

    AW: Stimmungsschwankungen, Empathie, negative Assoziationen, Gleichzeitigkeit

    Ich habe nicht alles gelesen aber mir fällt spontan gerade ein: sind das nicht Zwangsgedanken?

    Gedanken-meist negativ-die sich einem aufzwingen, als ob man darauf hyperfokussieren würde.

    Mir passiert das auch immer wieder. Schlimm ist es aber kurz vor dem Schlafen, weil mich das am Einschlafen hindert.

    Ich weiß nicht, was man dagegen machen kann.

    Ich habe seit der Geburt meiner Tochter immer wieder solche schlimmen Zwangsgedanken. Sehe plötzlich vor meinem inneren Auge wie etwas Schlimmes-meist eines meiner Kinder-passiert. Am Schlimmsten war (zum Glück ist das seit Langem nicht mehr passiert) die Vorstellungen, dass ich selbst etwas Schlimmes meinen Kindern antue...dann folgt eine starke innere Angst/Anspannung und ich versuche gedanklich, diese Gedanken "abzuschütteln". Es ist grausam.

    Ich habe irgendwie das Gefühl, dass ein Teil meines Gehirns, trotz meiner generellen Unaufmerksamkeit, dauernd auf Gefahr lauert, also angespannt ist. Und manchmal steigere ich mich da richtig rein.

  9. #9
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 593

    AW: Stimmungsschwankungen, Empathie, negative Assoziationen, Gleichzeitigkeit

    Luis Iffre schreibt:
    Genau...deswegen heißt es Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung...wei l es mit der Konzentration rein gar nichts zu tun hat.
    ....
    Wieso fragst Du nicht mal bei ner Fachperson für ADHS-Ernennungen an? - darf ruhig ein Arzt sein.
    Naja, Aufmerksamkeitsschwankungen bei ADHS bewegen sich in einem sehr großen Rahmen, von unkontrollierbarer Ablenkbbarkeit bis zum Hyperfokus. Ausgeprägt assoziatives wenig steuerbares Denken zählt da schon mit rein. Starke Beeinflussbarkeit von Stimmung und Antrieb durch Außenreize tut ein Übriges, dann passiert genau das, was Zebramama beschreibt.

    Allerdings ist ADHS als Ursache solchen Erlebens zwar gut vorstellbar, aber nicht die einzige mögliche Erklärung. Daher denke ich auch, eine solide Diagnostik als Basis würde nicht schaden und die Orientierung für Weiteres verbessern.

    Ich kenne sehr gut derartige assoziative Reaktionen auf Außenreize mit hohem Impact auf meine Stimmung, und zwar in jede Richtung und kaum eine Möglichkeit, dem was entgegen zu setzen, also zu regulieren. So habe ich meine Jugend verbracht, massive Reizoffenheit, Assoziationen und Assoziationsketten mit heftigen Stimmungsumbrüchen, kaum verstehbar und erträglich für mich geschweige denn andere.

    Ich habe versucht, das zu verbessern, den Damm ein wenig höher ziehen, aber mit zu brüchigen Material (übermäßige kontrollierende Selbstbeobachtung und riesige Ansprüche), das bei der nächsten Reizattacke auch nicht stabil hielt. "Selbstvertändlich" bei dauerhaft erheblichem Stressniveau, mitbedingt durch "Herausforderungs-Seeking" zur Selbst-Stimulation und auf dieser Basis spontane "Stresskrisen", deren Entwicklung ich selten rechtzeitig bemerkt habe.

    "Hintergrundsmusik" war chaotische Organisation trotz dauerhaftem Ringen um Struktur, deshalb häufige Konflikte mit meinem Mann, die das Stressniveau für beide nicht eben reduzierten.

    Besser wurde es über die Zeit schon ein wenig, auch mancher ADHSler schafft ja zeitweise so eine Art "Zusammenreißen" unter Aufbietung aller Kräfte, bevor diese ihn dann verlassen und alles wieder durcheinanderstürzt. Täglich wöchentlich und monatlich wieder aufgerappelt, Stehaufmännchen-like, bis das immer weniger ging.

    Ich denke, das kennen viele von euch. Für mich war die Klärung der Ursache der Anfang zur Besserung. Lass es doch checken, das hilft dir mit großer Wahrscheinlichkeit, egal was rauskommt.
    Geändert von alice_s (19.11.2017 um 14:32 Uhr)

  10. #10
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 347

    AW: Stimmungsschwankungen, Empathie, negative Assoziationen, Gleichzeitigkeit

    alice_s schreibt:
    Naja, Aufmerksamkeitsschwankungen bei ADHS bewegen sich in einem sehr großen Rahmen,

    definitionsgemäß MUSS bei ADHS mindestens (wahlweise) Unaufmerksamkeit oder eine Störung der Impulskontrolle in einem bestimmten Rahmen vorliegen.

    dass man dabei als Betroffne/r nicht den ganzen Tag so geistesabwesend sein muss wie ne Zimmepflanze und gelegentlich sogar auch richtig gut im flow sein kann wissen wir doch alle.

    Aber wenn jemand "eher wenig Probleme mit der Konzentration" hat und von Hyperaktivität-Impulskontrollproblemen auch nicht die Rede ist......wo ist dann der AD(H)S-Anteil?

    Es mag bestimmt auch ADHS´ler geben, die außerdem z.B.nen Hang zur Melancholie haben aber ein Hang zur Melancholie macht umgekehrt alleine noch kein ADHS, oder?

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Thema: Stimmungsschwankungen, Empathie, negative Assoziationen, Gleichzeitigkeit im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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