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Diskutiere im Thema Anzeichen von ADHS bei meinem Cousin, Eltern ignoerieren erfolgreich im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 19

    Anzeichen von ADHS bei meinem Cousin, Eltern ignoerieren erfolgreich

    Hallo liebe Community,

    mit ist am Wochenende etwas passiert, was ich gerne hier teilen und mit euch diskutieren würde.

    Ich war bei der Familie zu Besuch. Meine Cousine und ihr Mann waren mit Sohn (5, fast 6 Jahre alt) auch anwesend. Der Kleine kann kaum eine Sekunde still sitzen, beschäftigt sich nie länger als ein paar Sekunden mit einer Sache und wird super schnell laut. Aber okay, er ist FÜNF! Da muss man sich ja nicht zwingend was bei denken!

    Allerdings wurde ich hellhörig, als sein Vater erzählte, worauf die Erzieherinnen im Kindergarten ihn angesprochen haben. Er hat wohl große Probleme, sich in die Gruppe einzufügen und stößt bei anderen Kindern auf Ablehnung. Wenn es an eine bestimmte Aufgabe wie basteln o.ä. geht, arbeitet er nicht richtig mit und wird schnell agressiv, wenn etwas nicht funktioniert wie er möchte. Außerdem beansprucht er wohl auch sehr viel Aufmerksamkeit der Erzieherinnen und weint los, wenn er die nicht bekommt.

    So das sind genau die Sachen, die in meinen Grundschulzeugnissen stehen. "Hat Probleme Stillarbeiten zu erledigen"; "Beansprucht viel Aufmerksamkeit des Lehrpersonals"; "Hat Probleme sich in die Klassengemeinschaft einzufügen"; "Stört häufig den Unterricht" usw. Meine Eltern haben das ja damals erfolgreich wegignoriert. "Ich dachte, dein komisches Verhalten liegt an der Scheidung" hat meine Mutter zu mir gesagt, als ich mit 24 die Diagnose bekam.

    Der Vater meiner kleines Cousins erzählte das also am Kaffeetisch und fügte hinzu, dass die Erzieherin einen Arztbesuch empfohlen hätte. Darüber hat er sich tierisch lustig gemacht und gesagt "Warum muss man denn allem heutzutage einen Namen geben? XY ist einfach nur ein Zappelphillip. Das ist doch alles nur Geldmacherei bei den Ärzten. Der Junge ist völlig normal, nur ein bisschen aufgeweckter als alle anderen Kinder." Diese Bauernschläue traf bei der älteren Generation natürlich auf rege Zustimmung.

    Leute mir wären fast die Sicherungen durchgebrannt. Natürlich kann es sein, dass der kleine weder ADS/ADHS noch eine andere Störung hat aber diese "Elterndiagnose" und Ignoranz gegenüber Empfehlungen von Aufsichtspersonen geht mir richtig auf die Nerven. Bei dem Wort "Zappelphillip" könnte ich dann ja entgültig im Dreieck springen.

    Meinungen zu der Sache sind gerne gelesen

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 339

    AW: Anzeichen von ADHS bei meinem Cousin, Eltern ignoerieren erfolgreich

    Dazu wollte ich noch etwas fragen: Kann man schon mit 5 ADHS testen lassen?

  3. #3
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 24

    AW: Anzeichen von ADHS bei meinem Cousin, Eltern ignoerieren erfolgreich

    Hi,

    die Situation die du schilderst kenne ich zu gut. Es wird einfach unter den Tisch gekehrt und man geht davon aus das es einfach normal ist. Aber zwischen einem aufgeweckten Kind und einem das sich nicht integrieren kann gibt es Unterschiede. Viele Eltern die kein Interesse haben die Aufgewecktheit des Kindes zu tragen, sagen es häbe eine Krankheit.

    Auf der anderen Seite gibt es wieder Eltern die auffällige Anzeichen völlig ignorieren. Vielleicht haben sie Angst versagt zu haben oder haben Angst sich von der Gesellschaft ausgerenzt zu fühlen. Es steht aber sicher auch ein Problem bei den Eltern an.

    Zumindest mal hat die Erzieherin die Augen auf. Als ich Kind war hat das Kind einfach eine strengere Erziehung gebraucht. Mal eine auf den Arsch hieß es da. Das kenne ich selbst zu gut und höre es bei meinen Eltern in Erziehungtipps für andere immer noch. Manche lernen es nie. Da geht mir die Hutschnur hoch.

    Leider ist es heute auch noch oft eine lachhafte Diagnose und wird nicht ernst genommen. Wer aber ADHS hat kennt den Ernst der Lage und leidet wirklich. Vor allem die ältere Generation ist da oft stur. Wie du schreibst das die Älteren da zustimmten finde ich echt herrlich. Die wirst du nicht ändern.

    Ich finde es echt traurig wenn die Menschen so sind. Ich hätte mir viel erspart wenn man mich hätte früher testen lassen. Aber es hat niemand ernst genommen. Meine Eltern sind z.B. immer noch der Meinung ich bin nicht ganz dicht

    Ich finde es gut wenn es dir auffällt aber ich glaube da redest du gegen Wände. Wenn die das nicht selbst einsehen kann einem nur das Kind leid tun. Er ist der Leidtragende und hat am Ende das Problem. Kann man nur wünschen das alles gut geht. Vielleicht ist es aber doch nichts ernstes und es läuft von selber wieder in gerade Bahnen.

    Ob man mit 5 Jahren testen kann weis ich nicht. Wenn die Eltern es aber nicht wollen wird das Kind eh nicht getestet und lässt sich dann später vielleicht nach langem Leidensweg selbst testen.

    Viele Grüße

  4. #4
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 339

    AW: Anzeichen von ADHS bei meinem Cousin, Eltern ignoerieren erfolgreich

    Chemiker schreibt:
    Hi,

    die Situation die du schilderst kenne ich zu gut. Es wird einfach unter den Tisch gekehrt und man geht davon aus das es einfach normal ist. Aber zwischen einem aufgeweckten Kind und einem das sich nicht integrieren kann gibt es Unterschiede. Viele Eltern die kein Interesse haben die Aufgewecktheit des Kindes zu tragen, sagen es häbe eine Krankheit.
    ...
    Leider ist es heute auch noch oft eine lachhafte Diagnose und wird nicht ernst genommen. Wer aber ADHS hat kennt den Ernst der Lage und leidet wirklich. Vor allem die ältere Generation ist da oft stur. Wie du schreibst das die Älteren da zustimmten finde ich echt herrlich. Die wirst du nicht ändern.

    Ich finde es echt traurig wenn die Menschen so sind. Ich hätte mir viel erspart wenn man mich hätte früher testen lassen. Aber es hat niemand ernst genommen. Meine Eltern sind z.B. immer noch der Meinung ich bin nicht ganz dicht
    ...
    Ob man mit 5 Jahren testen kann weis ich nicht. Wenn die Eltern es aber nicht wollen wird das Kind eh nicht getestet und lässt sich dann später vielleicht nach langem Leidensweg selbst testen.

    Viele Grüße
    Meine Eltern waren bzw. sind genauso. Ist alles Quatsch, du bist ein Träumer, du müsstest dich nur besser konzentrieren, mal nachdenken, bevor du etwas sagst oder tust, usw.
    Eine Bekannte von uns, die im gleichen Alter ist wie meine Eltern und Erzieherin ist, meinte, sie glaubt nicht, dass ich wirklich ADHS habe...wohlgemerkt, die Gute sieht mich vielleicht einmal im Monat

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.651

    AW: Anzeichen von ADHS bei meinem Cousin, Eltern ignoerieren erfolgreich

    Hallo Jekaterina,

    wir sind hier in der falschen Unterabteilung, Fragen zu Kindern dürfen nur im geschützten Bereich behandelt werden, daher meine Antwort hier nur ganz allgemein: Ja, ab vier Jahren kann ADHS festgestellt werden, aber je jünger desto weniger gern.

    Die "offizielle" Grenze liegt bei 6 Jahren, wobei es sich durchaus empfiehlt nicht bis zur Einschulung zu warten und das betreffende Kind in der Schule demütigende Erfahrungen machen zu lassen, die voraussehbar gewesen wären.

    Am Kaffeetisch wird man kaum ein hilfreiches Gespräch führen können, wenn überhaupt dann nur im Gespräch mit den Eltern allein. Lynn, deine Kusine und ihr Mann stehen am Beginn eines Lernprozesses, den viele von uns schon hinter sich haben, und den man durch Hinweise abkürzen, aber nicht ersparen kann. Das Frustrierende für uns ist, dass selbst wenn diejenigen in 10 Jahren denken, XY hatte damals recht, das XY fast nie sagen.

  6. #6
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 543

    AW: Anzeichen von ADHS bei meinem Cousin, Eltern ignoerieren erfolgreich

    Ich hab das nun auch erlebt. Ging bei einem Familientreffen kürzlich um ein Enkelkind meines Onkels (bin mit beiden nicht verwandt). Das Kind ist knapp 5, hält es wohl keine 30 Sekunden auf dem Schoß von Oma oder Opa aus und hat im Kindergarten wohl einen "Sonderstatus", weil es nur mit einem einzelnen Kind spielen kann, aber sobald ein weiteres Kind hinzu kommt, wird es aggro. Meine Tante berichtete auch von einem abgrundtief bösen Blick des Enkelkindes, dass es manchmal aufsetzt. Der Mutter des Kindes, selbst woanders Kindergärtnerin, wurde vom Kindergarten ein Video vom Verhalten des Kindes gezeigt, weil sie zuvor die Probleme nicht wahrhaben wollte. Meine Muter warf von selbst ADHS und Asperger ein, woraufhin ich meinte, dass man mit Diagnosen in solch einem Alter wohl eher noch vorsichtig sei, dass ein ADHS medikamentös aber in der Regel wohl gut behandelbar wäre, woraufhin alle Erwachsenen in der Runde gleich einstimmig meinten: "Nee, Kinder mit Chemie vollpumpen geht ja gar nicht.". Daraufhin meinte ich, dass das ja eine Stoffwechselstörung im Gehirn sei, woraufhin nichts mehr geantwortet wurde. Nun ja, vielleicht sackt das ja noch nach. Wobei ich aber auch denke, erstmal weiter beobachten. Das Kind ist ja noch sehr, sehr jung.

    Hab das Kind vor kurzem auf einer anderen Familienfeier erlebt und fand es gar nicht komisch. Eher, dass die Erwachsenen es ständig bedrängten, weil es ja so niedlich ist. Aber es reagiert halt nicht so, wie Erwachsene es sich vorstellen. Das ständig verfügbare Kind..... War übrigens nicht das einzige Kind auf der Feier, aber das Jüngste. Hatte zwischendurch an ein Familienmitglied auch ne Ansage gemacht, dass es doch nun mal gut sei und man das Kind doch bitte mal in Ruhe lassen solle. Der Vater des Kindes, dem natürlich auch solche Attribute zugeschrieben werden, wie ich es nun bei der kürzlichen Familienfeier hörte, fand meine Ansage gut, die Mutter hatte gar nicht bemerkt, dass ihr Kind - aus meiner Sicht und wohl auch aus der Sicht des Vaters - ständig bedrängt wird. Auch meine Ansage an das nervige Familienmitglied hatte sie gar nicht bemerkt, obwohl sie in dem Moment direkt daneben saß.

    Nun ja, ich werde in Zukunft versuchen, meine Meinung dazu sachlich kund zu tun, wenn es wieder Thema wird. Mehr denke ich, kann man da leider nicht tun.
    Geändert von Hyper80 (20.08.2017 um 00:29 Uhr)

  7. #7
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    Forum-Beiträge: 28

    AW: Anzeichen von ADHS bei meinem Cousin, Eltern ignoerieren erfolgreich

    An solche Eltern gibt es eigentlich nur folgendes zu sagen:
    MIR wäre viel Leid erspart geblieben, hätten meine Eltern damals einer Diagnose (und Therapie) nachgehen können.
    Jeh nach Lebenslauf kann das dann doch beängstigend auf die Eltern wirken (-;

    Außerdem kann es bei manchen Eltern sinnvoll sein den Fokus nicht auf "dein Kind ist mangelhaft" sondern " dein Kind ist toll! hat besondere Stärken und tut sich mit manchen Dingen schwerer, ihm kann dabei geholfen werden" zu legen. Weil manche Eltern weigern sich die Hinweise anzunehmen, da sie diese zu sehr als Kritik und Abwertung ihres Kindes erleben.

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.832

    AW: Anzeichen von ADHS bei meinem Cousin, Eltern ignoerieren erfolgreich

    Schade und traurig finde ich es immer in dem Moment, wo Leidensdruck entsteht oder herrscht und das man auch "vorbereitend" etwas tun kann um (weiteren) Leidensdruck zu vermeiden und das nicht gemerkt oder gar ignoriert wird.

    Und dann ist es egal, ob das Problem einen medizinischen Namen hat und ggf welchen.

    Und vor der Diagnose kann durchaus auch im recht frühen Alter eine vernünftige Verdachtsdiagnose stehen.

    Interessant finde ich aber, dass deine Familie genau die "alten volkstümlichen Begriffe" verwendet (Zappelphilipp / Träumerchen). Und der Zappelphilipp begründet sich ja mE auf eine Beschreibung im Buch ...

    Das wäre vielleicht auch ein Ansatzpunkt, denn dieses Kind war ja so gar nicht glücklich, wurde von anderen Menschen nicht verstanden und abgelehnt usw usf. Vielleicht wäre es also erst einmal eine Möglichkeit die Probleme zu verdeutlichen - ohne "AD(H)S" dabei zu sagen.

  9. #9
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 543

    AW: Anzeichen von ADHS bei meinem Cousin, Eltern ignoerieren erfolgreich

    Ich habe auch gesagt, dass es gut wäre, sich da jetzt schon irgendwie Hilfe zu suchen. Z.B., damit das Kind nicht zum Außenseiter wird. Und weil sich negative Rückmeldungen einfach negativ auf den Selbstwert des Kindes auswirken können etc. pp. Nun ja, werde sehen, wie das weiter läuft.

  10. #10
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 389

    AW: Anzeichen von ADHS bei meinem Cousin, Eltern ignoerieren erfolgreich

    Ich habe die Erfahrung gemacht das ich Menschen auf ihr ADHS hinweisen wollte. Dabei ging es mir um helfen, nicht um vorwerfen. Aber die Reaktionen waren nicht gut, daher halte ich jetzt ganz konsequent den Mund. Ist natürlich schwerer wenn es Kinder betrifft und deren Eltern es nicht wahrhaben wollen, aber man kann nicht für andere entscheiden.

    Vielleicht findest du einen Artikel, ein Buch, eine Beschreibung die zum Cousin passen könnte. Dann könnte man versuchen das ihren Eltern zu zeigen. Aber nicht als Beleg, vielmehr als "ich habe da was gelesen und denke es könnte zu ihm passen, wie seht ihr das?"

    Ein weiteres Problem dabei ist das ziemlich sicher einer der Eltern selbst ja auch betroffen sein wird, ADHS ist vererblich.

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