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Diskutiere im Thema ADHS und der Umgang mit anderen Menschen, vor allem in Gruppen im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 1

    ADHS und der Umgang mit anderen Menschen, vor allem in Gruppen

    Also erstmal hallo zusammen,

    Bevor ich zum eigentlichen Thema komme, möchte ich vorweg ersteinmal etwas zu meiner eigenen Person sagen, da ich glaube, dass diese Informationen relevant für das Verständnis der Situation sind.
    Ich bin 23 Jahre alt, studiere Wirtschaftsinformatik und stehe kurz vorm Bachelor. Ich arbeite ebenfalls nebenbei in einem mein Studium betreffendem Fachbereich und habe dort ebenfalls die Möglichkeit nach meinem Studium übernommen zu werden. Ich habe eine Freundin, sehe gut aus und bin hochbegabt.
    So weit klingt das ja schonmal alles ganz gut.

    Allerdings habe ich auch ADHS und Depressionen. Ich nehme mit Unterbrechung nun etwa ein halbes Jahr Antidepressiva, gehe seitdem natürlich auch regelmäßig zum Psychologen.

    Neben einer Vielzahl von kleinen Problemen, mit denen ich mich im letzten Jahr auseinandergesetzt habe bin ich nun vor kurzer Zeit auf "den Ursprung meiner Depression" (wenn man das so nennen kann) gestoßen.

    Ich bin anders!

    Und leider merken das die Leute auch. Keiner würde je wahrnehmen, dass ich ADHS habe oder haben könnte. Auch noch keiner dem ich das erzählt habe hätte das vorher angenommen, aber dennoch bin ich irgendwie anders als die anderen.
    Auch wenn dieses "anders" sein natürlich nicht bedeuten muss, dass es schlecht ist, so wirkt es sich aber für mich schlecht aus.

    Mein primäres Problem und auch so lange ich denken kann mein innigster Wunsch war es einfach nur gemocht zu werden, ja sogar nur einmal beliebt zu sein.
    Es ist egal in was für eine Gruppe ich komme. Ist es ein neuer Job, die Leute aus der Uni, die Schule (damals) oder der Freundeskreis meiner Freundin, die Leute unterhalten sich immer lieber mit einem der anderen aus der Gruppe, als mit mir.
    Ich bin zwar irgendwie dabei, habe aber nicht das Gefühl wirklich gemocht zu werden.
    Wenn zu 5. in einen anderen Hörsaal gegangen wird, dann gibt es 2 Zweiergruppen, die sich unterhalten und mich.
    Ich leide einfach extrem darunter und habe dementsprechend natürlich auch nicht viele Freunde. Wie oft habe ich mir einfach gewünscht einer Clique anzugehören?

    Mit einem Freund, der eigentlich genau in der selben Lage steckt wie ich habe ich schon oft darüber gesprochen. Wir haben uns gefragt, ob es wohl eine Möglichkeit gibt dieses sympathisch sein oder charismatisch sein zu lernen. Gibt es eine Möglichkeit seine Handlungen, Art zu sprechen und seinen Ausdruck so zu verändern, dass auch ich mal der beliebte, der jenige mit dem man sich präferiert unterhält bin?

    Liegt das wirklich nur an dem ADHS oder geht das nur mir und meinem Freund so?

    Erkennt sich jemand wieder, oder kann jemand seine Vergangenheit mit meinen Erfahrungen abstimmen?


    Ich freue mich über jede Antwort,

    Grüße

  2. #2
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.172

    AW: ADHS und der Umgang mit anderen Menschen, vor allem in Gruppen

    Hallo Marvin,

    danke für deinen Beitrag und da er zwar angeschaut wurde, aber noch nicht beantwortet - in der Nacht zum Montag haben vielleicht nicht viele die Motivation dazu, - will ich dir schreiben.

    Auch wenn ich nicht nachweislich hochbegabt bin und auch nicht studiert habe (was eher der Zeit und meiner Herkunft geschuldet ist), bin ich doch mein Lebenlang eine Außenseiterin.

    Als Kind wurde ich vorzeitig eingeschult, und ich lernte schnell, wie der Hase läuft.
    Ich passte unglaublich stark im Unterricht auf, ich interessierte mich für alles, und lief jeden Tag nach Hause und berichtete meiner Mutter und meinen Geschwistern, wie die Welt eigentlich funktioniert.

    Meine Hausaufgaben schmierte ich schnell hin, nie gelang es mir, ein Sternchen zu erhaschen, meistens war es nur ein Kreuzchen oder halt ein "Nixerchen". Immerhin machte ich meine Hausaufgaben, aber Lernen für Proben konnte ich überhaupt nicht. Meine Eltern hatten keine Zeit, dahinter herzu bleiben und waren zufrieden, dass alles lief. Als ich einmal eine Zwei in Heimat- und Sachkunde hatte, sagte ich zu den "Töchtern aus gutem Hause", "wenn ich gelernt hätte, hätte ich auch eine Eins". Sie hielten mich für eine Aufschneiderin.

    Später in der Realschule wurde ich eine Streberin, war meiner Zeit weit voraus, konnte alles sehr gut bis auf Sport. Trotzdem schaffte ich es, in der Gruppe akzeptiert zu sein. Es war eine Mädchenklasse.

    Vielleicht lag es daran, dass ich viele Geschwister habe, in der Reihe in der Mitte liege, von den Älteren verwöhnt wurde und mich gegenüber den Jüngeren behaupten musste, aber auch genügend Empathie mit bekam um mit allen klar zu kommen.

    Später im Berufsleben war ich auch lange Zeit die Jüngste und Begabteste, und trotzdem gab es immer wieder Zeiten, wo ich beim geringsten Lapsus befürchtete entlassen zu werden.

    Um es abzukürzen, nach zehn Jahren verabschiedete ich mich für längere Zeit in die Mutterschaft und durch meine beiden Kinder lernte ich dann, was ADHS bedeutet.

    Nun zu dir, Mensch, du bist 23 Jahre. Da hat mein ausländischer Mann noch die deutsche Mittlere Reife nachgeholt, um dann mit 29 als Ingenieur zu starten.

    Verschieß dein Pulver nicht zu früh. Was gibt es noch im Leben für dich?
    Sicherer Job, den ich dir wünsche, glückliches Leben zusammen mit deiner Freundin?

    Was macht eigentlich dein Psychologe mit dir?

    Hast du ein Hobby, bei dem du mit Menschen zusammenkommst?
    Wie viele Freunde glaubst du, braucht man, um gut durch's Leben zu kommen?


    Wenn ich deinen Beitrag so lese, da meine ich, du wärst der richtige Kandidat, sich mit den
    50 Tipps von Hallowell aus dem Buch "Zwanghaft zerstreut" zu befassen.

    Mein Hobby ist übrigens Chorsingen und mit Hilfe von Profikünstlern habe ich mehr über mich herausgefunden, als es mir während meines Ausflugs in die Psychotherapie möglich war.
    Ich war beim Start allerdings doppelt so alt wie du jetzt.

    So, jetzt hast du eine erste Antwort.
    Ich hoffe du bekommst noch mehr.
    Vielleicht findest du Gefallen an diesem Forum.

    Liebe Grüße
    Gretchen

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: ADHS und der Umgang mit anderen Menschen, vor allem in Gruppen

    Hi Marvin,

    ich denke schon, dass man gewissermaßen "lernen" kann, charismatisch zu sein und dementsprechend gemocht zu werden, auch wenn das gerade bei uns von der ADHS- Partei mit ein bisschen Überwindung verbunden ist. Dazu solltest du dich fragen, mit welchen Menschen du selbst gerne sprichst und warum.
    Wahrscheinlich sind das jene, die lieber zuhören als von sich selbst zu erzählen, die aufrichtiges Interesse zeigen, nachfragen und dich geduldig ausreden lassen.
    Jene, die nicht ins Wort fallen, deine Sätze beenden bevor du fertig bist und nicht im Kopf schon 3 Themen weiter sind oder über Ihren eigenen nächsten Beitrag zum Thema nachzudenken während das Gegenüber erzählt.
    Wahrscheinlich sind das auch Menschen mit einer gesunden Portion Selbstvertrauen, Empathie und Humor, die auch mal Schwäche zeigen können aber nicht ständig jammern und andere ermutigen und aufbauen. Sicher sind gerade Geduld und Selbstvertrauen nicht unbedingt unsere größten Stärken aber man kann auf jeden Fall daran arbeiten.

    Ich wünsch dir ganz viel Glück!

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 17

    AW: ADHS und der Umgang mit anderen Menschen, vor allem in Gruppen

    Hallo Marvin,

    verstehe sehr gut was du meinst. Mir geht es seit dem Kindergarten so. Gehe z.B. auch sehr ungerne zu irgendwelchen Geburtstagen oder Veranstaltungen wo man 'Bekannte' und auch neue Gesichter trifft, weil ich immer das Gefühl habe ich muss mir besonders viel Mühe geben damit mich die anderen überhaupt wahrnehmen oder gar mögen oder zumindest akzeptieren. Fühle mich meist wie ein Volltrottel der dumm in der Gegend steht! Deswegen ist für mich sowas immer ein Alptraum. Und dann denk ich mir 'warum interessiert es dich was solch beschränkte Wesen über dich denken wenn sie nicht mal den Anstand haben einen Menschen der sichtlich 'Abseits' steht, mit in die Gruppe oder in ein Gespräch mit aufzunehmen?' Man könnte sich doch zumindest mal die Mühe machen diesen Menschen kennenzulernen bevor man ihn als 'merkwürdig' oder dergleichen abstempelt! Ich mach mich da zum Affen in der Hoffnung, dass vielleicht jemand merkt, dass ich ein netter Mensch sein könnte und die ignorieren mich einfach.

    Aber ganz ehrlich, bei den Meisten lohnt sich die Mühe einfach gar nicht! Weil die meisten die einen ignorieren einfach nur höchst oberflächlich sind. Mit so welchen möchte ich auch gar nichts zu tun haben. Es ist halt nur blöd wenn man immer allein bzw. ein Außenseiter ist. Aber ich hab lieber einige wenige, echte und intelligente Freunde als viele oberflächliche!

    Akzeptiere dich so wie du bist und verstell dich nicht für andere. Solange du freundlich und respektvoll mit anderen umgehst liegt der Fehler nicht bei dir! Der Rest ist egal.

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 28

    AW: ADHS und der Umgang mit anderen Menschen, vor allem in Gruppen

    Hey, und noch so einer...

    Ja, es ist möglich! Die Grundlage für mich waren Kommunikationstrainings die ich als Bestandteil einer Ausbildung absolviert und mir, wie du dir vorstellen kannst, motiviert verinnerlicht habe. Wichtigste Einstellung in mir unter Menschen ist die Grundhaltung "Ich bin Ok, Du bist Ok"...

    Zu erkennen, wie total "Ok" Ich bin hat mir jemand sehr bekanntes geholfen. Durch einen Text über dich den er für UNS geschrieben hat...
    "Ich bin nicht so gut im reden, bin lieber still
    Und wenn ich mal was sage, weiß ich, dass es keiner hören will
    Ich hab bis heute nicht die Welt der andern Leute kapiert
    Ich weiß nur, dass es mich frustrierst hat, jedes Mal wenn ich's probiert hab
    Hab es satt, in dieser kleinen Stadt,
    in der ich stadtbekannt, als der ohne Verstand, dem, dem hier was durchgebrannt ist
    Ignorant ist euer Leben und mit Arroganz geschmückt
    Ich bitte euch mir zu vergeben, doch ich glaub ihr seid verrückt
    Seit der Geburt fühl ich mich wie im Endspurt,
    um Anschluss zu kriegen
    doch alle liefen fort und ließen mich links liegen
    Es hat keinen gestört, ich blieb allein, am Rand stehn
    Und wein, doch ich schwör, ihr werdet keine Träne sehn
    Nein, mein wahres Gesicht, zeig ich euch nicht - noch nicht
    Für euch bleib ich der Irre, der nur selten was spricht,
    der nicht richtig tickt, der's nicht blickt
    Wer's nicht packt, auf dem wird immer rumgehackt



    Die Stimmen hier drinnen halten mich wach, machen mich schwach,
    setzen mich Schach matt und reden mich von Sinnen
    Alles was ich anpack ist mir bisher missglückt
    Selbst die Kinder fragen mich
    'Na, immer noch verrückt'
    Doch den ganz normalen Wahnsinn habt ihr in eurer Welt
    Und ich hab nicht das Bewusstsein, das ihr mir unterstellt
    Ich hab mein Urteil gefällt, ich komm nicht mehr zurück
    Ihr schneidet euch den Weg ab, Stück für Stück
    Euer Glück steht auf wackligen Beinen, möcht ich meinen
    Ich kann euch nicht retten
    Ihr geht alle selbst vor die Hunde, würd ich wetten
    Manchmal glaub ich ihr pennt, seid niemals wach, steht auf'm Schlauch
    Ihr seid so schwach - und ich bin es auch
    Aber wer soll uns erlösen, wenn nicht wir - wenn nicht ich
    Doch die anderen die hassen mich und lassen mich nicht
    Geht es um wahre Probleme, dann bleiben alle stumm
    Geht es um mich, hacken sie auf mir rum"

    Das "Du bist Ok" fiel dadurch ganz leicht. DIE sind eben oberflächlich, oftmals arrogant, aus meiner Sicht total Wahrnehmungsbeschränkt,... könnte das Stunden lang so fort führen... Aber: Im Grunde wollen die alle das gleiche wie ich: Respektiert, angenommen, bestätigt, geliebt werden. Hätten Sie das Glück wahrzunehmen wie ich - Sie würden es ganz anders machen.

    Habe es geschafft meine intrvertierte Schüchternheit dadurch umzugehen. Mit den Jahren fällt es immer leichter. Für mich haben die Erfahrungen allerdings dazu geführt, dass ich selbst immer weniger Wert auf die Gesellschaft jener Menschen lege, die das miteinander das ich mir wünsche offensichtlich für sich nicht in der Lage sind überhaupt wahrzunehmen. Es schmerzt mich zu sehr zu sehen wie diese, aus meiner Sicht, drin hängen und nicht mal bemerken was mit Ihnen los ist. Ist nicht gut für mich mir zu viele davon rein zu ziehen....

    Liebe Grüße

  6. #6
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 3

    AW: ADHS und der Umgang mit anderen Menschen, vor allem in Gruppen

    Hallo Marvin,

    ich kann dich gut verstehen. Ich frag mich auch die ganze Zeit schon woran liegt dieses ausschließen? Schauen wir anders aus? Nein. Gucken wir anders? Nein. Reden wir anders? Nein.
    Nur warum wird man ignoriert? Das muss doch was mit dem ADHS zutun haben.
    Vielleicht sind wir einfach zu freundlich? Oder wir spiegeln zuviel von den Leuten wieder und sind nicht wir selbst. Mir wurde schon mal gesagt ich bin nicht authentisch. Ich sage nicht die Wahrheit. Dann wiederum haben wildfremde vertrauen zu mir und viele Männer fühlen sich zu mir hingezogen. Eigentlich lebe ich in einem Chaos. Von vielen geliebt, dann nicht gemocht und ganz oft ignoriert. Ich kann mich schlecht abgrenzen. Vielleicht hat das auch damit was zutun Marvin. Wir drängen uns zu sehr auf und wollen gemocht werden. Obwohl ich das auch schon lange abgelegt habe. Da ich kein Bock mehr auf schauspielen habe und mich einzuschleimen. Nur dann ist man trotzdem wieder einsam. Alles mies wie man es nur dreht.

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