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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 9

    Auf der Suche nach dem Lebenssinngefühl (Selbstzw., Minderwertigkeitsgef.)

    ADHS Chaoten

    Hallo Leute,

    ich habe ein grundlegendes Problem: Antrieb. Damit ist ganz viel verbunden, am Ende der Lauf (oder die Stagnation) des ganzen Lebens. Da ich ja nun mit ADS (unaufmerksamer Typ) diagnostiziert wurde richte ich mich an euch.

    Worauf ich hier abziele sind eigentlich nur Eindrücke von euch bzgl meiner Frage, warum ich einen solchen Mangel für Lebenssinngeühl habe.

    Es ist ziemlich viel, das hier ist auch kein Ort der Therapie, aber ich weiß momentan auch einfach nicht weiter. Vielleicht mache ich mir auch bloß zu viele Gedanken. Oder ich habe Selbstzweifel (oder eine Persönlichkeitsstörung), die die Ursache sind.


    Ausgangslage: ich arbeite viel an mir, es wird immer besser mit mir, ich kann viele Verbesserungen verzeichnen – dennoch fehlt mir im Kern etwas, und das ist das Gefühl für Sinn.

    UND: Es wird zwar besser, aber ich habe sehr große Probleme, zu wissen, wer ich bin. Das ist nicht bloß so ein Gefühl, das zeigt sich sogar in Persönlichkeitstests, wenn ich Fragen einfach nicht beantworten kann, weil ich mich gar nicht genug kenne (zB: bin ich eher der Typ, der pi mal Daumen arbeitet, oder arbeite ich sehr exakt?). Da braucht man ja ein Bewusstsein über sich selbst. Das fehlt mir zu einem Grad.

    Ich überlegte, dass mein Problem im Kern (mangelndes Lebenssinngefühl) eine fehlende Kraft meiner Erreichungen für mich persönlich ist. Daher habe ich ja das Gefühl, dass ich durch mein jahrelanges Selbstverbessern (Ängste abbauen, Herausforderungen annehmen etc) nur oberflächlich/strukturell/habituell ändere, das tiefe Innere aber zu wenig berührt wird. Es ist schon so, dass sich viiiiieles deutlich gebessert hat. Nur ist irgendwie mein Lebenssinngefühl hängen geblieben.

    Meine Schlussfolgerung: ich entwerte so ziemlich alles, was ich erreiche. Was keinen/kaum Wert hat, kann natürlich nur ebenso geringe Wirkung haben.

    Situationen, in denen ich Wert für mein Können und meine Fähigkeiten empfand:
    ich hatte immer wieder Momente, in denen ich an Kompetenzen und Fähigkeiten von mir glaubte. Das waren euphorisierende Momente, die voller Tatendrang waren, voller Lebensfreude und Lebensenergie. Doch hielten diese Momente nur einen oder mehrere Tage. Da ist zB der Gesangslehrer, der mir sagt, aus mir kann ein guter Sänger werden; oder es gab eine Situation, die mir Angst machte, die ich aber meisterte (zB den Kontakt zu einer bestimmten Frau); da sind aber auch die Noten in der Uni; da ist die ADS-Diagnose; da ist mein IQ-Ergebis (hurra, ich bin nicht dumm, sondern ziemlich das Gegenteil); da ist meine kontinuierliche Verbesserung im Tischtennis, die auch gelobt wird. Aber ich kann nie so richtig den Wert annehmen. Ich kann irgendwo einfach nicht dran glauben.

    Sich vor dem Leben drücken:
    Ich drücke mich auch ziemlich viel. Ich schaffe es eigentlich nie, schlafen zu gehen, wann es gut wäre, egal, wie müde ich bin. Der Widerstand kann sich sogar richtig qualvoll anfühlen, wenn ich ihn übergehen will, vor allem, wenn am nächsten Tag etwas ansteht, vor dem ich mich fürchte (ein neues Praktikum, eine Kursfahrt oder ähnliches). Da steckt ein immens starkes "ich will nicht!" drin, und genau das erzeugt dieses ekelhafte, qualvolle Gefühl.

    Das sich-Drücken kommt auch beim "Lebensbereichswechsel" oder "Losgehen" hervor: raus aus dem Bett; losgehen zum Bus; losgehen zur Uni; losgehen zum Tischtennis (auf das ich mich freue!); "losgehen" ins Bett. Deswegen komme ich IMMER zu spät, obwohl ich genau weiß, JETZT müsste ich los! Weil mich irgendwas inneres quält, ein ganz großes "ich will nicht!". Am Ende drücke ich mich aber vor so ziemlich dem ganzen Leben, von den großen Dingen, wie arbeiten, einkaufen, Haushalt machen, aber auch kleine Dinge, wie Zähne putzen, Duschen und abtrocknen, ein Brot zubereiten, einen Tropfen vom Boden Wischen.

    Erinnerungsfähigkeit:
    Ich habe auch Erinnerungsschwierigkeiten. Das hat was mit Konzentration zu tun (war das im Tischtennis gerade ein Netzroller? Ganz schlecht bei Diskussionen über nen falschen Ball, wenn man sich nicht mehr erinnert, was mit dem Ball passierte!). Aber auch, wenn ich mich an mein Wochenende oder an gestern erinnere, muss ich allzu oft stark nachdenken. Und manchmal fühlt sich am Abend das, was ich am Morgen gemacht habe, an, als wäre es gestern gewesen (frühlt sich etwas "taub" an, vielleicht auch ein Müdigkeitsproblem?).

    Ich bin nicht hilfsbereit:
    Ich finde es auch sehr schwer, zu helfen: ob es um das heruntertragen eines Schranks bei meinem Tischtennisverein geht; oder um Menschen im öffentlichen Raum; oder auch das Teilen von Besitz (insbesondere, wenn ich nicht so viel davon habe); ich fühle mich auch viel einfach "genutzt" - vielleicht, weil ich mich selbst nicht als wertig empfinde, also nutzt man nur meine Hilfe, ohne, dass mein Selbst Teil davon wäre. Ich liebe es eigentlich, zu helfen. Aber das ist immer nur dann der Fall, wenn ich selbstbewusst bin, wenn ich fühle, dass ich Bedeutung habe (es geht selbst um so Sachen wie die Rampe im Bus für Rollstuhlfahrer auszuklappen).

    Verzweiflung und Tränen:
    Unerklärlich finde ich: ich mache mir einen Plan für einen Tag, dann verpasse ich aber einen Punkt davon (zB den Arzttermin), und dann kommt diese Qual in mir hoch, die eine Form von Verzweiflung ist, wo ich dann heulen könnte. Nur wegen so ner Sache. Oder: heute war ich im Uni-Tischtennis und habe dafür mein Hobbygruppentischtennis ausgelassen, da ich das in der Uni als einmalige Chance sah, Leute kennenzulernen und echtes Training kostenfrei zu erhalten. Doch ich wurde in beiden Punkten enttäuscht. Und dafür ließ ich das Hobbygruppentischtennis sausen (welches ich fast schon zum Leben brauche, wegen der Gemeinschaft dort und der Anerkennung, die ich dort erhalte). Und dieselbe Qual kam in mir hoch, ein Gefühl von Verzweiflung und Tränen! Es hilft mir, zu mir selbst wie zu einem Kind zu reden und zu sagen, dass es ja nur diese Woche war, dass ich ja nicht weiter zum Unitischtennis gehen brauche, dass ich es doch gemacht habe, um eine Erkenntnis zu gewinnen.

    Ein Stichwort zu mir war: Selbstzweifel (insb. in Bezug darauf, dass ich kaum meine Fähigkeiten und Kompetenzen anerkenne).

    Ich habe ein wenig recherchiert und bin auf die ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung gestoßen. Passt ja ziemlich gut. Ja, ich fühle mich einfach als Mensch weniger, insgesamt.

    Noch kurz zu meiner Vergangenheit:
    Auch als Kind war ich ziemlich schüchtern. Mit 5 "verließ" mich meine Mutter, was ich bis heute irgendwie nicht wirklich verkraftet habe. Mit 9 zog ich zurück zu ihr, und ich erinnere mich genau: mir viel ein Stein vom Herzen - ENDLICH! In der Grundschule stand ich immer alleine im Pausenhof. Ich erinnere mich, dass die anderen mich mal zum Fußball in der Pause einluden, ich machte mit, aber bei dem einen Mal blieb es. Vielleicht ist es normal, aber: ich erinnere mich an überhaupt keine Gefühle, also, habe ich meine Mutter vermisst? Fühlte ich mich unverstanden von meinem Vater, oder war es in Ordnung?

    Für mich einstehen:
    Auch heute habe ich wenig Bezug zu mir selbst und kann einfach unglaublich schlecht meine Meinung sagen. Ich weiß nicht mal, wenn Gefühle gerechtfertigt sind, vor allem sowas wie, dass ich meinem Vater sage, er solle die Schuhe bei mir ausziehen, und vor allem, weil ich SO SEHR wütend werde, weiß ich, das kann ja nicht normal sein. Bei meinem Vater kann ich bis heute viele Gefühle nicht begründen, also sagen, was eigentlich mein Problem ist, warum ich in Situation A oder B wütend werde (generell explodiere ich schon bei Kleinigkeiten, wie Kaugummikauen oder Beinwackeln, was aber zum Teil oder komplett mit Komplexen zu tun hat). Es fühlt sich nach Wut ohne Quelle an, das macht es so schwierig.



    Ich freue mich auf eure Gedanken

  2. #2
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Auf der Suche nach dem Lebenssinngefühl (Selbstzw., Minderwertigkeitsgef.)

    jorel schreibt:
    Ich freue mich auf eure Gedanken
    Wir haben einen tollen Thread, was deine hier geschilderte Problematik betrifft. Sobald du 7 weitere inhaltsreiche Beiträge geschrieben und frei geschaltet bist, kannst du unsere Gedanken hinsichtlich der lebensbezogenen Sinngebung lesen.


    https://adhs-chaoten.net/treffpunkt-...ebenstile.html

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 308

    AW: Auf der Suche nach dem Lebenssinngefühl (Selbstzw., Minderwertigkeitsgef.)

    Ein paar Gedanken dazu aus meiner eigener Erfahrung
    Was ich lernen musste:
    Mein Selbstwertgefühl ist keine feste Größe. Mal ist alles ok, oft hadere ich mit mir, weil ich einfache Dinge nicht auf die Reihe kriege, weil ich meine, anderen zur Last zu fallen oder oder
    Wenn ich akzeptiere, dass solche unterschiedlichen Situationen kommen und gehen, komme ich besser klar.

    Selbstwertgefühl hat viel mit der gesellschaftlichen Anerkennung zu tun. Die gefühlte Anforderung, "seinen Teil beizutragen" kann einem zu schaffen machen.
    Nur, in welcher Form trägt man bei und was ist wirklich nützlich? Da ist viel Zufall dabei. Wenn jemand z.B. ganz tolle sportliche Leistungen erreicht, was genau nützt das der Gesellschaft? Satt wird niemand davon, aber da es offensichtlich ein Publikum/allgemeines Interesse dafür gibt, bekommen z.B. Profisportler Geld dafür und es gilt als nützlich.
    Ob man sich selbst oder jemand anderen anerkennt, wird viel an besonderen Fähigkeiten, Leistungen und eben am Geld festgemacht.

    Ich sage mir: Wenn ich durch die Stadt gehe und den Menschen ein Lächeln schenke und jemand lächelt zurück, habe ich vielleicht einem anderen Menschen den Tag verschönert, ganz kostenlos und ohne Gegenleistung.
    Diesen Gedanken rufe ich mir immer mal wieder ins Gedächtnis. Ich habe keinen tollen Job, mein Haushalt ist Chaos pur, ich sehe nicht gerade aus wie ein Model, aber ich darf glücklich sein und wenn man mir das ansieht und das vielleicht sogar ansteckend wirkt, dann fühlt sich das auch für mich besser an

    Gruß September

  4. #4
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 998

    AW: Auf der Suche nach dem Lebenssinngefühl (Selbstzw., Minderwertigkeitsgef.)


  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Auf der Suche nach dem Lebenssinngefühl (Selbstzw., Minderwertigkeitsgef.)

    Hallo Jorel

    was du da beschreibst ist eigentlich nix Besonderes. Es ist wohl in weiten Teilen das ganz normale Empfinden eines AD(H)Slers. Jedenfalls bin ich davon überzeugt.

    [QUOTEzB: bin ich eher der Typ, der pi mal Daumen arbeitet, oder arbeite ich sehr exakt?). Da braucht man ja ein Bewusstsein über sich selbst. Das fehlt mir zu einem Grad.][/QUOTE]

    das könnte ich auch nur so beantworten: ich arbeite pi mal Daumen sehr exakt!

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Auf der Suche nach dem Lebenssinngefühl (Selbstzw., Minderwertigkeitsgef.)

    Danke für eure Antworten!

    Wenn meine Beschreibungen so normal sind, dann wird es sich erst Recht lohnen, den mir noch verschlossenen Forumsbereich anzulesen

    Ich fühle mich zum Teil wirklich wie ein Kind, das irgendwie nicht will und auch nicht so recht weiß, wozu, und mittlerweile ein bisschen einen Erwachsenen hat, der sagt "ist doch alles nicht so schlimm, nur Mut!". Heute spüre ich wieder meine große hin-und-her-Gerissenheit zwischen dem Wollen und dem nicht-Können wegen Widerständen. Ich hatte heute um 8:15 Uhr die Herausforderung meines Lebens (Tutorium leiten/die Rolle des Kompetenten spielen), darum auch nur extrem wenig Schlaf, und ich bin fast enttäuscht, wie wenig schlimm das Tutorium war (vielleicht hatte ich auch ne zu hohe Erwartung an das Resultat der "Krisenbewältigung"). Ich schrieb 4 Stunden an meiner Hausarbeit, aß zu Mittag, und schaffe es nicht, nach Hause zu gehen, weil ich meine Wohnung nicht sehen will, weil ich auch nichts für den Haushalt tun will, und ich kann mich auch nicht schlafen legen - weil ich ein schlechtes Gewissen habe.

    Ich würde gerne meine Hausarbeit mit Herz und aufrichtigem Engagement schreiben, statt so viel stupide zusammenzufassen und "zusammennzuschustern". Ich bin wirklich interessiert, aber irgendwie fehlt mir die Energie, meinem Interesse zu entsprechen. Kein Wunder, dass mich tolle Noten nicht berühren. Heute hatte ich die Idee, vielleicht einmal Tischtennis (meine Leidenschaft) zu trainieren, der Schein ist leicht machbar - aber dann geht in mir das Empfinden für innere Erfüllung durch das Lehren verloren, vor allem nach der heutigen, tutorialen und desillusionierenden Sitzung.

    Bisher war es immer so: ich habe eine Angst, ich überwinde eine Angst, mein Leben ist besser. Nun aber fühle ich das nicht mehr. Liegt vielleicht an der Übermüdung, und/oder am Methylphenidat. Die/der besondere Übermüdung/Stress ist auf jeden Fall Ursache dafür, dass ich so wenig Zeit (das Gestern) empfinde, wie nie. Und: wer gar nicht richtig akzeptiert, in seinem Leben zu leben, der versucht natürlich so wenig wie möglich darin zu sein (spät aufstehen).

    Sorry dass ich wieder so viel "fasel". Ich habe zu viel nach Inhalten gesucht, die gar nicht existieren Ich freue mich aufs Lesen der "ADHS-Lebensstile und Lebensformen"!

  7. #7
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.213

    AW: Auf der Suche nach dem Lebenssinngefühl (Selbstzw., Minderwertigkeitsgef.)

    Hallo jorel,

    Ich habe dich ja"angestiftet", über dich zu schreiben, jetzt bist du freigeschaltet und kannst in fast alle Bereiche.

    Aber wie sieht es im RL aus?
    Bist du nicht recht einsam?
    Na ja, Tischtennis alleine geht natürlich nicht.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Auf der Suche nach dem Lebenssinngefühl (Selbstzw., Minderwertigkeitsgef.)

    Hi Gretchen,
    früher war es wirklich sehr schlimm mit der Einsamkeit. Aber heutzutage ist es nicht mehr so ein starkes Problem. Ich kann ein Wochenende daheim sein, ohne sozialen Kontakt zu haben, ohne wahnsinnig zu werden.

    Dazu brauche ich aber unbedingt meine vielen sozialen Veranstaltungen: montags Tischtennis, dienstags Tischtennis, mittwochs Chor, samstags Tischtennis. Auch mein (an sich nervtötender) Nebenjob ist in Hinsicht meines Soziallebens förderlich.

    Für mich ist es unendlich schwer, auf fremde Menschen zuzugehen, ob im Chor oder in der Uni, und mal mitgehen, zB auf ne Kneipentour bei Studiumsbeginn, kann ich überhaupt nicht. In sozialer Interaktion werden bei mir sehr schnell und sehr stark Fluchtreflexe aktiv. Deswegen gehe ich praktisch nie mal weg/aus. Alleine unter den Menschen zu stehen ist schon schlimm für mich. Außer ich bin betrunken, da ist sowas immer unendlich schön, einfach mal relativ komplexfrei mit Menschen zusammen sein können. Meine Not ist heute aber kleiner, deswegen gehe ich eigentlich gar nicht mehr weg/aus.

    Die Momente, in denen ich keine Angst vor Menschen hatte, waren immer die schönsten Momente in meinem Leben (eigentlich immer durch Euphorie bedingt, wenn ich mal an eine Kompetenz von mir glaubte).

    Ich liebe es, wenn ich mal länger wo sozial integriert bin: beim Blockseminar, beim Chorprobenwochenende, bei ner Freizeit. Da will ich dann gar nicht mehr weg

    Zusammengefasst: es hält sich die Waage, sodass ich eigentlich nicht mehr durch Einsamkeit depressiv werde.

    Im Übrigen habe ich so starke Ängste, dass ich seit Jahren mit dem Verkrampfen beim Singen zu kämpfen habe, und beim Tischtennis gehe ich teilweise verkrampft an den Ball ran, was vom eingeschränkten Spiel bis zur völligen Spieluntauglichkeit reicht.
    Geändert von jorel (26.04.2017 um 21:43 Uhr)

  9. #9
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.213

    AW: Auf der Suche nach dem Lebenssinngefühl (Selbstzw., Minderwertigkeitsgef.)

    Hab dir eine PM geschrieben.

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