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Diskutiere im Thema Zu viele Informationen/Unterhaltung/Medienkonsum? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 25

    Zu viele Informationen/Unterhaltung/Medienkonsum?

    Hallo zusammen,

    ich war schon immer so, dass ich irgendeine Art Beschäftigung für meinen Kopf gebraucht habe. Natürlich nicht alles, es musste etwas sein was mir einigermaßen Spaß macht.

    So habe ich in der Oberschule in der Bahn oder Bus in der Regel Zeitungen gelesen, seitdem es Smartphones gibt habe ich ständig eins in der Hand. Das hat natürlich Vorteile und so habe ich das die ganzen Jahre auch gesehen: dadurch dass ich ständig Informationen aufnehme, weiß ich in der Regel mehr als andere.

    Seit einigen Jahren ist mir aber auch aufgefallen, dass ich mir viele Sachen garnicht so gut merken kann. Ich habe das Gefühl, dass die ganzen Informationen (ich lese wirklich sehr viel über den Tag, oft auch sinnloses/Unterhaltung) zu viel für mein Gehirn sind und dieser deshalb oft vermeintlich wichtiges Wissen "wegwirft" um Platz für den neuen Unsinn den ich gerade konsumiere zu schaffen.

    Das führt dazu, dass viele andere Menschen z.B. in meinem Berufsumfeld Details besser wiedergeben können nach einer bestimmten Zeit, wo sie bei mir schon unwiederbringlich verloren sind.

    Was mich daran stört ist, dass ich viel sinnvolles wieder vergesse, da mein Gehirn vermeintlich Platz für (oftmals) Unsinn machen muss.

    Eine Möglichkeit wäre natürlich, einfach nicht so viel zu lesen. Ich habe einen Kollegen, der für mich sehr "ausgeglichen" wirkt. Er liest selten was in seinem Handy und konsumiert insgesamt deutlich weniger Medien. Dafür kann er sich in Themen gut einarbeiten und merkt sich die Details auch.

    Ich bekomme das aber nicht hin, da es wie eine Sucht ist diese Informationen zu verarbeiten. Oftmals denke ich mir, ach diese Busfahrt kannst du jetzt wirklich mal für 10 Minuten entspannen und einfach mal nach Draußen schauen nutzen. In diesem Moment denke ich mir auch das wäre sehr entspannend und für einige Sekunden ist es das auch. Aber es ist ein innerlicher Drang da der immer stärker wird, so dass ich dann in der Regel nach wenigen Sekunden zum Handy greife um wieder an Informationen zu kommen bzw. Medien zu konsumieren. Das gleiche mit "jetzt komme ich nach Hause und lege mich hin und starre einfach mal auf die Wolken, das wird entspannend", was ist? Nach wenigen Minuten ist das Handy wieder in der Hand, oder ich stehe auf und setze mich vor dem Rechner, etc.

    Ich denke letztendlich läuft es darauf hinaus, dass das Konsumieren der Medien eine Art Unterhaltung ist und somit das Belohnungszentrum im Gehirn aktiv wird. Somit läuft es auf eine klassische Sucht hinaus, denke ich. Was mich daran (neben der Arbeit) am meisten stört ist, dass ich nicht "ungestört" Zeit mit meinen Kindern verbringen kann. Ich muss mich unglaublich beherrschen um die Zeit mit ihnen wirklich zu genießen. Alle paar Sekunden/Minuten ist der Drang da zum Handy zu greifen und wieder irgendwas zu konsumieren.

    Seid ihr auch davon betroffen und wie geht ihr damit um? Ich habe wie einige andere auch vor der "Smartphone" Zeit meine Sucht auf andere Art befriedigt. Ich habe einige Jahre geraucht (Zigaretten 7 Jahre, Marihuana 3-4), bin dem Glücksspiel nachgegangen (2-3 Jahre) und habe exzessiv Computerspiele gespielt (bis vor ca. einem Jahr, seitdem nur noch selten). Seit fast 10 Jahren habe ich Gott sei Dank mit Ausnahme der Computerspiele alles sein gelassen.

    Ich würde gerne entspannt sein und nicht diesen Drang in mir haben, aber es scheint als wenn das nicht möglich ist. Ich habe mal kurz Medikinet genommen aber aufgrund des hohen Blutdrucks wieder abgesetzt. So "richtig" besser ging es mir dabei auch nicht, die paar Tage wo ich das Gefühl hatte es wäre so denke ich eher an ein Placeboeffekt...
    Geändert von adhsabi (12.09.2017 um 16:41 Uhr) Grund: typo

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 692

    AW: Zu viele Informationen/Unterhaltung/Medienkonsum?

    Ich denke das hat mit einem ADHS typischen Hunger nach Input zu tun.

    Bei mir hat sich das stark verändert. Früher (bis ca. 40 Jahre) habe ich immer das Radio angemacht, Autofahren ohne ging gar nicht.

    Dann, mit ca. 40 gab's die ersten depressiven Probleme und das führte dazu das ich mehr Ruhe brauchte. Das hat sich bis heute so fortgesetzt, heute habe ich im Auto oft kein Radio mehr an weil mich das nur noch nervt. Auch Zuhause ist mehr Ruhe notwendig.

    Ich sehe das nicht als Sucht, eher als Versuch sich selbst zu beruhigen. Bei mir hat das aber nur wenig Einfluss auf meine ADHS typischen Getriebenheit und MPH bewirkt da bei mir keine Veränderung.

  3. #3
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.790

    AW: Zu viele Informationen/Unterhaltung/Medienkonsum?

    klar kannst du versuchen deinen Konsum zu reduzieren. erste Empfehlung; ton aus. falls du wirklich unbedingt für bestimmte Menschen erreichbar sein musst, dann kannst du diese als Favoriten einstellen und ebenso, dass Foavoriten immer laut klingeln oder so. Handy in einen anderen raum legen bringt natürlich auch was. Ausschalter, man kann auch Ruhephasen einrichten, also Zeiten, in denen der empfang ruht. sich Zeiten geben für Smartphone und Zeiten, in denen das teil ruht. oder einfach nur Wlan und Mobile Dateien abstellen. lastnotleast kannst du dir (zusätzlich) ein einfaches Handy zulegen und das Smartphone erstmal ganz auschalten. sag vorher deinen Kontakten Bescheid, diek önnen ja auch altmodisch simsen.

    das hilft natürlich nicht bei echter Mediensucht
    und es hilft nicht, wenn du dich geistig zu wenig "versorgt" fühlst. aber eigentlich sollte die zeit mit deinen Kindern ausfüllend genug sein. Vielleihct probierst du es mal mit Ersatz? lies ein Buch oder kram deinen alten MP3player raus und höre da was. Lies Nachrichten in der Zeitung. oder an deinem Rechner auf der Tagesschauseite und nirgends sonst. was da nicht kommt, auf diese "Nachrichten" kannst du getrost verzichten

    von welchen Nachrichten reden wir eigentlich ? echte Nachrichten ? oder das übliche Blabbla bei Whatsapp und Facebook ? falls ersteres: hole dir eine Nachrichten.App, die sich nur alle 3 Stunden oder so aktualisiert bzw stelle dein Handy entsprechend um. es hat dann keinen soinn, häufiger als alle paar Stunden nachzuschauen.

    ist es eigentlich immer so ? oder nur in bestimmten "gelangweilten" Phasen.

    ich merke schon, dass es von meiner momentanen Handlung?Langweile abhängig ist, wie oft ich drauf schaue.

    Lastnotleast: ein Smartphone ist kein Muss. um erreichbar zu sein, tuts auch ein Einfachhandy. zweitens: man muss es nicht ständig bei sich tragen. Baue Hürden auf. Lege es in ein anderes Stockwerk, Raum etc. Tresor ;-). Schalte das Wlan ab und du musst erstmal losstiefeln, es wieder einzuschalten. mache es ganz einfach zwischendurch so richtig aus, das einschalten dauert eine Zeitlang, du musst Codes und Muster etc eingeben und das nervt. am besten, du nimmst sowieso eine aufwendigere Sperrfunktion.

    Wichtig ist aber umdenken. du musst es wirklich wollen. es muss nicht immer Smartphone sein, man muss nicht bei jedem Pieps reagieren und man darf sich Zeit laseen beim Antworten. nicht jede Whatsapp ist eine "Nachricht". wichtige, eilige Dinge, dafür kann der andere dann auch mal anrufen
    Mantra: du musst nicht immer überall erreichbar sein. Handy ausschalten ist der neue Luxus.

    kommst du damit nicht klar, obwohl du es wirklich willst und nicht nur "iegentlich sollte ich mehr Zeit..." denkst, dann solltest du eigentlich eine Methode finden ,das in den griff zu bekommen. Das wichtigste sind aber mehrere Schalter im Kopf. ncihts auf Whatsapp ist wirklich wichtig ! du bist per Festnetz und anruf immer erreichbar für Notfälle. Alles andere kann warten. Schaffe dir vielleicht auch feste Zeiten, in denen du genußvoll stöbern darfst.

    und schmeiss mal die ein oder andere App vom Smartphone. lass mal das Akku leer laufen. lade es vielleicht nur jede zweite Nacht auf. oder dritte. reduziere deine Mobilen Daten.

    ich hab mich mal mit einem Jungen unterhalten, der nicht bei seiner Mutter lebte. An einem Besuchstag sah ich ihn einsam herumlaufen. ich machte ihm sogar Vorwürfe, weil ich dachte, er interessiere sich nicht für seinen Besuch. ich erfuhr dann ,dass es umgekehrt sei: seine Mutter, eigens gekommen um ihn zu besuchen, beachtete ihn gar nicht, sondern nur ihr neues Handy. echt, den Anblick jenes Jungen und sein trauriges Gesicht, das vergesse ich nie.

    achso, schaffe rituale mit deinen Kindern. und an denen bleibt das teil sowieso aus. Tabu im Kinderzimmer. bei den Mahlzeiten usw. schaffe es dann wirklich weg. und schiele nicht auf die Uhrzeit.

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