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Diskutiere im Thema Keine Selbsständigkeit und falscher Umgang der Eltern im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #41
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 537

    AW: Keine Selbsständigkeit und falscher Umgang der Eltern

    @Elwirrwarr: zu diesem Thema hätte ich so einiges zu sagen. Gehört aber nicht in diesen Thread. Auch geht es - jedenfalls mir nicht - , um Bezahleseleltern und Selbstfindung.

  2. #42
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 429

    AW: Keine Selbsständigkeit und falscher Umgang der Eltern

    Hm, ein Teil meiner Eltern war auch der Meinung, dass man als Student ja nur so lange Semesterferien hat, damit man in der Zeit arbeiten kann um sein Studium zu finanzieren.
    Was übrigends immer sehr toll ist, wenn jemand ohne Abi oder Studium erzählt, wie es am Gymnasium bzw. Uni so läuft und wozu das alles dient.

    Naja, nachträglich betrachtet hätte es schon was gebracht, wärend des Studiums arbeiten zu gehen. Einfach weil der Gelddruck damit genommen wird und man nicht ständig das Gefühl hat hinterher in der Gosse zu landen. Außerdem gibt das Ganze Struktur, und die Fehlt im Studium teilweise. (Je nach Studiengang) Angeblich haben selbst "psychisch unauffällige" Menschen im Studium manchmal Probleme Struktur in den Alltag zu kriegen.



    Um mal weniger offtopic zu sein: Ich finds nicht unnormal wenn man nach dem Abi noch keinen Plan vom Leben hat. In der Schule lernt man das nicht, Schule ist Dienst nach Plan, und der Zeitplan ist durch den Stundenplan vorgegeben. Und Stundenpläne sind sehr viel konservativer als das, was man später in manchen Jobs oder im Studium hat. Nicht immer ist das, was die Eltern einem vorschlagen auch immer der Beste weg.
    Für den Lerneffekt ists eigentlich egal, ob ich den Karren vor die Wand fahre weil ich meinen Dickkopf durchsetzen will, oder den Karren vor die Wand fahr weil ich exakt das tuh was mir jemand sagt, der genau so wenig Ahnung von etwas hat wie ich. Bei der zweiten Version kann es allerdings eher passieren, dass man in der Hätte-Hätte-Fahradkette-Gedankenspirale hängen bleibt oder die Schuld bei den Eltern sucht, anstatt zu lernen.

    Einen Auslandsaufenthalt vor dem Studium braucht es nicht zwangsläufig, wenn man will kann man immernoch Urlaubssemester machen und das nachholen, wenn man bereits im Studium ist.

    (Anmerkung: Ich bin wärend des Studiums überhaupt nicht auf solche Ideen gekommen. Wollte das eigentlich so schnell wie möglich durchziehen (weil immer so schön über Langzeitstudenten gelästert wird und weil Bafög nicht ewig hält), wärend das Studium ja eigentlich dazu dient eher ein paar Semester mehr zu machen um in Ruhe zu lernen und auszuprobieren. Wer in Rekordzeit da durch jagt, dem fehlen am Ende immernoch Qualifikationen um damit auch nen Job zu ergreifen. Ach, und je nachdem wo man Studiert ist das Studium ein Elfenbeinturm, wenn man hinterher damit auch Geld verdienen will muss man über den Tellerrand gucken und die Arbeitswelt aus erster Hand betrachten. Diese Weisheit lernt man dann manchmal erst hinterher, wenn man bereits X erfolglose Bewerbungen schreiben muss, damit der Geldhahn nicht zu geht. Aber dann ists auch zu spät. Ergo: das Gefühl von Sinnlosigkeit und Unselbstständigkeit bzw. falschen Erwartungen kenn ich gut)
    Geändert von tasseKaffee (17.08.2017 um 22:21 Uhr)

  3. #43
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 2

    AW: Keine Selbsständigkeit und falscher Umgang der Eltern

    Vielen Dank für die zahlreichen Antworten, ich habe sie alle gelesen.

    Zunächst wollte ich sagen, dass diese ganzen "Krieg den Arsch hoch"-Antworten geholfen haben, habe mich immatrikuliert und bin auf der Suche nach einem Minijob, vorzugsweise mit wenig Menschenkontakt, da ich unbegründete Versagensängste habe.
    Weiter möchte ich sagen, dass es nicht infrage kommt, meine Zukunft mit Hartz 4 zu verbringen, ist auch nicht mein Anspruch. Meine Eltern werde ich auch nie im Leben verklagen, egal was sie tun oder nicht tun.

    Ich hatte übrigens die ganze Zeit die Möglichkeit, den PC selbstständig wieder anzuschließen, habe ihn auch erst, als ich auf Jobsuche war, angeschlossen. Meine Eltern haben nichts bemerkt, bis ich es meiner Mutter gesagt habe, ich konnte mich gut kontrollieren. Dass ich 'süchtig' bin bzw. war, ist aus medizinischer Sicht vollkommen überzogen.

    Jetzt ist es so, dass sehr viele Projekte in mein Kopf kommen, ich bin nachwievor sehr verloren und habe das Gefühl, dass meine Zeit sehr begrenzt ist. Statt eine Sache anzupacken und zu gucken wie es läuft, sehe ich das anstrengende Gesamtbild. Ich möchte sowohl arbeiten, Führerschein machen und ein Vollzeitstudium beginnen. Suboptimale Situation für einen adoleszenten ADHSler. Vielleicht könnt ihr mir auch in dieser Hinsicht einen Realitätscheck geben.

    Was ich erwähnen muss, meine Eltern sind Syrer. Die starke Bindung zu den Kindern ist also teils kulturell bedingt. Meine Schwester ist 23 Jahre alt und studiert Medizin, darf aber immer noch nicht ausziehen. Sie wollen, dass ich selbstständig werde, aber dann auch irgendwie nicht. Kinder sind Kinder für sie, egal wie alt. Arbeiten ist gut, aber das Geld soll dann nicht für Sachen ausgegeben werden, die mich weg von zuhause bringen.

    Dass ich derjenige wäre, der im Gegensatz zu meinen Eltern ADHS als leicht änderbare Eigenschaft ansieht, ist sowieso Schwachsinn. Meine Eltern trauen mir die Selbstständigkeit nicht zu, das ist wahr, aber nicht weil sie das ADHS akzeptieren, sondern weil sie das als meine Persönlichkeit betrachten. Man ist mir immer noch so böse wie früher, wenn ich Sachen vergesse, zu spät komme.
    Am besten war mein Vater, der meine Hyperaktivität als Entzugserscheinung vom PC benannt hat.

    Ich werde auch bald wieder mit den Medikamenten anfangen, die Rebounds waren mir aber zu gefährlich, während meine Psychaterin im Urlaub.

    Ich bedanke mich noch einmal für jede weitere Hilfe.

  4. #44
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 129

    AW: Keine Selbsständigkeit und falscher Umgang der Eltern

    Lieber Buroku!

    Danke für deine tolle Antwort.

    Jetzt nur ganz kurz...

    Wenn der Führerschein aktuell noch nicht so notwendig ist, würde ich den erstmal streichen.

    !! Erholungszeit/Ruhephasen immer mit einplanen !!

    Den Minijob benötigst du ja für dein Geld und dein Studium. Vielleicht versuchst du da erstmal Fuß zu fassen, denn das wird dir schon genug Energie kosten und dir andersherum Selbstvertrauen geben, weil du dann einen ersten wichtigen Schritt schon geschafft hast.

    Mit der Medikation kannst du dann ja schauen wie es sich entwickelt.. Du bekommst ja hier mit, dass es schon mal dauert bis man die richtige Dosis und das richtige Medikament gefunden hat.

    Je nachdem wie schlimm dein ADHS ausgeprägt ist recherchiere doch mal bei der UNI ob es da einen Nachteilsausgleich gibt oder andere Unterstützungmöglichkeiten.

    Viel Erfolg

  5. #45
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 271

    AW: Keine Selbsständigkeit und falscher Umgang der Eltern

    Hallo!

    Buroku schreibt:
    Ich möchte sowohl arbeiten, Führerschein machen und ein Vollzeitstudium beginnen.
    Jaja, so sind sie, die lieben ADHSler - erst kriegen sie ewig lang gar nix gebacken und dann wollen sie plötzlich alles auf einmal schaffen. Von 0 auf 100 und zurück, schwarz oder weiß, Graustufen Fehlanzeige. Funktioniert leider in der Regel nicht wirklich...

    Am besten suchst du dir jemanden, der dein ADHS ernst nimmt, mit dir für die kommende Zeit die nächsten (realistischen!) Schritte plant und peinlichst genau sowie engmaschig deren Umsetzung überwacht.

    Ein solches Coaching im Rahmen einer Therapie wäre mMn das Beste, dann könntest du nämlich noch schön an deinen "unbegründeten Vesagensängsten" (oder was immer sich dahinter genau verbirgt) arbeiten. Angst vor unbekannten Menschen bzw. deren potentiellen negativen Rückmeldungen ist nicht unbedingt die beste Voraussetzung für einen angehenden Mediziner.

    Ansonsten: Chapeau für deine Eltern und ihre konsequente Haltung dir gegenüber. Offenbar kennen sie ihren Pappenheimer, auch ohne druckfrisches "ADHS-Label". Ich finde, da solltest du froh drüber sein, da wohl nur das dich wirklich weiterbringen wird.

    Beste Grüße

    Addy

  6. #46
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.086

    AW: Keine Selbsständigkeit und falscher Umgang der Eltern

    hallo Buroku

    danke für deine Antwort - die ist sehr erwachsen und reif.

    Mach weiter so und übernimm Schritt für Schritt Verantwortung für dich und dein Leben.

    Ich kenne viele Menschen aus Syrien (auch einige mit ADHS). Lass deinen Eltern Zeit, die ADHS zu verstehn. Sie lieben dich und das wird dabei helfen.

    alles Liebe ELwirrwarr

  7. #47
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.679

    AW: Keine Selbsständigkeit und falscher Umgang der Eltern

    auch ich finde, dass du sehr gut reagiert hast. das wirft schon wieder ein ganz anderes Licht auf dich. ich freue mich, dass du Fortschritte machst. ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen : alles gleich auf einmal wollen ist sowohl eine Alters- als auch eine Adhsfrage. Die Erfahrung wirst du noch machen, dass fester Willen und Disziplin nicht genügen, ein Mammutprogramm wie deines hinzubekommen. Auch ich kann dir aus schlichter Lebenseerfharung nur raten, es etwas langsamer angehen zu lassen. Kleine Schritte. ich hab zB den Fehler gemacht in einer absolut dtressigen Zeit mit 19 meinen Führerschein zu machen. ich war ein Desaster auf 4 Rädern und benötigte viele Stunden, einfach weil ich "durch" und überfordert war. es wirkte sich natürlich auch umgekehrt auf meinen Streßjob sich negativ aus.
    heute weiß ich das natürlich mit meiner Diagnose neu einzuschätzen und rate dir nur dringend: eins nach dem anderen.

    Deine Eltern sind sehr ambivalent, sicherlich auch kein Wunder (wenn es dich tröstet: meine waren es auch, da prallte sehr viel modernes Denken auf noch mehr Traditionen und Rollenmuster) und bei uns kommt ja noch hinzu, dass zumindest einer von ihnen vermutlich ein verdecktes Adhs hat. Oft sogar beide, denn man sucht sich oft den "passenden" Partner.

    höre dir alle guten Ratschläge an und entscheide dann gewissenhaft, was für dich gut ist. der große Knall muss in deiner Familie sicherlich nicht sein, aber wenn du dich langsam freischwimmst und es gut machst, werden sich deine Eltern sicher dran gewöhnen, dass du dich so allmählich abnabelst. Kleine Schritte.

    ich wünsche dir auf deinem Weg viel Erfolg !

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