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Diskutiere im Thema Ablehnung innerhalb der Familie? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Ablehnung innerhalb der Familie?

    Schade, dass deine Mutter Ad(h)s auf die leichte Schulter nehmen. Aber, wie man es im Endeffekt nennen mag, die Symptome sind ja dennoch da. Dann kann man zwar versuchen sie mit manch esotherischer Behandlungsmethoden (wenn nicht gefährlich) zu kurieren, aber wenn diese nicht helfen, was dann?

    Genauso können auch mal offizielle Ad(h)s Behandlungsmethoden ausprobiert werden, nach dem Schema hilfts nichts, schadet es nichts (natürlich unter fachärztlicher Anleitung). Es gibt nun leider auch manche Ad(h)s Betroffene, die nicht einmal auf die offiziellen Medikamente bei Ad(h)s sonderlich gut ansprechen. Dann muss man eben schaun, wies weitergehen soll.

    Ich kenn das persönlich auch. Meine Mutter hat selbst alle Symptome einer Ad(h)s, hat sich in ihrer Jugend sogar schon einmal Gedanken dazu gemacht. Wahrscheinlich aufgrund mangelnder Informationen hat sie sich dann doch entgegen entschieden, in die Richtung weiter zu denken und hat es sogar abgelehnt. Obwohl sie mir meine Symptome nicht streitig machen will, glaubt sie nicht an meine Ad(h)s. Da kommen dann all mögliche Gegenargumente. Am lustigsten finde ich dann immer, wenn sie meint: Das habe ich auch, das ist ganz normal :-).

    Sich Symptome einzureden, ist halt eine ganz spezielle Leistung :-). Selbst der Hypochonder, der wegen eingebildeten Symptomen zu sämtlichen Ärzten geht, bekommt am Schluß eine Diagnose, an der es anzusetzen gilt. Wenn du unter den Zuständen leidest, ist es auf eine gewisse Art und Weise real. Vl argumentierst du mal so vor deiner Mutter.

    Liebe Grüße, Michael.

  2. #22
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.681

    AW: Ablehnung innerhalb der Familie?

    Direktor. du kannst deine Mutter nicht mehr umerziehen. und du nimmst ihre Einstellung sehr persönlich. wenn du erwartest, dass sie dein Adhs azeptiert, dann müsste sie ihr gesamtes Weltbild und ihre Werte aufgeben. das kann sie nicht.
    Ja ich weiß, , ich bekomme auch einen Logik-Knoten im Kopf, wenn ich von manchen (nicht allen) Homöpatieanhängern einerseits höre, dass das Zeug hilft, weil 1 von einer Milliarde Atome schon helfen, andererseits bei den Nebenwirkungen das klassische Schulmedizinargument kommt: wenn nix drin ist, kann es ja keine Nebenwirkungen geben. Argh ! deine Mutter scheint umgekehrt zu argumentieren: nur ein Medikament ohne Nebenwirkungen (also vermutlich homöpathisch oder so) kann überhaupt wirken. Da, schon wieder ein Knoten in meinem Kopf.
    es geht erstmal um Glauben und Weltbilder. und da darf nicht sein, was nicht ins Weltbild passt. und das ist in einem gewissen Alter gefestigt. und daran rütteln geht gar nicht.

    es gibt etliche Fachleute, die den Kult ums (gesunde) Essen und der Glaube an bestimmte Gesundheitslehren als Ersatzreligion ansehen. und da kommst du schwer gegen an.

    versuche es vielleicht mal so: du versuchst da etwas persönlich zu nehmen, was gar nicht persönlich ist. Sie lehnt nicht dich ab. sie lehnt nur die Lehre, die hinter deinem Störungsbild ist ab. Adhs ist zunächst mal ein Name für ein Bündel an Symptomen und sie wird vermutlich nicht ablehnen, dass du es mit manchen Sachen dir schwer tust,sie ist nur unterschiedlicher Meinung, wo das bei dir herrührt. um bei deinem Schwulsein-Vergleich zu bleiben: sie lehnt vielleicht gar nicht ab, dass du schwul bist, nur deine Behauptung, dies sei angeboren nicht. sondern du hast im soundsovielten Lebensjahr Plastikspielzeug gelutscht und die Weichmacher haben dich dahingehend vergiftet, das Ergebnis wäre deine Homosexualität.
    Versuche das persönliche Verletztende rauszunehmen. ihr redet miteinander und habt ein gutes Verhältnis, vielleicht nimmst du da etwas persönlich, was gar nicht persönlich ist.
    ich hab in meinem Leben so manches von meiner Mutter persönlich genommen. Hab ich sie verletzt darauf angesprochen, fiel sie aus allen Wolken. Unterschiedliche Ansichten heissen nunmal nicht, dass du es persönlich nehmen musst. und ihr seid nunmal unterschiedlicher Ansicht, wie du dein Leben meistern solltest und wie deine Probleme angehen. sie kann nicht mehr aus ihrer esoterischen Haut, du verlangst, dass sie so ziemlich alles, woran sie glaubt und auf was sie dafür aufgibt.
    Klar gibt es in dem "linken" Bereich der Gesellschaft genausoviel Spießigkeit und Intoleranz wie im rechten Bereich des Spektrums. aber das ist so ein Ding für sich.
    bedenke bitte, dass Eltern in ihrem Leben und Ansichten reichlich festgefahren sind. sie geben nicht mehr alles auf. weißt du, warum Menschen über 50 für die Werbeindustrie uninteressant geworden sind? sie sind nicht mehr für Neues erreichbar, nicht einmal mehr für eine neue Waschmaschinenmarke. und du verlangst, dass sie ihr gesamtes Weltbild aufgibt.

    dein Adhs nicht zu akzeptieren heisst nicht, dein Leben nicht zu akzeptieren. Eltern sind nunmal nicht immer damit einverstanden, wie ihre Kinder leben, welchen Beruf sie ausüben, welche Familienplanung sie führen usw. das gehört dazu, das heisst aber nicht, dass sie ihre Kinder nicht akzpeptieren, auch wenn die Berufswahl für uns immens wichtig ist und einen Teil unseres Lebens, unserer Persönlichkeit ausmacht.

    ausserdem seid ihr irgendwo auf einem Niveau: sie akzeptiert dein Adhs bzw deine Vermutung, woher es kommt und wie man damit umgeht nicht, du akzeptierst den esoterischen Teil von ihr nicht, dabei macht der einen wesentlichen Teil ihres Lebens und ihrer Persönlichkeit aus. Genau genommen könnte sie es genauso persönlich nehmen wie du es umgekehrt tust.

    also :verabschiede dich vielleicht davon, dass die Nichtanerkennung der Adhs-Forschung nicht eine Ablehnung oder Inakzeptanz deiner Person bedeutet und umgekehrt, dass du,wenn du nicht ihrer esoterischen Ansicht bist, sie und ihre Persönlichkeit nicht akzeptierst. es sind einfach nur unterschiedliche Ansichten ! nicht mehr, nicht weniger.

    Töchter
    und Mütter haben nunmal in mancherlei Dingen unterschiedliche Ansichten. ist das euer einziger Streitpunkt, dann kann man fast schon sagen: Glückwunsch !. ich jedenfalls hatte erheblich mehr, weil meine Vorstellungen und ihre nur selten übereinstimmten. Aber ich liebte sie dafür vielleicht noch mehr: denn obwohl ich nicht so wurde, wie sie es gerne gehabt hätte, habe ich dennoch nie daran zweifeln müssen, dass sie mich dennoch liebt und akzeptiert.und trotz aller Nörgelei verdammt stolz auf mich ist.
    Geändert von Moselpirat (26.08.2017 um 18:45 Uhr)

  3. #23
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.145

    AW: Ablehnung innerhalb der Familie?

    Hallo Direktor,

    Ich habe mal alles gelesen... Es gibt in meine Umfeld einige Menschen die an Esoterik glauben und so lange dass sie das andere nicht ablehnen finde ich ok... Sind da 2 Sichtweise und keiner ist besser als das andere. Ich kann auch die Sichtweise von deine Mutter so weit verstehen, dass manche esoterische Milieu wirklich Angst machen um vieles (was für mich ihnen schon sofort weniger glaubwürdig macht). Manchen wollen damit auch Geld verdiennen, nicht nur die Pharmaindustrie (die natèrlich auch auf Gewinn orientiert sind, wie sehr vielen auf diese Welt)

    Es macht kein Sinn deine Mutter zu überzeugen dass du Recht hast (so kommt es mich vor wie du mit ihr redest!). Wie schon erwähnt geht es sicher um etwas ganz anders. Sie macht sich vielleicht nur Sorgen um dich und hat Angst dass die "böse offizielle Medizin dich nur schadest". Wenn sie solche Ängsten hat und du willst sie beweisen dass sie sich irrt, redet ihr ein andern vorbei.

    Vielleicht kannst du mehr erreichen, wenn sie wieder das Thema anspricht, statt was zu beweisen, dich für ihre Gefühle zu interessieren. Vielleicht ihr so eine Frage stellen wie "Mama, machst du dich Sorgen um mich?" und ausreden lassen. Dann kannst du vielleicht erwähnen dass was du jetzt tust dich gut tut und so bald dich etwas nicht mehr gut tut, es wieder in Fragen stellen. Erwähnen dass ihre Kram dich nicht überzeugt kannst du auch, aber ich finde es nicht nötig... Du kannst ihr sonst fragen wie weit es ihr ihre Kram hilft.

    Eigentlich möchtet ihr das selbe: Dass es dich gut geht... Nur sie sieht ein andere Weg dazu als du und es ist dein Weg zu finden was dich wirklich hilft. Es kann sein, dass du jetzt noch einfach bist zu verunsichern, weil du noch frisch bist. Je mehr du mit deine Medis und alle andere Massnahmen positive Erfahrungen gesammelt hat, je sicherer wirst du und je weniger wirst du der Drang verspüren dich zu verteidigen. Vielleicht kannst du nach eine gewissen Zeit nur so antworten auf was sie Sagt: "Mama, es geht mich heute besser, was ich mache hilft mich wirklich, mach dich bitte keine Sorgen"

  4. #24
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 132

    AW: Ablehnung innerhalb der Familie?

    Lieber Direktor!

    Ich bin auch so ein bisschen "esoterisch" "spirituell" angehaucht.
    Es war für mich immer total schlimm Kinder und Jugendlichen ihre Medikamente geben zu müssen, weil es ja wirklich auch manches Mal alternativen gibt.

    Vor allem MPH habe ich ungern gegeben, wenn ich das Gefühl hatte es wäre noch was anderes möglich.
    Ich habe es auch ungern gegeben, auch wenn der Schüler das Signal gab, das er froh ist das es die Medikamente gibt.

    Es hat mir wirklich in der Seele weh getan die Medikamente rauszugeben


    Wobei ich nicht 100% gegen MPH war, weil ich schon sah das es manchmal nunmal keine andere Alternative gibt wie die Schulmedizin und das es auch gut ist das es die Schulmedizin gibt.

    und in meinem Prozess zur Medikation ist mir erst klarer geworden, das ADHS etwas mit der Struktur des Gehirns zu tun hat und die kann man nicht mit Licht und Liebe ändern. So wie man doch auch nicht mit Licht und Liebe und Esoterik als Blinder plötzlich sehend wird. Das war für mich keine einfacher Prozess mir selbst nun das "Zeugs" zugestehen zu wollen.

    Meine liebe Heilpraktikerin, mit der ich auch befreundet bin unterstütz mich in der Medikation aber ich habe auch deutlich gemerkt das es sie traurig gestimmt hat, weil es nun keine andere Lösung mehr gibt.

    Doch kritisch bin ich nach wie vor geblieben, wenn ich so in den Medikamentenschrank unserer Schule schaue :-(

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