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Diskutiere im Thema Unbändige Wut im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 65

    AW: Unbändige Wut

    @creatice:
    Ich glaube, Du hast mich etwas missverstanden, bzw. ich habe mich nicht richtig ausgedrückt.

    Du schreibst: "Zusätzlich gibt es eben noch die Impulsivität, die einen ADHSler vom Lamm in 1 Nanosekunde zur rasenden Wildsau machen kann."
    DAS will ich uns ADHS'lern in keiner Weise absprechen!

    Und: "Auch da wäre es fatal den Gegenüber noch weiter zu beleuchten und ausschliesslich seinen Anteil zu suchen."
    Das zu tun, habe ich nicht behauptet. Im Grunde geht es mir um das Gegenteil. Ich hätte vielleicht besser schreiben sollen: Was genau macht Dich so wütend? Wie kann es sein, dass ein anderer dich so wütend macht? Was ist das genau? Wenn man sich das in Ruhe anschaut, findet man - zumindest nach meiner Erfahrung - schnell heraus, dass es nur ganz wenig mit dem anderen und überwiegend mit einem selbst zu tun hat.

    Natürlich muss man sich Strategien überlegen. Das ist im Grunde das, worauf hinaus wollte; denn für mich ist die Erkenntnis, dass meine Wut nicht einfach nur unangemessen/unpassend/übertrieben ist, sondern auch berechtigt, ein Weg / eine Strategie. Ich nehme meine Wut erstmal so hin und an. Ich aktzeptieren sie, respektiere sie und fühle mich dadurch nicht mehr schlecht. Dieses Vorgehen wiederum hilft mir dabei, meiner Wut nicht mehr so ausgeliefert zu sein.

  2. #12
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 980

    AW: Unbändige Wut

    creatrice schreibt:
    ......
    Zusätzlich gibt es eben noch die Impulsivität, die einen ADHSler vom Lamm in 1 Nanosekunde zur rasenden Wildsau machen kann.......
    Ich kenne aber keine "Wildsau" die sich hinterher schämt für diese Impulsivität. Impulsivität macht einen nicht zu einer "Wildsau", sondern zu einen Menschen der sich meist für sein Verhalten schämt, dass er seine Gefühle nicht unter Kontrolle hat. Dass man durch ADHS angeblich zum Tyrannen wird wäre mir auch neu.

    Ich als ADHSler kenne meine "Fehler", die man leider nicht immer unter Kontrolle hat. Das hat nichts mit "Wildsau" oder Tyrann zu tun - und wäre einen ADHSler auch nicht gerecht. Wir haben genug damit zu tun, dass wir uns dauernd rechtfertigen müssen, da müssen wir uns nicht auch noch selbst diese "Vorurteile" hingeben, die meiner Meinung nach einfach nicht stimmen.
    Geändert von spacetime ( 6.03.2017 um 19:39 Uhr)

  3. #13
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.831

    AW: Unbändige Wut

    Spacetime die mögen bei dir nicht stimmen, ausgelebte Aggressionen sind aber leider auch Teil von ADHS. Und schämen kann man sich trotz solch fulminanter Ausbrüche. Nicht umsonst gibt es hier auch ein Unterforum Aggression und Autoaggression, in dem ich selbst übrigens auch bin. Ich bin weit von Vorurteilen oder Vorwürfen entfernt, ich spreche lediglich aus, was auch Teil einer ADHS sein kann.

    Man kann als ADHSler genauso zum Tyrannen werden, wie als Nicht-ADHSler, wenn die Umstände "stimmen". Jemand der Erfolg mit Aggressionen hat, hat einen leichteren Weg dahin.

  4. #14
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 50

    AW: Unbändige Wut

    Ich kenne diese Wut durchaus. Und das können manchmal Kleinigkeiten sein die das Fass zum überlaufen bringen. Zumindest geht es mir so. Und danach ist sowieso jeder der in meiner Nähe auch nur atmet Provokation genug 🙈🙈
    Da komm ich erst runter wenn ich wirklich Ruhe für mich finde. :o

  5. #15
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 144

    AW: Unbändige Wut

    Swatchy schreibt:
    Ich kenne das, plötzlich aufkommende Wut. Ich fange dann an laut zu werden. Manchmal werfe ich auch was zu Boden. Aber jemanden ernsthaft körperlich angreifen tue ich nicht, soweit habe ich mich unter Kontrolle. Meine Wut hält auch nie lange an, meist entschuldige ich mich hinterher auch.
    das könnte auch von mir stammen

  6. #16
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.051

    AW: Unbändige Wut

    Ich kenne Wut seht gut.

    Früher habe ich meine Wut oft als Motor, als Kraft wahrgenommen.
    Einer meiner liebsten Aussprüche war " wenn ich nur wütend genug bin, dann kann ich über Wasser gehen"

    Hört sich sehr überheblich an, ich habe das aber so wahrgenommen. Als ich zum Beispiel mit 14 Jahren auf einer Veranstaltung von einem Kommunalpolitiker lächerlich gemacht wurde, weil ich mich versprochen hatte, war meine Wut darüber der Auslöser, dass ich meine erste freie Rede vor knappt 500 Leuten gehalten habe und diesen Kerl in Grund und Boden geredet habe.

    Solche Situationen gibt es viele in meinem Leben.

    Irgendwann wurde die Wut dann aber immer mehr ein Hemmschuh. Irgendwann, hat sie zu viel Kraft gekostet und mich sehr erschöpft. Ich fing an, meine Wut immer mehr gegen mich zurichten.

    Inzwischen habe ich erkennen dürfen, welche Funktion meine Wut für mich hatte und welche unerfüllten Bedürfnisse und Sehnsüchte dahinter stehen. Ich übe mich jetzt in Achtsamkeit. Ist noch ein langer Weg .....

  7. #17
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 238

    AW: Unbändige Wut

    creatrice schreibt:
    Zusätzlich gibt es eben noch die Impulsivität, die einen ADHSler vom Lamm in 1 Nanosekunde zur rasenden Wildsau machen kann. Auch da wäre es fatal den Gegenüber noch weiter zu beleuchten und ausschliesslich seinen Anteil zu suchen. Das Problem dieser Wut liegt ganz eindeutig beim ADHSler, denn sie ist meist sogar völlig unangemessen dem Umstand gegenüber. Auch da muss er sich selbst Strategien erarbeiten, die das sogar unabhängig von seinen Bedürfnissen in den Griff kriegen. Ansonsten wird aus einem ADHSler auch ganz schnell mal ein Tyrann, der erlernt hat, wie er seine Bedürfnisse befriedigt und gleichzeitig seiner Impulsivität frönen kann.
    Ich selbst habe dieses Wut-Problem nicht, kenne aber Menschen in meinem Umfeld die es haben und ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich einen Einfluss darauf nehmen konnte, durch mein Verhalten, dass es bei den betreffenden Menschen nicht mehr ausgelöst durch meine Verhalten zu solchen Wutausbrüchen kommt.

    Ich hatte mit völlig unangemessener Wut zu tun und es half nicht, hier "meinen Anteil" zu suchen im Sinne von "ich darf nichts mehr falsch machen, damit mein Gegenüber nicht austickt und irgendwas kaputt haut." Etwas anderes hat aber geholfen, was ich an meinem Verhalten geändert habe: Wenn ich von Leuten weiß, dass sie leicht in einen Zustand der Reizüberflutung geraten können und dann austicken - und so war es bei den betreffenden Leuten - dann kann ich im Kontakt mit den Betreffenden Menschen mit teils recht einfachen Maßnahmen Reizüberflutungen vorbeugen. Z.B. eben nicht zusammen im Supermarkt einkaufen gehen, weil das ja nicht sein muss.
    Zu Hause kann man störende Geräusche abstellen, die Reizüberflutung fördern, also z.B. den Spüler nicht einschalten, wenn die betreffende Person da ist. Man kann der betreffenden Person rechtzeitig bevor es zu starkem Hunger kommt etwas zu Essen geben, wenn man weiß, dass Hunger die Person extrem dünnhäutig macht und dann leicht Wutausbrüche kommen können. Da gibt es für mich viele Möglichkeiten. Auch kann ich ein paar einfache Sachen unterlassen, z.B. die betreffende Person nicht wegen Dingen kritisiern, die diese Person gar nicht ändern kann, z.B. wenn die Person nicht mitbekommt, was ich gesagt habe und mir nicht antwortet, weil sie mit den Gedanken wo anders war.
    Dann schimpfe ich nicht mehr, sondern denke mir nur: "Ja, ich weiß ja, xy wollte mir gern zuhören, hat es aber mal wieder nicht geschafft." Dann kann ich versuchen, mit der Person Kontakt aufzunehmen, indem ich auf das einsteige, was mein Gegenüber gerade beschäftigt und dann versuchen, auf mein Thema zu lenken. So kann es ein angenehmes Gespräch werden.
    Also was ich damit sagen will: Andere Menschen können schon viel tun, um Wutausbrüchen bei dem/der ADHSler/in vorzubeugen, wenn sie gut verstanden haben, was die Wut auslöst und sich gut auf das Gegenüber einstellen. Ich habe damit Erfolg.

    Wie gesagt, ich rede da nicht vom Umgang anderer Leute mit mir, weil ich dieses Wutproblem von mir selbst schlicht nicht kenne. Ich habe lediglich erfahren, dass ich anderer Leute Wutausbrüche durch Verhaltensänderungen bei mir tatsächlich verhindern kann.

    Deshalb finde ich es falsch, zu behaupten, das Problem liege jeweils ausschließlich bei der/dem ADHSler/in. Das Umfeld kann eben doch auch etwas tun.

    Wer nun das Wutproblem hat kann schon von anderen auch Hilfe einfordern. Man kann schon z.B. sagen: "Wenn ich Dich besuchen komme sorge bitte dafür, dass es ruhig ist, d.h. schalte bitte Spülmaschine und Waschmaschine nicht ein usw. Und bitte erinnere mich daran, rechtzeitig etwas zu essen. Ich bekomme nämlich sonst Probleme mit meiner Wut, weil ich ADHS habe... Wenn es Dir nicht möglich ist, darauf einzugehen werde ich Dich lieber nicht besuchen, weil ich sonst nicht dafür garantieren kann, dass ich nicht doch austicke." Wenn man dann ein Gegenüber wie mich antrifft wird das helfen... Früher habe ich sowas nicht kapiert und auch nicht geglaubt, aber jetzt bin ich da zum Glück schlauer geworden.

    Was ich sagen will ist, dass es schn auch hilft, die andern Leute aufzuklären. Man knnte darüber auch Bücher schreiben und Filme drehen und was weiß ich, um das bekannter zu machen. Auch das kann Wutanfällen vorbeugen.
    Die Verantwortung liegt nicht allein auf einer Seite meiner Meinung nach.

    Bei diesem Thema kann ich das zum Glück schreiben, ohne mir vorwerfen zu müssen, mich ja nur selbst aus der Verantwortung nehmen zu wollen. Denn bei diesem Thema bin ich trotz ADHS zum Glück nicht selbst betroffen. Mich kann man in die totale Reizüberflutung werfen und viel ärgern und überfordern und was weiß ich... Einen Wutanfall werde ich trotzdem nicht bekommen. Ich hab das einfach nicht. Ich werde dann vermutlich weinen.

  8. #18
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.051

    AW: Unbändige Wut

    Was ich sagen will ist, dass es schn auch hilft, die anderen Leute aufzuklären. Man könnte darüber auch Bücher schreiben und Filme drehen und was weiß ich, um das bekannter zu machen. Auch das kann Wutanfällen vorbeugen.
    Die Verantwortung liegt nicht allein auf einer Seite meiner Meinung nach.
    Klar, kann das Gegenüber deeskalierend wirken - oder eben auch nicht. Und ein Wissen über bestimmte Verhaltensmuster hilft immer. Ich bin jedoch, wie Creatice der Meinung, dass die Verantwortung beim "Wütenden" liegt. Ich finde, auch nicht, dass ich etwas einfordern kann.

    "Wenn ich Dich besuchen komme sorge bitte dafür, dass es ruhig ist, d.h. schalte bitte Spülmaschine und Waschmaschine nicht ein usw. Und bitte erinnere mich daran, rechtzeitig etwas zu essen. Ich bekomme nämlich sonst Probleme mit meiner Wut, weil ich ADHS habe... Wenn es Dir nicht möglich ist, darauf einzugehen werde ich Dich lieber nicht besuchen, weil ich sonst nicht dafür garantieren kann, dass ich nicht doch austicke."
    nein, so sehe ich das nicht. Wenn ich als ADHSler wütend werde, wenn ich nicht esse, dann muß ich dafür sorgen, dass ich was esse, nicht der Andere. Und diese "Erpressernummer" nach dem Motto, "wenn es dir nicht möglich ist ..." finde ich ganz schlimm. Der andere hat dann die Verantwortung für mein Wohlergehen? Also mal ehrlich, wenn mir jemand so käme, dann würde ich dankend auf den Besuch verzichten. Er kann mich bitten aber nicht fordern!!!
    Geändert von Elwirrwarr (11.03.2017 um 23:10 Uhr)

  9. #19
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.831

    AW: Unbändige Wut

    Ich habe einen von der ganz ganz schlimmen Sorte als Vater, ich selbst bin auch jemand, der die Wut hat, aber ich kann trotzdem ganz klar sagen, das das Problem beim ADHSler liegt, denn: ich habe mich durch Verhaltenstherapie, Achtsamkeit etc geändert, mein Vater nicht.
    Es sind nicht immer alle Situationen vorhersehbar, keiner kann um einen anderen Menschen alles reizfrei drumrum organisieren.

    Wenn jetzt also als Bsp. meine Mutter mich und meinen Vater trotz aller Achtsamkeit ihrerseits und Verständnis und selbst zurückstecken (das ist eigentlich auch schon zu viel verlangt), überreizt, dann gehe ich raus, wenn ich wütend bin, ich bin vllt. gar nicht so schlimm überreizt, weil ich vorgesorgt habe, ich habe Strategien das anders zu kanalisieren..... mein Vater flippt aus.
    Ja, ich finde der ADHSler ist selbst dafür verantwortlich, wie er mit sich, und vor allem Anderen umgeht, unabhängig davon, ob ihm andere entgegenkommen oder nicht.

  10. #20
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 238

    AW: Unbändige Wut

    Elwirrwarr schreibt:
    Ich bin jedoch, wie Creatice der Meinung, dass die Verantwortung beim "Wütenden" liegt. Ich finde, auch nicht, dass ich etwas einfordern kann.
    [...] nein, so sehe ich das nicht. Wenn ich als ADHSler wütend werde, wenn ich nicht esse, dann muß ich dafür sorgen, dass ich was esse, nicht der Andere. Und diese "Erpressernummer" nach dem Motto, "wenn es dir nicht möglich ist ..." finde ich ganz schlimm. Der andere hat dann die Verantwortung für mein Wohlergehen? Also mal ehrlich, wenn mir jemand so käme, dann würde ich dankend auf den Besuch verzichten. Er kann mich bitten aber nicht fordern!!!
    Ich finde das schade, wenn man das so sieht. Und wenn es nunmal so ist, dass ein Mensch bestimmte Rahmenbedingungen braucht, um keine Wutanfälle zu bekommen? Wenn die Person nun einmal diese Rahmenbedingen nicht selbst schaffen kann im Kontakt mit anderen, sondern auf die Mithilfe dieser anderen Leuten angewisen ist?

    Stell Dir mal vor, ich hätte eine Hundeallergie und Du hättest einen Hund, den Du überall hin mitnimmst. Wenn wir uns nun treffen wollen, und ich sage Dir, das geht nur, wenn Du den Hund nicht mitbringst, ich habe nämlich eine Hundeallergie. Ist das dann auch Erpressung?
    Wenn nicht, wo ist der Unerschied zwischen den beiden Situationen?

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