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Diskutiere im Thema Ein irritierendes Mass an sozialer Unempfindlichkeit im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 18

    Ein irritierendes Mass an sozialer Unempfindlichkeit

    Hallo zusammen,

    ich habe durch mein Umfeld etwas mitgeteilt bekommen, wo ich immer noch staune, wie es möglich ist. Ich habe in einer emotionalen Situation einen lieben Menschen verletzt.
    Aber in dem Moment, wie dieser gekränkt war, habe ich selbst nichts kränkendes in meiner Aussage wahrgenommen. Daher die Kränkung des lieben Menschen in Frage gestellt.

    Und ich stelle fest, dass das ein riesiger Irrtum war. - es ist eine Emotion eines Menschen, der sich Dir offenbart, mitteilt, dass er um in der Beziehung wie bisher weiter sein zu können, eine Entschuldigung erwartet. Ich habe aber die Kränkung nicht bemerkt - bei mir. Und darauf einen Fehler gemacht, der so gar nicht logisch ist. denn egal was ich empfinde - es sind meine individuellen Empfindungen, und er hat seine.

    Kann ich mir erlauben, ein Urteil zu bilden, was ich nicht erfahren kann? Ich bin ja nicht der andere - und nur weil ich es anders sehe - seine Empfindung in Frage stellen. Denn das ist sein persönlicher Teil des Lebens, da hab ich keine Einblicke.

    Ich habe dann erst später verstanden, dass das in Frage stellen von Empfindungen anderer - weil selbst nicht spürbar - kein Grund ist, seine Empfindung in Frage zu stellen.
    Und ich schäme mich dafür.

    viele Grüße,

    Untrusted

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 385

    AW: Ein irritierendes Mass an sozialer Unempfindlichkeit

    Das kennen hier wohl fast alle.
    ADHS bedeutet leider auch sehr oft das wir uns nicht in andere Personen und deren Gefühle versetzten können. Und das obwohl viele von uns eine sehr gute "Stimmungsantenne" haben. Für mich ist das widersprüchlich, aber es ist offenbar so.

    ADHSler finden auch schnell neue Freunde, können die Beziehungen aber nur sehr schwer halten. Ich denke das hängt auch damit zusammen.

    Ich finde es aber positiv das Du es selbst bemerkt hast und denke das Du damit eine Basis hast um in der Zukunft etwas anders zu reagieren. (Ich beisse mir inzwischen oft auf die Zunge.)

    Hast du darüber mit dem Betroffenen gesprochen und Dich entschuldigt? Das könnte Deine Scham vielleicht etwas abmildern.

    LG
    denker23

  3. #3
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 73

    AW: Ein irritierendes Mass an sozialer Unempfindlichkeit

    Ich habe vor kurzem einen interessanten Beitrag auf Youtube gefunden, der die Sache mit Empathie bei Autisten ein bisschen genauer beleuchtete.

    Dort hieß es, es wird oft nur von "Empathie" gesprochen, aber es gibt tatsächlich unterschiedliche Formen.
    1. Stimmungen erkennen, also mitkriegen wie sich die andere Person gerade fühlt. (Können Autisten oft ganz gut. Angeblich.)
    2. emotionale Zusammenhänge erkennen, also zB dies und das ist passiert, also fühlt sich die Person wahrscheinlich gerade so-und-so (das können Autisten angeblich nicht so gut).

    Fand ich sehr aufschlussreich! :-)

    PS: jetzt frag mich nicht nach dem Link. Ich habe mich durch Youtube geklickt ...

  4. #4
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 385

    AW: Ein irritierendes Mass an sozialer Unempfindlichkeit

    Stimmungen erkennen, also mitkriegen wie sich die andere Person gerade fühlt. (Können Autisten oft ganz gut. Angeblich.)
    Sehr gewagte These, nach meiner Meinung.
    Wie nennt sich dann die Störung diese Stimmung nicht erkennen zu können?

  5. #5
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 73

    AW: Ein irritierendes Mass an sozialer Unempfindlichkeit

    Denker23 schreibt:
    Wie nennt sich dann die Störung diese Stimmung nicht erkennen zu können?
    stark ausgeprägter Autismus vielleicht?
    Ich weiß es nicht mehr so genau, glaube es war eher von Aspergern die Rede. (Nur mag ich diesen Begriff überhaupt nicht leiden. Finde es doof bei einer Spektrumsstörung einen Teilbereich anders zu benennen.)

  6. #6
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 385

    AW: Ein irritierendes Mass an sozialer Unempfindlichkeit

    Mhm. Scheint komplexer zu sein als ich dachte, wenn man Wikipedia glaubt...

    Laut DSM 4 müssen daraus 2 Punkte zutreffen.
    1. qualitative Beeinträchtigung der sozialen Interaktion in mindestens zwei der folgenden Bereiche:
      • ausgeprägte Beeinträchtigung im Gebrauch einer Vielzahl nonverbaler Verhaltensweisen wie beispielsweise Blickkontakt, Gesichtsausdruck, Körperhaltung und Gestik zur Steuerung sozialer Interaktionen,
      • Unfähigkeit, entwicklungsgemäße Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzubauen,
      • Mangel an spontanen Bestrebungen, Freude, Interessen oder Erfolge mit anderen zu teilen (beispielsweise durch einen Mangel, Objekte des Interesses herzuzeigen, herzubringen oder darauf hinzuweisen),
      • Mangel an sozialer oder emotionaler Gegenseitigkeit;
    Also das ein Autist eine Stimmung spüren soll kann ich da nicht sehen. Aber ich bin kein Fachmann.

  7. #7
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 73

    AW: Ein irritierendes Mass an sozialer Unempfindlichkeit

    mh. Naja, es werden ja meist auch die Störungen und Probleme geschildert, selten das, was gut funktioniert.

    Ich kann nur von mir und meiner eigenen Erfahrung ausgehen. Was ja aber nicht auf andere zutreffen muss.

    Ich jedenfalls bin extrem leicht beeinflussbar, stimmungstechnisch, von aussen, von anderen Menschen. D.h. ich bekomme Stimmungen sehr leicht und schnell mit und reagiere darauf. Bin sonst auch tendentiell hochsensibel.

    Dennoch fehlinterpretiere ich so manch eine soziale Situation öfter mal. Beispielsweise ist es mir rätselhaft, weshalb es mir ständig passiert, dass Männer denken ich hätte Interesse an ihnen, obwohl das definitiv nicht der Fall ist. Sogar in den Fällen, bei denen ich besagte Person äußerst unattraktiv finde (20 Jahre älter als ich und auch noch hässlich... was denken sich manche Männer bloss!?!?).

    Mit anderen Worten: Ich kriege scheinbar nicht mit, dass auf der sozialen Ebene die Leute ihrerseits irgendwas in die Interaktion mit mir reininterpretieren, dass da aus ihrer Sicht eine Ebene (Flirten usw.) vorhanden ist, die ich überhaupt nicht wahrnehme und nicht "sehe".

    Aber wenn besagte Person sich unterschwellig gereizt fühlen würde, oder gut gelaunt ist, merke ich das sofort, selbst wenn die Person versucht es zu überspielen.

    Mir wurde ADS und leichter Autismus diagnostiziert.

  8. #8
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.679

    AW: Ein irritierendes Mass an sozialer Unempfindlichkeit

    ich hab das umgekehrt schon von Normalos erlebt. eine Freundschaft zerbrach unlängst eigentlich endgültig daran, dass ich jemanden mit jemanden Streit hatte, mich wegen einer eoistischen Handlung ziemlich verletzt fühlte und ihr dies völlig egal war, sie regte sich über eine anderen Punkt auf und verlangte Rechtfertigung wegen einer Peanutssache. das war ihr das einzig wichtige bei der von ihr geforderten Aussprache. ich war total entsetzt, denn ich konnte es nicht fassen, dass auf ein "du hast mich sehr verletzt" eine Schimpfkanonade kommt. völlig ich bezogen, unfähig oder unwillig, meine Gefühle auch nur wahrzunehmen. und immerhin war ich der Adhsler, der viel zu gut ihre Emotionen nachemfinden konnte. und schließlich feststellen musste, dass jene Freundin einfach egozentrisch ist und nur trotz aller Nachfrage eigentlich gar nicht so wirklich an meinen Problemen interessiert.


    vielen ganz normalen Menschen fehlt es völlig an Empathie und das nicht nur aufgrund einer Störung, sondern aufgrund eines sozialen Defiites oder ich nenne es mal mangelnder geistiger Reife oder fehlender menschlicher Entwicklung.

    was ich damit sagen will: es wäre schön, wenn nur Autisten oder Adhsler etc mit mangelhafter oder unzureichender Empathie auffallen würden und bei einer Auseinandersetzung die Empfindungen des anderen nicht beachten. aber ich glaub, es ist eben auch ein gesellschaftliches Problem. Ellbogengesellschaft und Ichbezogenheit usw.

    ich hab mal eine Theorie über die Entwicklung der menschlichen Moral gelesen, es ist erschreckend, dass ein Großteil der Menschen da irgendwo in der Teenagerzeit stecken bleiben, die Mehrheit auf einem Level unter 14....das ist streng genommen nicht Empathie, aber ich hab mitunter den eindruck, dass das eine aussterbende Tugend oder Fähigkeit ist.


    du hast dagegen nur in der momentanen Situation es an Empathie fehlen lassen, als du dich beruhigt (oder aus was für Grnden du auch immer später darüber nochmal nachgedacht hast), hast du es ja nachgeholt. und das finde ich widerlegt, dass du es nicht kannst oder nicht föhig bist, sondern nur, dass du in dem Moment es nicht getan hast. ich halte deine verspätete Überlegung und Zerknirschung für einen Hinweis, dass du eben im Gegenteil durchaus empathisch bist.
    Geändert von Moselpirat (30.08.2017 um 20:58 Uhr)

  9. #9
    Ist interessiert

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    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 73

    AW: Ein irritierendes Mass an sozialer Unempfindlichkeit

    Moselpirat schreibt:
    ich hab mal eine Theorie über die Entwicklung der menschlichen Moral gelesen, es ist erschreckend, dass ein Großteil der Menschen da irgendwo in der Teenagerzeit stecken bleiben, die Mehrheit auf einem Level unter 14....das ist streng genommen nicht Empathie, aber ich hab mitunter den eindruck, dass das eine aussterbende Tugend oder Fähigkeit ist.
    naja oder aber gerade doch!? ich habe mal irgendwo gelesen, dass Empathie ... bzw. vielleicht ging es um den EQ ... eben etwas Erlerntes ist. Im Gegensatz zum IQ, der angeboren ist. Mit anderen Worten: Empathie kann man lernen, und gehört zur Entwicklung des Menschen dazu. Kleine Kinder sind oft ganz egoistisch, so dass man sie ermahnen und zurechtweisen muss. Erst dadurch lernen sie, dass es doof ist, das Spielzeug dem anderen Kind wegzunehmen, weil sich das Kind dann verletzt fühlt.

    ADHS und Autismus gelten ja meines Wissens auch als Entwicklungsstörungen. Würde also zusammenpassen!?

    Und dass so manch ein Normalo auch mal unterentwickelt sein kann, davon kenne ich auch genügend persönliche Beispiele

  10. #10
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 385

    AW: Ein irritierendes Mass an sozialer Unempfindlichkeit

    Dennoch fehlinterpretiere ich so manch eine soziale Situation öfter mal. Beispielsweise ist es mir rätselhaft, weshalb es mir ständig passiert, dass Männer denken ich hätte Interesse an ihnen, obwohl das definitiv nicht der Fall ist. Sogar in den Fällen, bei denen ich besagte Person äußerst unattraktiv finde (20 Jahre älter als ich und auch noch hässlich... was denken sich manche Männer bloss!?!?).

    Na, das ist noch mal ein ganz anderes Fass.
    Kann natürlich sein das das bei uns noch mal verstärkt ist, aber Männer und Frauen sind ganz allgemein doch etwas anders was die Wahrnehmung von Flirt-Signalen betrifft.

    Ich habe da vor längerem mal eine Untersuchung gelesen nach der Männer ALLE Signale als Flirt-Einladung betrachten, auch Signale die von Frauen als Ablehnung gesendet wurden und auch von anderen Frauen so verstanden wurden.
    Männer sind da eben doch vom Mars.

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