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Diskutiere im Thema Intelligent, aber nur am Papier Achtung Frust und Lange im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 17

    Intelligent, aber nur am Papier Achtung Frust und Lange

    Hallo!


    Ich schreibe selten, lese aber sehr viel in diesem Forum. Es ist wie Balsam für meine Seele, sich in manchen Beiträgen ziemlich genau wiederzufinden.
    Heute möchte ich dennoch gerne von meinem Problem berichten, weil es mich einfach schon sehr lange frustriert, immer und immer wieder.


    Gleich vorweg:
    Ich weiß manchmal jammere ich auf hohem Niveau. Wenn ich manche Fälle von AD(H)S betrachte, dann muss ich mir eingestehen, dass mein bisheriges Leben im Vergleich noch sehr geradlinig verlaufen ist. Ich habe großen Respekt vor diesen Leuten und ihr Durchhaltevermögen.

    Ich habe ADS, die unaufmerksame Variante. Zumindest komme ich immer wieder darauf zurück, zweifle daran und komme wieder zurück. Grundsätzlich ist es schon sehr offensichtlich, doch dann gibt es auch immer wieder Symptome die konträr verlaufen (Obwohl ich mittlerweile die Theorie habe, dass viele unerklärlichen Symptome auch durch Kompensationen entstanden sind.)
    Der offensichtliche Teil begann schon in meiner Kindheit. Sehr aufgewecktes, sensibles und laut meiner Mutter auch impulsives Kind. Wenn ich mich zurückerinnere war ich für mein Alter wohl immer schon etwas unreif gewesen. Träumen konnte ich auch gut. Konnte mich noch an ein T-Shirt mit dem Aufdruck "I like to let my mind wander, but it never comes back" erinnern, welches ich einmal von meinen Eltern geschenkt bekommen hatte.
    Ein paar unangenehme Erfahrungen, Ärztemarathonläufe und psychologische Tests später bin ich nun ein, als legasthenisch, anpassungs- und aufmerksamkeitsgestört diagnostizierter Erwachsener.

    Mein eigentliches Thema kommt jetzt!
    Mit 18 Jahren habe ich einmal bei einem Psychotherapeuten/Psychologen meines Vertrauens einen Intelligenztest gemacht. Ich bilde mir ein es war HAWIK IV, oder eine jugendfreie (ich bin bei den Begriff immer verwirrt, weil ich damit "frei von Jugend" assoziiere) Variante davon. Bis dahin hatte ich immer das Gefühl nicht besonders helle zu sein, weil ich die Matura mit Biegen und Brechen bestanden habe und ich sonst auch kaum mit Geistesblitzen brillierte. Subjektiv kam ich mir wohl noch dümmer vor, was mich auch in große Minderwertigkeitskomplexe und eine mittelgradige depressive Phase schleuderte (laut Psychotherapeut; ich kenn ihn jetzt schon lang und er ist sehr kompetent, nur leider auch kein AD(H)S-Experte).
    Was soll ich sagen? Bei dem Test kam tatsächlich ein äußerst (Glockenkurve, außen) gutes Ergebnis heraus. Und was soll ich weiter sagen? Ich glaube es bis heute nicht. (Bin jetzt 32.) Ich musste den Schock erst einmal verdauen. Leider verbesserte es meine Lage nicht. Mein Leistungsdruck wuchs und ich zweifelte immer heftiger an mir selbst.

    Warum habe ich solche Zweifel?
    Nun beim Test kam komischerweise eine sehr gleichmäßige Punkteverteilung über die geprüften Teilleistungen/übungen heraus. Komisch deshalb, weil ich hier schon oft gelesen habe, dass es bei AD(H)S-Testungen oft große Schwankungen zwischen den Teilbereichen gibt. Mein Psychotherapeut gratulierte mir zum guten Ergebnis und meinte ich sei, laut Test, unter den 2% der klügsten Köpfe (auf Welt :-)) und ich sei in allen Bereichen besser als der Durchschnitt.

    Warum bin ich dann so frustriert?
    Pustekuchen!



    Mein Subjektives Problem mit dem Ergebnis: Mir kommen fast alle Menschen in meinem Umfeld auf irgendeine Weise klüger vor als ich! Nicht nur was Gedächtnisleistung angeht, welche bei mir auch eher bescheiden ausfällt. Sie scheinen auch schneller zu denken als ich, scheinen mehr zu beachten, kommen schneller auf Lösungen, oder einfachere Lösungen, sowohl bei komplexen Themen, wie auch bei kleineren logischen Aufgaben (ok, um fair zu bleiben, ich verallgemeinere hier ein wenig).

    Intersubjektives Problem mit dem Ergebnis: Keine wirklichen Erfolge, oder Leistungen. Hier spricht wohl Neid und narzisstische Kränkung aus mir. Jedoch habe ich das Gefühl mit einem hohen Iq auch viel mehr erreichen können zu müssen. Ein ehemaliger Chef meinte mal zu mir, dass ich zwar irgendwie intelligent sei, aber zu zerstreut für einen praktischen Beruf. Der geeignetste Beruf für mich wäre „Sohn“. Tja blöd, leider sind meine Eltern nicht so reicht, mich mein ganzes Leben durchzufüttern.

    Zum Thema intersubjektives Empfinden fällt mir noch eine andere Geschichte ein: Als ich einmal in einem Kurs für Arbeitslose saß, kam ein arroganter Trainer auf die glorreiche Idee uns Quizfragen über alles mögliche zu stellen. Ich habe total „abgeluhst“, weil ich Fragen nicht beantworten konnte, obwohl ich einiges zu den Themen wusste und sicherlich gelesen hatte, aber es wollte mir einfach nicht einfallen. Nichtmal im geringsten. Ein Kollege neben mir hat fast jede Frage mit Bravour beantwortet.

    Die Ironie daran war die Frage eines weiteren Kollegen, die er mir zu einem späteren Zeitpunkt stellte: „Bist du hochbegabt?“.Bitte was? Hat er nicht mitbekommen, wie ich vorhin geistig radiert wurde?
    Eines meiner positiveren Erlebnisse. Ich kann mir aber beim Besten willen nicht vorstellen, wie er darauf gekommen ist. Dieser besagte Kollege war aber selbst etwas schrullig.

    Objektives?! Problem mit dem Ergebnis: Da ist Nichts! Kein schneller Geist, keine sonderliche hohe Kreativität, keine besonders hohe Intuition für soziales Gefüge, kein gutes Gedächtnis, kein gutes Arbeitsgedächtnis, etc.
    Wie so viele Male in diesem Forum gelesen, habe ich auch das Gefühl mein Potential kaum auszuschöpfen. Genau hier kommt dann ein Spannungszustand zustande.
    Ich kann kein Expertentum aufbauen, weil ich nicht genug Wissen ansammeln kann. Da kann ich noch so interessiert an einem Thema sein, es kommt zu einem regelmäßigen Reset meines deklarativen Gedächtnisses.
    Hier entspringt die große Frustration, der große Neid gegenüber Hochleistern oder grundsätzlich Neurotypischen (die irgendetwas reißen, soll heißen: einen Plan haben), der mich manchmal innerlich zerfrisst.
    Irgendetwas scheint mich immer zu blockieren.


    Leider waren meine Versuche mit Medikamenten bisher auch nicht sonderlich erfolgreich. Habe von MPH, Atomoxetin, Bupropion bis Amphetamin alles durch, also was AD(H)S betrifft. Auch viele Nahrungsergänzungsmittel, wie Omega 3, L-Tryptophan, Melatonin für den Schlaf, etc. habe ich schon probiert. Alles mit mehr oder weniger ausbleibender Wirkung, oder zu starken Nebenwirkungen. Ich werde es jedoch nochmal mit Amphetamin und einem breiteren Fokus auf die Wirkungsweise probieren.

    Konkret!
    Fast immer wenn ich einer Aufgabe (z.B.Physik, ein Prinzip bildlich vorstellen und damit meine ich jetzt nicht Quantenmechanik, sondern zB. einfache Hebelmechanik; Mathe: Anscheinend als Kind neue Funktionen schnell kapiert, aber bei den Übertragungen auf andere ähnliche Aufgabengebiete immer jämmerlich gescheitert, etc.) gegenüberstehe, scheint sie mir sehr einfach. Die Aufgabe wird gestellt und ich merke wie mein Gehirn vor Eifer anspringt (mit bildlicher Vorstellung) um sie voller Erwartung zu lösen, wenn ich mich dann aber auf die Einzelheiten der Aufgabe konzentrieren möchte verschwimmt alles. Mein Gehirn blockiert total. Es ist als würde ich gegen eine gedankliche Wand rennen, nochmal und nochmal, bis ich tatsächlich Kopfweh bekommen. Mein Gehirn scheint sich dann komplett zu verkrampfen. Genau dasselbe passiert beim Versuch mich an Fakten und Wissen zu erinnern. Ich knalle gegen eine Wand. Manchmal ist diese Wand so offensichtlich da, dass ich gar nicht versuche mich an eben genanntes Detail zu erinnern. Mich macht das echt fertig.
    Außerdem scheint jeder Fähigkeit eine Schwäche entgegen gerichtet zu sein. Räumliche Vorstellungskraft vs. Grobmotorik (Hand verkrampft schon nach kurzem Schreiben.) = nix gut für Handwerk und Zeichnen, etc.; Hang zur Neugierde vs. Schlechtes deklaratives Gedächtnis = nix gut für Wissensaufbau; Gutes Harmonieempfinden?! vs. Mieses Rhythmusgefühl und Grobmotorik = nix gut für musikalische Kunst. Schnelle Auffassungsgabe laut Iq-Test vs. Konzentrationsstörungen und eingeschränktes Arbeitsgedächtnis?! = nix gut für intellektuelle Aufgaben, Phantasie (mittlerweile mehr oder weniger brüchig) vs. Wortfindungsstörung, etc. = nix gut für schriftstellerische Tätigkeiten, usw. usf..


    Mittlerweile scheint selbst das Träumen aus meiner Kindheit nicht mehr wirklich zu funktionieren. Früher habe ich mir immer kleine Phantasiegeschichten (keine Ahnung ob sie gut waren) zusammen gesponnen. Heute drifte ich zwar noch ab, aber dann eher in unproduktive sorgenvolle Gedanken. Vielleicht habe ich mir in dem Zusammenhang durch einige Anpassungsversuche und folgenden Kompensationen auch einiges ruiniert.

    Lustigerweise habe ich letztens viel im den Beitrag zur Dissoziation gelesen und mir kommt vor als wäre der größte Teil meiner Kindheit eine große Dissoziation. Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere würde ich sie als sehr leichtgläubig und unbedacht beschreiben. Na gut, unter der Obhut liebevoller Eltern ist das auch noch sehr gut möglich.



    Nun, jetzt mit 32 bin ich ziemlich hart in der Realität (vermute ich zumindest :-)) und an einem Punkt angekommen, wo ich so richtig feststecke. Indirekt auch im Leben (im Sinne von Alltag), aber vor allem in mir selbst. Ich fühle mich, als wäre ich in meiner Vergangenheit irgendwo falsch abgebogen, um an einem Ort der Zweifel und des Argwohn anzukommen und dort verhaftet zu bleiben. Bitte nicht falsch verstehen. Noch komme ich schon irgendwie über die Runden und das Leben hat es bisher immer ganz gut mit mir gemeint. Manchmal habe ich dennoch das Gefühl zu resignieren und den Hut drauf zu werfen. Es geht mir bei der ganzen Sache auch nicht darum Ruhm und Macht zu ernten, oder von jedermann anerkannt zu werden. Ich würde mich nur gerne einmal irgendwo so richtig einfügen können, etwas richtig gut machen. Einfach einen Platz finden wo ich mich im Leben zuhause fühle (außer zuhause :-)). Naja, das Leben ist eben kein Wunschkonzert.



    Ich weiß, dass der Beitrag sehr, sehr, sehr lange geworden ist und einen ziemlichen Hickhack darstellt. Zuerst sollte es nur ein Beitrag über die kognitive Schieflage werden und dann ist es doch mehr geworden. Ich wollte einfach mal meinen Frust niederschreiben und ihn großzügig mit euch Teilen ;-).

    Vielleicht liest ihn aber der ein oder andere doch bis zum Ende und findet sich gar darin wieder. Möglicherweise hat auch jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht, einen Rat oder Hinweis, was ihm dabei geholfen hat, eine solche Phase oder gar die kognitiven Probleme zu überwinden.



    Bei mir dauert es meistens ein wenig länger bis ich antworte, aber danke schon mal für mögliche Antworten.


    Liebe Grüße, Michi.

  2. #2
    Hallo @ all

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 110

    AW: Intelligent, aber nur am Papier Achtung Frust und Lange

    Moin. Siehste - da hab ich nun schon Probs, deinen Beitrag zu kapieren und voll aufzunehmen. Aber so nach und nach wirds schon.

    Im Gegensatz zu dir hab ich immer Probs gehabt. Und wurde immer für "Klein-Doofi" angesehen. Und fühle mich ehrlich gesagt bis heute so.....

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 194

    AW: Intelligent, aber nur am Papier Achtung Frust und Lange

    Guten Morgen, die Kombination "ADHS-hochbegabt-hochsensibel" gibt es ja recht häufig.

    Und wenn man anders tickt als die Mehrheit und dieses Anderssein andauernd auf's Brot geschmiert bekommt, dann drückt das auf's Selbstbewusstsein, besonders wenn man sehr sensibel ist.

    Und man neigt dann dazu zu denken, "alle anderen" sind schlauer als man selbst, auch wenn es objektiv nicht stimmt.

    Ich glaube, Du bist nicht alleine damit..

  4. #4
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 25

    AW: Intelligent, aber nur am Papier Achtung Frust und Lange

    Wow Michi,

    ich überlege schon seit einer Weile wie ich mein aktuelles Problem in Worte fassen kann... Danke das du es jetzt zum Thema gemacht hast und so gut in Worte gefasst hast!

    Diese Blockaden, oder Mauern wie ich sie nenne, machen mir aktuell mein Leben auch ziemlich schwer. Beispielsweise bin ich momentan nicht in der Lage etwas an meinem Laptop zu schreiben und muss wirklich Haus und Gerät wechseln um was hinzubekommen. (Dabei habe ich das Programm für Softwareentwicklung darauf geschrieben )

    Viele Dinge die ich tun, oder sagen möchte, kommen entweder nicht zu stande, oder falsch raus. Inzwischen bin ich so irritiert und auch recht verzwifelt das ich mich am liebsten komplett einigeln möchte und nichts mehr sehen, hören oder tun will.

    Zumindest fühle ich mich jetzt etwas besser zu sehen das ich auch damit nicht ganz alleine bin


    LG,
    DasMaru

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Intelligent, aber nur am Papier Achtung Frust und Lange

    So. Jetzt komme ich doch schnell zum Antworten.

    Danke, dass ihr euch durch den langen Text gearbeitet habt.

    @Lissie Das tut mir leid zu hören. Wie geschrieben, jammere ich auch manchmal auch auf hohem Niveau und es ist mir bewusst, dass es Menschen gibt, die es härter getroffen hat. Gefühlstechnisch fühle ich mich halt dennoch auch bescheiden. Ich habe mich eigentlich auch mein ganzes Leben hindurch oft fehl am Platz gefühlt und dumm.
    Warum fühlst du dich so?

    @Korda Danke für die tröstenden Worte. Ja, ich habe mich in diesem Forum eben schon oft wiedergefunden und es tut gut zu wissen, dass ich nicht alleine mit den Problemen bin (geteiltes Leid, ist halbes Leid?!). Ich denke es gibt derzeit auch keine Möglichkeit an meinem Zustand etwas zu ändern und ich muss eher an meinen Zweifel arbeiten. Ist nur manchmal echt schwierig.

    @Maru Schön, dass du dich in meiner Beschreibung wiederfindest. Normalerweise fällt es mir auch schwer meine Gefühle in Worte zu fassen, aber an dem Tag ist es mir ganz gut gelungen. Ich habe mich hingesetzt und die Worte sind einfach so über meine Tastatur auf das Worddokument geflossen. Ich musste mir es wohl einfach schon von der Seele schreiben. Es tut mir leid, dass es dir ähnlich geht. Wie o.g. habe ich mich in diesem Forum auch schon so oft wiedererkannt. Irgendwie gibt es ja noch Hoffnung, dass man nicht alleine an einem Problem arbeitet. Leider gibt es von meiner Seite noch keine Lösungen für diese Art Blockade.

    Lg, Michi.

  6. #6
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 27

    AW: Intelligent, aber nur am Papier Achtung Frust und Lange

    Immer wieder unheimlich wie ähnlich wir AD(H)S'ler uns sein können. Diese Denkblockade wie du sie beschreibst - genau die habe ich auch. Als würde das Hirn einen Schalter umlegen und die Lichter ausknipsen. Dadurch zweifle ich ebenfalls sehr an meiner Intelligenz. Diese "Wände" tauchen sogar in meinem (ADHS)-Befund auf, weil sie bei der Diagnostik deutlich zum Vorschein kamen.

    Manchmal glaube ich, unser (negativ geprägtes) Unterbewusstsein ist daran schuld.

  7. #7
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 245

    AW: Intelligent, aber nur am Papier Achtung Frust und Lange

    Ihr Lieben,

    ADS soll es lt. einem Arzt für Kinder- und Jugendmedizin, mit Spezialgebiet ADHS,
    bereits seit der Steinzeit geben.

    Damals haben die Menschen in Gruppen zusammen gelebt und gejagt.
    Dabei war es überlebenswichtig,
    in einem Sekundenbruchteil so viele Informationen über die Umgebung
    und die aktuelle Lage zu sammeln, wie möglich.
    Das machen ADS-ler...sie scannen und sammeln Informationen
    auf einem richtig hohen Niveau...
    ...können das dann aber nur schlecht auswerten, in Wichtigkeiten einteilen usw.

    Wir sind wie die Erdmännchen:
    die stellen auch immer einen Wächter auf, der ununterbrochen Informationen
    sammelt, und dann ein Signal gibt,
    der Rest der Gruppe entscheidet dann, je nach Signal-Ton, was sie unternehmen.

    Es ist also nie vorgesehen gewesen,
    das wir alle diese vielen Eindrücke, die wir aufnehmen
    auch noch umsetzen und auswerten.
    Wir liefern Informationen - Was damit anzufangen ist, macht der Rest der Gemeinschaft.

    Nur in unserer modernen Zeit muss jede(r) alles können
    und das möglichst perfekt.

    Es gibt so viele Kommunikations-Welten in unserer Gesellschaft:
    Blinde, Gehörlose, Autisten, sehr junge Kinder, sehr alte Menschen
    geistig "besonders Denkende"...sie alle haben eine eigene wertvolle
    Erlebnis-Welt und ihre eigene Verständigungs-Ebene, untereinander.

    Warum zwingen wir uns dann immer,
    so zu funktionieren,
    dass wir in die Kommunikations-Welt der "normalen Welt" reinpassen?

    Wir haben so viel Kreativität, und auch Genialität,
    wenn wir zu uns und unserer Art stehen.

    So viele große Persönlichkeiten unserer Geschichte, Erfinder, Künstler
    große Denker - viele hatten ADS.
    Und genau deshalb haben sie diese Leistungen bringen können.

    Also
    seid nett zu euch selber

    Liebe Grüße
    finckla

  8. #8
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 53

    AW: Intelligent, aber nur am Papier Achtung Frust und Lange

    Hallo Michi. Puh oh man. Dein Text hat mich sehr bewegt. Die Blockaden die einen zermürben und nicht mehr loslassen. Ich musste gerade an Mein vergangenes Schuljahr denken und Wie ich da gekämpft habe. Ich kann es gut nachvollziehen wie verletztend es ist, wenn man für doof und verplant gehalten wird (Ich hoffe, Ich habe deine Mail richtig verstanden ). Also Ich als Frau war ziemlich chaotisch und impulsiv, Gedanken überschlugen sich etc.

    Achja dachte auch das ich null kreativ bin.

    Ach Jetzt hab Ich vergessen auf was ich eigentlich hinaus wollte *Mist* .

    Egal. Ein Schoenen Abend dir

    Und Kopf hoch

  9. #9
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 194

    AW: Intelligent, aber nur am Papier Achtung Frust und Lange

    Vieles, was Michi schreibt, deutet auch darauf hin, dass er rechtshemisphärischer Typ ist. Hier im Forum wurde auf das Buch von Jeffrey Freed hingewiesen ("Right brained children in a left brained world" - den deutschen Titel finde ich bescheuert)

    In der Tabelle ist das sehr anschaulich dargestellt. Bei mir passt das rechtshemisphärisch-visuelle wie die Faust aufs Auge

    http://www.kreismedienzentrum.landkr....de/zappel.htm

  10. #10
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 53

    AW: Intelligent, aber nur am Papier Achtung Frust und Lange

    @Korda: Wie wuerde es dann bei einem linkshemisphärischen Typ aussehen? Hast du noch mehr Infos dazu?

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