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  1. #1
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 311

    Das Leben ist eine Achterbahnfahrt

    Hallöchen,

    lang wars her als ich hier etwas aktiver im Forum war. Aber wie das immer so ist, verliert man ja leider schnell das übermäßige Interesse
    Und so wars langsam eingeschlafen, da der Fokus dann auch zu sehr im Alltag lag.
    Naja, in der Zeit hatte sich viel getan, im guten wie im schlechten. MPH hab ich als Medikament erstmal völlig abgesetzt, weil es leider eher Depri-Stimmungen verursachte. Ich hab noch ein Jahr VT hinter mir, geholfen hats aber auch nur begrenzt.

    Leider befinde ich mich jetzt in eine Scheideweg, wie man so schön sagt...
    Ich entschuldige mich jetzt für den längeren Text der jetzt darauf folgt, beschränke aber soweit wie möglich nur aufs wesentliche

    Seit einem Jahr stelle ich Probleme fest, die immer latent schlimmer wurden... Es fing einma damit an, dass ich mich mit einen Bekannten getroffen hatte und während des Gesprächs erlebte ich plötzlich Empfindungen, die ich nicht einordnen konnte und auch völlig losgelöst vom Gesprächsthema war. Wie ne Art kurze Traurigkeit, wobei eher ein Gefühl im Bauch was man hat, wenn man plötzlich Kritik hört. Anders kann ich es grad nicht beschreiben. Den Kontakt hatte ich danach abgebrochen, weil mich das sehr erschrocken hatte...

    Auf der Arbeit stellte ich immer mehr fest, dass Mittagspausen für mich zum Spießroutenlauf wurden... Je voller die Kantine war, umso nervöser wurde ich. Wobei es auch eher sehr stark schankte. Mal hatte ich meine hellen Momente, wo ich völlig keine Angst hatte, und mal hatte ich Tage, da hab ichs nur 10 Minuten ausgehalten und musste einfach raus...
    Wie oben hatte ich dann hier und da auch das Phänomen, dass meine Kollegen miteinander redeten und ich auch dies merkwürdige Empfindung hatte, als wäre ich quasi vorgeführt worden, obwohl ich wuste dass es nicht um mich ging. Rein emotional hatte ich ein richtiges durcheinander :-/
    Naja. glaue das ging bis Frühjahr und hatte ich danach in der Form auch nicht mehr erlebt.

    Ansonsten merkte ich, dass meine Leistungen tendenziell schlechter wurden bis es richtig zur Demotivation kam...
    Auch hier, mal gab es Tage, da war es besser, und wieder welche wo ich am liebsten das Handtuch schmeißen wollte...
    Was meine sozialen Ängste betraf. wurde es auch etwas schlechter. Inzwischen fing ich hier und da mehr das stottern an, weil ich sobald ich sprechen wollte, ein ziehen in der Magengegend spürte und für den Moment mich irgendwiew blockiert hatte.
    Selbst wenn ein Kollege neu reinkommt und ich ein Hi erwidern wollte, zog sich mein Magen völlig zusammen...

    Der erste Overkill war dann während eines Meeting im Juni...
    Wir saßen zu viert, ich sollte mich zu einem Thema äußern und ganz plötzlich hatte ich eine Art Sekundentraurigkeit und fing fast das flennen an. Ich konnte kaum einen Satz fertig bringen und mich kaum noch beherrschen. Danach hatte ich Feierabend gemacht und mich die nächsten Tage krank screiben lassen... Zum Glück hatte ich ja dann Urlaub...
    Naja, besser wurde es danch nicht wirklich. Das hat meine sozialen Ängste noch immer mehr geschürt und ich hab inzwischen große Angst schon wieder die Kontrolle zu verlieren... Aber schon da hätte ich mir eingestehen sollen, dass ich jetzt besser nen Cut machen sollte... Da ich aber ein Stehaufmännchen bin fällt mir so ein eingeständnis schwer.

    Der Witz war dann noch, dass über 2 Monate mein Psychiater / Neurologe Probleme mit dem Computer hatte und keine Patienten behandeln konnte... Ich hatte es leider auch nicht fertig gebracht mich um eine Alternative zu kümmern. Wann soll ich nen halben Tag rum telefonieren bis ich einen freien gefunden hätte?

    Die darauffolgenden Monate bis jetzt habe ich mehr oder weniger versucht meinen Alltag aufrecht zu erhalten. Auch hier, mal hatte ich keine Probleme, dann kamen die Ängste wieder zurück. Zwsichendurch hatte ich endlich den Termin bei meinem Arzt. Er hatte mir für die Angstprobleme Pregabalin verschrieben. Naja es half schon, aber auch eher nur begrenzt. Die Nebenwirkungen waren soweit ok.

    Dann kams beinahe zum 2. Overkill letzten Montag. Vormittags war erstmall alles prima. später kam dann ein Kollege ins Großraumbüro rein, spricht mit mir und ich merkte diese verfluchte kurze Traurigkeit. Ich merkte es im Gesicht zucken und hatte ein Wort rausgestottert. Dann gelang es aber zumindest mich zu beherrschen... War danach nervös und hibbelig wie sonst was und es war mir fast nicht möglich mich zu entspannen, als ich mich meiner Arbeit zuwendete...

    Nächster Tag war dann auch nicht besser... Eine Telefonkonferenz stand an und ich schob Panik davor. Während des Telefonats fiel es mir sehr schwer die Nerven zu behalten... Trotz Pregabalin und zusätzlich Propranolol. oder eher deswegen ging es ja noch ^^

    Naja, am nächsten Tag hatte ich mich erstmal für die restliche Woche krank geschrieben.
    Mir kam jedenfalls die Erkenntnis, dass ich erstmal ne lange Auszeit brauche... ich weiß nicht ob ich nur ein Burnout, eine latente Depression hab, oder ob irgendwelche anderen Schrauben bei mir locker sind :-/

    Fest für mich steht, dass ich einfach nicht mehr weiter machen kann. Denke eine Behandlung in einer Tagesklinik wäre eher das richtige.
    Naja die Entscheidung ingesamt fällt mir echt sehr schwer weil die Arbeit für mich eines der wichtigsten Säulen in meinem Leben ist... Aber so kanns ja auch erstmal nicht weiter gehen :-/

    Wollte jedenfalls bei meinen Arzt nochmal hin aber der ist natürlich bis Oktober im Urlaub... Morgen hab ich bei der Vertretung nen Termin... Immerhin

    Zumidest hab mich schon in der Tagesklinik in Merheim auf die Warteliste setzen lassen und einmal an der Alteburgerstr in der Innenstadt... Wollte jetzt nicht Energie da rein stecken extra eine Klinik zu suchen, die sich auf ADHS spezialisiert hat... Oder kennt eventuell jemand noch eine in der Gegend?
    Ich weiß noch mir hatte mal ein Freund einen Fyler in die Hand gedrückt, den ich leider schon verloren hab. Klang nicht schlecht und die Klinik war glaube ich in Köln oder Umland... weiß es aber nicht mehr.

    Was mich ein wenig entsetzt sind auch hier die Wartezeiten der Kliniken... In der Tagesklinik in der Innenstadt hab ich zwar Mitte Oktober ein Erstgespräch, ab da kann es aber bis zu 6-10 Wochen dauern bis ein Therapieplatz frei wird... In Merheim 10 Wochen wobei die keine Erstgespräche anbieten, wenn nur ambulant. Hab immerhin schon Morgen den Termin bei der Vertretung meines Aztes...

    Naja, was die Arbeit betrifft. Im Moment hab ich mich nur zwecks Grippe die Woche krank schreiben lassen, was auch stimmt weil ich parallel tatäschlich mir ne Grippe eingefangen hab... Morgen werde ich mit meinen Chef telefonieren und die Karten offen legen. Ich möchte schon auf jeden Fall beim Arbeitgeber bleiben.
    Hab aber echt bammel vor dem Gespräch
    Geändert von strader (14.09.2017 um 17:29 Uhr)

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