Guten Tag ihr alle^^

Jetzt im Ater von 25 wurde bei mir durch einen AD(H)S-Test und die überprüften Grundschulzeugnisse ADS diagnostiziert. Ich merkte schon immer das irgendetwas mit mir nicht in Ordnung war. Ich war bereits als Kleinkind ziemlich oft in Gedanken und neben der Spur, auch Angst- Panikattacken bzw Derealisation (Ich spürte mich selber nicht mehr, alles um mich herum wirkte unwirklich, wie in einem Traum) kamen beim älter werden hinzu.Hab auch unangenehme Dinge wie das Lernen ständig aufgeschoben und lieber an der heimischen Konsole gezockt, da es mir "Befriedigung" gab, nichts gegen das Zocken allerdings, es macht mir nach wie vor sehr viel Spaß.

Die ADS Diagnose steht nun, doch ich habe auch sehr viel seit meiner Kindheit durchgemacht. Ich wuchs in schwierigen familiären Verhältnissen auf, mein Vater war Alkoholiker, meine Mutter eine psychisch instabile Person aufgrund vergangener Ereignisse. Lebte mit meiner Mutter, meinem Vater und meiner Oma in einer 40m² kleinen Wohnung, da gab es ständig Zoff, erstrecht wenn dann der Onkel und meine Tante zu Besuch kamen und das täglich. SIe schrien permanent rum, drohten mit Gewalt (beide sind seelisch krank). So war es als Kind schwierig dem Streit aus dem Wege zu gehen, da ich ja selbst lange Zeit kein eigenes Zimmer hatte.

Zudem war die Wohngegend in der wir lebten nicht gerade freundlich und angenehm, ja sehr asozial sogar, wurde oft in Streit und Ärger verwickelt, obwohl ich es nie wollte. Ich war nie jemand der offen Streit suchte.Dementsprechend fand ich keine Freunde, lebte alleine vor mich hin, zockte, lebte als Stubenhocker und ging nur hin und wieder mit meiner Oma auf den Spielplatz, da meine Mutter arbeiten musste. Mit meinen 6 Jahren wurde mein Vater von meiner Mutter aus der Wohnung geworfen, an den Tag erinnere ich mich bis heute. So wurde aus einem einst fröhlichen kleinen Kind ein ruhigeres, verschlossenes Kind.

Dann kam die Grundschulzeit bzw. Vorschule da der damalige Schularzt mich noch nicht für "schulreif" eingestuft hatte. So. Erste Klasse war ein Graus, ständig meckerte die Lehrerin ich sei unaufmerksam, tollpatschig, gar als dumm wurde ich betitelt. Somit sank das ohnehin schon zerrüttelte Selbstvertrauen um ein Stück tiefer. Das verbale Mobbing begann und ich wehrte mich nie aufgrund der Angst die ich damals hatte und durch die familäre Lage die parallel dazu extrem belastend war.

So erging es mir bis zum Ende der Hauptschulzeit (auch wenn alle Lehrer sich wunderten warum ich auf so einer Schule sei, da ich ja schon immer gut mitgemacht habe und nur einsen und zweier schrieb, wenn ich mal da war), meine Noten seit der Grundschule waren eher Mittelmaß, aber ich wollte auch nie wirklich zur Schule (Gründe könnt ihr euch denken...) hatte sehr viele Fehltage und reagierte psychosomatisch mit Erbrechen und Übelkeit darauf. Mit 12 Jahren begann meine Zwangsstörung, welche da noch nicht sehr extrem ausgeprägt war, jedoch Jahr für Jahr schlimmer wurde. Waschzwang und das Zählen von Buchstaben in einer bestimmten Abfolge usw. bestimmten/bestimmen mein Leben. Es ging so weit das ich minutenlang auf meine Maus klicken musste und verschiedene Programmfenster hin und herschieben musste damit es "Sinn" ergibt und ich mich schließlich wieder beruhige.

Mittlerweile habe ich meine Mittlere Reife mit Ø 2,0 nachgeholt, was auch hätte besser sein können da ich sehr oft neben der Spur war, aber sich vieles durch Therapie verbesserte. Es liegt nicht an der Intelligenz, sondern an meinen Emotionalen Erlebnissen, welche durchaus sehr stark belastend waren, zudem damals auch keine Freunde da waren die mich verstanden haben und meine Gedankengänge nachvollziehen konnten. Selbst meine Mutter und Oma waren damit stets überfordert mich zu verstehen.

So das war es erstmal wieder ^^

Wir lesen uns hoffentlich bald wieder!

Euer ChaosChris