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Diskutiere im Thema Sind das typische Eigenschaften bei ADHS? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 22

    Sind das typische Eigenschaften bei ADHS?

    Ich überlege häufig, welche Eigenschaften, die mir an mir selbst oft aufgefallen sind, typisch für ADHS sind. Zur Zeit sind gerade diese beiden Kandidaten dran:


    Als ich zur Schule gegangen bin, dachte ich oft, dass etwas hinter meinem Rücken gegen mich läuft. Im Sinne von "die tun zwar mir gegenüber freundlich, aber tatsächlich machen sie sich insgeheim über mich lustig". Also keine direkten Feindseligkeiten, sondern vermutete heimliches lachen über mich planlosen Idioten, der mal wieder gar nichts mitbekommt.
    Ich dachte dann oft, dass das nur Paranoia ist. Andererseits ist es ja kein gutes Zeichen, wenn man Paranoia hat. Also beide Erklärungen meines Gefühls haben sich nicht unbedingt gut angefühlt. Dass ich veralbert werde, ohne es mitzubekommen wäre schlecht, aber auch paranoid zu sein wäre schlecht. Ich kann mich nicht erinnern, jemals mit jemandem darüber gesprochen zu haben. Begonnen hat das bereits in der Kindheit, also zu einer Zeit, als ich noch keine Ahnung von Alkohol und Drogen hatte.

    Die große Frage: Ist das "normal" oder etwas, was sich eventuell auf mein ADHS zurückführen lässt? Vielleicht war ich tatsächlich weniger beliebt, als ich normalerweise glaubte, weil die anderen Kinder etwas an mir offensichtlich sehen konnten, was mir selbst verborgen war. Vielleicht war aber einfach nur mein allgemeines Stressniveau so hoch, dass das solche negative Gedanken hervorgebracht hat. Im Negativ denken war ich sowieso ziemlich gut.

    Was meint ihr? Kennt ihr das auch?


    Zweites Beispiel: Es muss alles immer ganz perfekt nach meinen Vorstellungen ablaufen, sonst bricht ein Gefühls- und Gedankenchaos bei mir aus. Ich sehe mich zwar selbst oft als lockeren Typ und sehe gerne über vieles mit Humor hinweg. Aber andererseits muss ich dieses Selbstbild, das ich gerne pflege, wenn es mir gut geht, anzweifeln. Ich denke mir oft, wenn ich über einer Liste sitze, die ich schreibe, um irgendetwas vorzubereiten, warum ich das eigentlich so zwanghaft im Voraus planen muss. Das kann auch immer sehr viel Zeit verschlingen. Ich stelle mir dann vor, wie normale Leute das lockerer angehen würden und es nicht so schlimm finden, wenn dann mal etwas Unvorhergesehenes passieren würde oder irgendetwas nicht vorher beachtet wurde. Schwamm drüber, beim nächsten mal weiß man es dann besser. Ich ertappe mich manchmal dabei, wenn eine Kleinigkeit, die schiefläuft, mir wie eine Katastrophe vorkommt. Ich glaube, um solche Gefühlskatastrophen wegen banalen Fehlern zu vermeiden, habe ich oft einen Kontrollzwang.

    Auch hier die Frage: Ist das ADHS-typisch?

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 235

    AW: Sind das typische Eigenschaften bei ADHS?

    Hallo Gonzales,

    die Zuordnung von Symptome zu adhs ist nicht wirklich meine Spezialität und ich überlasse das lieber den Spezialisten.

    Ich finde es für mich hilfreicher, adhs zu verstehen und dann "Symptomen" bei mir wahrzunehmen.

    Wenn du ein bisschen englich kannst, würde ich dir folgende link empfehlen:

    https://m.youtube.com/watch?v=GyZtYzFq4WY

  3. #3
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 22

    AW: Sind das typische Eigenschaften bei ADHS?

    Danke Dropkick für den Link. Werde ich mir auf jeden Fall ansehen, weil ich naturwissenschaftlich interessiert bin.

    Es gibt vermutlich so unendlich viele mögliche Symptome, dass so eine Zuordnung gar nicht möglich ist.
    Die erste Geschichte ist ja auch schon lange her und zum Glück hatte ich dieses Gefühl schon lange nicht mehr. Und ob das jetzt ADHS war oder vielleicht etwas ganz anderes, was gleichzeitig passiert ist, kann man heute sowieso nicht mehr feststellen.

    Mein zweites Beispiel ist aktueller und ich vermute, dass man hier noch eher eine direkte Verbindung zu ADHS sehen könnte. Stichwort: Bedürfnis nach fester Struktur.

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 235

    AW: Sind das typische Eigenschaften bei ADHS?

    Könnte sein....
    Das penibel Aufschreiben könnte eine Kompensationsleistung sein um das Chaos in Schach zu halten - ist aber auch eine gute Strategie, wenn es nicht in einen Kontrollzwang ausartet. Um dieses Gefahr zu begegnen, finde ich es für mich hilfreich die "Natur" vom adhs zu verstehen. Und ich finde das Erklärungsmodell von Dr. Barkley sehr zutreffend.

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.400

    AW: Sind das typische Eigenschaften bei ADHS?

    Ja, ich würde sagen beides ist typisch für ADHS-ler (wenn auch nicht bei jedem Betroffenen vorhanden, klar).

  6. #6
    Chef - Knuddler

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.342

    AW: Sind das typische Eigenschaften bei ADHS?

    Ich denke,beides sind mögliche Folgen bestimmter Symptome/Defizite. Insofern ist das nicht “typisch ADHS“ im Sinne der Primärsymptomatik. Gehört beides richtigerweise ja nicht in der Form zu den Symptomen,bzw ist denen sogar entgegengesetzt,da Vorausplanen und Selbstanalyse im Sozialen eben NICHT Stärken Betroffener sind.

    Demnach sind beide Sachen definitiv nicht bei allen oder auch nur mehrheitlich vorhanden,aber es sind eben mögliche Konsequenzen,wenn im Alltag einiges immer wieder nicht so gut klappt. Manche entwickeln dann ja beispielsweise Zwänge.
    Geändert von luftkopf33 (13.01.2017 um 09:29 Uhr)

  7. #7
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 22

    AW: Sind das typische Eigenschaften bei ADHS?

    Dropkick schreibt:
    Ich finde es für mich hilfreicher, adhs zu verstehen und dann "Symptomen" bei mir wahrzunehmen.

    Wenn du ein bisschen englich kannst, würde ich dir folgende link empfehlen:

    https://m.youtube.com/watch?v=GyZtYzFq4WY
    Hab's mir jetzt komplett angehört. Der Vortrag ist wirklich sehr gut und klingt für mich auch alles plausibel.
    Das mit dem Umsetzungsproblem trifft auf mich zu 100% zu. Ich hatte früher mal den Wunsch, Wissenschaftler zu werden. Ich wäre intelligent genug dafür gewesen, war aber absolut nicht in der Lage, so eine Karriere in Angriff zu nehmen. Ich kann nicht abstrakt lernen, um in einer weit entfernten Zukunft etwas mit dem Wissen machen zu können. Ich kann nur Learning-by-doing, es muss direkt greifbar für mich sein, sonst wird es nichts.

    Ich werde mal das Erwachsenen-Buch von Barkley reinschauen...

  8. #8
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 179

    AW: Sind das typische Eigenschaften bei ADHS?

    gonzales schreibt:
    Ich überlege häufig, welche Eigenschaften, die mir an mir selbst oft aufgefallen sind, typisch für ADHS sind. Zur Zeit sind gerade diese beiden Kandidaten dran:


    Als ich zur Schule gegangen bin, dachte ich oft, dass etwas hinter meinem Rücken gegen mich läuft. Im Sinne von "die tun zwar mir gegenüber freundlich, aber tatsächlich machen sie sich insgeheim über mich lustig". Also keine direkten Feindseligkeiten, sondern vermutete heimliches lachen über mich planlosen Idioten, der mal wieder gar nichts mitbekommt.
    Ich dachte dann oft, dass das nur Paranoia ist. Andererseits ist es ja kein gutes Zeichen, wenn man Paranoia hat. Also beide Erklärungen meines Gefühls haben sich nicht unbedingt gut angefühlt. Dass ich veralbert werde, ohne es mitzubekommen wäre schlecht, aber auch paranoid zu sein wäre schlecht. Ich kann mich nicht erinnern, jemals mit jemandem darüber gesprochen zu haben. Begonnen hat das bereits in der Kindheit, also zu einer Zeit, als ich noch keine Ahnung von Alkohol und Drogen hatte.

    Die große Frage: Ist das "normal" oder etwas, was sich eventuell auf mein ADHS zurückführen lässt? Vielleicht war ich tatsächlich weniger beliebt, als ich normalerweise glaubte, weil die anderen Kinder etwas an mir offensichtlich sehen konnten, was mir selbst verborgen war. Vielleicht war aber einfach nur mein allgemeines Stressniveau so hoch, dass das solche negative Gedanken hervorgebracht hat. Im Negativ denken war ich sowieso ziemlich gut.

    Was meint ihr? Kennt ihr das auch?


    Zweites Beispiel: Es muss alles immer ganz perfekt nach meinen Vorstellungen ablaufen, sonst bricht ein Gefühls- und Gedankenchaos bei mir aus. Ich sehe mich zwar selbst oft als lockeren Typ und sehe gerne über vieles mit Humor hinweg. Aber andererseits muss ich dieses Selbstbild, das ich gerne pflege, wenn es mir gut geht, anzweifeln. Ich denke mir oft, wenn ich über einer Liste sitze, die ich schreibe, um irgendetwas vorzubereiten, warum ich das eigentlich so zwanghaft im Voraus planen muss. Das kann auch immer sehr viel Zeit verschlingen. Ich stelle mir dann vor, wie normale Leute das lockerer angehen würden und es nicht so schlimm finden, wenn dann mal etwas Unvorhergesehenes passieren würde oder irgendetwas nicht vorher beachtet wurde. Schwamm drüber, beim nächsten mal weiß man es dann besser. Ich ertappe mich manchmal dabei, wenn eine Kleinigkeit, die schiefläuft, mir wie eine Katastrophe vorkommt. Ich glaube, um solche Gefühlskatastrophen wegen banalen Fehlern zu vermeiden, habe ich oft einen Kontrollzwang.

    Auch hier die Frage: Ist das ADHS-typisch?
    könnte ich auch nicht eindeutig beantworten.
    vergesslichkeit, schusselichkeit, leicht ablenkbar sein, sachen verlegen, unruhig, hibbelig, aufbrausend, impulsiv, anderen ins wort fallen, ohne punkt und komma reden, andere vor den kopf stossen, immer wieder die gleichen fehler wiederholen, zu langsam arbeiten etc blabla .....sind ja die adhs typishen symptome. oder träumerei...
    .
    adhs zweifelsfrei an den eigenen handlungen abzulesen ist so gut wie unmöglich, weil es eben eine leistungsbezogene warnehmungsbeeinträchtigung ist, welche dein gesamtes denken betrifft. und das schon seit geburt. du kannst es nur anhand von aussagen aus deinem umfeld herausfinden. die gefühle die du beschreibst, kenne ich aber. mir ging es ähnlich..aber allein darauf auf adhs zu schließen finde ich zu unsicher.
    Geändert von Sunny19 (13.01.2017 um 23:00 Uhr)

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