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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 55

    Wieviele Arbeitsplätze habt Ihr?

    Dass ADHSler aus verschiedenen Gründen öfter den Arbeitsplatz wechseln als Normalos, ist hier an verschiedenen Stellen immer wieder thematisiert worden. Gibt aber doch hier bestimmt eine Menge zuhause arbeitender Menschen: Mich interessiert Eurer individueller Arbeitsplatzwechsel. Vielleicht wird es deutlich, wenn ich meine Situation schildere: Für meinen Job, selbstständig zu schreiben, steht mir ein 32 Quadratmeter großer Raum im Souterrain unseres Hauses zur Verfügung. Dorthinein habe ich mich aus einem kleinen Arbeitszimmer mit einem Schreibtisch vergrößert, als mein Sohn zur Welt kam und wir den anderen Raum als sein Zimmer einrichteten.

    Nach und nach sind in dem großen Raum rund um einen großen alten hölzernen Küchentisch, den ich als Haupt-Schreibtisch benutze, mit Stehpult und Couch zwei weitere Schreibplätze entstanden, zudem stehen auf zwei alten Schreibtischen noch alte Computer, die ich zu bestimmten Tätigkeiten sporadisch verwende.

    Wenn ich einen durchschnittlichen Arbeitstag nehme, dann habe ich ca. drei Stunden am Stehpult gestanden, zwei am Hauptschreibtisch (Beine auf dem Tisch!) und zwei auf dem Sofa gesessen, immer mit dem Laptop vor mir, entweder auf der Stehpult-Platte oder auf dem Schoß. Die Platzwechsel geschehen fast schon unbewusst. Am Stehpult habe ich meist Gymnastik-Bänder über der Schulter und trainiere während Arbeit und Z. B. telefonieren so in der Gegend herum. Zudem liegt eine Matte im Raum, die ich zwischendurch auch mal zum Dehnen benutze. Im Winter steht das Rennrad auf Rollen bereit, es kann doch nicht sein, während des Fernsehens (muss auch mal beruflich schauen) faul herumzuliegen. Viel Bewegung bedeutet weniger Ablenkung als immer einen kleinen, neuen Anlauf, sich wieder konzentrieren zu können. Stillsitzen, über Stunden an EINEM Arbeitsplatz? Das geht für mich gar nicht. Wie seht Ihr das?

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 543

    AW: Wieviele Arbeitsplätze habt Ihr?

    Klingt ja traumhaft, dein Arbeitsplatz!

    Mein Büro befindet sich in einem Bürogebäude und es ist sehr reizarm eingerichtet. Ein Stehpult würde mir sicher auch sehr gut tun!

    Manchmal stelle ich mir Stühle zusammen und schlafe eine Runde. Kam bisher aber sehr selten vor.

  3. #3
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 55

    AW: Wieviele Arbeitsplätze habt Ihr?

    Ja, scheint so, als hätte ich ohne Wissen um mein ADHS über Jahre aus der Not eine Tugend entwickelt. Speziell Großraumbüros hatten für mich schon immer extrem viel mit menschlicher Käfighaltung zu tun. Vermutlich resultiert diese Abneigung auch aus meiner Stotterer-Karriere. Es war für mich jahrelang die Hölle, mit jemandem telefonieren zu müssen - aber die Hölle im Quadrat, wenn mir dabei noch zugehört wurde. Zudem gibt es in meinem Arbeitszimmer weniger Ablenkungsreize, an meine Bücherregale und anderen Utensilien habe ich mich gewöhnt

    Trotzdem gibt es natürlich Phasen, da sitze prokrastinierend am Schreibtisch oder surfe stundenlang im I-Net, oft gehen Recherche und zielloses Surfen ineinander über. Schwierig zu trennen, weil Recherche auch zu meinem Beruf gehört. Es versagen die besten ADHS-Warnsysteme: Ich überhöre den Timer, der alle zehn Minuten klingelt, ignoriere geflissentlich die Kalender-Erinnerungen - wie auch signalfarbene Zettel an der Wand.

    Seit Jahresanfang steht mein Saxophon nun auch noch herausfordernd auf einem Ständer im Büro. Sicher, große Ablenkungsgefahr ... aber wenn ich das Instrument in der Hand habe, und spiele, erinnert mich das an meinen charismatischen Saxophonlehrer: "Es geht nur kleinschrittig". Ich zerlege die große Aufgabe in viele kleine Schritte, um sie angehen zu können - insofern ist er der beste ADHS-Coach, den ich mir vorstellen kann Er feuert mich beim Lernen an und lobt meinen Fortschritt. Hab' ich dann im Büro zwischendurch ein wenig - kleinschrittig - geübt, versetzt mich das in die Lage, anschließend etwas klarer wieder in die Arbeit einsteigen zu können.

  4. #4
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 85

    AW: Wieviele Arbeitsplätze habt Ihr?

    Ich arbeite auch am liebsten in reizarmer Umgebung, habe das schon während des Studiums praktiziert. Eine Bibliothek ist/war der Horror für mich...zuviel Ablenkung.

    Derzeit arbeite ich von drei bis vier verschiedenen Orten aus. Laptop ist immer mit dabei und ich habe fast alles in die Cloud verlegt damit ich örtlich nicht gebunden bin. Ich mag die Abweckslung sehr.

    Auch habe ich an bestimmten Orten bestimmte Ablagen die dann nur dort sind damit ich nicht den Überblick verliere. Ständig an einem Ort zu sein ist sehr schwierig...auch ich muss aufpassen dass ich nicht in die Welten des I-nets ableite und dann eigentlich für die Arbeit was suche/mache und mich dann plötzlich bei einer Amazon Bestellung wieder finde Seit der Medikation geht es aber um einiges besser.

    Ich arbeitete vor meiner Selbstständigkeit auch in einem Großraumbüro was der absolute Horror war...bei Konferenzen habe ich ständig meinen Kollegen zugehört anstatt der Telefonkonferenz zu folgen und dann natürlich den Faden verloren und kam schwer wieder rein.

  5. #5
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.679

    AW: Wieviele Arbeitsplätze habt Ihr?

    ich arbeite nur ca 10-20 % an einem Schreibtisch. wie soll ich deine Frage verstehen ? irgendwie habe ich das Gefühl, du gehst von Schreibtischjobs aus. mir ist nicht so ganz klar, was genau du eigentlich von uns wissen möchtest.

    ich laufe an einem normalen Arbeitstag so um die 7000 Arbeitsschritte. Hilft dir das weiter ?

  6. #6
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 97

    AW: Wieviele Arbeitsplätze habt Ihr?

    Moselpirat schreibt:
    ich laufe an einem normalen Arbeitstag so um die 7000 Arbeitsschritte.
    Das sind dann so 3 Km bei dir.

    Bei mir sind es etwa 15 Km. Ist halt nur doof, wenns regnet, schneit und kalt ist.

  7. #7
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 55

    AW: Wieviele Arbeitsplätze habt Ihr?

    Moselpirat schreibt:
    ich arbeite nur ca 10-20 % an einem Schreibtisch. wie soll ich deine Frage verstehen ? irgendwie habe ich das Gefühl, du gehst von Schreibtischjobs aus. mir ist nicht so ganz klar, was genau du eigentlich von uns wissen möchtest.
    Sorry, Moselpirat, wenn ich mich nicht klar ausgedrückt habe. Meine Vermutung: Damit sich ein ADHLSer in seinem Job einigermaßen wohl fühlt, muss auch sein Arbeitsplatz - und zwar wörtlich, der Platz (die Plätze), an dem er oder sie arbeiten - passen (Reizarm, aber ggf. dem Bewegungsdrang Rechnung tragen, zum Beispiel). Weiter nehme ich an, dass die Leute unter uns, die ein Home Office betreiben, in diesem Punkt eine größere Gestaltungsfreiheit haben als in einer Firma, deshalb hatte ich diese besonders angesprochen.

    Konkret: Wie sieht die Arbeitsumgebung eines AHDSlers aus, indem er oder/sie einigermaßen gut zurecht kommt?

    Das wollte ich wissen, bin immer für neue Anregungen und Erkenntnisse dankbar.

  8. #8
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.679

    AW: Wieviele Arbeitsplätze habt Ihr?

    mich nervt, wenn ich zu lange im Büro oder ganz allgemein in den Räumen meiner Arbeitsstelle bin, aber das liegt vor allem an dieser Dunkelheit. ich muss dazu sagen, dass ich seit 10 Jahren sehr licht und hell lebe und mein hauptsächlicher Arbeitsort in einem 50erJahre Haus mit dunklen, wenn auch edlen, schicken Farben liegt. ich vermute, es ist weniger mein Adhs, sondern der Lichtmangel, der mich dann manches Mal raustreibt. vielleicht auch meine leichte Klaustrophobie. gerade jetzt im Sommer lockt die Sonne.

  9. #9
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 103

    AW: Wieviele Arbeitsplätze habt Ihr?

    Moin!

    Ich habe im Dachgeschoss zwei Computer stehen. Sie befinden sich nebeneinander auf demselben Schreibtisch, werden also von ein und demselben fetten Chefsessel aus bedient (früher standen sie weiter auseinander, aber das ewige rollerollerollerolle auf der Plastikmatte hat mich total genervt).
    Ein Computer für Bildbearbeitung ist aus dem letzten Jahrtausend, dafür habe ich entsprechend alte (aber damals wie heute sau-teure) Programme, um Bilder so zu bearbeiten, dass auch eine Druckerei etwas mit ihnen anfangen kann. Leider weiß das Ding nicht, was W-Lan ist, und der Browser ist mit seinen Sicherheitsupdates das letzte Mal 2004 im Netz gewesen, also ist er abgekoppelt vom Rest des Geschehens im Internet. Über ein Kabel ist er mit dem neueren Computer direkt daneben verbunden. Das ist eine ziemlich schnelle Maschine für das Bearbeiten von Filmen, Animationen, etc.

    Mein Klavier steht auch in dem Büro, ist aber leider total zugemüllt mit Papierkram und seit dem letzten Umräumen (Gästezimmer < > Büro) auch nicht mehr verkabelt. Die Boxen dafür stehen auch irgendwo in einem Haufen Zeugs und müssten mal an die Wand montiert werden. Vorher brauch ich das Klavier auch nicht zu verkabeln, und wozu verkabeln, wenn ich nix höre... alles klar?


    Texte schreibe ich im Wohnzimmer am Laptop. Da sitze oder liege ich je nach Zustand auf dem Sofa, und wenn ich mal Ablenkung benötige, zum Durchschnaufen, dann kann ich kurz aus dem Fenster sehen, auf den Waldrand, da ist nicht viel los.

    Zum Lernen sitze ich am Esstisch. Mit Blick auf den Gartenteich. Piepmätze, Frösche, ab und zu hüpft etwas in den Teich und manches kommt auch wieder zurück an Land. Wenn ich's mir recht überlege, ziemlich viel Ablenkung, aber nach 5 Minuten Lernen soll man sowieso 1 Minute Pause machen, insofern passt es halbwegs. Vielleicht wiederhole ich da auch nur ein Muster aus der Schule: wenn ich wieder mal den Anschluss verpasst hatte, war der Blick aus dem Klassenzimmer ohnehin interessanter. Man wurde aber auch schneller erwischt beim Träumen.

    Da meine Arbeit zum großen Teil aus Denken (haha... ) bestand, habe ich auch sonst überall (Auto, Café, beim Kunden, Flughafen-Lounge, am Strand, etc.) gearbeitet. Ich verspreche mir von meinem Medikament, dass dies auch in Zukunft wieder so sein kann - bestenfalls ohne mich immer so heftig anstrengen zu müssen. Im Moment bin ich zeitweise froh, wenn ich bis Kartoffel zählen kann.

    Etwas off-topic, aber für Interessierte über "Dreamtime": In meiner Interview-Phase zu einer Doku über die Ureinwohner Australiens stieß ich auf eine Frau, die ganz bestimmte Orte hatte, wo sie sich einem "Dreaming" hingeben konnte. In diesen meditativen Zustand (zum Thema Hirnströme in der SZ) versetzte sie sich, um mit ihrer Umgebung Tuchfühlung aufzunehmen, mit den "Ahnen" zu kommunzieren, und von ihnen an neue Erkenntnisse zu gelangen. Oder mal zwischen den Zeiten zu wandeln, aber das wurde mir dann zu hoch.

    Diese Orte wurden von den Briten zum Teil absichtlich zerstört, und sind für die Bevölkerung dort als Ort der Weisheit für immer verloren.
    Kommentar eines anderen Aboriginal: "Stell dir vor, ich schlage jetzt mit einer Axt in deinen Computer - dann ist die Technik zerstört, weil der Strom, und damit die Information nicht mehr fließen kann. So verhält es sich mit unsere heiligen Orten auch, wenn sie gesprengt oder zubetoniert werden: sie werden unbrauchbar. Und wir brauchen viele Orte, um an all das Wissen zu gelangen, das wir benötigen."

    In einem Buch über ADHS, das ich derzeit lese*, steht als These, dass Jäger- und Sammler-Kulturen mit niedriger Impulskontrolle: "Schmeiß den Speer, und denk dann erst nach!", mit hochkonzentrierter stiller Beschäftigung: "Anpirschen" und knappen, durchaus mal lauten Befehlen: "Frag nicht lang, hau ab, das ist ein Tiger!" und Ungeduld: "Könntest du jetzt bitte endlich in die Pötte kommen und helfen, dieses Netz über den Bären zu werfen!" im Dschungel und in der Steppe wesentlich höhere Überlebens-Chancen hatten als "kultivierte" landwirtschaftliche Schnarchnasen, die wochenlang tief erfüllt dem Getreide beim Wachsen zusehen können.

    Wer mag, kann da einen Zusammenhang finden.

    Honu



    *) Darf man hier eigentlich Bücher namentlich nennen, oder gilt das als Werbung? Mir hat dieses Buch mit den Tigern und Bären geholfen, meine verpfuschte Biografie etwas milder zu betrachten.
    Aber vielleicht was das auch nur mein Methylphenidat 1A pharma...

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