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Diskutiere im Thema Meine Gedanken - Eure Einschätzung im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 5

    Meine Gedanken - Eure Einschätzung

    Hallo zusammen!

    Ich schreibe hier, weil ich seit zwei Jahren viel Kontakt zu einer Freundin mit ADS habe und sie mich auf das Thema aufmerksam gemacht hat. Ich frage mich natürlich nun, ob ADS auch die Antwort für meine Probleme / Eigenheiten / Verhalten, was auch immer / ... sein kann. Die letzten Wochen habe ich mir viele Dinge aufgeschrieben, die mir an mir selbst aufgefallen sind, die ich mir seither nicht erklären konnte oder schlichtweg nicht weiter drüber nachgedacht habe. Mir ist durchaus bewusst, dass eine Diagnose nur ein Arzt stellen kann, dennoch hoffe ich auf eure Erfahrungen mit solchen Situationen:

    Als Kind war ich eher ruhig und zurückhaltend suchte aber oft "persönliche Zuwendung" bei den Lehrern und mir wurde in den Grundschulzeugnissen bereits ein "ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit und Hilfsbereitschaft" bescheinigt. Von Auffälligkeiten in Sachen Konzentration ist hier nichts zu lesen und mir auch nicht bekannt, die gehabt zu haben. Die Grundschule fiel mir relativ leicht, ich kann nicht nicht daran erinnern, ernsthaft Probleme mit dem Lernen gehabt zu haben. Viel gelernt habe ich allerdings nicht, es lief irgendwie immer alles mit minimalem Aufwand. Während der Grundschulzeit begann allerdings die erste "Zwangsstörung". Ich bin mir nicht sicher, ob das der richtige Ausdruck dafür ist. Ich begann auf meiner Unterlippe zu kauen und daran zu saugen. Warum ich das getan habe, kann ich nicht sagen. Später habe ich angefangen exzessiv an den Ecken der Bettdecke zu "zipfeln", bis der Stoff durchgescheuert war.

    Mit der Versetzung in die Realschule (ich hatte eigentlich eine Gymansiumsempfehlung, wollte aber nicht...) begann ein weiteres Problem: Ich wurde unheimlich aggressiv. Eine Kleinigkeit konnte das Fass schon zum Überlaufen bringen und ich find an zu randalieren. Irgendwelche Gegenstände mussten immer dran glauben. In der Zeit war ich auch unglaublich aggressiv meinen Eltern gegenüber, habe um mich geschlagen und gespuckt, was mir im Nachhinein unglaublich Leid tut. Den Grund für meine Ausbrüche kenne ich bis heute nicht. Meine Eltern haben mich zu einer Psychologischen Beratung gebracht, wo eine Psychologin (nach einem weiteren Wutausbruch) eine Spiel-Therapie mit mir durchgezogen hat. An vieles aus dieser Zeit kann ich mich leider nicht erinnern...

    Das waren die Punkte, die ich zeitlich irgendwie einordnen kann. Alles weitere, was jetzt kommt kann ich nicht einordnen, das ergab sich so nebenbei...

    Ich habe kein Problem, Ordnung zu halten. Eher das Gegenteil ist der Fall, ich muss zwanghaft Ordnung schaffen. Ich fühle mich erst wohl, wenn nur wenige Gegenstände in meinem Zimmer stehen. Am wohlsten fühle ich mich, wenn alles in Schränken (die weiß sein müssen!) untergebracht ist und ich diese zu machen kann. Das selbe gilt für meinen Papierkram. Den ordne ich penibel. Putzen muss ich auch regelmäßig, sonst fühle ich mich selbst dreckig. Zudem kommt der Zwang, Gegenstände rechtwinklig anordnen zu müssen. Ich verspüren den Drang Aufräumen zu müssen, wenn schon mein Laptop schräg auf dem Schreibtisch steht... Seit ca. 2 Jahren neige ich stark zum Minimalismus. Dadurch erhoffe ich mir wenige Ablenkung und Reize durch Gegenstände, die ich besitze, aufräumen muss.

    Allgemein fühle ich mich in letzter Zeit sehr schnell abgelenkt. Es reicht, wenn ich draußen ein lautes Auto vorbeifahren höre und ich muss aus dem Fenster schauen, das nur als Beispiel. Während einer Aufgabe denke ich sehr oft bereits an das Ergebnis und arbeite schlampig und unkonzentriert. Unter Zeitdruck kann ich sehr schlecht arbeiten und bin da kaum zu Transferleistungen und logischem Denken in der Lage. Der Zeitdruck ist ein sehr großer zusätzlicher Ablenkungsfaktor. Klassische Musik hilft mir etwas bei meiner Konzentration, vor allem gleichmäßige Klaviermusik.

    Wenn ich abgelenkt bin, passiert es relativ oft, dass ich in einen Stand-By-Modus verfalle. Dabei verliere ich den Fokus der Augen und starre geradeaus. Dabei denk ich meistens an nichts, das ist schwer zu beschreiben... Dieser Zustand dauert meistens ein paar Sekunden, manchmal auch länger.

    Ich kann mich nicht dazu motivieren, Aufgaben die mir gestellt wurden zu erledigen. Gerade, wenn es Aufgaben sind, auf die ich keine Lust habe bzw. keinen Sinn darin sehe. Solche Aufgaben schiebe ich ewig vor mir her. Auf Aufgaben, die ich mir selbst gebe (z.B. habe ich einen Oldtimer, an dem ich gelegentlich schraube) habe ich Lust und kann diese mit einer erschreckenden Ausdauer erledigen. Das Aufschieben, nicht Anfangen und nicht Fertigstellen von Aufgaben gibt mir sehr oft das Gefühl faul, undiszipliniert und dumm zu sein. Das belastet mich sehr.

    Mir wird aber oft gesagt, ich sei weder dumm noch undiszipliniert. Ich habe die Grundschule ohne großen Lernaufwand gemeistert, die Realschule auch mit gutem Abschluss. Habe anschließend Abitur gemacht und auch hier keine Probleme gehabt. Mittlerweile absolviere ich ein Duales Studium und komme auch hier recht gut durch. Seit September 2016 bin ich nebenher selbständig.

    Die restlichen Punkte möchte ich nur kurz ansprechen: Ich vergesse regelmäßig meinen Schlüssel aussen in der Tür, weil ich beim Aufschließen gedanklich abwesend bin. Ich muss meine Hände in Bewegung halten. Spiele oft mit einem Stift oder zupfe mir am Bart. Beim Autofahren bei Nacht fühle ich mich sehr wohl, da ich nachts das Gefühl habe, weniger Reize verarbeiten zu müssen und weniger Ablenkung zu haben. Ich lebe mit To-Do Listen, da auf mein Gedächtnis kein Verlass mehr ist. Abends schreibe ich mir Dinge auf, die ich am nächsten Morgen erledigen muss, damit ich nichts vergesse. Manchmal habe ich Probleme bei der Aussprache. Gedanklich bin ich schon weiter als der Mund und so rede ich ab und zu unverständliches Zeug. Das fällt mir meist aber selbst auf und korrigiere mich dann. Ich habe das Bedürfnis lange zu schlafen und kann dies auch. An Wochenenden, an denen ich überhaupt nichts vor habe, kann ich auch gut mal 12-16 Stunden schlafen pro "Nacht". Ich neige zum Perfektionismus; dies sah ich bisher als Grund, warum ich Dinge oft nicht fertigstelle. Wenn ich das Gefühl habe, etwas ist unvollständig, bleibt es liegen (bestes Beispiel: meine Steuererklärung). Ich habe ein schlechtes Kurzzeitgedächtnis bzw. kann mir Dinge, die mir gesagt werden nur schlecht merken. Vieles schreibe ich mir mittlerweile auf, das hilft mir etwas...

    Zu den Punkten hätte ich gerne eure Einschätzung. Ich weiß nicht, ob ich mir das einbilde oder ich der "Spur" tatsächlich nachgehen sollte. Bisher war ich immer der Ansicht, mit meiner Faulheit und Disziplinlosigkeit leben zu müssen, weil ich eben so bin.

    Danke für eure Hilfe!

  2. #2
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Meine Gedanken - Eure Einschätzung

    Hallo Toby,

    erstmal ein herzliches Willkommen von mir hier im Forum.

    Vieles was du beschreibst, kommt mir sehr bekannt vor.

    Da wäre erst der Standby-Modus wo "man" für eine kurze Zeit nicht mehr anwesend ist, dann noch der Zeitdruck, alle gegeben Aufgaben sehr schnell zu erledigen (Als ob das eigene Leben davon abhängen würde.) Für mich hört sich das schon danach an, aber da ich kein Mediziner bin würde ich dir vorschlagen, einen aufzusuchen.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück und Kraft.

    Mfg Wolde

  3. #3
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Meine Gedanken - Eure Einschätzung

    Danke Wolde für deine Antwort.
    Einen Mediziner werde ich auf jeden Fall aufsuchen. Habe nur Bedenken, dass ich mir das entweder einbilde oder man mir sagt, dass das alles Blödsinn ist...

  4. #4
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 95

    AW: Meine Gedanken - Eure Einschätzung

    Hallo Toby,

    auch von mir erstmal ein herzliches Willkommen!

    Wenn ich Deinen Text so lese scheint sich Dein "Problem" mit der Zeit immer mehr verschlimmern zu haben,
    Und Deine "Lebensqualität" wird scheinbar arg beeinträchtigt.
    Auch ich bin Woldes Meinung, lasse das mal von einem Experten abklären. Egal ob es nun ADS/ADHS ist
    auf jeden fall kilnkt es Ungesund !

  5. #5
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 24
    Forum-Beiträge: 47

    AW: Meine Gedanken - Eure Einschätzung

    Hallo Toby,

    ich stimme Dabbisch da vollkommen zu, auf jeden Fall abklären lassen. Egal was dabei dann rauskommt, das Wichtigste ist es dass du deine Lebensqualität danach verbessern kannst und dich verstehen lernst.
    Ich drück die Daumen, dass dir schnell und kompetent geholfen wird.

  6. #6
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 705

    AW: Meine Gedanken - Eure Einschätzung

    Hallo Toby,
    ich kann mich da auch nur meinen Vorschreibern anschließen. Du solltest das auf jeden Fall abklären lassen, egal welche Diagnose da bei herauskommt. Nur so kann dir
    geholfen werden und sich deine Lebensqualität verbessern.
    LG Murmel

  7. #7
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Meine Gedanken - Eure Einschätzung

    Guten Abend zusammen,

    ich bin eurem Rat gefolgt und habe eine Diagnostik bei Cordula Neuhaus (scheint wohl recht bekannt auf dem Gebiet zu sein) in Auftrag gegeben. Bin nun mehr oder weniger fleißig am Fragebögen ausfüllen...

    Über alles was folgt, versuche ich euch auf dem Laufenden zu halten.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 8

    AW: Meine Gedanken - Eure Einschätzung

    Toby schreibt:
    Hallo zusammen!

    Ich schreibe hier, weil ich seit zwei Jahren viel Kontakt zu einer Freundin mit ADS habe und sie mich auf das Thema aufmerksam gemacht hat. Ich frage mich natürlich nun, ob ADS auch die Antwort für meine Probleme / Eigenheiten / Verhalten, was auch immer / ... sein kann. Die letzten Wochen habe ich mir viele Dinge aufgeschrieben, die mir an mir selbst aufgefallen sind, die ich mir seither nicht erklären konnte oder schlichtweg nicht weiter drüber nachgedacht habe. Mir ist durchaus bewusst, dass eine Diagnose nur ein Arzt stellen kann, dennoch hoffe ich auf eure Erfahrungen mit solchen Situationen:

    Als Kind war ich eher ruhig und zurückhaltend suchte aber oft "persönliche Zuwendung" bei den Lehrern und mir wurde in den Grundschulzeugnissen bereits ein "ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit und Hilfsbereitschaft" bescheinigt. Von Auffälligkeiten in Sachen Konzentration ist hier nichts zu lesen und mir auch nicht bekannt, die gehabt zu haben. Die Grundschule fiel mir relativ leicht, ich kann nicht nicht daran erinnern, ernsthaft Probleme mit dem Lernen gehabt zu haben. Viel gelernt habe ich allerdings nicht, es lief irgendwie immer alles mit minimalem Aufwand. Während der Grundschulzeit begann allerdings die erste "Zwangsstörung". Ich bin mir nicht sicher, ob das der richtige Ausdruck dafür ist. Ich begann auf meiner Unterlippe zu kauen und daran zu saugen. Warum ich das getan habe, kann ich nicht sagen. Später habe ich angefangen exzessiv an den Ecken der Bettdecke zu "zipfeln", bis der Stoff durchgescheuert war.

    Mit der Versetzung in die Realschule (ich hatte eigentlich eine Gymansiumsempfehlung, wollte aber nicht...) begann ein weiteres Problem: Ich wurde unheimlich aggressiv. Eine Kleinigkeit konnte das Fass schon zum Überlaufen bringen und ich find an zu randalieren. Irgendwelche Gegenstände mussten immer dran glauben. In der Zeit war ich auch unglaublich aggressiv meinen Eltern gegenüber, habe um mich geschlagen und gespuckt, was mir im Nachhinein unglaublich Leid tut. Den Grund für meine Ausbrüche kenne ich bis heute nicht. Meine Eltern haben mich zu einer Psychologischen Beratung gebracht, wo eine Psychologin (nach einem weiteren Wutausbruch) eine Spiel-Therapie mit mir durchgezogen hat. An vieles aus dieser Zeit kann ich mich leider nicht erinnern...

    Das waren die Punkte, die ich zeitlich irgendwie einordnen kann. Alles weitere, was jetzt kommt kann ich nicht einordnen, das ergab sich so nebenbei...

    Ich habe kein Problem, Ordnung zu halten. Eher das Gegenteil ist der Fall, ich muss zwanghaft Ordnung schaffen. Ich fühle mich erst wohl, wenn nur wenige Gegenstände in meinem Zimmer stehen. Am wohlsten fühle ich mich, wenn alles in Schränken (die weiß sein müssen!) untergebracht ist und ich diese zu machen kann. Das selbe gilt für meinen Papierkram. Den ordne ich penibel. Putzen muss ich auch regelmäßig, sonst fühle ich mich selbst dreckig. Zudem kommt der Zwang, Gegenstände rechtwinklig anordnen zu müssen. Ich verspüren den Drang Aufräumen zu müssen, wenn schon mein Laptop schräg auf dem Schreibtisch steht... Seit ca. 2 Jahren neige ich stark zum Minimalismus. Dadurch erhoffe ich mir wenige Ablenkung und Reize durch Gegenstände, die ich besitze, aufräumen muss.

    Allgemein fühle ich mich in letzter Zeit sehr schnell abgelenkt. Es reicht, wenn ich draußen ein lautes Auto vorbeifahren höre und ich muss aus dem Fenster schauen, das nur als Beispiel. Während einer Aufgabe denke ich sehr oft bereits an das Ergebnis und arbeite schlampig und unkonzentriert. Unter Zeitdruck kann ich sehr schlecht arbeiten und bin da kaum zu Transferleistungen und logischem Denken in der Lage. Der Zeitdruck ist ein sehr großer zusätzlicher Ablenkungsfaktor. Klassische Musik hilft mir etwas bei meiner Konzentration, vor allem gleichmäßige Klaviermusik.

    Wenn ich abgelenkt bin, passiert es relativ oft, dass ich in einen Stand-By-Modus verfalle. Dabei verliere ich den Fokus der Augen und starre geradeaus. Dabei denk ich meistens an nichts, das ist schwer zu beschreiben... Dieser Zustand dauert meistens ein paar Sekunden, manchmal auch länger.

    Ich kann mich nicht dazu motivieren, Aufgaben die mir gestellt wurden zu erledigen. Gerade, wenn es Aufgaben sind, auf die ich keine Lust habe bzw. keinen Sinn darin sehe. Solche Aufgaben schiebe ich ewig vor mir her. Auf Aufgaben, die ich mir selbst gebe (z.B. habe ich einen Oldtimer, an dem ich gelegentlich schraube) habe ich Lust und kann diese mit einer erschreckenden Ausdauer erledigen. Das Aufschieben, nicht Anfangen und nicht Fertigstellen von Aufgaben gibt mir sehr oft das Gefühl faul, undiszipliniert und dumm zu sein. Das belastet mich sehr.

    Mir wird aber oft gesagt, ich sei weder dumm noch undiszipliniert. Ich habe die Grundschule ohne großen Lernaufwand gemeistert, die Realschule auch mit gutem Abschluss. Habe anschließend Abitur gemacht und auch hier keine Probleme gehabt. Mittlerweile absolviere ich ein Duales Studium und komme auch hier recht gut durch. Seit September 2016 bin ich nebenher selbständig.

    Die restlichen Punkte möchte ich nur kurz ansprechen: Ich vergesse regelmäßig meinen Schlüssel aussen in der Tür, weil ich beim Aufschließen gedanklich abwesend bin. Ich muss meine Hände in Bewegung halten. Spiele oft mit einem Stift oder zupfe mir am Bart. Beim Autofahren bei Nacht fühle ich mich sehr wohl, da ich nachts das Gefühl habe, weniger Reize verarbeiten zu müssen und weniger Ablenkung zu haben. Ich lebe mit To-Do Listen, da auf mein Gedächtnis kein Verlass mehr ist. Abends schreibe ich mir Dinge auf, die ich am nächsten Morgen erledigen muss, damit ich nichts vergesse. Manchmal habe ich Probleme bei der Aussprache. Gedanklich bin ich schon weiter als der Mund und so rede ich ab und zu unverständliches Zeug. Das fällt mir meist aber selbst auf und korrigiere mich dann. Ich habe das Bedürfnis lange zu schlafen und kann dies auch. An Wochenenden, an denen ich überhaupt nichts vor habe, kann ich auch gut mal 12-16 Stunden schlafen pro "Nacht". Ich neige zum Perfektionismus; dies sah ich bisher als Grund, warum ich Dinge oft nicht fertigstelle. Wenn ich das Gefühl habe, etwas ist unvollständig, bleibt es liegen (bestes Beispiel: meine Steuererklärung). Ich habe ein schlechtes Kurzzeitgedächtnis bzw. kann mir Dinge, die mir gesagt werden nur schlecht merken. Vieles schreibe ich mir mittlerweile auf, das hilft mir etwas...

    Zu den Punkten hätte ich gerne eure Einschätzung. Ich weiß nicht, ob ich mir das einbilde oder ich der "Spur" tatsächlich nachgehen sollte. Bisher war ich immer der Ansicht, mit meiner Faulheit und Disziplinlosigkeit leben zu müssen, weil ich eben so bin.

    Danke für eure Hilfe!
    Hallo
    schon mal über Autismus nachgedacht? deine Zwänge alles sauber und geordnet haben zu müssen haben mich auf den trichter gebracht. Hast du den viele Freunde oder willst er deine ruhe und alleine sein. Da du von zu vielen reizen sprichst und nach to do liste arbeitest würde das auch passen. ein autist hat gern einen festen ablauf.
    Natürlich ist das alles weit hergegriffen und vielleicht falsch eingeschätzt ich kenne dich ja nicht. Aber vielleicht hilft es dir weiter. LG

  9. #9
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 705

    AW: Meine Gedanken - Eure Einschätzung

    Hallo Toby,

    bist du bei der Diagnostik bezüglich ADHS schon weiter gekommen? Ich hoffe mal, du hast die Fragebögen auch schon alle ausgefüllt und abgeschickt.
    Der Hinweis von ADSlosigkeit bezüglich Autismus ist nicht verkehrt, solltest du in deine Überlegungen mit einbeziehen.
    Drücke dir die Daumen, dass du bald Gewissheit hast.

    LG Murmel

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