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Diskutiere im Thema Euer Umgang mit dem langsamen, hypoaktiven Gehirn (PS: spielt jmd Tischtennis?) im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 8

    Lächeln Euer Umgang mit dem langsamen, hypoaktiven Gehirn (PS: spielt jmd Tischtennis?)

    Hallo zusammen,

    es wird zwar schon hin und wieder besprochen, doch so recht finde ich keine "Lösung" für mentale Langsamkeit. Da mag man solches mentales Potential haben, doch was nutzt es, wenn der Zugang verwehrt bleibt? Darum möchte ich an dieser Stelle nach eurem (Er-)Leben mit mentaler Langsamkeit fragen, insbesondere an diejenigen gerichtet, die die hypoaktive/unaufmerksam-ablenkbare Variante des ADS haben.

    1) Wie geht ihr im Leben damit um? Passt ihr euch an und akzeptiert, dass ihr für alles, das von außen ins Hirn gelangen soll, eben doppelt so lange wie andere braucht? Oder helfen euch Medikamente, oder Trainings? Oder könnt ihr genug Hyperfokus erzeugen, also schafft es, häufig genug Begeisterung zu finden (wie?)?

    2) Wie habt ihr in den Beruf gefunden, oder war es vielmehr "Zwang"? (ich bin so weit weg vom Empfinden von Potential in mir, vermutlich durch die Unmengen an Erlebnissen des Scheiterns, dass ich irgendwo aufgegeben habe, an mein Gehirn "zu glauben" - auch wenn mein IQ um die 125 liegen soll, das hilft herzlich wenig, weder dem Glauben noch der "IQ-Nutzung" - daher diese Frage)

    3) Wie sieht es bei euch mit Müdigkeit aus? Ich bin eigentlich dauermüde. Wenn ich mich mal ausgeschlafen fühle, dann tendenziell nur für ein paar Stunden.

    4) Seid ihr irgendwo schnell? Ich lese öfter von dem "jedoch...", welches ich für mich nicht finden kann.



    Bei mir ist es so: ich bin erst vor ein paar Monaten diagnostiziert worden und probiere seit ein paar Wochen MPH aus, seit ca. 2 Wochen 20mg nach dem Aufstehen, manchmal mittags nochmal 10mg, je nach Anspruch des Nachmittags (seit ein paar Tagen fühlt sich mein Kopf immer einen Hauch schwummerig an, schon nach der 1. tgl. Einnahme, kennt jemand sowas?). Eine ADHS-Therapie wurde noch nicht begonnen. Im Studium merke ich immer wieder, v.a. in Gruppenarbeiten, wie sehr ich hinterherhinke. Was ich nicht verstehe erfrage ich kaum oder gar nicht, denn ich will nicht als blöd dastehen. Aber auch zu Hause schaue ich nicht nach, weil ich keinen Sinn dafür empfinde. Ich denke, das ist die Folge davon, dass man sein Leben lang hinsichtlich der kognitiven Leistungsfähigkeit Scheitern erlebte. Und nun auch nach der Diagnose kein Ausweg? Ihr glaubt nicht, wie sehr ich mich von Kognition zurückhalte: mein Allgemeinwissen ist deswegen so unterirdisch. Andere scheinen ja dennoch ihre Hochs im Leben zu finden?!


    Vielen Dank an euch, die Antworten auf die Fragen geben bzw. die ein oder andere Frage beantworten können!


    PS: Spielt hier jemand Tischtennis und hat Entdeckungen eines Zusammenhangs des hypoaktiven ADS und Tischtennisfähigkeiten gemacht?



    Viele Grüße,
    jorel
    Geändert von jorel ( 1.05.2017 um 14:38 Uhr)

  2. #2
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 13

    AW: Euer Umgang mit dem langsamen, hypoaktiven Gehirn (PS: spielt jmd Tischtenni

    Hallo Jorel,

    schwierig darauf zu antworten.

    Die Dosierung MPH gleich mit 20mg zu beginnen, halte ich persönlich für falsch, normalerweise beginnt man mit 5mg, ein paar Tage später 10 mg usw.! Denn das "schwummerig" kann von einer Überdosierung kommen.

    Bin auch Hypoaktiv, bis auf gelegentliche Anfälle von Impulsivität , war in der Schule ein Träumer, ohne Zeitgefühl....das ist bis heute so geblieben.
    Als ich Deine Frage nach dem Tischtennisspielen las, musste ich Dir einfach antworten, da ich schon immer gern Tischtennis spiele, mir aber Deine Frage des Zusammenhangs von Hyperaktivität und Tischtennisfähigkeit nicht ganz klar ist.

    Tischtennis spiele ich schon immer gern, ich dachte auch immer das ich ganz gut spiele, ich könnte nur nie verlieren und habe mich furchtbar über jeden Ball geärgert, den ich nicht auf die Platte bekommen habe. Seit 3 Jahren spiele ich im Verein und musste ganz von vorn anfangen. Meine Reflexe sind erstaunlich gut, nur bewege ich mich viel zu langsam, deshalb bekomme ich im Einzel viele Bälle nicht, die sehr knapp links oder rechts an den Ecken landen. Im Doppel bin ich weitaus besser, nur stehe ich meinem Mitspieler oft im Weg. Zählen kann ich gar nicht, ich kann mich nur auf eins konzentrieren. Die Konzentration hält leider auch nicht lange, so dass es mal 10 min super klappt und dann wieder 10 min nichts geht. Meinst Du das?

    Bin aber immer wieder erstaunt, wie viel ich noch lernen kann, bin wesentlich besser und schneller als noch vor 3 Jahren.

    Wie ist das bei Dir?

    Viele Grüße
    Skatingkat

  3. #3
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 8

    AW: Euer Umgang mit dem langsamen, hypoaktiven Gehirn (PS: spielt jmd Tischtenni

    Hi Skatingkat,

    das stimmt, gesteigert habe ich auch, allerdings hatte ich von Anfang an 10mg-Kapseln und habe es dann hochgeschraubt. Habe zu Beginn nicht so ganz regelmäßig eingenommen, bis ich gelesen habe, dass Kontinuität benötigt wird Der Schwindel ist aktuell weg, war wohl tatsächlich eine Überdosierung. Bin noch immer unsicher, wie wichtig die Nachmittagsdosis für die Langzeitwirkung ist. Ich nehme nachmittags nur ein, wie's passt (10mg, bin am Probieren mit 20mg, manchmal keine).

    Mit Impulsivität meinst du wahrscheinlich kochendes Blut? Lässt du das dann auch nach außen oder verbelibt das in dir?

    Was meinst du mit "ohne Zeitgefühl"? In welchen Situationen fällt dir das auf?

    Du meinst wahrscheinlich meinen Zusammenhang zwischen Hypoaktivität und Tischtennis? Ganz einfach: wer schläfrig und unaufmerksam Tischtennis spielt, der ist schnell von der Platte weg

    Ich finde interessant, dass du deine Geschwindigkeit so stark beobachtest. Ich habe ziemlich ähnlich wie du angefangen, vor 3,5 Jahren quasi mit nichts in die Hobbygruppe, seit 1,5 Jahren oder so bin ich dabei, mir "echte" Technik anzueignen, mithilfe von Youtube oder auch mal jemandem, der Tischtennis richtig gelernt hat. Ich finde meine Leistungssteigerung toll. Was mich aber am meisten stört ist, dass ich gefühlt unter meinen Fertigkeiten spiele, und das frustriert. Früher bin ich darüber so verärgert geworden und bin daran verzweifelt, weil ich mit mir umgegangen bin, wie mit nem Kind, das etwas nicht hinbekommt und daher so richtig zusammengeschissen wird. Hatte druckbedingt zum Teil auch richtig Herzrasen, was sich extrem gebessert hat. Alles durch einen besseren Umgang mit sich selbst.

    Das Gefühl, ich spiele unter meinem Potential, kommt dann, wenn ich nicht richtig wach und aufmerksam spielen kann. Teilweise ist das so schlimm, dass ich die Bewegungen der Situation wahrnehme (Bewegung des Gegners, Ballflugbahn, Ballrotation, ...), aber es einfach nicht schaffe, mich agil zu bewegen. Generell fehlt es mir an Agilität, im Körper und im Kopf, sodass ich vermehrt Stellungsfehler mache (nur mit einem Bein hingehen, den Oberkörper dort hin neigen, statt richtig hinzugehen). Das entsteht nicht nur durch meine geistige Benebelung/Lähmung, sondern auch durch Mut. Wer so streng mit sich ist, der ist natürlich unter dem Druck, möglichst keine Fehler zu machen (ich verliere auch gerne mal, wenn ich 10:6 führe, oder gewinne dann nur ganz knapp mit 11:9, weil ich mich nochmal richtig zusammenreiße). Ich finde es aber auch sehr schwierig, weil die inneren Fehler so veröffentlicht werden. Aber niemand entwertet mich über Fehler, die ich mache. Daran arbeite ich auch sehr sehr viel, denn genau dieser Punkt ist bei mir sehr labil und hier bin ich extrem beeinflussbar, z.B. wenn der andere sich über seinen Punkt freut kann es in mir ganz schön wehtun, weil das für mich die reinste Erniedrigung ist, da ich mich ohnehin schon entwertend kritisiere für meinen Fehler (dabei geht's zB darum, dass ich völlig falsch schlage, weil ich eigentlich ziehen wollte aber durch Unsicherheiten dann zum Schlag zur Decke mutiert ist).

    Und zum Zählen: früher habe ich nie gezählt. Ich vermeide das auch öfter. Aber manchmal muss man einfach zählen - das geht schon. Ich spiele, zumindest in Doppeln, auch manche Sätze mit weniger Energie, weil ich sonst nur einen Satz voll und ganz spielen könnte und dann keinen mehr (in Einzeln muss ich zwangsläufig immer voll dabei sein). Und was hilft mir das MPH hier? NICHTS. Vielleicht liegt es einfach an meiner ständigen Müdigkeit, die ich seit 10 Jahren habe, weil ich es nicht schaffe, zu akzeptieren, dass jetzt in den nächsten Tag gewechselt wird.

    Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich keine Ahnung habe, was davon ADS ist, was Schlafmangel ist, was Minderwertigkeitskomplexe sind, ob Depression dabei ist und was schlicht zu hohe Ansprüche an mich selbst sind...
    Geändert von jorel ( 6.05.2017 um 12:09 Uhr)

  4. #4
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 13

    AW: Euer Umgang mit dem langsamen, hypoaktiven Gehirn (PS: spielt jmd Tischtenni

    Hallo Jorel,

    hatte die letzen 3 Wochen ziemlichen Stress auf Arbeit, da blieb keine Zeit mehr für eine Antwort.

    Sehr interessant wie genau Du Dich analysierst.

    Mein mangelndes Zeitgefühl zeigt sich zum Bsp. darin: Ich nehme mir am Montag vor, heute fahre ich 9 Uhr auf Arbeit (Kinder sind raus, Arbeitszeit ist flexibel). Ich frühstücke in (großer) Ruhe, lese ein bisschen, schaue irgendwann auf die Uhr und denke, ups schon 10 min vor 9 Uhr...jetzt aber los.
    Bis ich dann im Auto sitze, ist es inzwischen 9.30 Uhr oder später...
    Ist ja meistens o.K., aber zwischen "jetzt aber los" und "ich sitze im Auto" vergehen mind. 30 min, ich bekomme es aber nicht hin schon mal halb 9 vom Tisch aufzustehen...ich merke einfach nicht, wie die Zeit vergeht.
    Habe ich einen Termin, komme ich meistens 1 min zu spät, aber niemals zu zeitig.

    Lade ich Leute zu einer Feier ein, darf bitte niemand eher kommen...sonst bin ich noch nicht fertig. Das stresst mich ungemein..

    Impulsivität äußert sich zum Bsp. beim Tischtennis, das ich schon mal laut fluche, wenn es nicht so klappt.... Auf Arbeit darf niemand mein Büro für die Fensterputzer aufschließen und meine Pflanzen vom Fensterbrett räumen, da raste ich richtig aus. Mein Büro aufzuschließen wenn ich nicht anwesend bin traut sich inzwischen niemand mehr. Ich entschuldige mich aber danach bei den Kollegen.

    Meisstens habe ich mich im Griff und versuche mich zu beherrschen. Nur gelingt mir das in manchen Situationen nicht. Deshalb mag ich spontane Termine nicht....oder Telefonanrufe... Unvorbereitet schweige ich lieber...manche halten mich deshalb für arrogant, es ist aber eher Unsicherheit, damit ich nichts Falsches sage.
    Es gibt auch "Fettnäpfchen-Tage", da bin ich gut drauf und sehr direkt und kann das nicht zurückhalten. Erst das fassungslose Gesicht meines "Opfers" lässt mich innehalten und überdenken, was ich da gerade gesagt habe. Aber meine Kollegen und Freunde kennen mich und nehmen mir meine "Ehrlichkeit" zum Glück nicht übel. Bloß gut...ist auch nie böse gemeint.

    Beim Tischtennis war ich erst diese Woche wieder, nach 6 Wochen Abwesenheit. Habe totalen Muskelkater aber dafür haben Rückhandschläge super geklappt, was ich noch nicht so richtig automatisiert hatte. Warum klappen Bewegungsabläufe manchmal besser, wenn ich ein paar Wochen nicht gespielt habe?
    Ich nehme mir auch immer wieder vor häufiger zum Training zu gehen, da 1x pro Woche einfach zu wenig ist, schaffe es aber bisher nicht.

    So, genug für heute
    Viele Grüße
    Skatingkat

  5. #5
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Euer Umgang mit dem langsamen, hypoaktiven Gehirn (PS: spielt jmd Tischtenni

    Zu a): Ich glaube, das Methylphenidat hilft mir, nicht ganz so langsam zu sein und bei anderen nicht ganz so doof dazustehen. Außerdem helfen mir antrainierte Automatismen, auf bestimmte Situationen zu reagieren. Ich reagiere in vielen (sozialen) Situationen also nicht spezifisch, sondern nach Schema. Somit muss ich nicht erst alle Komponenten einzeln analysieren und aufeinander abstimmen. Ich bleibe einigermaßen handlungsfähig. Bin ich zu sehr gestresst und überfordert, kann ich nicht mehr auf diese Schemata zurückgreifen und werde in meinen Reaktionen für die anderen wahrscheinlich irritierend und unpassend. Auch unbekannte Situationen finde ich extrem stressig. Meist passt ja irgendeine meiner antrainierten Reaktionen, aber je ungewohnter die Situation, desto schwieriger, das passende zu finden. Auch hasse ich es, ausgefragt zu werden, das ist eine einzige andauernde Datenbankabfrage und irrsinnig anstrengend.
    Mit manchen Menschen ist der soziale Kontakt nicht anstrengend, weil es ihnen gegenüber keine Notwendigkeit gibt, nach einer passenden Antwort zu suchen - die Antworten passen auch so, ohne Nachdenken. Muss mich ihnen gegenüber nicht verstellen.

    Habe ich Aufgaben zu erledigen, so nervt es mich schon tierisch, dass ich für alles 10 mal so lange brauche wie andere. Kenne kaum ein Rezept dagegen, außer vielleicht, dass man weniger perfektionistisch arbeitet.

    Manchmal bin ich auch schnell: Wenn ich total überdreht bin, kann es mir nicht schnell genug gehen.
    Ich bin auch schneller im Finden von Lösungen, für die andere Leute ewig brauchen, weil sie zuerst 10 unbrauchbare Optionen durchgehen, wo mir die offensichtliche und pragmatische Lösung ganz schnell vorliegt. Leider muss die Gruppe meist zuerst alle Stadien der Lösungsfindung durchlaufen und kann nicht glauben, dass die Lösung wirklich so einfach ist - viele machen dann Probleme, wo keine sind.

    Zu b): Ich habe zwangsweise meinen Beruf ergriffen, da ich in dem Bereich, den ich studiert habe, keine Arbeit gefunden habe. Nun arbeite ich in einem Beruf, der halbwegs zu mir passt - er ist die beste aller schlechten Optionen. Auch ich kann nicht so recht "an mein Gehirn glauben" und habe oft Angst, "aufzufliegen". Ich bin oft gescheitert und weiß jetzt, dass ich nur einen kleinen Teil meines Potentials ausschöpfen kann und ich aufhören muss, mir zu hohe Ziele zu stecken. Die Diskrepanz zwischen Potential und Realität schätze ich als hoch ein, was aber nur dann Frust auslöst, wenn ich versuche, über meine real gegebenen Möglichkeiten hinaus zu gehen (zu "träumen"). Das hört sich schlimm an, aber es ist insofern gar nicht so schlimm, als dass ich inzwischen auch auf realem Wege versuche, mein Potential auszuschöpfen, d.h. konkrete Schritte einleite, einen nach dem anderen und wenn es bis zur Rente dauert. Ich weiß nun, wo meine Grenzen sind und kann daher auch innerhalb dieser Grenzen agieren und überfordere und enttäusche mich nicht ständig nur.

    Zu c): Seitdem ich Methylphenidat nehme, ist es mit der Müdigkeit tatsächlich besser geworden. Auch, seitdem sich meine Lebensumstände gebessert haben, bin ich weniger müde (habe Arbeit und ein einigermaßen vernünftiges Zuhause).

    Zu d): Ich bin schnell, wenn ich ungeduldig bin und wenn ich genau weiß, was ich will...oder wie gesagt, wenn ich aufgedreht bin. Auch habe ich sehr schnelle Reflexe. Mit Tischtennis habe ich nicht viel am Hut, spiele es aber gerne, wenn sich die Gelegenheit ergibt und bin da auch ziemlich schnell. Ich bin teilweise auch schnell im Aufgeben...im Sinne von "das ist mir jetzt zu doof - Tschüß!" Ich hau manchmal auch einfach ganz schnell ab, wenn´s mir zu langweilig wird.
    Geändert von Chamaeleon (10.06.2017 um 18:47 Uhr)

  6. #6
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Euer Umgang mit dem langsamen, hypoaktiven Gehirn (PS: spielt jmd Tischtenni

    ........technisches Problem, bitte diesen Beitrag ignorieren.

  7. #7
    rob


    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 88

    AW: Euer Umgang mit dem langsamen, hypoaktiven Gehirn (PS: spielt jmd Tischtenni

    Hallo
    erkenne mich in dem was du schreibst sehr stark wieder... .

    jorel schreibt:
    1) Wie geht ihr im Leben damit um? Passt ihr euch an und akzeptiert, dass ihr für alles, das von außen ins Hirn gelangen soll, eben doppelt so lange wie andere braucht? Oder helfen euch Medikamente, oder Trainings? Oder könnt ihr genug Hyperfokus erzeugen, also schafft es, häufig genug Begeisterung zu finden (wie?)?jorel
    Ich sage mir immer " ich brauche zwar länger als andere, aber dafür bin ich wesentlich Gründlicher". Ich nehme halt jeden kleinen "Umweg" mit der sich anbietet, wodurch ich ua natürlich Probleme habe dinge zu ende zu bringen, irgendwas ist ja immer noch offen . Problematisch wird es wenn diese "Gründlichkeit" nicht notwendig ist, wenn es zb. auf Arbeit schnell gehen MUSS bekomme ich arge Probleme. Oder im Studium dieser Satz "Mut zur Lücke" gaaanz schlecht . Ohne Intresse/Begeisterung fällt es mir sehr schwer den Fokus zu behalten.
    Mir ist das ua. auch sehr deutlich im Studium in Lerngruppen geworden. Diese habe ich dann meistens gemieden und in meinem eigenen Rhythmus gelernt, hätte ich das nicht machen können zb. durch Ablenkung durch Nebenjob, Familie oä. hätte ich das Studium nicht geschafft...


    jorel schreibt:
    2) Wie habt ihr in den Beruf gefunden, oder war es vielmehr "Zwang"? (ich bin so weit weg vom Empfinden von Potential in mir, vermutlich durch die Unmengen an Erlebnissen des Scheiterns, dass ich irgendwo aufgegeben habe, an mein Gehirn "zu glauben" - auch wenn mein IQ um die 125 liegen soll, das hilft herzlich wenig, weder dem Glauben noch der "IQ-Nutzung" - daher diese Frage)jorel
    Ich hatte wohl Glück das ich in der entscheidenden Phase meines Lebens Hilfe von außen bekam und eine sehr Gute Ausbildung fand die auch meinem Interesse entsprach. Dadurch Beruf->Arbeit->Studium MB Master. Keine Ahnung wenn das damals so nicht geklappt hätte wo ich dann heute stünde ...
    jorel schreibt:
    3) Wie sieht es bei euch mit Müdigkeit aus? Ich bin eigentlich dauermüde. Wenn ich mich mal ausgeschlafen fühle, dann tendenziell nur für ein paar Stunden.
    jorel
    Geht mir absolut genau so, großes Problem von mir. Schlafe sehr schlecht ein. Tausende Gedanken die ich irgendwie nur durch "zappeln/Bewegung" irgendwie in den Griff bekomme . Morgens das aufstehen ist immer eine Qual. Tagsüber dann Müde, Abends dann wieder nicht in den Schlaf kommen usw. Verbringe immer 8h+ im Bett teilweise auch noch Mittagsschlaf. Habe auch manchmal das Gefühl gar nicht wirklich geschlafen zu haben, als ob ich die ganze Nacht bewusst erlebt habe .

    Nach langer suche nach einen fähigen Arzt hat wurde mir vor 6 Monaten Bupropion verschrieben, 150mg. Komme dadurch nicht besser ins Bett, aber die Tagesmüdigkeit ist komplett weggeblasen, ich habe mehr Antrieb und naja die AD Wirkung hat auch sehr viel geholfen.
    Allerdings habe ich kaum Verbesserungen bei den anderen Symptomen, Aufmerksamkeit und Hyperaktivität, dennoch würde ich es wieder nehmen!
    jorel schreibt:
    4) Seid ihr irgendwo schnell? Ich lese öfter von dem "jedoch...", welches ich für mich nicht finden kann.
    jorel
    Hm... kann schnell Fahrrad fahren, zählt das? War mal sehr gut/schnell in einem online-egoshoter



    jorel schreibt:
    ...mein Allgemeinwissen ist deswegen so unterirdisch...jorel
    Meins auch

    MFG Rob
    Geändert von rob (12.06.2017 um 22:31 Uhr)

  8. #8
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 206

    AW: Euer Umgang mit dem langsamen, hypoaktiven Gehirn (PS: spielt jmd Tischtenni

    Hallo Jorel,

    tolles Thema. Passt super,
    bis auf Tischtennis. Hier meine Antworten:

    jorel schreibt:
    1) Wie geht ihr im Leben damit um? Passt ihr euch an und akzeptiert, dass ihr für alles, das von außen ins Hirn gelangen soll, eben doppelt so lange wie andere braucht? Oder helfen euch Medikamente, oder Trainings? Oder könnt ihr genug Hyperfokus erzeugen, also schafft es, häufig genug Begeisterung zu finden (wie?)?
    Ich kann und will das nicht akzeptieren. Deswegen habe ich mich wieder entschlossen mit Strattera an zu fangen, in der Hoffnung, dass es klappt und ich es schaffe mir Dinge dauerhaft zu merken bzw. Wissen bei Bedart ab zu rufen. Natürlich weiß ich, dass es ein Idealzustand wäre, aber eine Besserung zum Istzustand wäre ja schon mal was.

    jorel schreibt:
    2) Wie habt ihr in den Beruf gefunden, oder war es vielmehr "Zwang"? (ich bin so weit weg vom Empfinden von Potential in mir, vermutlich durch die Unmengen an Erlebnissen des Scheiterns, dass ich irgendwo aufgegeben habe, an mein Gehirn "zu glauben" - auch wenn mein IQ um die 125 liegen soll, das hilft herzlich wenig, weder dem Glauben noch der "IQ-Nutzung" - daher diese Frage)
    Das war Zufall und Glück. Ich habe beim Vorstellungsgespräch genau das gesagt, was man hören wollte.

    jorel schreibt:
    3) Wie sieht es bei euch mit Müdigkeit aus? Ich bin eigentlich dauermüde. Wenn ich mich mal ausgeschlafen fühle, dann tendenziell nur für ein paar Stunden.
    Geht mir auch so. Muss aber nicht an der ADS liegen.

    jorel schreibt:
    4) Seid ihr irgendwo schnell? Ich lese öfter von dem "jedoch...", welches ich für mich nicht finden kann.
    Ja, manchmal schießen die Antworten einfach so raus. Das kommt aber auch davon, weil ich sonst vergesse, was ich sagen wollte.

    Und nein, ich spiele kein Tischtennis. Früher ab und an zum Hobby.

    Und danke: mein Allgemeinwissen ist auch echt unterirdisch. Ich lese zwar hin und wieder was und schaue Nachrichten, aber es bleibt wenig bis gar nichts hängen. Lernen geht. Zumindest hat es zum Bachelor gereicht. Wenn auch sehr lange. Stures auswendig lernen ist fast unmöglich und erfordert bei Desinteresse viel Fleiss!

  9. #9
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 44

    AW: Euer Umgang mit dem langsamen, hypoaktiven Gehirn (PS: spielt jmd Tischtenni

    Hallo zusammen
    Ich bekam letztes Jahr die Diagnose ADS Hypoaktiv ich bin jetzt 36, aber in der retroperspektive betrachtet leide ich schon schon immer darunter. Zusätzlich mit Starker Migräne Anfällen seit dem 8 Lebensjahr.
    Bis zur 7 Schulklasse war ich unterirdisch in der Schule, Hausaufgaben ein Glück das mir jeweils meine Mutter half sonst hät ich Ewigkeiten gebraucht nicht das ich es nicht gekonnt hätte aber eben Konzentration.
    Ab der 7. entdeckte ich für mich eine Möglichkeit wie ich dem Unterricht folgen konnte in dem aktiv mit machte (Viellicht war PC zum zocken auch ein Ventile zusätzlich ). Ich glaub das war auch der Punkt in dem ich mehr oder weniger Hyperfokus unbewusst wahrgenommen hab. Ab da hat sich die Noten massiv gebessert aber ich merk nach wie vor 1-6 Klassen hab ich massive Lücken da nicht vorhanden sind. Grammatik Fälle was ist das. Es interessiert mich aber auch nicht.

    Eigentlich hatte danach immer gute Noten zwar hab oft dadurch den schulplan und den Lehrer durcheinander gebracht jedoch hat es mir einen guten Abschluss beschert jedoch hat es doch nicht geholfen da die Migräne letztendlich doch gewonnen hat.

    Aber ich denke das ist das grösste Problem bei uns Hypoaktiven

    Wir können nur dort gut sein bei dem was uns interessiert, und dann vermutlich auch nur über den weg den uns eher zutut.
    Z.B. Lesen ist nichts für mich dafür aber Podcast oder Hörbücher. Ich kann problemlos Wissenschafliche Podcasts folgen und verstehen jedoch ein Text lesen muss ich 5 mal ansetzten, wenn ich pech hab schlaf ich noch ein.

    Wenn wir es schaffen bei dem was wir in den Hyperfokus zu gelangen dann ist zumindest Müdigkeit kein Thema mehr.

    Auswendig lernen geht bei mir garnicht. Ich brauche logische Zusammenhänge, Herleitungen etc. Wenn etwas keinen Sinn ergibt für mich dann sträubt es sich mein Hirn vehement das es mich schon nervt.

    Wenn z.b. ich zb. ein Buch lesen möchte oder Text dann lass ich es von meinem Handy vorlesen ist zwar Gewöhnungssache aber immer noch besser als wenn ich es selbst lesen würde und es bleibt mehr hängen.

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