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Diskutiere im Thema Das Gefühl, als Person verboten zu sein im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 238

    AW: Das Gefühl, als Person verboten zu sein

    Chenadrix schreibt:

    Es ist definitiv möglich, Prokrastination in den Griff bekommen. Am besten ist es, wenn du dafür einen geeigneten Therapeuten findest. Das kann aber leider eine ziemliche Herausforderung sein.

    -Chenadrix
    Hast Du die Erfahrung gemacht, dass das möglich ist, sprich: Hast Du es geschafft? Wenn ja: Herzlichen Glückwunsch!

  2. #12
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 23

    AW: Das Gefühl, als Person verboten zu sein

    Gianna schreibt:
    Hast Du die Erfahrung gemacht, dass das möglich ist, sprich: Hast Du es geschafft? Wenn ja: Herzlichen Glückwunsch!
    Ja, das ist meine persönliche Erfahrung. Ich meine ich kämpfe schon noch ab und zu etwas damit, aber es wird immer besser und besser. Es ist halt nichts, was sich von einem Tag auf den nächsten verändert. Aber ich hab es inzwischen soweit im Griff, daß es nicht mehr allzu problematisch ist.

  3. #13
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.831

    AW: Das Gefühl, als Person verboten zu sein

    Geht mir genauso. Hat gedauert, war harte Arbeit mit Therapeuten, aber es hat geklappt.

  4. #14
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 238

    AW: Das Gefühl, als Person verboten zu sein

    creatrice schreibt:
    Was hast du denn effektiv für Lösungsansätze in der Therapie gegen die Prokrastination ausprobiert?
    In der ersten Therapie kamen keine Lösungsansätze. Dazu ist es nie gekommen. Jetzt in der neuen Therapie war da noch nicht viel. Es gab konkret einen Vorschlag, nämlich alle Aufgaben nur in den einen Papierkalender einzutragen, den ich habe, nicht an verschiedenen Orten aufzuschreiben und nicht digital. Papier sei leichter umzusetzen. Der Vorschlag ist erst vor ganz kurzem gekommen. Vorher war es nur reden, das für mich sehr demotivierend war. Was da ankam bei mir war, dass vieles nicht möglich sein soll, was ich gern erreichen würde. Ich fand das hat mich zusätzlich zurückgeworfen, weil ich motiviert in die Therapie gegangen bin.
    Außerhalb der Therapien und auch gleichzeitig aber eben für mich allein habe ich aber viel versucht. Ideen aus der Verhaltenstherapie und aus einem Therapiemanual gegen Prokrastination, das ich mir gekauft habe und diverse Tips aus dem Internet und einige ähnliche Ideen, die ich selbst entwickelt habe.
    Ich hatte gerade angefangen, davon eine Liste zu erstellen, aber gemerkt, dass das jetzt zu viel geworden ist. Ich habe die Beispiele in einer Datei abgespeichert. Das würde hier ausufern.

    creatrice schreibt:
    Ehrlich gesagt sagst du zwar, du möchtest dich ändern, aber in all deinen Ausführungen liest man heraus, das du so wie es ist eigentlich auch ganz gut überlebst. Scheint dir irgendwo auch zu reichen.
    Das Wort überleben trifft es ganz gut. Ja, fürs Überleben ist ganz gut gesorgt. Es wäre halt schon ganz schön, nicht nur zu überleben sondern auch zumindest halbwegs ein guter Mensch zu sein. Aber ich selbst bin mir nicht so wichtig, das stimmt schon. Es geht mir nicht darum, dass es mir gut gehen muss. Es ist schon ok, wenn es mir nicht gut geht. Es ist nicht Ziel meines Lebens, dass es mir gut gehen soll. Ich habe zwei wichtige Ziele, auf die es mir im Leben ankommt:
    1. Anderen nicht schaden. 2. Etwas schaffen, was die Welt besser macht.
    Auf mein Befinden kommt es wirklich nicht an, wenn es darum geht, was ich will.

    creatrice schreibt:
    Ist da wirklich der Wille zur Änderung?
    Bist du auch bereit die Arschbacken so richtig zusammen zu kneifen um was zu ändern? Zu wie viel wärst du bereit? Siehst du überhaupt einen Sinn FÜR DICH in einer Änderung?
    Ja, ich will wirklich etwas ändern. Ich wollte das alles schon verhindern, bevor es überhaupt mit den ernsthaften Problemen angefangen hat. Leider fand ich einfach keinen Weg. Auch nicht mit zwei Coachings die teuer waren. Das geht nun schon Jahre lang.
    Ich weiß nicht genau, welches "Arschbacken zusammenkneifen" gemeint ist. Wie gesagt, es ist egal ob es mir persönlich gut geht. Darum geht es nicht. Ich bin bereit noch früher aufzustehen, wenn das helfen sollte. Nur weiß ich nicht, ob mein Körper da mitspielen würde. Freizeitaktivitäten, Freunde treffen und sowas ist verzichtbar, das muss nicht sein, wenn das helfen sollte. Urlaub mache ich eh schon nie. Hier ist also nichts mehr rauszuholen. Ich bin bereit zu anstrengenden Gesprächen um Probleme zu analysieren und noch mehr Pläne zu machen, wenn das helfen sollte. Es darf auch weh tun und mir darf schlecht werden und so etwas. Damit habe ich immerhin das Problem mit dem Haushalt so weit in den Griff bekommen, dass es in Ordnung ist. Das mache ich früh ab 4 Uhr, bevor die Familie aufsteht. Mir war vor Müdigkeit da sehr viel übel und schwindlich, aber ich habe es mir angewöhnt und schaffe es dauerhaft seit Jahren, auch, wenn ich viel zu wenig Schlaf hatte. Also hinnehmbar finde ich für mich körperliche Schmerzen, Angstgefühle, Unwohlsein, keine Freizeit haben, wenig Sozialkontakte, wenig Essen, Bewegungsmangel, geht alles. Ich brauche auch keinen hohen Lebensstandard. Meine Familie soll aber einen möglichst hohen Lebensstandard haben. Sie können nichts dafür! Ich brauche auch nicht viel äußere Freiheit.
    Ich bin auch bereit, meine Einstellungen stark zu verändern. Wenn ich bei etwas falsch liege und mich irre, dann bin ich bereit, auch von zuvor festen Überzeugungen abzurücken. Das habe ich auch schon hinter mir. Ich behaupte das auch ganz gut zu können und hoffe, damit richtig zu liegen. Wozu ich nicht bereit bin: Nachweislichen Unwahrheiten glauben schenken, unlogische Dinge logisch finden, nachweislich Falsches richtig finden. Darum bin ich z.B. auch nicht bereit, esoterische Behandlungen mitzumachen, auch wenn manche sagen, das helfe gegen ADHS. Sorry, aber das mache ich nicht, obwohl es über den Placeboeffekt helfen könnte obwohl ich nicht daran glaube.
    Ich muss auch nicht Anerkennung bekommen. Es ist ok, wenn mich die Leute nicht mögen. Es geht nicht um mich.

    Das große Problem ist: Ich bin nicht wirklich bereit, meine Gedanken einzusperren. Ich finde es ok, wenn ich räumlich eingesperrt werde. Das würde ich hinnehmen, wenn es helfen sollte. Aber denken müssen, was ich nicht denke bzw. nicht denken will, das nicht wirklich. Das fühlte sich irgendwie an wie sterben, Selbstaufgabe, Identitäsverlust und irgendwie unmöglich. Dabei weiß ich, dass es nötig ist, damit ich arbeiten kann und dass ich anderen schaden werde, wenn ich meine Gedanken nicht endlich dauerhaft und ganz regelmäßig einsperre, nicht nur gelegentlich, wenn es gar nicht mehr anders geht.
    Da sind wir dann wohl auch schon bei einer der wichtigen Prokrastinationsursachen.
    Also da ist der Haken, da ist es, wo es an der Änderungsbereitschaft wieder besseren Wissens hakt. Hier kann ich irgendwie einfach nicht wollen was ich soll. Das ist der schlimmste Punkt. Dazu kommen weitere Probleme, aber die erscheinen eher lösbar als dieses eine Problem. Z.B. bin ich schusselig, habe erhebliche Organisationsprobleme, Schwierigkeiten Prioritäten zu setzen und erhebliche Antriebsschwäche, eben ADHS. Schon mich morgens zu waschen kostet extreme Überwindung. Aber das ist alles nichts gegen das erste Problem: Der fehlenden Motivation, meine Gedanken einzusperren. Da soll ich nur und will nicht. Also ich will zwar eigentlich schon tun was ich soll aber ich kann es einfach nicht wirklich wollen und nicht wirklich tun obwohl ich es nicht will.
    Ist das verständlich?

    creatrice schreibt:
    Siehst du überhaupt einen Sinn FÜR DICH in einer Änderung?
    Klar, mein Leben wäre ganz erheblich einfacher. Ich hätte viel weniger Stress. Es wäre meiner Gesundheit sehr zuträglich. Ich bekäme mehr Schlaf. Ich hätte viel mehr Geld. Das schlechte Gewissen würde mich nicht dauernd quälen. Ich könnte Freizeit haben und Dinge tun, die Spass machen. Ich könnte Erfolgserlebnisse haben und hätte Dinge, über die ich mich freuen kann.
    Das ist mir nur nicht so wichtig. Das ist alles für mich grundsätzlich verzichtbar. Ich bin ja nicht so wichtig, was das angeht. Mir muss es nicht gut gehen.
    Das gibt mir keine Motivation. Es hilft nichts, wenn ich mir soetwas vorstelle. Ich empfinde es auch nicht als wirksame Belohnung, mich mit Spass oder materiellen Dingen zu belohnen.
    Eine Belohnung für mich ist: Denken dürfen was ich will, sprich eben einfach das, was ich eben gerade denke. Das macht mich so faul. Da hilft nicht die Einsicht, dass ich nun einmal nicht denken darf was ich will, weil ich dadurch anderen Schaden zufüge. Dabei will ich anderen wirklich nicht schaden.
    Aber es ist mir einfach nicht gelungen, meinen Willen zu ändern. Ich hatte gehofft, das Medikament würde dazu führen. Ich dachte, wenn das Medikament die fehlende Stimulation ersetzt, dann wird mein Hirn schon die Bereitschaft entwickeln, zu denken was es soll statt was es will. Ich dachte echt, es würde endlich meinen Willen ändern.Ich dachte dass ich nicht denken wollen kann was ich soll, weil die Stimulation dabei fehlt. Leider hat das aber gar nicht geklappt.
    Dagegen fühle ich mich hilflos.

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

    Ich freue mich sehr über eure Berichte, dass ihr die Prokrastination in den Griff bekommen konntet. Das motivert sehr. Bislang musste ich sehr oft lesen, dass gegen Prokrastination nichts geholfen habe.
    Schön, nun etwas anderes lesen zu können. Danke für die Berichte!

  5. #15
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.831

    AW: Das Gefühl, als Person verboten zu sein

    Du bist zu allem bereit, zu allen Schandtaten, zu allen schlimmen Sachen, aber das wichtigste, was gar nicht so viel braucht wie du aufgezählt hast, hast du vergessen:
    Bereit die Theorie auch in die Tat umzusetzen.



    Das meinte ich mit Arschbacken zusammenkneifen. Ich habe mir Vorschläge von der Thera abgeholt, sie auch aktiv eingefordert, und die dann stur gemacht. Dann hat es entweder geklappt, oder wir haben neu überlegt, manchmal hatte ich dann auch daraus selbst ganz neue Ideen, die mir helfen.

    Man ich sag dir das war teils sowas von frustrierend, mich hat das schnöde "einfach erstmal tun" so richtig angewidert und ich habe geflucht, aber nur durch Praxis habe ich gelernt, das einige Sachen ja doch gar nicht so unüberwindbar sind, ich habe gelernt wo bei mir die Hauptprobleme liegen, und wie ich diese bearbeiten kann. Davon profitiere ich heute noch, wenn es darum geht, mir mal wieder für etwas neues einen neuen Plan zu machen.

    Mir hat übrigens auch die Thera einen Terminplan vorgeschlagen, den habe ich auch mehrmals umgehängt, hat trotzdem nicht geklappt, weil ich auch viel einfach vergessen habe da rauf zu gucken, und weil ich unterwegs Termine ins Handy eingetragen habe und dann doch wieder 2 verschiedene Kalender mit unterschiedlichen Daten hatte, wo ich auch noch doppelt so viel rausgucken hätte müssen, als wie auf einen. Ich habe mit ihr rausgefunden, das es FÜR MICH besser ist, das ich nur den Handykalender habe, der sich auch automatisch mit demLaptop synchronisiert, sodaß ich auf den elektronischen Medien immer einen gleichen Kalender habe. Post ist etc gingen entgegen dem ersten Vorschlag meiner Thera z.B. auch nicht, habe ich auch ausreichend probiert und war irgendwann mit bunten Zetteln umgeben, ohne Überblick zu haben.

    Wichtig ist, das man wirklich viel ausprobiert, egal ob es einem nun saudumm erscheint oder nicht. Und auch lange genug ausprobieren. Und gaaaanz ganz wichtig, das woran ich in den ersten Therapien gescheitert bin...... ehrlich sein. Ehrlich zu sich selbst und der/dem Thera sein. wenn man etwas nicht gemacht hat dann nicht sagen man hätte es gemacht. Lieber drüber reden wo die Hürde war, was helfen würde damit man es macht, das ist nämlich manchmal ein wichtiger Schritt, den man vielleicht zu voreilig übergangen hat.


    Hast du denn das mit dem Kalender schon gemacht? Lange genug um wirklich ein Fazit zu ziehen? Wenn du Probleme hast, versuch rauszufinden, wo genau, oder wenigstens Vermutungen aufschreiben.

    Wichtig ist noch, das alles richtig lang dauert. Erst gegen Ende der Therapie, und eigentlich erst so richtig danach hast du einen Rhythmus gefunden, der dich ohne ständig neues suchen und einstudieren leichter weiter bringt. Das ist echt zäh, aber es lohnt sich.

    Mir hat auch geholfen einzelne Dinge anzugehen, also nicht gleich das ganze Große Thema, sondern einzelne wie z.B. Aufräumen, oder Müll.
    Geändert von creatrice ( 1.03.2017 um 20:51 Uhr)

  6. #16
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 238

    AW: Das Gefühl, als Person verboten zu sein

    Hallo cratrice,

    ja, das mit dem Kalender habe ich schon gemacht. Problematisch ist es am meisten, Aufgaben einzutragen, die per Email kommen oder sonst, wenn der Kalender eben gerade doch nicht zur Hand ist. So richtig lange genug war es noch nicht, denn der Tip ist noch recht neu. Da wird es noch dauern, bis ich wirklich ein Fazit ziehen kann.
    Ich hoffe, dass die Therapie künftig eher so sein wird, wie Du es beschreibst, dass konkrete Tips kommen, die ich dann umsetzen kann. Das wäre dann so wie mit konkreten Trainingsplänen im Sport oder meinem Haushaltsplan. Sowas kann ich umsetzen und habe ich auch umgesetzt und es funktioniert auch schon jahrelang, obwohl das mit dem Haushalt trotzdem noch immer echt schwer fällt. Aber es geht und mir muss es ja damit nicht gut gehen. Darum geht es nicht.
    Die erste Therapie war leider völlig ohne irgendwelche konkreten Tips. Es war nur Gerede. Die neue Therapie scheint mir da besser zu sein, auch wenn da auch erst nur Gerede kam. Aber beim letzten Mal war da ja immerhin der Tip mit dem Kalender. Vielleicht geht es ja jetzt damit los. Erst war ich ziemlich enttäuscht. Denn ich hatte dem Therapeuten gesagt, dass ich mir kokrete Hausaufgaben erhoffe, an denen ich dann zwischen den Therapiestunden arbeiten kann. Eben soetwas wie "Richten Sie sich einen Kalender ein und tragen Sie alle hereinkommenden Aufgaben und Termine dort ein. Trainieren Sie, auch regelmäßig in den Kalender zu schauen, um ihn auch zu nutzen."
    Da hatte der Therapeut dann gesagt: "Sie müssen sich schon selbst organisieren, das kann ich nicht für Sie machen." Ich hoffe, er hat das anders gemeint, also dass er nur gemeint hat, dass er mir nicht meine Arbeitspläne schreiben kann. Denn ich hoffe schon, dass er mir konkrete Hausaufgaben noch geben wird. Vielleicht hat er mich nur missverstanden. Mal sehen.
    Was ich nicht will ist, dass die Therapie wieder nur Gerede wird. Das hat kein Stück geholfen. Ich muss konkrete Änderungen trainieren, nicht rumlabern.

    Selbst habe ich da schon vieles probiert. Manches auch erfolgreich. Den Papierkalender etwa hatte ich für mich vor einigen Jahren eingeführt. Das funktionierte gut für Termine und half richtig gut. Aufgaben habe ich dort aber nicht eingetragen, nur Termine. Leider ging mein System mit dem Papierkalender vor ein paar Monaten nach Jahren kaputt durch eine banale Änderung: Eine neue Tasche. Jetzt musste ich das daher erst wieder neu starten. Ich habe nämlich nur noch manche Termine eingetragen und nicht mehr regelmäßig hineingeschaut. Gerade ändere ich das wieder und trage dazu auch Aufgaben dort ein.
    Ich habe auch einige andere Organisationshilfen erfolgreich eingeführt, die mir seit Jahren helfen. Z.B. die morgendlichen Zettel auf dem Esstisch. Da steht drauf, woran ich morgens denken muss, z.B. wenn ich meinem Sohn etwas sagen muss oder ihm etwas bestimmtes einpacken muss usw.
    Damit stehe ich längst nicht mehr am Anfang, hier funktioniert schon Vieles. Auch verliere ich meine Sachen nicht mehr. Also ich würde nicht sagen nie, aber früher passierte das ständig, jetzt kaum mehr. Insofern würde ich nicht sagen, dass ich nichts in die Tat umsetze und dass nichts hilft.
    Auch bei der Aufschieberitis ist es nicht so, dass ich damit in allen Lebensbereichen ernste Probleme habe. Ich habe schon in allen Lebensbereichen damit Probleme, aber teils ist es nicht schlimm und ich komme recht gut zurecht. Im Wichtigen Bereich Arbeit und Geldverdienen ist aber ein sehr schweres Problem vorhanden. Im Studium und Referendariat war die Prokrastination auch schon da aber es war nicht schlimm. Für eine ADHSlerin ohne Behandlung habe ich das doch letztlich gar nicht soo schlecht hinbekommen. Die wirklich krassen Probleme kamen bei mir ers nach dem Rechtsreferendariat und nach der ADHS-Diagnose erst wurde es bei mir so richtig schlimm. Vorher hatte ich zwar schon etwas ein schlechtes Gewissen wegen Aufschieberitis, weil ich die Hilfe meines Mannes bei der Kinderbetreuung deshalb mehr als nötig in Anspruch nahm. Das war aber ein begrenztes Problem, zwar blöd genug, weil mir mein Mann leid getan hat, der dachte ich brauche echt so viel Arbeitszeit. Dabei brauchte ich nur einen Bruchteil, der Rest war Aufschieberitis.
    Aber es war noch nicht wirklich aus dem Ruder, nicht echt schlimm.
    Echt schlimm wurde es erst mit dem Berufseinstieg und der ADHS-Diagnose. Die sollte dazu da sein, dass die kommenden Probleme gar nicht erst kommen sollten. Das hat überhaupt nicht geklappt. Statt dessen habe ich viel Geld für das Medikinet verloren das anfangs die Kasse noch nicht gezahlt hat und für die Diagnose und für Coaching. Das Geld würde ich jetzt dringend brauchen.
    Ich hätte nie erwartet, dass mit der Diagnose und dem Therapiebeginn alles schlimmer und schlimmer werdenn könnte.

  7. #17
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.831

    AW: Das Gefühl, als Person verboten zu sein

    Du musst unbedingt dem Therapeuten sagen was genau du dir vorstellst, mit hoffen kommt man leider oft nicht weit. Natürlich musst du dich im Endeffekt selbst organisieren, aber er soll dir ja eine Hilfe zur Selbsthilfe sein. Wenn er das nicht will oder kann, dann such dir lieber einen anderen, aber gib ihm erstmal noch eine Chance. Oft ist es nämlich wirklich so, das beide Seiten erst lernen müssen zu verstehen, was sie voneinander wollen. Schreib ruhig auch mal auf woran bestimmte Dinge bei dir scheitern, das hilft ihm auch, vielleicht bei dir besser dahinter zu steigen.

    Ich habe oft auch wirklich ein konkretes Problem angesprochen, und dann haben wir da nach Lösungen gesucht. Natürlich haben wir vorher besprochen, das das so laufen soll.


    Hast du auch das Gefühl, das seit deiner Diagnose die Dinge weswegen du hin bist, schlimmer geworden sind? Lähmt dich das vielleicht noch mit? Liegt es vllt am Medikament? Wie sieht es mit depressiven Verstimmungen aus, und wenn ja seit wann? Achtest du seit der Diagnose besonders auf deine Defizite? Kannst du rekapitulieren ob du vllt die Strategien, die du vor der Diagnose hattest, jetzt aufgegeben oder umgewandelt hast und es vllt deswegen schlechter ist?

    Auch das würde ich beim Thera ansprechen.

  8. #18
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 238

    AW: Das Gefühl, als Person verboten zu sein

    Ich hatte den Beitrag bearbeitet, und plötzlich war er doppelt da.. Darum habe ich das hier jetzt gelöscht.
    Geändert von Gianna ( 1.03.2017 um 23:05 Uhr)

  9. #19
    Ist öfter hier

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    Forum-Beiträge: 238

    AW: Das Gefühl, als Person verboten zu sein

    creatrice schreibt:
    Hast du auch das Gefühl, das seit deiner Diagnose die Dinge weswegen du hin bist, schlimmer geworden sind? Lähmt dich das vielleicht noch mit? Liegt es vllt am Medikament? Wie sieht es mit depressiven Verstimmungen aus, und wenn ja seit wann? Achtest du seit der Diagnose besonders auf deine Defizite? Kannst du rekapitulieren ob du vllt die Strategien, die du vor der Diagnose hattest, jetzt aufgegeben oder umgewandelt hast und es vllt deswegen schlechter ist?
    Ja, seit meiner Diagnose ist die Aufschieberitis viel schlimmer geworden. Davor habe ich im spätestens im letzen Moment bei den wichtigsten Dingen doch noch die Kurve gekriegt und die Sachen erledigt. Danach passierte es erstmals, dass ich auch so richitg wichtige Dinge gar nicht mehr rechtzeitig erledigt habe. Das Medikament verbesserte womöglich mein Kurzzeitgedächtnis. Jedenfalls war das bei einem vergleichenden Intelligenztest so. Allerdings war ich mit dem Medikament nur noch bei einem IQ einer Lernbehinderten. Er war nur deshalb nicht noch niedriger, weil eben das Gedächtnis klar überdurchschnittlich war. Ohne das Medikament war der IQ dann wieder insgesamt im überdurchschnittlichen Bereich, dafür das Gedächntis wieder unterdurchschnittlich.
    Ob das wirklich am Medikament lag weiß ich nicht. Es könnte daran liegen, dass ich mich mit Medikament nicht mehr angestrengt habe, weil ich veilleicht dachte, damit brauche ich das nicht, so im Hinterkopf.

    Im Alltag jedenfalls merkte ich keine Verbesserung. Mit dem Medikinet habe ich zunächst stark zugenommen. Außerdem habe ich noch viel schlimmer aufgeschoben als vorher. Ich hatte so eine Ruhe in mir. Mir fehlte etwas von diesem inneren Druck, die nötigen Aufgaben tun zu müssen und an mir arbeiten zu müssen glaube ich. Ich war nicht mehr so müde.
    Ich tippe darauf, dass ich dachte, nun würde alles vom Medikament besser werden. Wahrscheinlich habe ich deshalb in der Zeit mich nicht mehr so angestrengt wie vorher und dann ist alles zusammengebrochen und es wurde schlimmer und schlimmer.

    Dann kamen massive Angstphasen dazu, wenn mir auffiel, was ich nicht erledigt habe und welche Folgen das für Leute hat, die gar nichts dafür können. Die Angst habe ich dann richtig körperlich gespürt. Die Angst vor der Angst ist auch etwas, was die Aufschieberitis verstärkt. Denn ich habe Angst, zu erkennen, was ich alles gar nicht mehr rechtzeitig erledigen kann. Nun bin ich eigentlich ein mutiger Mensch und bereit, auch starkes Unwohlsein einfach auszuhalten. Dazu habe ich mich auch schon einfach manchmal gezwungen. Einfach trotzdem an die Aufgaben herangehen, egal wie schlimm die Angst ist, habe ich mir gesagt und das gemacht.
    Trotzdem ist das ein Problem, das mich negativ beeinflusst. Das Erledigen meiner Aufgaben finde ich weniger schlimm, als das heraussuchen, welche Aufgaben ich eigentlich erledigen muss. Dieses Heraussuchen ist in meinem Gehirn jetzt mit starker Angst verknüft und sehr schlechten Gefühlen. Ich wünschte, ich könnte einfach auf Neustart gehen und all die Aufgaben, die sich gar nicht mehr erledigen lassen wären plötzlich nie da gewesen.
    Aber vorbei ist vorbei. Was war kann ich eh nicht mehr ändern.
    Oder wenn ich einfach Geld hätte, um alle angerichteten Schäden einfach so gut machen zu können.
    Weil das nicht geht wünschte ich wenigstens, einen Überblick darüber bekommen zu können, welche Schäden sich noch verhindern lassen und welche ich schon angerichtet habe. Wenn jetzt eine gute Fee käme und zauberte, dass ich eine Liste aller zu erledigenden Aufgaben hergezaubert bekäme wäre das wundervoll. Es würde sehr viel helfen.
    Leider kann ich sie nicht selber machen. Früher konnte ich das noch. Jetzt geht es nicht mehr.
    Ich glaube ich könnte es mit viel Zeit vielleicht schon schaffen. Ich habe keine viele Zeit am Stück und kann sie auch nicht bekommen. Das heißt ich kann das nur in kleinen Schritten tun. Ich weiß nicht, wie es gehen soll. Ich finde keinen Weg, das hinzubekommen.
    Der Therapeut sagt, ich sei nicht depressiv. Wenn dann nur ganz leicht. Ob er recht hat weiß ich nicht.

  10. #20
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 23

    AW: Das Gefühl, als Person verboten zu sein

    Gianna schreibt:
    Echt schlimm wurde es erst mit dem Berufseinstieg und der ADHS-Diagnose. Die sollte dazu da sein, dass die kommenden Probleme gar nicht erst kommen sollten. Das hat überhaupt nicht geklappt. Statt dessen habe ich viel Geld für das Medikinet verloren das anfangs die Kasse noch nicht gezahlt hat und für die Diagnose und für Coaching. Das Geld würde ich jetzt dringend brauchen.
    Ich hätte nie erwartet, dass mit der Diagnose und dem Therapiebeginn alles schlimmer und schlimmer werdenn könnte.
    Ich könnte mir vorstellen, daß der Berufseinstieg hier mehr ausgemacht hat als der Therapiebeginn. Weil da kommen dann eine Menge neue Anforderungen an dein Gehirn, und du kommst vielleicht noch mehr an das Limit deiner Kompensationsfähigkeiten. Die Frage ist auch, was wäre anders gelaufen, ohne Medikinet und Coaching. Wirklich wissen können wir das nicht. Aber es wäre gut denkbar, daß du sonst noch schlechter drangewesen wärst.

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