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Diskutiere im Thema Bildliche Vorstellungskraft - Flüchtig oder Präsent? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 84

    Bildliche Vorstellungskraft - Flüchtig oder Präsent?

    Guten Tag,

    momentan versuche ich mein Visuelles Vorstellungsvermögen zu trainieren bzw zu entdecken, dabei habe ich einiges bemerkt, was für andere wohl gar kein Problem
    darstellen soll.

    Gehen wir einmal davon aus, dass man im Bett liegt und versucht sich ein Gegenstand vor den Geistigen Auge vorzustellen, in meinem Fall z.B ein Pendel einer Uhr.
    Dabei habe ich gemerkt, dass ich mir das Pendel in der Form und Farbenpracht für ca. 100 ms vorstellen kann, dann jedoch das Bild zerfällt und ich nurnoch weiß wie eine
    solche Uhr aussieht, also eine Art Bauplan im Kopf habe wonach ich dann wieder die Uhr "Denke" in Farbe Größe und Form.
    Wenn ich dann versuchte eine Bewegung mit einzubinden wie z.B das sich das Pendel bewegt klappt es schon besser die Uhr im Blick zu behalten mit allen seinen Eigendschaften, allerdings kann ich das Pendel nicht einfach von links nach rechts und zurück in einer gleichmäßigen Form schwingen lassen, sondern mein Gehirn lässt es sich einfach im Kreis drehen oder mal garnicht oder es bleibt einfach stehen ;-)

    Was mir dabei aufgefallen ist:
    1. Objekte kann ich mir besser in 2D als in 3D vorstellen bzw
    2. Wenn ich mir ein Objekt vorstelle und mir sozusagen Schnapschüsse einer Bewegung vorstelle oder gleich ein Video abspiele mir die Bilder nicht so leicht entgleiten.

    Was mit noch aufgefallen ist, ist das wenn ich bei einem Objekt die Farben engleiten bzw das Bild verschwindet ein Teil meine Gehirns ja noch weiß wie es aussieht bzw.
    welche Bewegungen dieses Objekt ausführt und ich so sozusagen markieren kann wo der Pendel beispielsweise hin und herschwingen solle aber dies nicht in Form von Bildern, sonder aus dem Wissen heraus, wie ein solches Objekt sich verhält.

    Hoffe habe hier jetzt keinen Nonsens geschrieben, wenn ja hoffe ich ihr könnt darüber hinwegsehen :-).

    Meine Frage ist nun: Kennt ihr das auch das ihr euch Bildlich zwar was vorstellen könnt dies aber nicht länger wie einige ms bzw es euch leichter fällt wenn ihr euch eine Szene einfallen lässt.

    mfg darki2010

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 129

    AW: Bildliche Vorstellungskraft - Flüchtig oder Präsent?

    Hallo darki,

    ich denke das mit der Vorstellungskraft ist enorm subjektiv. Ich habe zum Beispiel enorme Probleme damit, mir physische Dinge abstrakt vorzustellen oder deren Abbildungen richtig zu erfassen.

    Beispiel Baupläne oder diese Quadrate die zusammengenommen einen Würfel ergeben sollen... Da ist eine mittlere Katastrophe (Frage nicht wie oft ich mich schon verfahren habe, wenn ich nichts anderes als eine Landkarte zur Verfügung hatte). Auch Gegenstände stilisiert sich vor Augen zu führen, bereitet mir zum Beispiel heillose Probleme. Also im Endeffekt alles was man visuell wahrnimmt.

    Wohingegen ich keine Probleme habe und damit überrasche ich mich selbst immer wieder, sind abstrakte Vorgänge vor meinem geistigen Auge revuepassieren zu lassen und Zusammenhänge daraus abzuleiten. Ich arbeite als IT-Consultant und Programmierer, Programmabläufe und Netzwerkprobleme kann ich geistig problemlos nachempfinden.

    Versuch doch mal ob bei dir das ähnlich ist.

  3. #3
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 84

    AW: Bildliche Vorstellungskraft - Flüchtig oder Präsent?

    Guten Tag,

    mir ist da noch etwas eingefallen was sich leider nur sehr schwer erklären lässt.

    Vielleicht kennst ihr das auch: man sitzt oder liegt und versucht einfach mal so sich willentlich zu konzentrieren ( habe ich schon als Kinde gemacht ) und dann merkt man wie man sich fokussiert.
    Das sehen ändert sich in sofern das alles heller wird, das denken wird plastischer, man kann sich Objekte besser Vorstellen.
    Dies geht mit geschlossenen oder offenen Augen, wobei sich bei geschlossenen Augen aber die Augen verdrehen.
    Habe das meiner Ärztin erzählt aber sie konnte mir dazu nichts sagen.

    Wenn ich diese Konzentration halte für sagen wir mal 15 Sekunden und dann nachlasse habe ich das Gefühl als hätte ich gerade eine Matheklausur geschrieben ( Kennt man ja evt. nach der Klausur ist man noch sehr Konzentriert und sieht alles etwas klarer zumindestens bei mir so).

    Momentan versuche ich diesen Zustand willentlich länger zu halten was aber wirklich sehr schwer ist. Habe das Gefühl das dieses Konzentrieren eine Art Hyperfokus ist was ich willentlich beinflussen kann. Muss nur noch herausfinden wie ich das für mich nutzen kann oder ob das überhaupt nützlich ist.

    Noch was zu Vorstellungskraft:

    @BurtWard sehe das so wie du, kann mir komplexe vorgänge die technischer Natur sind relativ gut Vorstellen aber alles was mit einem Bild malen zu tun hätte eher nicht.
    Aber mit meine Konzentrationübung nenne ich es mal, scheint es besser zu gehen, wie z.B visualisiert durch die Arbeit zu gehen und alle Möbelstücke zu sehen etc.

    Nun, was haltet ihr davon? Vielleicht bin ich ja auch auf den Holzweg und sollte das einfach lassen... ;-)

    bis denne

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 235

    AW: Bildliche Vorstellungskraft - Flüchtig oder Präsent?

    darki2010 schreibt:

    Hoffe habe hier jetzt keinen Nonsens geschrieben, wenn ja hoffe ich ihr könnt darüber hinwegsehen :-).
    Wie war das? Wer nicht fragt, bleibt dumm.

    Du sprichst das Thema: "non-verbaler Arbeitsspeicher" an. Das ist die Fähigkeit, in Bilder zu denken und adhs-ler tun sich schwer damit - ich auch.

    Ich finde aber, dass das kreieren von abstrakten Bildern eher zu der Königsklasse der Disziplin gehört, weil der geistige Aufwand grösser ist; nämlich "produzieren" und "festhalten" - also, so empfinde ich das.

    Ich "trainiere" das so, dass ich Bilder von erlebten Situationen im Geist hervorhole: die Örtlichkeit, die Menschen die mir begegnet sind usw. Das hat auch den Vorteil, dass ich Situationen gründlicher verarbeiten und verstehen kann.

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.005

    AW: Bildliche Vorstellungskraft - Flüchtig oder Präsent?

    Hallo

    meine visuelle Vorstellung ist recht gut. Ich kann zum Beispiel komplexe geometrische Körper bildlich "auseinander klappen und wieder zusammenbauen". Das kommt mir beim Nähen sehr zugute, da ich die zweidimensionalen Schnittteile im Kopf zusammennähen kann und mir dann gut dreidimensional vorstellen kann.

    Das funktioniert auch umgekehrt. Wenn ich z.B. etwas sehe, was ich mir gerne nähen möchte, dann kann ich das Teil gedanklich in seine einzelnen Schnittteile zerlegen.

    Das ist die Fähigkeit, in Bilder zu denken und adhs-ler tun sich schwer damit - ich auch.
    dem kann ich gar nicht zustimmen. Ich denke sehr in Bildern, ob ich da eine Ausnahme bin, kann ich nicht sagen.

    Ich verlaufe mich auch so gut wie nie, selbst in der Altstadt von Fes (Marocco) habe ich immer den Weg zurück gefunden.


    Meine Theorie dazu ist, das der Input stimmen muss. Wenn mich etwas langweilt und mal ehrlich, warum soll es mich interessieren mir eine Pendeluhr vorzustellen, fließt das Bild weg.
    Sobald der Input aber stimmt, z.B. in dem Gewusel von Fes oder wenn ich unbedingt einen bestimmten Kragen an meiner Jacke haben will, dann kann ich mir die komplexesten Dinge visualisieren.


    Was mir jedoch aufgefallen ist, ist, dass ich bei der Orientierung in Städten andere Parameter als die Meisten habe. Ich orientiere mich am Geruch und an Bildern. Jede Gegend hat sein eigenes Bild und seinen eigenen Geruch. Jede Gegend seinen eigenen Aufbau. Barcelona z.B: ist rechteckig mit wenigen langen Diagonalen. Es ist eigentlich gar nicht möglich sich dort zu verlaufen, dieses Bild ist eine sehr, sehr gute Orientierung.

    Während ich das hier über Barcelona schreibe entsteht das Bild dieser Stadt in meinem Kopf, es ist eine Mischung aus "Googlemaps und Streetview", ja, das beschreibt es am Besten.

  6. #6
    Iam


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 167

    AW: Bildliche Vorstellungskraft - Flüchtig oder Präsent?

    Elwirrwarr schreibt:
    Hallo

    meine visuelle Vorstellung ist recht gut. Ich kann zum Beispiel komplexe geometrische Körper bildlich "auseinander klappen und wieder zusammenbauen". Das kommt mir beim Nähen sehr zugute, da ich die zweidimensionalen Schnittteile im Kopf zusammennähen kann und mir dann gut dreidimensional vorstellen kann.

    Das funktioniert auch umgekehrt. Wenn ich z.B. etwas sehe, was ich mir gerne nähen möchte, dann kann ich das Teil gedanklich in seine einzelnen Schnittteile zerlegen.


    dem kann ich gar nicht zustimmen. Ich denke sehr in Bildern, ob ich da eine Ausnahme bin, kann ich nicht sagen.

    Ich verlaufe mich auch so gut wie nie, selbst in der Altstadt von Fes (Marocco) habe ich immer den Weg zurück gefunden.


    Meine Theorie dazu ist, das der Input stimmen muss. Wenn mich etwas langweilt und mal ehrlich, warum soll es mich interessieren mir eine Pendeluhr vorzustellen, fließt das Bild weg.
    Sobald der Input aber stimmt, z.B. in dem Gewusel von Fes oder wenn ich unbedingt einen bestimmten Kragen an meiner Jacke haben will, dann kann ich mir die komplexesten Dinge visualisieren.


    Was mir jedoch aufgefallen ist, ist, dass ich bei der Orientierung in Städten andere Parameter als die Meisten habe. Ich orientiere mich am Geruch und an Bildern. Jede Gegend hat sein eigenes Bild und seinen eigenen Geruch. Jede Gegend seinen eigenen Aufbau. Barcelona z.B: ist rechteckig mit wenigen langen Diagonalen. Es ist eigentlich gar nicht möglich sich dort zu verlaufen, dieses Bild ist eine sehr, sehr gute Orientierung.

    Während ich das hier über Barcelona schreibe entsteht das Bild dieser Stadt in meinem Kopf, es ist eine Mischung aus "Googlemaps und Streetview", ja, das beschreibt es am Besten.
    Danke, ja genau so geht es mir auch. In Gedanken kann ich mir die interessantesten Sachen bildlich vorstellen, solange es mich interessiert und fasziniert.Sobald aber ein "Muss " dahinter steckt, geht gar nix.

    Ganz praktisches Beispiel: Doku über Quantenphysik, ich hab die Augen zu, da ich ja eigentlich schlafen will. Aber es entstehen fast schon automatisch die Bilder, wie das mit den blöden Quanten funktioniert und es erscheint mir völlig logisch. (keine Ahnung warum, aber ich mag Quantenphysik)

    Wenn ich aber in der Therapie, bei den Entspannungstechniken üben will, wie das mit der Visualisierung funktioniert (stellen sie sich vor, wie ihre Zehen aussehen und sich diese bewegen) dann werde ich fast panisch. Das funktioniert überhaupt nicht. Ich Bierdeckeln dann völlig unruhig und total zappelig. Genau so bei der geführten Entspannung, wenn man sich bestimmte Sachen vorstellen soll, das geht total an den Baum.

    Dagegen liebe ich es, Landkarten zu lesen und merke mir Gegenden auch anhand von Farben, Gefühlen, Landmarken. Das geht soweit, dass ich nach 30Jahren noch Dinge wusste, als wir vor zwei Jahren mal wieder auf der Autobahn durch Tschechien unterwegs waren. (Da muss dann eine Raststätte sein, die so und so aussah und wo die Toilette da und da ist. Zwei Minuten später kam der Hinweis und wir sind extra hin gefahren und haben da Pause gemacht. Gut es hatte sich bisschen was verändert und war natürlich renoviert, aber im großen und ganzen stimmte es immer noch überein.)
    So ich hoffe, ich bin nicht zu weit abgeschwenkt und konnte etwas zum Thema beitragen.

  7. #7
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 110

    AW: Bildliche Vorstellungskraft - Flüchtig oder Präsent?

    Interessante Frage - mal was ganz Neues!

    Bei mir war es so, dass ich mit der Chakrenlehre arbeiten und meditieren wollte, indem ich mir das jeweilige Chakra (z.B. gelben "Ball" für das Solarplexus-Chakra) vorstellen sollte/wollte. Es ging ums Verrecken nicht. Das allerschwierigste war die Farbe, die wohl das Wichtigste an der Sache ist.

    Oder so eine Visualisierungsübung, bei der man sich an einen schönen Ort, z.B. Traumstand, denkt - das hat auch nur sehr schlecht geklappt.

    JETZT ABER ACHTUNG: in der Phase zwischen Schlafen und Aufwachen oder wenn ich nach dem Aufwachen gar noch einmal kurz richtig wegdämmere, dann habe ich unbeschreiblich intensive Traumbilder! Das ist, als würde ich einen Film sehen, und zwar in Farbe.

    Ich will damit sagen: das Gehirn kann es - aber ganz offensichtlich ist im Wachzustand der VERSTAND zu dominant und ich kann mich nicht richtig gehen lassen.

    Es ist meines Erachtens ein Zeichen dafür, dass ein Ungleichgewicht herrscht (Kopf - Herz), was ein grundsätzliches AD(H)S-Problem sein dürfte.

    Liebe Grüße, Lefty

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