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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 8

    Problem den Krankheitswert zu sehen

    Hallo!

    Ich hab mal eine ganz dumme Frage, die mich nun schon länger beschäftigt. Mir hat ja ein Psychiater (den ich wegen Depressionsverdacht aufgesucht habe) vor einigen Wochen gesagt, ich hätte keine Depression aber vermutlich ADS. Nach der ersten Überraschung hab ich mich bei euch angemeldet, mich hier und auch mit Hilfe zwei Büchern eingelesen. Nun komm ich zu meinem Problem:

    Klar, die Kormorbiditäten können ein riesiges Problem sein und sind ernst zu nehmen. Aber ich versteh die Grundkrankheit ADHS nicht. Versteht mich nicht falsch, es geht mir nicht darum die Krankheit anzuzweifeln....überhaupt nicht. Aber ich weiß nicht, wo da die Grenze zu quasi normal ist.

    Ja, ich finde mich wieder in euren Beschreibungen oder auch in den Büchern. Sehr sogar. Manches mehr, manches weniger. Und ich hab so einige Problem in meinem Leben. Bisher hab ich das immer auf mein desolates Elternhaus "geschoben" bzw. auf mich selbst, bin halt einfach etwas komisch, undiszipliniert, zu wenig Energie,....
    Wenn ich die Symptome lese, denke ich aber, die hat doch jeder mehr oder weniger. Viele sind desorganisiert oder viele kämpfen mit unterschiedlichen Dingen aus diesen Bereichen, wo ist da die Grenze zur Krankheit?

    Vielleicht haben andere einfach mehr Selbstdisziplin bzw. haben viel mehr Energie, alles auf die Reihe zu kriegen.

    Versteht ihr, was ich meine? Das, was in den Büchern beschrieben wird, finde ich so normal.....

    Hmm, ich hab heute wieder einen Termin beim Psychiater. Ich werde ihn auch danach fragen und auch fragen, warum er genau nun bei mir nach quasi 50 min. den Verdacht geäußert hat. Komisch war nur, dass er gemeint hat, dass die Behandlung eh gleich wäre - also egal ob Depression oder ADS.

    Im Juni hab ich mir nun in einer Ambulanz einen Termin zur Diagnostik ausgemacht. Ich weiß auch nicht, wär das jetzt besser oder schlechter für mich, sollte ich ADHS haben.

    Das mit der Vererbbarkeit wusste ich früher auch nicht, ist ja gemein....

    Liebe Grüße
    monimo

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 305

    AW: Problem den Krankheitswert zu sehen

    Hallo monimo, ich glaube, ich kann mir in etwa vorstellen, was du meinst.
    Wenn ich mir meine Großfamilie sowie einige Freunde ansehe, frage ich mich oft, wie es jemand nicht haben kann.
    In meiner Familie bin ich die einzige mit Diagnose und Behandlung, und das auch erst, seit ich Mitte 30 bin und auch bei mir ging der Umweg über eine vermutete Depression.
    Leider gibt es bisher auch bei sorgfältiger Diagnostik eben keine genaue Einteilung in, sagen wir mal, "Schweregrade".
    Nehmen wir an, man könnte ADHS-Symptome auf einer Skala von 1 bis 10 feststellen.
    Dann könnte man vielleicht sagen, ab Stufe 7 hat es Krankheitswert (was eine willkürliche Festlegung wäre, wie weit jemand in der Lage ist, den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, den Alltag zu organisieren usw.)
    Dann stellt sich noch die Frage, gibt es die Veranlagung dazu nur in Form "ja" oder "nein" (so wie man z.B. grob gesagt, einen Rhesusfaktor hat oder nicht hat) oder kann man auch die Veranlagung in einer Skala von 1....x haben?
    Zu der Veranlagung kommen dann vielleicht noch weitere Faktoren, familiäre Probleme und und und)
    Dann entstehen aus allen Zutaten vielleicht mehrere hundert Abstufungen von Beeinträchtigungen.
    Ich würde mich aber persönlich nicht bei der Frage aufhalten, ob ich denn nun "krank" oder "beeinträchtigt" oder was auch immer bin. Wenn meine Sehkraft nicht ausreicht, besorge ich mir eine Brille, krank fühle ich mich trotzdem nicht. Das sind für mich alles sehr dehnbare Begriffe. Fakt ist, dass die Behandlung mir hilft und mein Leben leichter macht.
    Dass dein Arzt meint, Depression und ADHS würde er gleich behandeln, finde ich etwas seltsam, aber vielleicht habe ich da was falsch verstanden?
    Was auch immer bei deiner Diagnose rauskommt, du bist ja nicht aus Spaß da hingegangen, sondern, weil es Probleme welcher Art auch immer zu lösen gibt und wenn dir Diagnose/Behandlung weiterhilft, ist schon viel gewonnen.
    Gruß, September

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 644

    AW: Problem den Krankheitswert zu sehen

    Hallo monimo

    Ich kann Dir nur so viel sagen das es bei mir ganz ähnlich war, wie bei Dir. Ich ging wegen einer schweren Depression zu einer Psychiaterin, und wie bei Dir, vermutete meine Psychiaterin bereits
    bei dem ersten Gesprächstermin ADS und keine Depression.

    Sie schickte mich dann zur Abklärung zu einer ADHS/ADS Spezialistin, die auch relativ schnell die Diagnose ADS bei mir erstellen konnte.

    Allerdings auch die Diagnose Depression, diese Kombination käme oft vor, hat sie mir erklärt. Und auch das es wichtig sei zwischen ADS und Depression zu Unterscheiden.

    Zuerst muss die Depression behandelt werden, in meinem Fall bekam ich ein Antidepressiva verschrieben das sowohl bei ADS, als auch bei Depression sehr gut wirkt (Venlafaxin).

    Ich kann Dir nur empfehlen Dich ebenfalls an eine/n Spezialisten/in zu wenden, denn es ist wichtig das die Diagnose wirklich von jemand vorgenommen wird, der/die Ahnung und Erfahrung hat mit ADHS/ADS.

    Eine falsche Diagnose kann Schaden und sehr viel Frust verursachen, lass Dich deshalb an eine entsprechende Person überweisen, oder such auf eigene Faust nach einem/er ADHS/ADS Spezialisten/in.

    Mir persönlich hat es auch sehr viel gebracht an einer Gesprächsgruppe teilzunehmen die meine ADHS/ADS Spezialistin leitet.

    Wenn Du die Möglichkeit hast, an sowas teilzunehmen ist es nur von Vorteil, denn so kannst Du Dich im direkten Gespräch mit anderen Betroffenen austauschen, was sehr wertvoll ist.

    Ausserdem kann Dir ein Spezialist/in all Deine Fragen rund um das Thema ADHS/ADS beantworten und Dir entsprechende Medikamente verordnen und eine Therapie anbieten.

    Mir hat es auf diesem Weg jedenfalls sehr viel gebracht, und tut es immer noch.

    Hoffe das ich Dir weiter helfen konnte.

    Lieber Gruss
    yuna

  4. #4
    bin eine Piratin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.785

    AW: Problem den Krankheitswert zu sehen

    du orientierst dich zu sehr an den "Lebenssymptomen". du musst mehr Richtung KArdinalssymptomen denken. MAngelnde Fähigkeit, seine Aufmerksamkeit zu focussieren, niedrige Konzetrnationsfähigkeit, wenn es nicht gerade im Hyperfokus ist etc, die Hyperaktivität zB die sehr große Zerstreutheit usw.

    Aber natürlich hast du nicht unrecht, uns passiert theoretisch nichts, was nicht Normalos auch passieren könnte, wir haben keine eindeutigen Symptome wie rote Pusteln hinterm Ohr oder so, bei uns liegt das nur in einem großen Übermaß vor. Es ist nicht die Art der Symptome, es ist ihre übergroße Häufigkeit. Jeder ist mal unkonzentriert, aber wenn man überall als Zappeliger zerstreuter Professor bekannt ist und es bei jedem Mißgeschick gleich wieder heißt "das ist mal wieder typisch für dich", dann spricht schon einiges dafür. Mir passieren keine Mißgeschicke, die anderen nicht passieren, mir passieren sie nur sehr viel häufiger (und das, obwohl ich Medikamente nehme)

    aber vielleicht kommt es dir auch nur so "normal" vor, weil das eben auch Teil deines Lebens ist.

    Ursache im Adhs und Ursache im Elternhaus schließen einander nicht aus, Defizite im Elternhaus wirken sich nur bei Adhslern besonders stark aus.

  5. #5
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 8

    AW: Problem den Krankheitswert zu sehen

    Hallo ihr Lieben!

    Danke für eure Antworten! Ein bisschen hilft mir das schon.

    Im Juni hab ich eh bei einer Ärztin in einer psychiatrischen Ambulanz einen Termin zur Abklärung bezüglich ADS. Ich hoffe, sie kann ihre Sache und kriegts raus, ob ich das habe oder nicht oder was sonst nicht stimmt. Richtig, dass mit den Kardinalsymptomen ist mehr zu beachten, aber halt auch wieder schwierig einzuordnen, was das genau wieder heißt, wie stark beeinträchtigt muss man da sein z.b. bezüglich Konzentration....

    Ich löchere heute noch mal den Psychiater. Und ja, er meinte wirklich, dass es die gleiche Behandlung sei - also Antidepressiva und Psychotherapie. Ansonsten "gäbe es keine Medikamente dagegen".....aber er gab auf Nachfragen nicht direkte Antworten.
    Ich hoffe, dass er heute nicht so ausweichend reagiert und genauer sagt, warum er das bei mir vermutet hat.....Er meinte halt auch, dass es bei mir kompliziert sei - Kormorbitäten sozusagen - das glaub ich ihm auch.

    Liebe Grüße
    monimo

  6. #6
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 25

    AW: Problem den Krankheitswert zu sehen

    Ich hab früher sogar zu den Leuten gehört, die die Krankheit als solches bezweifelten. Wenn ich Beschreibungen der Symptome gelesen habe, dacht ich mir : mir geht es doch auch so/vielen Leuten geht es so, und wir sind gesund. Vor allem, wenn keine offensichtliche Hyperaktivität dabei ist, fällt es eben nicht so auf. Ich dachte früher auch, ich sei eben einfach faul, ein Minimalist, Träumer etc...
    merkte aber dann, durch das Studium (welches ich ja wirklich wollte) dass ich mich auch nicht auf Dinge konzentrieren kann, die mir wichtig sind (vor allem wenn der Teilbereich eben doch schon etwas öde ist wie Deutsche Grammatik oder Linguistische Theorien lol). Dazu kam vor allem noch das Organisatorische... Chaos überall, kein Zeitgefühl. zu früh oder zu spät zu Terminen erscheinen (falsche Woche/Stunde). So richtig bewusst wurde es mir, als ich mir vorstellte, wie ich als Autofahrer wohl sein werde. Und da wusste ich, ich hab ein Problem. Ich wollte mich nicht auf die Strassen loslassen, ohne eine ADHS Abklärung.

  7. #7
    Iam


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 215

    AW: Problem den Krankheitswert zu sehen

    Ich habe mich auch für "normal" gehalten. Bis ich nicht mehr die Kraft hatte, meine Schutzmechanismen aufrecht zu erhalten.

    Die Grenze ist fließend, aber spätestens wenn die Komobitäten anfangen Probleme zu bereiten, dann sollte man anfangen die Ursachen zu behandeln.

    ADHS ist an sich ja keine Krankheit, sondern eine andere Art der Wahrnehmung. Diese andere Art der Wahrnehmung kann allerdings krank machen. Deshalb ist es gut, wenn man lernt, damit umzugehen. Nicht in dem Sinne, sich an die anderen anzupassen, sondern seinen eigenen Weg zu finden.

  8. #8
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 160

    AW: Problem den Krankheitswert zu sehen

    Versteht ihr, was ich meine? Das, was in den Büchern beschrieben wird, finde ich so normal.....https://adhs-chaoten.net/images/smilies/006.gif
    Ja klar, dann hat dein Psychiater mit seiner Vermutung also wahrscheinlich nicht so unrecht

    Komisch war nur, dass er gemeint hat, dass die Behandlung eh gleich wäre - also egal ob Depression oder ADS.
    ADHS behandelt man normalerweise mit Stimulanzien. Die können auch auf die Depression einen positiven Einfluss haben. Mit Stimulanzien werden die Erfahrungen besser und der Grundstein gelegt, dass die Depression NACHHALTIG bekämpft wird. SSRI wirken bei ADHS wahrscheinlich eher oberflächlich. Kann ich aber nicht aus eigenen Erfahrungen sagen, aber ich vermute es.

    Zum Anderen schrauben die Stimulanzien am Dopaminspiegel rum und dieser wird folglich erhöht. Da Depressionen auch durch einen Dopaminmangel ausgelöst werden können, haben Ritalin und Co. einen positiven Effekt auf die Depression.

    Die Depression bei ADHS kann also 2 Ursachen haben, der zum Ersten in der persönlichen Geschichte, der Biographie der Person zu suchen ist und zum Anderen in der Neurobiologischen Struktur des Gehirns.

    Dennoch ist die Aussage deines Psychiaters etwas plump formuliert. Das muss man von Person zu Person unterscheiden.

  9. #9
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.727

    AW: Problem den Krankheitswert zu sehen

    monimo schreibt:
    Und ja, er meinte wirklich, dass es die gleiche Behandlung sei - also Antidepressiva und Psychotherapie. Ansonsten "gäbe es keine Medikamente dagegen".....aber er gab auf Nachfragen nicht direkte Antworten.
    Ja, dann weiß er es nicht besser oder er will es nicht besser wissen.

    Erste Wahl bei ADHS sind Stimulanzien. Das heißt nicht, dass nicht auch ADHS-ler Antidepressiva nehmen, als Ergänzung oder auch allein. Aber dafür muss es dann schon einen Grund geben. Du isst eine Suppe auch nicht mit der Gabel.

    Die Ärztin der psychiatrischen Ambulanz hat hoffentlich mehr Ahnung. Du hast bei ihr ausdrücklich eine ADHS-Diagnostik? Und die Klinik hat ADHS bei Erwachsenen als ausdrückliches Fachgebiet?

  10. #10
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 72

    AW: Problem den Krankheitswert zu sehen

    Der Krankheitswert liegt beim Leidensdruck. Bei der Unfähigkeit am Leben teil zu nehmen. Dabei spielt das statistische Normal eben keine Rolle. Us ist ziemlich egal, dass auch StiNos solche Probleme haben können. In dieser Kombination und Ausprägung hat es eben einen Namen und einen neurobiologischen Hintergrund.

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