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Diskutiere im Thema Sinneseindrücke "brennen" sich ein und verschwinden erst nach Tagen im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 115

    Frage Sinneseindrücke "brennen" sich ein und verschwinden erst nach Tagen

    Guten Abend liebe Leute,

    aus aktuellem Anlass mal ein Thema, was mir mächtig zu schaffen macht.
    Ich hatte bis vorgestern Besuch von meinem besten Freund und wir haben für meine Verhältnisse echt megaviel unternommen. (Das ist keine große Kunst, weil ich im Prinzip sonst nix mache.)
    An einem Tag waren wir stundenlang in einem superspannenden Museum und am anderen haben wir auch etwas total interessantes besichtigt und dabei habe ich einige neue Leute kennen gelernt.
    Und wie immer, wenn ich viel erlebe, bekomme ich abends langsam immer stärkere Augen/Kopfschmerzen und wenn ich dann versuche ins Bett zu gehen liege ich da stundenlang wach rum und erlebe den Tag immer wieder von neuem. Es fühlt sich an, als hätte man die Erlebnisse auf Video aufgenommen und würde sich die Kassette immer wieder von vorn ansehen. Dementsprechend wenig Platz ist in der Gedankenwelt für andere Dinge, die man gerne denken würde. Man könnte es auch mit diesen Nachbildern vergleichen, die sich manchmal für mehrere Sekunden ins Auge "brennen" und dann langsam verblassen.

    Jetzt nach zwei Tagen geht die Erschöpfung langsam zurück und ich werde wieder Herr meiner Gedanken.
    Sowas passiert mir jedesmal, wenn ich z.B. auf einem Konzert war, auf einer Party oder generell längeren sozialen Kontakt hatte. Diese anschließenden "Gedankenkreise" sind in keiner Weise wertend, also ich grüble dann nicht drüber nach, was jemand zu mir gesagt hat oder ähnliches. Es ist einfach nur eine ständige Wiederholung des Erlebten, bis es langsam verblasst und mein Kopf wieder frei wird.
    Wenn ich in diesem Zustand bin, schaffe ich eigentlich gar nix. Die Küche sieht dann aus wie nachm Krieg, ich mache nichts produktives und fühle mich einfach nur extrem müde und geschafft.

    Fragen:
    1) Habt ihr das auch?
    2) Wenn ja, habt ihr irgendwelche Bewältigungsstrategien oder sitzt ihr das einfach aus?
    3) Glaubt ihr, dass man das durch regelmäßige, zunehmende Aktivität wegtrainieren könnte oder würde das eher schlimmer? Also kann man sich was das angeht "desensibilisieren"?
    4) oh... vergessen.

    Danke schonmal und liebe Grüße
    Wuerfel

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 395

    AW: Sinneseindrücke "brennen" sich ein und verschwinden erst nach Tagen

    Und ich dachte immer ich hätte nen Schaden wenn sich die Bilder bei mir mal wieder im Kreis gedreht haben

    Puh wo fang ich denn jetzt mit meiner Antwort an ^^

    Also, ich bekomme zwar nicht unbedingt Kopfweh, aber die Bilder des Tages spielen dann gern immer wieder in meinem Kopf, manchmal so schnell dass alles wirkt als säße ich auf einem Karussel... Und wirklich vernünftige Gedanken zu was anderem fassen ist in dem Moment echt öhm schwer

    Nicht immer, aber ich kann dir auch nicht so 100% sagen wie das genau bei mir getriggert wird...

    Aber ja, nach nem langen, erlebnisreichen Tag passiert sowas am ehesten bei mir...

    Ich hab letzens auch nach Jahren meine (ehemals) beste Freundin wieder gesehen, hat zwar total Spaß gemacht, aber die paar Stunden waren schon irgendwie anstrengend, kaum war ich zuhause, ruft ein guter Freund an, zwei Stunden telefoniert, danach war ich sowas von platt, und da war auch schon Abend... Hab dann zu meinem Partner gesagt ich muss mich jetzt erstmal hinlegen, musste den Tag erstmal verarbeiten...

    Puuuuh, ob man sich da desensibilisieren kann ist ne gute Frage ich würd sagen, bis zu nem gewissen Grad schon, aber ich denke wenn du dich jetzt in ganz viele Situationen "reinstürzt" wirst du eher komplett überfordert sein... Vielleicht Stück für Stück, aber dir möglichst auch genug Pausen gönnen...


    Bewältigungsstrategien hmm ich würde mal behaupten ich sitz es aus zu viel mehr bin ich dann eh nicht fähig

    LG Cat



    Kleiner Nachtrag ganz vergessen: Bei mir war es jahrelang so dass ich von einem Tag draußen tagelang fertig war...
    Das hat sich mittlerweile gebessert, wenn ich jemanden dabei hab dem ich vertraue ist es noch einfacher zu ertragen... Wenn ich allerdings grad ne instabile Phase hab dann ist es immer noch sehr schwer zu ertragen...
    Geändert von Catlikesrain (29.04.2017 um 03:05 Uhr)

  3. #3
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Sinneseindrücke "brennen" sich ein und verschwinden erst nach Tagen

    Hallo Würfel,
    musste schon schmunzeln - dieses Widerkäuen, geistige Verdauen war für Jahrzehnte ein Kuriosum für mich - es bewog mich, aneinandergereihte volle Tage zu zügeln - auch wenn sie lockten!...
    Nur im Vergleich zu meinem Langzeitpartner weiss ich überhaupt - dass er das so nicht hat - wie ich es hab !

    Je intensiver die emotionale Qualität der Erlebnisse war (durch Verantwortung, bedeutende Information, widersprüchliche Geschichten, ganz Neues, Unerwartetes) desto länger benötigte der Nachhall. Diese fetten, überfüllten Mocken konnten in ihrer Permanenz belasten denn sie brachten ne Reflexionskomponente hervor - wo sich peannuts weiter ausdehnen konnte, praktisch gegen meinen Willen.
    Wie Du sagst - dann kriegt man kaum mehr was anderes auf die Reihe - man ist platt und matt.
    Dies verstärkt sich wenn die Ereignisse ne Note negativer waren - die Dauer des Widerkauens liess ne Art "psychische Uebelkeit" entstehen die einen nicht loslässt.

    Sind es einfach zuviele neutrale bis gute Erlebnisse - mit vielen Ortswechseln, Menschen, Infos und spontanen Wendungen - brauchte ebensolange - jedoch belasteten mich diese weniger - obschon sie ja auch zeitlich okkupiren und Energie fressen. Ich dezimierte zusehendst auch Ueberfülle in den Ferien - genau desswegen - obschon ich keine negativen oder wertenden Nachbearbeitungen befrürchtete. Aber ich brauchte Luft damit das Erlebte nicht zu sehr an mir haftet - damit es 'gesund bleibt'.

    Bei der Arbeit packe ich ziemlich verantwortungsvoll an, da ich alles ziemlich wichtig nehme (ich vermute, da ist die zugrundeliegende Ursache) und dabei ist mir natürlich auch früh aufgefallen dass ich ganz platt bin zum Tagesende während andere noch locker nen sozialen Anlass dranhängen können.

    Ich hab mich also zunehmend darum bemühen müssen Leere für meinen Kopf einzuplanen. Ich glaube das war womöglich schon immer da, eine Hochsensibilität - ich weiss nicht ob es wirklich ADS ist - ich fühlte mich dadurch wie 'zu schwach für diese Welt' obschon ich enorm viel leistete.
    zu Deiner Frage 2) Bewältigungsstrategie war das Pausen und Lücken Schaffen. Trotz dieser Massnahmen musste ich feststellen dass ich in den letzten Jahren zu oft im kritischen Stress-Bereich lief - denn schwerer Stoff brauchte mehr zähe, lange Verdauungszeiten und dies löste bei mir nachfolgend Vermeidungsverhalten aus.

    Grundsätzlich mag ich Party und Ausschweifung - und es muss nicht zur Ueberladung und endlosem geistigen Nachlallen.. führen wenn ich genau steuern kann was ich will und was nicht mehr... Geht zuviel ab - kann es 3 Tage lang in meinem Kopf herumgeistern als hät ich nen Ausflug auf nen anderen Planeten gemacht. Vor allem Punkto soziale Interaktion ist die Dosis ausschlaggebend (nicht nur verbales bleibt stark haften) Erleb ich was mit ner mir sehr vertrauen Person passiert dieser Dauerloop weniger stark oder gar nicht. Die Ausprägungen sind also verschieden.

    2) Ich kann solche Verarbeitungsgedanken + Bilder fast nicht stoppen, weil es nicht herumflitzende Gedanken sondern körperlich gespeicherten Erlebnisse sind - es hat ne umfassendere Qualität als gedankliche Grüblerei..

    Bis ca. 33 merkte ich nicht dass ich längere Verarbeitungszeiten hab als andere. Konnte meist in der Arbeit selbst bestimmen und Teilzeit arbeiten. Irgendwann merkte ich dass überforciertes Wochenprogramm zuviel Nachbearbeitung abverlangte. Als junges Girl schaltete ich unbelasteter auf den nächsten Tag um.. Ab 40 gings nochmal bergab. (Ist aber nur ne persönliche Entwicklung bei mir) Scheint mir normalen Veränderungen unterworfen zu sein - nur ist die Ausgangslage schon ganz ne anders gewesen (!!) thats the point. Drum - Burnout...

    Nun brauch ich vor Action Leerphasen und danach auch - um sicherzugehen dass die gesuchte Action sich genussreich entwickelt ...denn durch Ueberfrachtung lauf ich Gefahr in Fettnäpfchen zu treten die wiederum 'negative Gefühle' einheimsen und diese wiederum ne laaaangen Abarbeitung nachsichziehen:. ungewolltes Kopf- und Körperkino. Mittlerweile bin ich am dosierten Exponieren und Aufnehmen angelangt. Wechselnde viele soziale Interaktionen sind aber eindeutig Verstärker. Routinierte Menschenkontakte und Arbeitsabläufe lösen weniger lange Prozesse aus. Prozesse wie bei anderen - nur einfach pontenzierter , tiefer, länger und breiter gestreut !

    3) Aus Erfahrung, wenn ich meinen (enorm starken) inneren Schweinehund überwunden habe und raus bin zum joggen - gits nen sanfteren Umschnitt in die Gegenwart. Ich denke, weil diese Realtität intensiv erneuernd wirkt.
    3) b::: Ganz neu entdeckte ich das Meditieren und vermute es ist eine der stärksten Waffen gegen 'Unruhe im Kopf' - da man beim meditieren lernt - durch Beobachtung des Atems immerwieder im Körper - und somit im JETZT zu sein/bleiben. Die auftauchenden Gedanken und Bilder (im Kopf) sind ja nicht im jetzt - die werden immerzu als 'Hintergrundgeräusch' milde auf den hinteren Platz zu verwiesen. So lernt man bewusst 'STILLE' in den Kopf herbeizuführen und zu da zu halten.
    Bei täglicher Meditation (nur 10-30 min genügen) zeigen sich schon nach einigen Monaten Effekte im Umgang mit Stress, Unruhe, Reizüberflutung. - man kann sich besser distanzieren, selbst beruhigen und kontrollieren...

    Ich bin da aber noch am Anfang. Es happert vor allem mit den inneren Schweinehund, der Disziplin. Meditation - sagten Psychiater und Psychologen in der Klinik wo ich war - sei ein brillantes Mittel dafür.

    Irgendwo hab ich mal gelesen - dass diese 'Flucht in die Meditation' eine enorme Freiheit darstellt - denn man kann aus allen Geschichten die einen belagern aussteigen und da ne Auszeit nehmen. Selbst wenn es ganz schlimmes ist - es wird abgelegt so dass es einen nicht mehr belastet und in den Raum des Atmens eingetaucht wo nur die Realität das Körperbewusstsein 'hängenbleibt'...
    Geändert von Merlinka (29.04.2017 um 05:17 Uhr)

  4. #4
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 566

    AW: Sinneseindrücke "brennen" sich ein und verschwinden erst nach Tagen

    Catlikesrain schreibt:
    Und ich dachte immer ich hätte nen Schaden wenn sich die Bilder bei mir mal wieder im Kreis gedreht haben

    Puh wo fang ich denn jetzt mit meiner Antwort an ^^

    Also, ich bekomme zwar nicht unbedingt Kopfweh, aber die Bilder des Tages spielen dann gern immer wieder in meinem Kopf, manchmal so schnell dass alles wirkt als säße ich auf einem Karussel... Und wirklich vernünftige Gedanken zu was anderem fassen ist in dem Moment echt öhm schwer

    Nicht immer, aber ich kann dir auch nicht so 100% sagen wie das genau bei mir getriggert wird...

    Aber ja, nach nem langen, erlebnisreichen Tag passiert sowas am ehesten bei mir...

    Ich hab letzens auch nach Jahren meine (ehemals) beste Freundin wieder gesehen, hat zwar total Spaß gemacht, aber die paar Stunden waren schon irgendwie anstrengend, kaum war ich zuhause, ruft ein guter Freund an, zwei Stunden telefoniert, danach war ich sowas von platt, und da war auch schon Abend... Hab dann zu meinem Partner gesagt ich muss mich jetzt erstmal hinlegen, musste den Tag erstmal verarbeiten...

    Puuuuh, ob man sich da desensibilisieren kann ist ne gute Frage ich würd sagen, bis zu nem gewissen Grad schon, aber ich denke wenn du dich jetzt in ganz viele Situationen "reinstürzt" wirst du eher komplett überfordert sein... Vielleicht Stück für Stück, aber dir möglichst auch genug Pausen gönnen...


    Bewältigungsstrategien hmm ich würde mal behaupten ich sitz es aus zu viel mehr bin ich dann eh nicht fähig

    LG Cat



    Kleiner Nachtrag ganz vergessen: Bei mir war es jahrelang so dass ich von einem Tag draußen tagelang fertig war...
    Das hat sich mittlerweile gebessert, wenn ich jemanden dabei hab dem ich vertraue ist es noch einfacher zu ertragen... Wenn ich allerdings grad ne instabile Phase hab dann ist es immer noch sehr schwer zu ertragen...
    Kann mich Cat, nur anschließen..ist genauso bei mir.

    Bewältigungsstrategien werden hier in der Klinik versucht auch zu vermitteln, aber an etwas Scharfes riechen, oder Knetball,

    na ja, also, wenn es soweit ist, dann sehe ich weder Knetball noch Riechöl, davon abgesehen, dass ich es vermutlich nicht finde...

    Aber wer versteht das schon, außer hier im Forum.

    LG Chaosfee

  5. #5
    Fühlt sich hier wohl

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    Forum-Beiträge: 395

    AW: Sinneseindrücke "brennen" sich ein und verschwinden erst nach Tagen

    Klar man kriegt doch schon ne ausgewachsene Krise allein dabei den blöden Ball (oder was auch immer) erstmal zu finden

    Obwohl mich Merlinkas Beitrag irgendwie auf den Gedanken gebracht hat dass in dem Fall vielleicht auch mal ne kalte Dusche helfen könnte bei mir

    Kaltes Wasser reißt mich meist am schnellsten wieder ins jetzt da hab ich in dem Zusammenhang aber noch garnicht dran gedacht...

    Nebenbei bemerkt Merlinka, ich musste wirklich grinsen als ich gelesen hab dass es bei dir mit der Disziplin hapert...
    Du kannst eigentlich echt stolz auf dich sein ich würd es beim besten Willen nicht hinbekommen dann noch Joggen zu gehen oder so

  6. #6
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    Forum-Beiträge: 115

    AW: Sinneseindrücke "brennen" sich ein und verschwinden erst nach Tagen

    Wow! Danke für eure Antworten!
    Dann bin ich also nicht alleine mit meiner Erlebniswiderkäuerei! Ich habe für mich übrigens einen erheblichen Einbruch mit 33 Jahren bemerkt. Das war der Zeitpunkt, wo ich stressbedingt wieder sehr krank wurde und mein Studium aufgab. Jetzt bin ich 37 und das Verlangen nach Regenerationszeiten nimmt langsam aber stetig zu. Da ich seitdem aber auch nur zuhause bin und nur noch wenig "action" hab, kann ich gar nicht einschätzen, wie die Entwicklung wäre, wenn ich jeden Tag Menschenkontakt hätte.

    Merlinka, das mit dem Meditieren klingt nach einer sehr guten Idee! Damit werde ich mich mal beschäftigen.
    Zum Thema Joggen: Wow! Mein Joggen sähe so aus, dass ich auf dem Boden liegend durchs Dorf robben würde und nach 3 Minuten überfährt mich ein Trecker.

    Nehmt ihr eigentlich Medikinet oder Ritalin o.ä.? Hat das Einfluss auf dieses Wahrnehmungsphänomen?

  7. #7
    Fühlt sich hier wohl

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    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 566

    AW: Sinneseindrücke "brennen" sich ein und verschwinden erst nach Tagen

    Wuerfel schreibt:
    Wow! Danke für eure Antworten!
    Dann bin ich also nicht alleine mit meiner Erlebniswiderkäuerei! Ich habe für mich übrigens einen erheblichen Einbruch mit 33 Jahren bemerkt. Das war der Zeitpunkt, wo ich stressbedingt wieder sehr krank wurde und mein Studium aufgab. Jetzt bin ich 37 und das Verlangen nach Regenerationszeiten nimmt langsam aber stetig zu. Da ich seitdem aber auch nur zuhause bin und nur noch wenig "action" hab, kann ich gar nicht einschätzen, wie die Entwicklung wäre, wenn ich jeden Tag Menschenkontakt hätte.

    Merlinka, das mit dem Meditieren klingt nach einer sehr guten Idee! Damit werde ich mich mal beschäftigen.
    Zum Thema Joggen: Wow! Mein Joggen sähe so aus, dass ich auf dem Boden liegend durchs Dorf robben würde und nach 3 Minuten überfährt mich ein Trecker.

    Nehmt ihr eigentlich Medikinet oder Ritalin o.ä.? Hat das Einfluss auf dieses Wahrnehmungsphänomen?
    Hallo,

    ja ich nehme, weil erst spät erkannt und nicht im Kindesalter behandelt, jetzt Ritalin adult, war für mich ein Segen, ein kleines Licht tat sich auf.

    Ich bin froh über diese medikamentöse Hilfe.

    LG Chaosfee

  8. #8
    Fühlt sich hier wohl

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    Forum-Beiträge: 395

    AW: Sinneseindrücke "brennen" sich ein und verschwinden erst nach Tagen

    Also ich nehm nix...

    Hab aber schon so ziemlich alles durch ^^

    Kann aber leider nicht genau sagen inwiefern mir dass bei der Sache geholfen hat, glaube es war schon ein bisschen einfacher die Gedanken zu ordnen und somit auch schneller zu verarbeiten?

    Ist allerdings schon ein bisschen her dass ich Medis genommen hab, von daher kann ich das nicht zu 100% sicher sagen

    LG

  9. #9
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    Forum-Beiträge: 110

    AW: Sinneseindrücke "brennen" sich ein und verschwinden erst nach Tagen

    Merlinka schreibt:

    Ich hab mich also zunehmend darum bemühen müssen Leere für meinen Kopf einzuplanen.


    3) Aus Erfahrung, wenn ich meinen (enorm starken) inneren Schweinehund überwunden habe und raus bin zum joggen - gits nen sanfteren Umschnitt in die Gegenwart. Ich denke, weil diese Realtität intensiv erneuernd wirkt.

    3) b::: Ganz neu entdeckte ich das Meditieren und vermute es ist eine der stärksten Waffen gegen 'Unruhe im Kopf' - da man beim meditieren lernt - durch Beobachtung des Atems immerwieder im Körper - und somit im JETZT zu sein/bleiben. Die auftauchenden Gedanken und Bilder (im Kopf) sind ja nicht im jetzt - die werden immerzu als 'Hintergrundgeräusch' milde auf den hinteren Platz zu verwiesen.

    Irgendwo hab ich mal gelesen - dass diese 'Flucht in die Meditation' eine enorme Freiheit darstellt - denn man kann aus allen Geschichten die einen belagern aussteigen und da ne Auszeit nehmen. Selbst wenn es ganz schlimmes ist - es wird abgelegt so dass es einen nicht mehr belastet und in den Raum des Atmens eingetaucht wo nur die Realität das Körperbewusstsein 'hängenbleibt'...
    Hallo Merlinka,

    deine Antwort ermutigt mich, dran zu bleiben mit der Meditation. Ich habe mir schon vor Unzeiten vorgenommen, regelmäßig zu meditieren, aber erst seit wenigen Monaten kann ich mich überhaupt wenigstens ca. zweimal die Woche dazu bringen.

    Obwohl ich immer sehr schnell den positiven Effekt spüre, ist ganz oft meine Hirnaktivität stärker und lässt mich nicht zur Ruhe kommen - dann muss ich erst noch irgend etwas lesen, erst noch über etwas nachdenken, etwas aufschreiben...

    Bei youtube habe ich jetzt ein sehr gutes Video mit einer Achtsamkeitsmeditation gefunden (ziehende Wolken und wenig Gesprochenes - Aufmerksamkeit auf den Atem, keine Musik). Mit der entspanne ich so sehr, es ist unglaublich. Aber reines Sitzen auf dem Meditationskissen reicht oft auch.

    Ach so - und an den Thread-Ersteller - ich kenne da auch nur zu gut Vor allem nach einem wunderschönen Konzert vor einiger Zeit hätte ich mindestens zwei Tage Urlaub gebraucht, um alles für mich zu verarbeiten und zu sortieren.

    Gruß, Lefty

  10. #10
    Ist interessiert

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    Forum-Beiträge: 51

    AW: Sinneseindrücke "brennen" sich ein und verschwinden erst nach Tagen

    Es gibt auch die Ausmerksamkeits-Methode. Also denken, ich lese gena das, ich gehe und sehe genau das, alles bewusst wahrnehmen um die Energie auf Seh- und fühlbares in gegenwärtiger Umgebung zu lenken und dabei immer den 'Gefühlsbefehl' NEUTRALER BLICK als Grundmotor mitdabei haben..

    Ich finde das noch schwieriger weil es um eine gesteigerte wahrnehmung und Fokussierung geht die mich fast schwindlig macht - aber das hat wohl mit lausig zuwenig übung zu tun.

    Ich glaube schon dass auch ADHSler mit Meditieren ihr Gehirn 'putzen' können, wie das mal in einem schönen Film über Buthan, das Land des Bruttosozialglückes, genannt wurde und von Kindesbeinen in der Schule geübt und praktiziert wird. Kinder, wir werden jetzt das Gehirn 'putzen'... und so meditieren sie täglich.

    Ach, ich kann predigen und selbst bin ich noch gar nirgends. ABer ich möchte eigentlich ! Ich will es lernen, ich will mit jemandem Tandem Partnerin sein. Sollen wir abmachen um welche Zeit wir meditieren? und dann müssen wir uns rapportieren obs geklappt hat, täglich, oder so ein System. Z.B. um 21 h - 10-30 min (langsam anfangen) meditieren. Wer macht mit?

    Uebrigens betreffend 'kalte Dusche' - Catlikerain: Ich wollte melden dass ein Bad nehmen für mich auch sowas wie ein RESET knopf ist. Hilft immer.

    Auch - ein Ganzkörperbürsten unter der dusche oder sonstwo : Also an beide Hände Bürsten schnallen und schrubben was die Haut hält. Am besten noch so ne Rückenbürste dazu - mich kickt es da so richtig fein irgendwoanders hin - aber nur, wenns schön stark ist, die bürsten !!...

    Tanzen ist auch so was hilfreiches! Mit Musik und dann ganz frei improvisieren. 30 minuten befreien ungemein von 'Anhaftungen', aber auch die hälfte kann helfen.

    -

    Uebrigens was tragisches: Ich hab nun wochenlang MPH dann Elvanse ausprobiert - und mir scheint gar nichts zu helfen. Bzw. zieh ich keinen Benefit draus, es ist einfach nichts gutes was dabei rausspringt.

    Könnte es sein dass ich dann auch nicht wirklich ADS bin??

    Naja, etwas niedergedrückt, fragt Merlinka..

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