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Diskutiere im Thema Wer hat trotz vorbildlicher Zeugnisse eine ADSDiagnose unaufmerksamerTypbekommen im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 21

    Wer hat trotz vorbildlicher Zeugnisse eine ADSDiagnose unaufmerksamerTypbekommen

    Hallo,
    Bei mir besteht der Verdacht auf ADS unaufmerksamer Typ. Nun soll ich für die Diagnose meine Grundschulzeugnisse mitbringen. Dort steht aber nur positives drin, zB. dass ich sehr fleißig war, zügig Aufgaben erledigte, konzentriert war - auch bei schwierigeren Aufgaben und ordentlich war. Es steht aber nix über meine Träumereien drin. Hat das Nachteile für mich bei der Diagnose? Sind die Zeugnisse so wichtig? Wer von euch hat trotz guter Zeugnisse die Diagnose bekommen?
    Liebe Grüße

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 24
    Forum-Beiträge: 126

    AW: Wer hat trotz vorbildlicher Zeugnisse eine ADSDiagnose unaufmerksamerTypbeko

    hallo lini123, also ich hab ohne meine grundschulzeugnisse eine ADS Diagnose unaufmerksamer Typ bekommen. Die Zeugnisse wurde gar nicht gefordert und wären auch wohl kaum hilfeich gewesen, da stand nur so was drin von wegen ich wär ruhig und fleißig und zielstrebig glaub ich und bin gut mit dem schulstoff klargekommen

  3. #3
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.800

    AW: Wer hat trotz vorbildlicher Zeugnisse eine ADSDiagnose unaufmerksamerTypbeko

    Nu...der vorwiegend unaufmerksame Typ erschöpft sich in seiner Symptomatik ja bekanntlich nicht in „Träumereien“. Da gehört schon noch so einiges anderes dazu.

    Ergo würde ich persönlich, ist aber nur meine urpersönliche, vielleicht “extreme“ Meinung, vollkommen “glatte“ Zeugnisse, im Sinne von nicht „bloß“ ordentlichen Zensuren, sondern komplett normal (gemäß der allgemein akzeptierten Definition) als deutlich gegen eine solche Störung sprechend interpretieren und kenne auch namentlich keinen seriösen Fachmann, der da so “wahnsinnig andere“ Maßstäbe anlegen würde.

    Zeugnisse hin oder her. Die sind ja nur ein Puzzleteil. Bewertungen, “blaue Briefe“ etc...gibt's ja auch noch...

    Beispiel Aussage von R. A. Barkley:
    “ADHS wird definiert durch einen MANGEL an Kompensation in der Kindheit, NICHT durch eine erfolgreiche Solche! ADHS kann NICHT (völlig oder hauptsächlich) kompensiert werden!“

    Als Nachteil würde ich das dennoch keinesfalls werten denn, so ist schon mal eine Sache “ausgeschlossen“ und ich stünde nicht in der Gefahr, so richtig falsch behandelt zu werden! Da ist mir eine korrekte Diagnose einfach lieber, als eine-eventuell-emotional bevorzugte.

    Ich stelle mir beispielsweise eine Behandlung mit Stimulanzien bei bestehender Angststörung, die als AD(H)S fehlgedeutet wurde, nicht wirklich so prickelnd vor!

    Aber, wie gesagt, nur ne Meinung.
    Und:die ist weder iwie abwertend, noch sonstwie persönlich gemeint!
    Geändert von luftkopf33 (27.06.2017 um 17:30 Uhr) Grund: Wichtig!!

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 24
    Forum-Beiträge: 126

    AW: Wer hat trotz vorbildlicher Zeugnisse eine ADSDiagnose unaufmerksamerTypbeko

    luftkopf33 schreibt:
    Ergo würde ich persönlich, ist aber nur meine urpersönliche, vielleicht “extreme“ Meinung, vollkommen “glatte“ Zeugnisse, im Sinne von nicht „bloß“ ordentlichen Zensuren, sondern komplett normal (gemäß der allgemein akzeptierten Definition) als deutlich gegen eine solche Störung sprechend interpretieren und kenne auch namentlich keinen seriösen Fachmann, der da so “wahnsinnig andere“ Maßstäbe anlegen würde.
    Hey Luftkopf
    also bei mir war das so dass ich bis zur 12. klasse (wo es mir gar nicht gut ging, was höchst wahrscheinlich unter anderem eine folge von ads war) gute bis sehr gute zeugnisse hatte. was leider irgendwie dazu geführt hat dass bei mir ads von verschiedenen personen (von mir selbst auch, auch von einer bekannten meiner eltern die sich damit gut auskennt) ausgeschlossen wurde. ich selbst dachte zwar öfter mal das könnte passen, hab das aber unter anderem aus diesem grund nich weiter verfolgt. inzwishen denke ich manchmal wär vllt besser gewesen wenn das früher erkannt worden wäre..

    daher sind -nach meiner erfahrung- schulzeugnisse nicht unbedingt der beste anhaltspunkt für eine diagnose

    bei mir wurden die gar nich gefordert (mal davon abgesehen hätte ich meine grundschulzeugnisse auch garantiert nicht gefunden) und das war trotzdem sehr einduetig, durch ausfürhliche fragebögen, auch zu meiner kindheit.

  5. #5
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    AW: Wer hat trotz vorbildlicher Zeugnisse eine ADSDiagnose unaufmerksamerTypbeko

    Ich habe eine positive ADHS Diagnose bekommen (ohne Eingrenzung ob mit oder ohne H), trotz scheinbar guter Leistungen uns lobenswerter Worte in den frühen Schuldzeugnissen. Es stand allerdings darin, dass ich mich "sehr lebhaft" am Unterricht beteiligt habe und dass ich "pfiffig" war. Such doch mal nach solchen Adjektiven, die zweideutig sein können.
    Ich erinnere mich, dass mir in der Schule oft gesagt wurde, dass ich mich leicht ablenken lasse. Das stand leider nicht in den Zeugnissen, obwohl ich es erwartet hätte.

    Über die Strenge der Definition, ab wann ADHS beginnt, kann man unterschiedlicher Auffassung sein. Barkley stellt sich auf den für mich durchaus verständlichen Standpunkt, dass etwas, das kompensiert werden kann, keinen Krankheitswert hat. Aber wie legt man den Maßstab an? Ist alles in Butter, so lange das Kind gute Schulnoten nach Hause bringt? Das ist für mich eine rein externe Sichtweise, die nicht berücksichtigt, wie sich der Mensch fühlt, sondern welche objektiv messbare Leistung er erbringen kann. Dann müsste man ja auch umgekehrt schlussfolgern, dass alle Menschen, die es im Bildungssystem weit gebracht haben, per Definition kein ADHS haben können. Das erscheint mir nicht glaubwürdig. Auch Hochbegabte können ADHS haben, siehe Christopher Lauer.
    Ich denke schon, dass man mit hoher Intelligenz viel kompensieren kann. In den "Laberfächern" hatte ich ein großes Improvisationstalent und konnte die Lehrer auch dann mit scheinbar tiefsinnigen Antworten beeindrucken, wenn ich mal wieder geschlafen hatte.

    Wenn man Defizite kompensieren kann, muss sich fragen, mit welchen Kanonen man auf das Problem feuern möchte. Darüber bin ich mit mir selbst auch noch nicht ganz im klaren.

    Ausschlaggebend ist der jeweilge Leidensdruck. "Wo drückt der Schuh?" ist die Frage.
    Geändert von gonzales (27.06.2017 um 23:21 Uhr)

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 271

    AW: Wer hat trotz vorbildlicher Zeugnisse eine ADSDiagnose unaufmerksamerTypbeko

    Hallo Gonzales!

    Ein paar Anmerkungen zu deinen Aussagen:

    gonzales schreibt:
    Über die Strenge der Definition, ab wann ADHS beginnt, kann man unterschiedlicher Auffassung sein. Barkley stellt sich auf den für mich durchaus verständlichen Standpunkt, dass etwas, das kompensiert werden kann, keinen Krankheitswert hat. Aber wie legt man den Maßstab an?
    Ganz einfach: Man orientiert sich an den offiziellen Definitionen psychiatrischer Erkrankungen.

    Laut DSM-5 muss muss für eine ADHS im Erwachsenenalter die Störung schon in der Kindheit bestanden haben, d.h. es müssen schon damals deutliche Hinweise auf Beeinträchtigungen der sozialen und schulischen Funktionsfähigkeit vorhanden gewesen sein - was nicht der Fall ist, wenn etwas kompensiert werden konnte bzw. wenn Noten und Schullaufbahn inkl. Sozialverhalten weitgehend unauffällig waren.

    Mit anderen Worten: Es reicht nicht, dass man sich in der Schule nicht so gut konzentrieren konnte, man sich (vielleicht aus Langeweile) in Tagträumen verlor oder Chaos im Schulranzen herrschte, man aber ansonsten ganz gut durchkam. Das geht vielen Schülern so und die Gründe dafür sind vielfältig. Es muss schon ein massiver Leidensdruck vorhanden gewesen sein - daraus resultierend, dass man trotz normaler Intelligenz in der Schule Dinge nicht hinbekam, die vergleichbaren anderen locker von der Hand gingen.

    gonzales schreibt:
    Dann müsste man ja auch umgekehrt schlussfolgern, dass alle Menschen, die es im Bildungssystem weit gebracht haben, per Definition kein ADHS haben können. Das erscheint mir nicht glaubwürdig. Auch Hochbegabte können ADHS haben, siehe Christopher Lauer.
    Statistisch sind 2% der Bevölkerung hochbegabt und 2% haben eine adulte ADHS - man kann sich leicht ausrechnen, wie klein diese Schnittmenge ist. Dass man bei Hochbegabung eine ADHS kompensieren und dadurch nur "normale" Leistungen bringen kann, halte ich grundsätzlich für möglich. Aber das dürften, wenn es diese Fälle überhaupt gibt, Ausnahmen sein. Stattdessen schreibt sich gefühlt jeder Zweite eine Hochbegabung zu, der eine ADHS-Diagnose möchte, diese jedoch aufgrund seiner unauffälligen Schullaufbahn verwehrt bekommt.

    Bemerkung am Rande: Ich bin immer wieder überrascht, wie offen hier im Forum damit kokettiert wird, dass man eine positive ADHS-Diagnose bekommen hat, obwohl bei der Testung gar nicht nach Kindheit oder Schullaufbahn gefragt wurde. Wer hat hier wohl wem ein Schnippchen geschlagen? Wer profitiert wohl am meisten von dieser Praxis? Oder anders gefragt: Ist eine korrekte Diagnose nicht doch irgendwie etwas Sinnvolles hinsichtlich einer erfolgreichen Behandlung?

    Nachdenkliche Grüße

    Addy

  7. #7
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 124

    AW: Wer hat trotz vorbildlicher Zeugnisse eine ADSDiagnose unaufmerksamerTypbeko

    Auch Ausnahmen können großen Leidensdruck haben, auch wenn von außen alles lange Zeit "normal" wirkt. Oder einfach keiner richtig hinguckt.

    Und warum sollte ein sehr intelligenter Mensch nicht das Recht haben, sein Potential auch nutzen zu können?

  8. #8
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 115

    AW: Wer hat trotz vorbildlicher Zeugnisse eine ADSDiagnose unaufmerksamerTypbeko

    luftkopf33 schreibt:
    (...)
    Ich stelle mir beispielsweise eine Behandlung mit Stimulanzien bei bestehender Angststörung, die als AD(H)S fehlgedeutet wurde, nicht wirklich so prickelnd vor!
    Habe ich im "erweiterten Bekanntenkreis" erlebt - hat in einem längeren stationären Psychiatrieaufenthalt, einer längeren Reha und mehrjähriger Psychotherapie geendet, zum Glück geht es dem Betreffenden heute wieder gut.

  9. #9
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.800

    AW: Wer hat trotz vorbildlicher Zeugnisse eine ADSDiagnose unaufmerksamerTypbeko

    Na „wunderbar“ für den ersten und sehr gut! für den zweiten Teil.

    Wie wär's denn mit...ausgelöster Major Depression? Manie? Unbehandelt bleibende Hyper/Hypo- Thyreose? Eventuell gar ne Autoimmunerkrankung an DER Stelle? Reaktivierte Traumata und andere Probleme einer ADHS IRGENDWIE ÄHNLICH sehenden, dummerweise mit nem noch größeren (ja, das ist tatsächlich MÖGLICH!) sozialen Stigma versehenen Persönlichkeitsstörung?

    Einer noch stärker akzentuierten Autismusspektrumstörung, die dann u.a. völligen sozialen Rückzug und noch verstärkte umgangssprachlich so genannte “Reizoffenheit“ zur Folge haben KÖNNTE? Eine Hirnverletzung!

    Reicht das erstmal? Ich hoffe doch zumindest den „Poah is DAS N *********!!“ Eindruck, ein klitzekleines Bisschen abgeschwächt zu haben, auch, wenn Meinungsverschiedenheiten bestehen bleiben.Es ist/Ihr seid mir halt nicht EGAL wurschtig!

  10. #10
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    AW: Wer hat trotz vorbildlicher Zeugnisse eine ADSDiagnose unaufmerksamerTypbeko

    Hallo Addy,

    Addy Haller schreibt:
    Ganz einfach: Man orientiert sich an den offiziellen Definitionen psychiatrischer Erkrankungen.
    Die offiziellen Definitionen sind nicht für alle Zeit in Stein gemeiselt und sind immer Gegenstand fachlicher Diskusionnen unter offiziellen Experten. Als Betroffener bin ich kein offizieller Experte, so weit auch klar. Das hier ist aber auch kein Forum von offiziellen Experten, auch das sollte klar sein. Das was ich hier schreibe, darf freilich kritisiert werden, aber ich nehme mir auch die Freiheit, die Kritik zu kritisieren.

    Addy Haller schreibt:
    Statistisch sind 2% der Bevölkerung hochbegabt und 2% haben eine adulte ADHS - man kann sich leicht ausrechnen, wie klein diese Schnittmenge ist. Dass man bei Hochbegabung eine ADHS kompensieren und dadurch nur "normale" Leistungen bringen kann, halte ich grundsätzlich für möglich. Aber das dürften, wenn es diese Fälle überhaupt gibt, Ausnahmen sein. Stattdessen schreibt sich gefühlt jeder Zweite eine Hochbegabung zu, der eine ADHS-Diagnose möchte, diese jedoch aufgrund seiner unauffälligen Schullaufbahn verwehrt bekommt.
    In meiner Rolle als nicht-offizieller nicht-Experte, der dennoch ein "pfiffiges" Kerlchen ist (siehe Schulzeugnisse), stelle ich aber die Frage, was dann mit den x% der 2% Hochbegabten ist, die nach den offiziellen Kriterien durch das Raster fallen. (Nebenbemerkung: x%, weil die 2%, die du für adultes ADHS angibst sich auf die Gesamtbevölkerung beziehen, die 2% Hochbegabten aber keine randomisierte Teilmenge der Gesamtbevölkerung sind. So einfach wie du das gemacht hast, darf man das nicht rechnen). Werden diese einfach als Kollateralschaden des offiziellen Systems verbucht?

    Die offizielle Schwelle von 2% für Hochbegabung ist eine willkürliche Festlegung, die historisch irgendwann mal aus irgendwelchen Gründen so gemacht wurde. D.h. Hochbegabung wurde schlicht und einfach so definiert. Vielleicht sind aber auch unter den 10% der Intelligentesten bereits viele, die durch das offizielle Raster fallen, weil sie sich angepasst haben? Oder weil in der Klasse zufällig 3 Raufbolde waren und die leichteren Verhaltensauffälligkeiten des AD(H)S-lers im Verhältnis dazu gar nicht aufgefallen sind?

    Natürlich gibt es auch "false positives", aber die Lösung des Problems darf sich nicht darauf beschränken, die Kriterien möglichst formal zu gestalten. False positives gibt es auch dann, wenn die Kriterien streng formal eingehalten werden.
    Die offiziellen Kriterien passen nie 100% für alle Menschen gleich gut. Die Lösung ist aus meiner Sicht eher darin zu suchen, die Therapie sicherer zu machen. D.h. z.B. behutsamer und mit niedrigeren Dosierungen und mit besserer individueller Begleitung an eine medikamentöse Behandlung heranzugehen.

    Den Automatismus, von einer positiven Diagnose direkt zur medikamentösen Therapie überzugehen, finde ich bedenklich. Weil dieser Automatismus zur Zeit offiziell gültig ist, müssen die DSM-Kriterien so sein, wie sie sind. In der Folge fallen viele aus dem Raster, denen auch eine nicht-medikamentöse Therapie helfen würde. Oder denen schon geholfen wäre, wenn sie einen Namen für ihre Probleme hätten.

    So richtig "evidenz-basiert" ist das offizielle System doch auch nicht. Kann es auch gar nicht sein, weil man nichts genau nachmessen kann. Alle sogenannte "Evidenz", die die Forschung hat, beruht auf subjektiven Aussagen, die man mit Statistik verwurstet, damit es aussieht wie echte Wissenschaft. Frag mal einen Physiker, was er davon halten würde. "Evidenz" ist hier eine Illusion, ein Theater, bei dem alle mitmachen müssen. Ich erinnere an des Kaisers neue Kleider.

    Addy Haller schreibt:
    Bemerkung am Rande: Ich bin immer wieder überrascht, wie offen hier im Forum damit kokettiert wird, dass man eine positive ADHS-Diagnose bekommen hat, obwohl bei der Testung gar nicht nach Kindheit oder Schullaufbahn gefragt wurde. Wer hat hier wohl wem ein Schnippchen geschlagen? Wer profitiert wohl am meisten von dieser Praxis? Oder anders gefragt: Ist eine korrekte Diagnose nicht doch irgendwie etwas Sinnvolles hinsichtlich einer erfolgreichen Behandlung?
    Eigentlich müssen Ärzte nach Kindheit und Schullaufbahn fragen, wenn sie es nicht tun, dann machen sie ihren Job nicht richtig. Bei mir wurde gefragt. Ich habe eine positive Diagnose bekommen, aber es wurde auch gleich festgestellt, dass der Schweregrad meiner Probleme in meiner aktuellen Lebenssituation keine medikamentöse Behandlung erforderlich macht. Ich habe auch gleich gesagt, dass ich das Zeug gar nicht möchte. Mit der Diagnose ging es mir aber besser und neben nicht-medikamentöser Therapie habe ich Ansatzpunkte, an denen ich konstruktiv arbeiten kann. Habe ich jetzt Gewissheit, dass ich die "Krankheit ADHS" habe? Es gibt dafür keine Evidenz, die dem Namen gerecht wäre, obwohl offiziell anerkannt. Es ist aber auch egal, wenn es mir jetzt besser geht.
    Geändert von gonzales (28.06.2017 um 15:17 Uhr)

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