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Diskutiere im Thema Soziale Aspekte - Sicherheit und Wohlgefühl als Haupthebel beim AD(H)S im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #31
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Soziale Aspekte - Sicherheit und Wohlgefühl als Haupthebel beim AD(H)S

    mandor schreibt:

    Was ich aus deiner Geschichte erfahren habe, dass du viel dafür gekämpft und dich selber ans Leben von Normalen angepasst hast. Wie ich verstehe, dass du eine gewisse Sicherheit und ein Wohlgefühl dadurch gewonnen hast. Das ist meine Wahrnehmung. Es kann falsch sein.
    Etwas anders, ich habe mich dem Leben angenähert, was ich gerne führen möchte. Das hat nichts mit Normalen zu tun, sondern mit Selbstbestimmtheit in meinem Fall. Wenn du mit "dem normalen angepasst" meinst, das ich heute ohne psychiatrische Intensivhilfen leben kann, dann ja, dann habe ich mich schon angepasst. Ich würde es aber eher den Gesunden, als den Normalen angepasst bezeichnen.


    mandor schreibt:
    Nur reden wir über Menschen, die deine Durchsetzungsfähigkeit nicht haben.
    Es war die Bereitschaft zu Kompromissen, nicht die Durchsetzungsfähigkeit, die mich etwas weiter gebracht hat. Am meisten hat mich aber die Arbeit an mir selbst weiter gebracht. Wenn ich in einer blöden Situation stecke, dann kann ich hoffen, das andere sich ändern um eine bessere Situation für mich zu schaffen, das ist aber ein reines Glücksspiel. Eine Änderung mit 100%iger Sicherheit kann ich nur erreichen, wenn ich mich selbst ändere, und/oder die Situation verlasse. Ändern hat für mich mehr mit positiven Veränderungen zu tun, als mit negativen.

    Ich saß übrigens mit Anfang 20 schaukelnd, daumenlutschend,einnässend und total verschüchtert in der Psychiatrie. Ich war zu gar nichts in der Lage und war ganz ganz weit unten, das war mein persönlicher Tiefststand. Von Durchsetzung war da nicht mal im entferntesten die Rede. Ich habe mich aber da rausgearbeitet, habe die Ratschläge und "Weisheiten" von Therapeuten angenommen, die ich heute hier "postuliere", die sie auch aus Erfahrungen mir mitgeteilt haben.


    mandor schreibt:
    Wir reden auch darüber, dass wir wirklich wir selbst sein wollen. Wir sind nicht krank. Wir sind anders. Und das ist das Leben der Andere, das die Gesellschaft abschreckt und uns krank macht, nicht ADHS.
    Dann hast du kein ADHS, sondern eine Anpassungsstörung. Genau das was du beschreibst ist klar unter Anpassungsstörung beschrieben. ADHS selbst ist eine Krankheit, und eine Krankheit grenzt sich auch ganz klar von "anders sein" ab.

    mandor schreibt:
    Es ist schön, wenn du in deiner Arbeit ein Verständnis von NICHT-ADHSler holen kannst. Bei mir hat es nicht funktioniert.
    Bei mir hat es auch super oft nicht funktioniert. Und es hat eben selbst auch nicht mit verständnisvollen Nicht-ADHSlern funktioniert. Das habe ich ja auch so geschrieben. Bei mir hat es sogar so nicht funktioniert, das ich nun das 2. Mal in Rente bin.

    mandor schreibt:
    Du sagst, dass es nichts anderes funktionieren wird, als was du schon für gutes hälst, weil wir voll unfähig durch unsere Defizite sind. Und ich sehe es anders. Bei mir könnte es klappen. Und ich habe ein klares Bild, was ich brauche. Aus meiner alten Arbeit in der Unternehmensberatung kann man schon vieles nehmen, was moderne Unternehmen so wie so implementieren:
    Ich sagte das ich es mir nicht vorstellen kann. Ich erlebe ADHS als Krankheit mit entsprechenden Symptomen, die für eine Definition als Krankheit stark "genug" sind. Und das nicht nur bei mir, sondern auch bei mich umgebenden ADHSlern.
    Wieso meinst du denn, das die anderen "Normalen" nicht mitziehen? Ich glaube, es wird zu viel von ihnen verlangt. Auch die haben Probleme, machen ungern langweilige Aufgaben, sind meist selbst heillos mit Arbeit und Stress überschüttet. Zusätzliches Coaching, Übernahme von Aufgaben die ein ADHSler nicht kann, Kontrolle nach Flüchtigkeitsfehlern, Unaufmerksamkeit ausgleichen etc ist einfach zu viel für viele. Natürlich kann man sagen, man könnte ja zusätzliche Kräfte einstellen, aber wer soll die bezahlen? Die wenigsten ADHSler sind solche Überflieger, das sie unverzichtbar sind und man ihnen gewisse Spielräume einräumt, auch wenn sie effektiv mehr Arbeit und Geld verbrauchen. Hast du ja selbst auch erlebt.


    mandor schreibt:
    Sag mal bitte ehrlich, bist du glücklich in der Welt der nicht-ADHSler? Aber abgesehen davon, was du schon mit viel Aufwand erreicht hast.
    Hach...... glücklich kann ich nicht sagen, das weiss ich nicht, ich bin aber froh. Froh das mich diese Gesellschaft trägt, das man meine Defizite so ausgleichen kann, das ich eigenständig leben kann, und das ohne etwas zurück geben zu können. Klar gibt es auch Idioten und intolerante Leute, aber unter all den ADHSlern die ich bisher erlebt habe gibt es die auch. Ich sehe für mich da keinen Unterschied in Sachen Toleranz und Entgegenkommen auf beiden Seiten.

    Ich fühle mich aber auch trotzdem ganz ich selbst, und als mich selbst auch von "Normalen" angenommen. Ich bestehe ja nun nicht nur aus einem oder 2 Feldern, sondern habe viele Facetten. Ich habe ne menge Defizite, aber ich habe auch Talente, genau wie Normale auch Stärken und Schwächen haben. Das ich etwas nicht kann oder irgendwo nicht teilhaben kann, heisst für mich nicht automatisch, das ich nicht angenommen bin. Wäre ich unter Fallschirmspringern (ich bin ein ausgesprochener Höhenangsthase), und die würden Fallschirmspringen, dann würde ich auch nicht auf die Idee kommen nicht angenommen zu sein. Ich kann halt nicht alles mitmachen. Ist manchmal nicht schlimm, manchmal aber auch richtig traurig, aber dafür kann keiner was.

  2. #32
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 509

    AW: Soziale Aspekte - Sicherheit und Wohlgefühl als Haupthebel beim AD(H)S

    mandor schreibt:
    Wir sind nicht krank. Wir sind anders. Und das ist das Leben der Andere, das die Gesellschaft abschreckt und uns krank macht, nicht ADHS.
    Nimm es mir nicht übel, aber Du beschäftigst Dich jetzt seit gerade mal 2 Monaten mit dem hochkomplexten Thema ADHS und bildest Dir jetzt eigene, krude Theorien, die "uns alle" betreffen.
    Ein allgemeingültiges "wir" gibt es bei einem so vielfältigen Störungsbild meiner Ansicht nach gar nicht. Damit fängt es schon an. "Wir" beide haben glaube ich ganz wenig gemeinsam, ausser die Diagnose.
    Und Ursache sind zunächst erstmal vor allem Funktionsstörungen neuronaler Regelkreise im Gehirn. Das was die Gesellschaft dazu tut, kommt viel später.


    Ich weiß Du bist kein Muttersprachler, aber selbst wenn man das einrechnet ist Dein Text extrem schwer zu vestehen - und das nicht weil er so komplex ist, sondern weil er sehr wirr geschrieben ist.
    Auch wenn es böse klingt, aber ich habe in 20 Jahren Berufsleben noch nicht erlebt dass derjenige der am meisten motiviert war und in 3 Wochen schafft was andere in 9 Jahren nicht schaffen stehenden Fußes gekündigt wird. Nicht alles liegt am ADHS. Wenn das Ziel einer Firma ist Geld zu verdienen, Du gegen dieses Ziel handelst und die Firma das nicht so supi findet, dann hat das nichts mit ADHS und Normalos zu tun, sondern mit Kapitalismus.

  3. #33
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 20

    AW: Soziale Aspekte - Sicherheit und Wohlgefühl als Haupthebel beim AD(H)S

    Entschuldigung. Vielleicht reagiere ich viel zu emotional darauf. Vielleicht habt ihr recht. Nur finde ich es alles so ungerecht und will einfach allen helfen. Aber scheint es, dass die Hilfe nicht nötig ist.

    Ich bin definitiv vom Adhs betroffen. Ich kann es mit einer höhen Intelligenz zu kompensieren. Aber das macht keinen Sinn, wenn keiner mich versteht.

  4. #34
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 509

    AW: Soziale Aspekte - Sicherheit und Wohlgefühl als Haupthebel beim AD(H)S

    Es war von mir nicht böse gemeint. Ich denke nur man sollte zuerst sich selbst retten und dann den Rest der Welt. Und dazu gehört bei ADHS eben auch sich richtig über das eigene Störungsbild zu informieren.
    Du wirfst einer sehr erfahrenen Userin einen Mangel an Fakten bei der Diskussion vor, hast aber selbst hauptsächlich "Wir sind anders!" und "Die Gesellschaft macht uns krank" zu bieten.

    Es ist sicher nicht von Dir beabsichtigt aber Du wirst auf mich etwas arrogant. Die Normalos blicken alle nicht durch und den ADHSlern, die mit weniger Intelligenz gesegnet sind als Du, muss sofort geholfen werden. Ob sie das nun wollen oder nicht. Und wer nicht will, sollte in sich gehen und sich fragen, ob er eigentlich wirklich glücklich ist.
    Und das alles ohne dass Du Deine eigenen Probleme schon gelöst hättest.

    Das ist sehr überspitzt dargestellt, aber so kommt es für mich rüber.

    Die Ausgangsfrage ist sicher interessant, scheitert aber für mich daran, dass es so etwas wie Normalos nicht gibt. Du gehst von einer Art Situation aus in der die genialen ADHSler von einer robotorartigen Normalogesellschaft gestützt und gefördert werden sollte. Nur haben Normalos eben auch Probleme, auf die wiederum alle anderen eigentlich in einer idealen Welt eingehen sollten.

    Die Depressiven können am besten in einer Welt ganz ohne Druck leben, die Autisten in einer Welt aus reinster Struktur, Borderliner brauchen Grenzen, Menschen mit Zwängen Freiheit zu diesen Zwängen stehen zu können, Chaoten brachen Ordnung, Ordnungsfanatiker mehr Chaos, Menschen mit Platzangst brauchen geschützte Räume und leere Kassen, einsame Rentner brauchen volle Kassen mit viel Zeit zum plaudern ... Du merkst es wird schwierig da noch den Überbick zu behalten wem man gerade helfen soll.

    Dass die Welt für uns so unvollkommen ist wie sie ist, liegt doch nicht hauptsächlich daran, dass wir als ADHSler von einem Heer von Normalos unterdrückt werden, sondern dass wir alle (wir Menschen nicht wir ADHSler) verletzliche, fehlerbehaftete, gestörte Lebewesen sind und deshalb eben auch mal ungerecht handeln. Natürlich hilft mehr Verständnis von aussen, mein schräg funktionierendes Gehirn heilt aber jede Unterstützung von aussen nicht ... ein bisschen muss man halt damit leben, dass man es (vermeintlich) schwieriger hat als andere.

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