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Diskutiere im Thema Soziale Aspekte - Sicherheit und Wohlgefühl als Haupthebel beim AD(H)S im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.822

    AW: Soziale Aspekte - Sicherheit und Wohlgefühl als Haupthebel beim AD(H)S

    Inklusion bedeutet nicht, das man auf Teufel komm raus alles gleich stellen muss, Inklusion kann vielfältig sein, und eine Inklusion am Arbeitsleben oder schulischen Leben kann auch in besonderen Fällen die eben auch nicht mit Methoden die andere nicht stören oder aufhalten mithalten können, bedeuten, das man ihnen den Druck nimmt und gesondert in einem geschützten Rahmen auf sie eingeht. Ich habe in der Behindertenwerkstatt erlebt, wie es ist, wenn Inklusion auf Teufel komm raus schief geht, wie verzweifelt Jugendliche sind, die trotz Lernhilfe vor Ort nicht mithalten können. Das hat nichts mit friss-oder stirb zu tun, sondern mit Abwägung und Realität.
    Wenn ein ADHSler in bestimmten Bereichen stark benachteiligt ist, bekommt er auch entsprechende Hilfe. Es geht nicht um die Diagnose, sondern um die Symptome. Deine Vergleiche zielen auf Schwerbehinderungen ab, wenn dein Sohn schwerbehindert ist, dann beantrage weitere Hilfen.

    Ich bin sowohl als Kind, als auch als Erwachsener ein Fall, der Anrecht auf Inklusion hat, und sie teils auch genutzt hat, es ist aber eben nicht alles so einfach, wie sich das Aussenstehende vorstellen. Und Inklusion ist nicht nur Vorteil für die Betreffenden. Man ist trotzdem Außenseiter. Mit Lernhilfe ist man auch "anders", besonders in Kinderaugen. Impulsivität oder Unaufmerksamkeit kann eine Lernhilfe auch nur begrenzt auffangen.

    Ich meine was denn nun, gibt es eine aufmerksamere und wohlwollendere Gesellschaft und dem ADHSler geht es besser, weil er sich so ja ganz gut fühlt und alles recht gut hinbekommt im richtigen Umfeld, oder ist der ADHSler persönlich in seinen Lebensbereichen so eingeschränkt, das eine Schwerbehinderung trotz Behandlung in den Lebensbereichen Selbstversorgung, Teilhabe an Ausbildung und Beruf, an der Gesellschaft etc vorliegt und ohne eine Hilfe nicht teilhaben kann.

    Ein ADHSler, der nicht Schwerbehindert ist, bekommt auch nicht nichts, er bekommt unabhängig davon, ob er selbst oder die Gemeinschaft Beiträge bezahlt eine medizinische Betreuung die vielfältigste Methoden umfasst, er bekommt teils Nachteilsausgleiche in Schulen, Ausbildungen und an Unis, und bestimmt noch so einige andere Dinge, die mir jetzt nicht einfallen.

    Sicherlich ist so einiges verbesserungswürdig, aber im großen und ganzen haben wir doch hier schon Glück, wenn man Utopien mal aussen vor lässt. Eine Erkrankung ist immer einschränkend, und man kann nicht vollkommenen Ausgleich erwarten, das ist einfach unmöglich. Ist traurig, ist aber leider so.

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 158

    AW: Soziale Aspekte - Sicherheit und Wohlgefühl als Haupthebel beim AD(H)S

    Du verwechselst etwas. Mir geht es nicht darum, dass mein Sohn angeglichen werden soll. Es geht um das was in der Überschrift steht: Soziale Aspekte "Sicherheit und Wohlgefühl".
    Mein Kind wird nie so sein wie andere. Und es ist OK, jeder ist individuell. Aber, er wird in seiner "Individualität und Andersartigkeit" abgelehnt. Weil er nicht so funktioniert, wie die Gesellschaft ihn gern hätte.
    Ich weiß nicht wo du lebst, dass es bei dir so "gut" funktioniert. Hier ist es durchaus so, dass die Diagnose entschiedet, welche Hilfen mein Kind bekommt. Dann heißt es, ADHS? Schulbegleiter steht nicht zu, da ist Medikation vorgesehen. Kriegt er schon? Tja, falsch dosiert, geben Sie ihm mehr. Nachteilsausgleich? Nur bei Legasthenie oder Dyskalkulie! Hat er nicht? PP.
    Es geht mir also nicht darum, dass mein Kind ein 1er Schüler wird, sondern darum, dass er akzeptiert wird, in seiner Andersartigkeit. Das er auch mal Förderung bekommt, die Möglichkeit hat, in einer kleinen Gruppe zu lernen, dass die Lehrer ihn nicht herunterputzen, weil er beim Schreiben summt. Das sein Selbstwertgefühl nicht dadurch zerstört wird, dass alle der Meinung sind er muss es können, er will nur nicht/ist zu dumm/zu faul/schlecht erzogen was auch immer.
    Sicher hat ein ADHSler Probleme sich zu organisieren, aber anstatt Unterstützung bekommt er Vorwürfe. Auch ein Tauber bleibt sein Leben lang taub. Aber mit der nötigen Unterstützung muss es keine Behinderung sein. Wird er gut unterstützt, kann er trotz Taubheit ein mehr oder weniger normales Leben führen.
    Geändert von Darina (27.02.2017 um 00:15 Uhr)

  3. #13
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 947

    AW: Soziale Aspekte - Sicherheit und Wohlgefühl als Haupthebel beim AD(H)S

    Ich muss sagen, die Jäger und Farmer Theorie ist für mich etwas ein rotes Tuch.. einmal weil ich denke, dass diese favourisierter Jäger eigentlich unsere heutige Leistungsdruckgesellschaft charakterisieren.. . natürlich laufen diese Jäger nicht mir Speer etc. durch die Gegend sondern es ist mehr die Jagd auf die atraktivste Angebot, den maximales Gewinn etc. . das proaktive,,, das man seinen Chancen jagen muss und wer das nicht macht.. wie der Farmer, der auf die Jahreszeiten angewiesen, geduldig warten muss, bis die Saat wächst und er ernten kann .. eben mehr passiv-abwartend ist - sich nicht einschleimt/anbiedert.. oder - etwas positiver formuliert - sich nicht im Vordergrund drängt und seine Leistungen anpreist - bestraft wird.. dass er eben nicht befördert, als erster gefeuert wird.. oder eben erst garnicht eingestellt wird.

    Dann denke ich auch, dass es eben diese Erklärung nicht für Hypos aufgeht. Weiterin finde ich das sowieos immer ziemlich vage, die Steinzeit heranziehen und zu sagen, da war es dann doch paradiesisch.. wie wissen eigentlich so gut wie garnichts mehr über die Steinzeitmenschen, was sie dachten, wie sie Dinge bewerteten etc. Klar können wir an irgendwelche Hinterlassenschaften Rückschlüsse ziehen.. aber das ist alles keine Garantie..



    Ansonsten würde ich Dir vollkommen zustimmen, dass die heutige Leistungsdruckgesellschaft das Problem für ADSler verstärkt. Einfach dadurch, dass erwartet wird, dass es eine optimale Lösung gibt, die man auch sofort finden muss.. also z.B. solche Sachen wie der lückenlosen Lebenslauf.. dass man zielstrebig auf den Beruf zu laufen muss und Auszeiten/Lücken negativ gewertet werden.. ausser sie passen zum Berufsbild. und das man für irgendwas länger braucht.. sei es KLassen wiederholen muss oder länger studiert etc. . nicht vorgesehen sind. Also vieles läuft daraus, dass man es auf Optimium tunen muss... und da fällt man natürlich gerade als ADSler aus den Rahmen (letztendlich ist es auch Nicht-ADSler mehr l Stress.)


    Ich denke es ist dann auch eine kuriose/widersprüchliche Entwicklung.. einerseits wird ADS immer mehr erforscht und das Problem erkannt und es es gibt mehr Unterstützung, und anderseits werden Freiräumen dadurch wieder reduziert, dass man einer Norm entsprechen muss.. . .. mhm mir fällt gerade kein gutes Beispiel ein..

    ... ach mist... keine Zeit mehr zum Schreiben ...


    .. aber ich denke auch, eine reine ADS-Gesellschaft kann nicht funktionieren..
    erstmal vorne weg - ADS gibts ja mit unterschiedlich starker Ausprägung und unterschiedlicher Ausprägung der Merkmale (also sowas wie Impulsivität, Hyperaktivität, Konzentration etc.).
    ADSler mit leichter Ausprägung werden so ohne große Helfestellung noch gut durchs Leben kommen, ADSler mit mittlere Ausprägung werden bei unterstützender Umwetlt kaum Probleme haben und erst die mit starker Ausprägung werden überall - auch bei optimaler Unterstützung - Probleme bekommen.

    Und ich denke, dass gerade ADS mit vor allem leichterer Ausprägung der Gesellschaft als Ganzen auch Vorteile bringen.. also damit will ich jetzt keine Diskussionen starten, ob ADS auch Vorteile hat (dazu gibts ja schon Threads), sondern dass es in einer Gesellschaft einfach unterschiedliche Rollen gibt und ein paar der Rollen können eben von ADSler besonders gut besetzt werden und andere wiederrum nur sehr schlecht... eine Gesellschaft von ADSler mit leichter Ausprägung würde bestimmt noch funktionieren, aber eine Gesellschaft aus ADSlern mit starker Ausprägung eben nicht mehr, weil diese die Rollen für Nicht-ADSler nicht mehr besetzt werden könnten.

    (ach mist schon wieder 1 Urh.. muss schluß machen..)

  4. #14
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.822

    AW: Soziale Aspekte - Sicherheit und Wohlgefühl als Haupthebel beim AD(H)S

    Vielleicht solltest du dir vom Arzt attestieren lassen welche Probleme genau er hat. Auf ADHS habe ich auch keine Hilfen bekommen, sondern auf meine Symptome. Aufmerksamkeitsstörungen sind messbar und im Ausmaß benennbar wenn sie erheblich sind, ebenso motorische Defizite, eigentlich viele kognitive Dinge die bei ADHS eine Rolle spielen. Und das ganze dann natürlich beim Versorgungsamt beantragen. Ich glaube nicht, das es bei mir besonders gut klappt, immerhin haben mich über fast 25 Jahre verschiedenste Ärzte und Gutachter von verschiedensten Ämtern und Stadtteilen (Zuständigkeiten) gesehen. Vielleicht liegt es an der Art der Probleme.

    Stört er denn den Unterrichtsablauf oder die anderen Kinder wenn er summt etc? Das muss man ja mit bedenken.
    Das dein Sohn so behandelt wird hat aber nicht unbedingt mit der Gesellschaft an sich zu tun, sondern auch mit den speziellen Personen die das sagen.

    Ich habe die Überschrift so verstanden, das das Wohlgefühl und die Sicherheit als Haupthebel für Probleme bei ADHS vermutet werden, deswegen schrieb ich auch, das es schon mehr Sicherheit und Wohlgefühl gibt, aber eben nicht als Haupthebel, zumindest ist das bei mir so.

    Ein Tauber kann auch mit Hilfe kein mehr oder weniger normales Leben leben, er stößt tagtäglich an Grenzen, die er nicht überwinden kann. Er kann sich beim Großteil der ihn umgebenden Menschen nicht verständlich machen/verstehen, zumindest nicht einfach und flüssig.

    Ich war wirklich eine der fitten in den Behindertenmaßnahmen die ich so hatte, aber auch ich habe mit diesen Maßnahmen und Einzelfallhilfe für 7h die Woche kein "normales" Leben führen können. Behindert und schwerbehindert ist wirklich ein Unterschied, und der Staat zahlt nun mal mehr für Schwerbehinderte, denn die sind mit den Hilfen wenigstens annähernd auf dem Niveau der Behinderten, da macht er halt den Cut bei der Geldverteilung. Das ist ungerecht, aber genauso ungerecht würde es sein, wenn für alle die Steuern steigen, damit man auch alle Abstufungen der Behinderung/Erkrankung decken kann, oder wenn das Geld den Schwerbehinderten gekürzt werden würde. Ich weiss nicht wie es bei deinem Sohn ist, aber man muss eben alles auch in Relation sehen, und ja, auch mit den Gesunden. Wie gesagt, zum Arzt und dann eine Behinderung/Schwerbehinderung beantragen wenn das in Frage kommt, es gibt einen gesetzlichen Anspruch auf Hilfen bei Schwerbehinderung, und teils auch bei Behinderung. Wie sieht es denn mit Therapie aus, die sich speziell auf die schulischen Probleme bezieht? Der Sohn meines Partners hat da sehr gute Erfolge gehabt, auch in Sachen Umleitung der dysfunktionalen Handlungen oder Erlernen unauffälliger Strategien.

  5. #15
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 158

    AW: Soziale Aspekte - Sicherheit und Wohlgefühl als Haupthebel beim AD(H)S

    Da kommen wir mit dir auf keinen Nenner. Ich finde nicht, dass 10€ mehr Steuern im Monat gleich oder gar höher zu bewerten sind als die 4% der Bevölkerung, die Aufgrund fehlender Unterstützung ihr Leben nicht auf die Reihe bekommen. Für sie zahlt doch die Gesellschaft eh, sei es Grundsicherung oder Behandlung der durch Ablehnung entstandener Depression. Warum da nicht vorher schon ansetzen und fördern? Da hat man Chancen, dass einige aus der Gruppe die 10€ Steuern später mittragen.
    Desweiteren das Thema "stört" mein Kind. Sicher fühlen sich die Schüler vom Summen gestört. Mein Kind fühlt sich auch durch sie gestört, weil sie zwischen durch in der Federmappe wühlen, mal etwas den Tischnachbarn sagen usw. Sie werden nicht raus geschickt, weil ihr Verhalten für Kinder normal ist. Das Verhalten meines Sohnes ist auch normal für sein Störungsbild. Trotzdem wird er bestraft und abgelehnt für etwas, was er nicht kontrollieren oder irgendwie beeinflussen kann. Ich habe noch nie davon gehört, dass ein Querschnittsgelähmter dafür bestraft worden ist, dass er nicht aufsteht und zur Tafel geht...
    Es kann mir niemand sagen, dass das Bestraft werden für Verhalten, das ich nicht beeinflussen kann, keine Spuren hinterlässt. Was lernt also dieses Kind für die Zukunft? Du musst unsichtbar werden, du begehst nur Fehler, so wie du bist, bist du eine Plage und nicht in Ordnung. Du musst immer und überall angepasst sein, an dir arbeiten, ansonsten wirst du abgelehnt. Gesund ist diese Grundhaltung nicht.
    Sicherlich sind die sozialen Aspekte nicht der Grund für ADHS. Aber viele Symptome und Komorbitäten wie Depression und Phobien werden ganz ganz sicher durch das Verhalten der Gesellschaft mitbedingt. Und das sehr wahrscheinlich zum größten Teil!
    Geändert von Darina (27.02.2017 um 07:55 Uhr)

  6. #16
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 16

    AW: Soziale Aspekte - Sicherheit und Wohlgefühl als Haupthebel beim AD(H)S

    Gott, die Jäger&Sammler-Theorie hat nix damit zu tun, dass Leistungsdruck zu mehr Effizienz nötigt, oder wir uns in der Steinzeit befinden. Es bezieht sich auf die Wachheit, die schnellere Reaktion auf sensorischen Input, dem ständig im "Alarmmodus" sein, die Fähigkeit sich auf multiple Dinge gleichzeitig zu konzentrieren -und nicht wie fälschlich behauptet konzentrationsschwach zu sein, oder eine kurze Aufmerksamkeitsspanne zu besitzen-. Es existiert ein neuraler Fehler bei der Priorisierung von sensorischem Input. Stellt euch mal zwei Bahnhöfe vor. Der eine Bahnhof heisst "Informationsaufnahme". Der zweite Bahnhof heisst "Informationsverarbeitung" . Die Passagiere innerhalb der Züge sind die neuralen Botenstoffe. ADHS ist, wenn der Zug, der von "Infoaufnahme" abfährt, ständig vollkommen überfüllt ist. Deshalb wirken Amphetamine auch so gut, da sie den Fluß der Botenstoffe regulieren. Der Jäger&Sammler döst in der Steppe und muss plötzlich schnell reagieren, damit er sein Wild erfolgreich bejagen kann. Sich dafür vorher nochmal einen Masterplan zurechtzuschnitzen dauert offensichtlich zu lang. Deswegen ist der ADHS'ler auch so impulsiv. Impuls? Direkte Relation zu Bewegung...schnell...jetzt...d enk nicht...mach!, sonst ist Wild im Wald verschwunden.

    Inwiefern der Jagdhundverein und diesbezüglich ein moderner Jäger mit Flinte, in Relation mit vorneolithischen Jägern steht, entzieht sich mir hier komplett. Der moderne Jäger ist erst mal ein Mann mit Gewehr, der besoffen durch den Wald zum nächsten Wirtshaus torkelt. Deswegen muss der auch mit Hund jagen und trixxen, damit er überhaupt was vor die Flinte kriegt. Auf seine Fähigkeiten auch was zu treffen, geh ich jetzt gar nicht mal ein...

    *Achtung chauvinistische Ironie*

    Ausserdem seit ihr Frauen. Ihr versteht das Jäger&Sammler-Gen nicht. Ihr sollt ja in der Höhle sitzen und Kind und Feuer hüten und dem Patriarchen Futter garen...
    Geändert von A.D.H.S.Narf (27.02.2017 um 07:59 Uhr)

  7. #17
    Ist hier zuhause

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    Forum-Beiträge: 6.822

    AW: Soziale Aspekte - Sicherheit und Wohlgefühl als Haupthebel beim AD(H)S

    Na du hast ja Ahnung vom Jagen......... ich seh schon
    Und davon, wie sich Werkzeuge und Hilfsmittel bei der Jagd etabliert haben hast du auch Ahnung........ sehr durchdachte Argumentationskette.


    Darina es sind aber nicht volle 4%, und jemand der vielleicht nicht so intelligent ist wie der Sitznachbar und unter seinen schlechten Noten leidet, der hat auch Defizite..... wo soll man da die Grenze ziehen? Ja, ich verstehe dich, aber ich finde es zu selbstbezogen in Bezug auf das große Ganze.

    Ich verstehe nicht, was du immer auf anderen SCHWERBEHINDERUNGEN rumreitest. Solange diese Behinderungen integrierbar sind, wird auch integriert, aber auch da gibt es Grenzen. Das scheinst du nicht sehen zu wollen.

    Ja, wenn jemand wichtige Abläufe für alle im Schulalltag stört, dann wird er darauf aufmerksam gemacht, in der Hoffnung, das es abgestellt werden kann, wenn das nicht geht, dann musst du als Mutter eben dafür sorgen, das das Kind irgendwo hin kommt, wo dieses Verhalten auffangbar ist, oder das dem Kind Möglichkeiten zugeführt werden, wie es selbst diese Defizite ausgleichen kann.

    Ein Soziopath handelt für sein Störungsbild auch normal, das ist doch kein Argument für Akzeptanz in einer Gesellschaft, oder willst du das auch einfach so akzeptieren?
    Ablehnung, Plage etc sind Interpretationen die mit Gefühlen verursacht werden. Ein Rollstuhlfahrer der nicht die Treppe sondern die Rampe nimmt fühlt sich deswegen auch nicht abgelehnt, weil er einen anderen Weg gehen muss. Und wenn der andere Weg heisst, das man eben eine andere Schule braucht, die besser auf die Defizite eingehen kann, dann hat das nichts mit Ablehnung zu tun, sondern mit vorhandenen Alternativen, und mit Ressourcen, die anderswo besser vorhanden sind. Ein Blinder muss auch die Blindenschrift lernen, er muss lernen, das er mit einem Blindenstock nicht sämtlichen anderen Personen die Beine weghaut, die Gebärdensprache lernst du doch auch nicht, um zu integrieren, würdest du auch 100 oder 500€ mehr Steuern zahlen, damit sämtliche Störungen gleich gut ausgeglichen werden, und dann noch mal 200€ oben drauf, um das fehlende Geld der aufzufangen, die durch die Steuern unter das Existenzminimum mit ihrem Verdienst rutschen?
    Es ist wirklich nicht einfach in einer so vielfältigen Gesellschaft an wirklich jeder Einzelheit dem Individuum vollkommen gerecht und entgegenkommend zu sein. Die Grenzen dessen spüren einige an den Ecken, andere an anderen.

    Ja, psychische Begleiterkrankungen sind oft durch die Lebensumstände, also auch teils durch die Gesellschaft mit verursacht, aber auch da nicht alleinig. Defizite an sich selbst erkennen, Misserfolge etc führen auch zu Depressionen.

    Habt ihr denn mal eine Therapie gemacht? Vielleicht hilft ihm auch eine Ergotherapie, wo er auch noch mal praktische Dinge erlernt, die Defizite besser auffangen. Wenn dein Sohn bestraft wird, dann musst du euch Hilfe suchen, das ist nicht ok, das ist aber auch nicht das, was die Gesellschaft vorgesehen hat, das ist Fehlverhalten bestimmter Personen, was auch geahndet und abgestellt werden kann und soll.
    Geändert von creatrice (27.02.2017 um 09:55 Uhr)

  8. #18
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 18

    AW: Soziale Aspekte - Sicherheit und Wohlgefühl als Haupthebel beim AD(H)S

    Es geht nicht um die Jäger und Sammler. In meiner Familie waren alle ausschließlich Farmer und Jagen oder Fischen hat keiner gemocht. Ich finde es extrem langweilig. Die Theorie ist zwar eine einfache Erklärung für ein komplexes Merkmal, aber es gibt keine einfache Antwort auf komplexe Probleme.

    Auch Leben zwischen ADSler gleicher Art ist auch schon kaum realistisch. Jeder ist anders und jeder ist stärker oder leichter betroffen.

    Das ist auch keine universale Lösung, die jedem passten würde.

    Ich habe vor einem Jahr über Kibbuzsystem in Israel gelesen, wo alle ein gleiches Grundgehalt unabhängig von Leistungen und Arbeitsort (auch außerhalb der Kommune) bekommen. Jeder macht das, was er am besten machen kann. Abwechslung ist dabei nicht ausgeschlossen. Erfolgreiche Kommune sind große Unternehmen, die Bewohner versorgen.

    Warum könnte es mit ADSler nicht funktionieren? Wir gehen erst mal davon aus, dass eine 100% Ads Kommune nicht zu schaffen ist. Angehörigen wollen wir nicht rausschmeißen.

  9. #19
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    Forum-Beiträge: 6.822

    AW: Soziale Aspekte - Sicherheit und Wohlgefühl als Haupthebel beim AD(H)S

    Angehörige haben doch aber auch Grenzen

    Ich bezweifle, das diese die ganzen Defizite der ADHSler ausgleichen können, um eine funktionierende Gemeinschaft zu bilden, ausser es sind so viele ANgehörige, das die Defizite durch nicht überlastende Ausgleiche eines Einzelnen getragen werden können. Dann sind wir aber wieder beim bestehenden System.

  10. #20
    Neues Forum-Mitglied

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    Forum-Beiträge: 158

    AW: Soziale Aspekte - Sicherheit und Wohlgefühl als Haupthebel beim AD(H)S

    Ich DENKE, dass du keine Kinder hast.
    Geändert von Darina (27.02.2017 um 13:31 Uhr)

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