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Diskutiere im Thema Ich schaffe den Haushalt nicht im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 13

    AW: Ich schaffe den Haushalt nicht

    Ich habe für mich folgende Lösung gefunden:
    Die einzige Bedingung, die einzige wiederkehrende Handlung, die ich selbständig und aus eigenem Antrieb tun muss, ist der Griff in eine kleine Schachtel um dort ein Holzstäbchen rauszuholen. Und zwar jedesmal, wenn ich die Wohnung von draußen betrete. Niemals hatte bei mir ein Plan oder eine to do Liste funktioniert. Ich hasse diese Dinger. Irgendwo habe ich von "wenn, dann Verpflichtungen" gehört.

    Konkret sieht meine "wenn, dann Vereinbarung" so aus:
    Auf den Holzstäbchen stehen Tätigkeiten, die getan werden müssen. Staubsaugen z.B. oder abwaschen. Oder die Ecke mit den Schuhen aufräumen und putzen. Oder das Klo. Oder die Dusche. Oder alle Waschbecken. Einzelne, abgeschlossene Tätigkeiten. Und zwar heute. Am besten gleich. Habe ich keine Zeit, ziehe ich keins.
    Ist die Sache erledigt, kommt das Stäbchen in die leere Kisten nebendran. Die nächste Aufgabe ist erst wieder dran, wenn ich die Wohnung erneut betrete.

    Es gibt Sachen, die müssen öfter gemacht werden. Einmal die Woche oder alle drei Tage. Sind alle Stäbchen dieser Kategorie von der einen in die ander Schachtel gewandert, kommen sie alle wieder zurück und der Tanz geht von vorne los.

    Daneben gibt es noch weitere Schachteln mit beweils nach unten abgestuften Dringlichkeiten und noch eine Schachtel mit einmaligen Erledigungen wie z.B. das alte, rostige Fahrrad ausm Keller zum Wertstoffhof bringen o.ä. Diese Hölzchen (gibts im Bastelladen) hebe ich dauerhaft in einem Stoffsäckchen auf. Alle paar Monate kann man da mal reinschauen und sich an dem freuen, was man alles schon geschafft hat.

    Man muss ein bissl tüfteln bis man die richtige Anzahl an Hölzchen pro Kiste gefunden hat. Und die richte Frequenz an Zugriffen, sprich Ereignissen, die die "wenn, dann Verknüpfung " auslösen damit die dringenden Dinge in angemessener Wiederholung erledigt werden.

    Warum dieses Konstrukt bei mir funktioniert liegt an folgendem:
    - Ich brauche keine Entscheidungen treffen.
    - Ich muss Wichtigkeiten nicht abwägen.
    - Ich muss "das Ganze" nicht im Überblick behalten.
    - Es gibt keinen Grund mehr, an den riesigen, frustrierenden und hemmenden Berg von Aufgaben zu denken.
    - Es ist jedesmal ein bischen spannend. Ich weiß nicht, was ich ziehen werde. Das erhält die Motivation. Ich überlege, ob ich noch kleine Belohnungen reintue, die ebenfalls random gezogen werden aber keine der unbeliebten Erledigungen sind.
    - Die ganze Angelegenheit ist mit angenehmem haptischen Reiz verbunden, hat etwas rituelles. Schönes Holz, schöne Kisten/Schachteln. Sowas gefällt mir. Ein schöner Platz in der Wohnung dafür. Papierzettel in einer Tüte tuns auch, machen aber nicht soviel Freude.

  2. #12
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 238

    AW: Ich schaffe den Haushalt nicht

    Yay, ich hsbe den Beitrag wieder gefunden!

    Ich wollte mich unbedingt noch per Worten bei dir bedanken, flow. Dein System habe ich am Samstag (Haushaltstag ... manchmal) umgesetzt, um meiner Tochter nicht jede neue Aufgabe sagen zu müssen (das würde ein Herausholen aus dem Fokus meiner Tätigkeit, eine kurze, aber zu lange Orientierungslosigkeit, während der ich mich sammeln, die Frage verstehen und eine Antwort finden muss und eventuelle Gereiztheit bedeuten). Also entschloss ich mich, gleich ein paar Zettel zu beschriften und zu Losen zusammen zu falten.

    Ich habe es zwar noch nicht genutzt, hatte damit aber den Tochtervorteil und außerdem ist es meinem eigenen System extrem ähnlich, nur dass ich dafür den PC nicht erst hochfahren muss.
    Durch meine Exceltabelle ist die Gefahr doch sehr hoch, dass ich vom PC nicht wieder los komme oder Missstände auf der Tabelle sehe, die ich nicht auf sich beruhen lassen kann, was zu Verzögerungen meiner Haushaltsarbeiten führt.

    Dein Tip ist super und ich werde meine neues Losesystem definitiv weiter nach deinem Vorbild ausbauen!

    Danke dafür

  3. #13
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 27

    AW: Ich schaffe den Haushalt nicht

    Das mit dem Haushalt kenne ich gut. Bei mir helfen eigentlich nur zwei Dinge: 1.) Besuch empfangen. Kurz davor kriege ich Panik (das ist der Zustand, indem ich am meisten erledigt bekomme) und fang an aufzuräumen. 2.) (und das wurde oben schon erwähnt), ist ein Hörbuch oder einen Podcast zu hören. Wenn ich mich auf den Inhalt konzentriere, merke ich kaum noch, dass meine Hände gerade abwaschen oder den Müll zusammen sammeln. Das mache ich übrigens auch bei der Arbeit, wenn ich gerade nichts inhaltlich denken muss. Dann geht arbeiten. Ansonsten: großes Problem!

  4. #14
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 424

    AW: Ich schaffe den Haushalt nicht

    Das ist so genial !

    ~flow~ schreibt:
    Ich habe für mich folgende Lösung gefunden:
    Die einzige Bedingung, die einzige wiederkehrende Handlung, die ich selbständig und aus eigenem Antrieb tun muss, ist der Griff in eine kleine Schachtel um dort ein Holzstäbchen rauszuholen. Und zwar jedesmal, wenn ich die Wohnung von draußen betrete. Niemals hatte bei mir ein Plan oder eine to do Liste funktioniert. Ich hasse diese Dinger. Irgendwo habe ich von "wenn, dann Verpflichtungen" gehört.

    Konkret sieht meine "wenn, dann Vereinbarung" so aus:
    Auf den Holzstäbchen stehen Tätigkeiten, die getan werden müssen. Staubsaugen z.B. oder abwaschen. Oder die Ecke mit den Schuhen aufräumen und putzen. Oder das Klo. Oder die Dusche. Oder alle Waschbecken. Einzelne, abgeschlossene Tätigkeiten. Und zwar heute. Am besten gleich. Habe ich keine Zeit, ziehe ich keins.
    Ist die Sache erledigt, kommt das Stäbchen in die leere Kisten nebendran. Die nächste Aufgabe ist erst wieder dran, wenn ich die Wohnung erneut betrete.

    Es gibt Sachen, die müssen öfter gemacht werden. Einmal die Woche oder alle drei Tage. Sind alle Stäbchen dieser Kategorie von der einen in die ander Schachtel gewandert, kommen sie alle wieder zurück und der Tanz geht von vorne los.

    Daneben gibt es noch weitere Schachteln mit beweils nach unten abgestuften Dringlichkeiten und noch eine Schachtel mit einmaligen Erledigungen wie z.B. das alte, rostige Fahrrad ausm Keller zum Wertstoffhof bringen o.ä. Diese Hölzchen (gibts im Bastelladen) hebe ich dauerhaft in einem Stoffsäckchen auf. Alle paar Monate kann man da mal reinschauen und sich an dem freuen, was man alles schon geschafft hat.

    Man muss ein bissl tüfteln bis man die richtige Anzahl an Hölzchen pro Kiste gefunden hat. Und die richte Frequenz an Zugriffen, sprich Ereignissen, die die "wenn, dann Verknüpfung " auslösen damit die dringenden Dinge in angemessener Wiederholung erledigt werden.

    Warum dieses Konstrukt bei mir funktioniert liegt an folgendem:
    - Ich brauche keine Entscheidungen treffen.
    - Ich muss Wichtigkeiten nicht abwägen.
    - Ich muss "das Ganze" nicht im Überblick behalten.
    - Es gibt keinen Grund mehr, an den riesigen, frustrierenden und hemmenden Berg von Aufgaben zu denken.
    - Es ist jedesmal ein bischen spannend. Ich weiß nicht, was ich ziehen werde. Das erhält die Motivation. Ich überlege, ob ich noch kleine Belohnungen reintue, die ebenfalls random gezogen werden aber keine der unbeliebten Erledigungen sind.
    - Die ganze Angelegenheit ist mit angenehmem haptischen Reiz verbunden, hat etwas rituelles. Schönes Holz, schöne Kisten/Schachteln. Sowas gefällt mir. Ein schöner Platz in der Wohnung dafür. Papierzettel in einer Tüte tuns auch, machen aber nicht soviel Freude.

  5. #15
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 1.256

    AW: Ich schaffe den Haushalt nicht

    Diese Vereinbarung hört sich gut an, werde es auch mal ausprobieren.

  6. #16
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 16

    AW: Ich schaffe den Haushalt nicht

    Es ging mir ähnlich und mein WG-Zimmer hat vor der Diagnose immer ausgesehen, als ob eine Bombe eingeschlagen wäre. Seit der Einstellung auf Medikamenten und begleitender Therapie bekomme ich das besser in den Griff, vor allem, weil ich nicht mehr komplett alles auf einmal aufräume, sondern mir für jeden Tag eine bestimmte Aufgabe vornehme (wie z.B. Montags Wäsche waschen und aufhängen, Di Wäsche abhängen, bügeln und verräumen; Boden wischen, Mi Staub wischen und Krimskrams verräumen, Do Müll wegbringen und Flur saugen, Fr-Sa Bad/WC putzen).
    Erwarte nicht zu viel von dir am Anfang, es ist okay, wenn man in kleinen Schritten startet (wie z.B. Schmutzwäsche gleich in einen Behälter dafür werfen, der in Wurfnähe steht im Schlafzimmer).

  7. #17
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 62

    AW: Ich schaffe den Haushalt nicht

    Ich habe für mich das System des Sonntagsputzes entwickelt.

    Es muss nix glänzen aber es sollte eine gewisse Grundsauberkeit gegeben sein.

    Für den Boden habe ich einen Staubsauger Roboter gekauft. Das ist das beste Gerät was ich mir jemals gekauft habe. Gut ich habe auch einen Hund.

    Dreckiges Geschirr muss jeden Abend vorm schlafen gehen gemacht werden. Ich neige dazu überall gabeln Tassen und Teller zu verteilen. Ich gehe mit einer Kiste durch die Bude und Räume da alles ein und dann gleich in den Geschirrspüler am Ende des Tages.

    Sonst sehe ich es locker. Am Sonntag id t dann der Tag der Abrechnung.

    Da gehe ich erstmal mit 3 Körben durch die Bude. Eine ist für SchmutzWäsche, eine für Sachen die ich wegräumen muss eine für Sachen die ich wegschmeißen will.

    Dann arbeite ich die Kisten ab bis nichts mehr drin ist.
    Danach wird von Hand gesaugt. Der Roboter alleine erwischt nicht alles. Ich habe auch eigene düsen um tische und Flächen abzusaugen. Das geht dann in einem rutsch.
    Nach dem saugen wische ich noch alle 1-2 Wochen je nachdem wie es nötig ist den Boden. Es werden Sonntag auch alle Mistkübel ausgeleert egal wie viel drin ist.

    wenn ich dann noch Lust habe mache ich andere Sachen die anstehen zum Beispiel Flächen feucht abwischen.

    Aber das muss nicht sein.

    Am wichtigsten ist mir nur dass die Flächen staub und krümelfrei gemacht werden, der Boden sauber gemacht wird und kein Zeug herumliegt. Das ist für mein Empfinden schon sauber genug und die halbe miete. Ob jetzt die Fenster dreckig sind oder die Spiegel geputzt gehören oder das Waschbecken nicht glänzt, Wen kümmerts?

  8. #18
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 45

    AW: Ich schaffe den Haushalt nicht

    Hallo

    Dann reihe ich mich mal hier mit denselben Problemen ein. Ich lebe auch in einem Singlehaushalt und habe meine Wohnung in unregelmäßigen Abständen sehr verwahrlosen lassen. Ohne Hilfe hätte ich das niemals alleine hinbekommen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Über einen längeren Zeitraum erkennt man das Extrem nicht mehr und das Bedürfniss, es wieder zu richten, schwindet immer weiter.

    Arjuna schreibt:
    1. Kabellose Kopfhörer mit Musik oder irgendein Beitrag von Youtube hören.

    3. Wenn aller Müll weg ist, Zigarette rauchen, ausruhen und mich freuen.
    Musik hilft mir auch sehr bei der Bewältigung von Aufgaben verschiedener Art. Man hat eine komplett selbstkontrollierte Geräuschkulisse, welche einem hilft, sich nicht ablenken zu lassen UND gleichzeitig lenkt es einen von der langweiligen, sich stetig wiederholenden Tätigkeit ab. Ich tanz und zuck dann immer ein bißchen am Spülbecken rum. ^.^

    Belohne mich dann auch gerne. Ab und an mit einem leckeren Essen, nachdem alles wieder eingesaut ist.

    Blaustern schreibt:

    Nach ca. einer Woche war ich fix und fertig, komplett demotiviert und depressiv (der Lieblingszustand meines Körpers, wie mir scheint). Ich wollte nichts mehr vom Haushalt wissen. Besonders die Routineaufgaben zerrten an meiner Willenskraft. Es demotiviert mich enorn, eine Aufgabe immer wieder zu erledigen.

    Inzwischen versuche ich seit ca. einem einen halbwegs minimalistischen Zustand zu erreichen, um weniger Kram fürs Chaos zu haben. Einiges auszusortieren ist mir auch schon gelungen, nur ist es mir zu schade, es einfach zu entsorgen, ich möchte es gern verkaufen.
    This! Wiederholungen sind etwas ganz Furchtbares, aber auch nur, wenn es eine "unangenehme" Aufgabe ist. Habe während meiner Ausbildung am Abend oft Computer gespielt - immer dasselbe Spiel. Im Spiel selber aber immer unterschiedliche Dinge gemacht. Dummerweise fand ich es nie spannend, wenn das schmutzige Geschirr eine unterschiedliche farbliche Anordnung hat oder anders gestapelt ist.

    Minimalismus ist klasse.

    Wenn ich etwas koche, spüle ich währenddessen schonmal das Geschirr ab, welches ich nicht mehr benötige, da es der Zubereitung dient. Ich habe den Vorgang des Abwaschs in das Kochen und auch das Essen integriert. Wenn der Teller leer ist, wird er gleich gewaschen.

    Hat man nur einen Teller oder zwei, ist man spätestens am nächsten Tag dazu gezwungen ^.^ - super.

    Leider geht das irgendwie nur in der Küche und beim Geschirr. Hab ein Lied auf den Lippen, eine Melodie im Ohr.

    ~flow~ schreibt:
    Ich habe für mich folgende Lösung gefunden:
    Die einzige Bedingung, die einzige wiederkehrende Handlung, die ich selbständig und aus eigenem Antrieb tun muss, ist der Griff in eine kleine Schachtel um dort ein Holzstäbchen rauszuholen. Und zwar jedesmal, wenn ich die Wohnung von draußen betrete. Niemals hatte bei mir ein Plan oder eine to do Liste funktioniert. Ich hasse diese Dinger. Irgendwo habe ich von "wenn, dann Verpflichtungen" gehört.

    Konkret sieht meine "wenn, dann Vereinbarung" so aus:
    Auf den Holzstäbchen stehen Tätigkeiten, die getan werden müssen. Einzelne, abgeschlossene Tätigkeiten. Und zwar heute. Am besten gleich. Habe ich keine Zeit, ziehe ich keins.
    Ist die Sache erledigt, kommt das Stäbchen in die leere Kisten nebendran. Die nächste Aufgabe ist erst wieder dran, wenn ich die Wohnung erneut betrete.

    Es gibt Sachen, die müssen öfter gemacht werden. Einmal die Woche oder alle drei Tage. Sind alle Stäbchen dieser Kategorie von der einen in die ander Schachtel gewandert, kommen sie alle wieder zurück und der Tanz geht von vorne los.

    Daneben gibt es noch weitere Schachteln mit beweils nach unten abgestuften Dringlichkeiten und noch eine Schachtel mit einmaligen Erledigungen wie z.B. das alte, rostige Fahrrad ausm Keller zum Wertstoffhof bringen o.ä. Diese Hölzchen (gibts im Bastelladen) hebe ich dauerhaft in einem Stoffsäckchen auf. Alle paar Monate kann man da mal reinschauen und sich an dem freuen, was man alles schon geschafft hat.

    Man muss ein bissl tüfteln bis man die richtige Anzahl an Hölzchen pro Kiste gefunden hat. Und die richte Frequenz an Zugriffen, sprich Ereignissen, die die "wenn, dann Verknüpfung " auslösen damit die dringenden Dinge in angemessener Wiederholung erledigt werden.


    - Es ist jedesmal ein bischen spannend. Ich weiß nicht, was ich ziehen werde. Das erhält die Motivation. Ich überlege, ob ich noch kleine Belohnungen reintue, die ebenfalls random gezogen werden aber keine der unbeliebten Erledigungen sind.
    - Die ganze Angelegenheit ist mit angenehmem haptischen Reiz verbunden, hat etwas rituelles. Schönes Holz, schöne Kisten/Schachteln. Sowas gefällt mir. Ein schöner Platz in der Wohnung dafür. Papierzettel in einer Tüte tuns auch, machen aber nicht soviel Freude.
    Das ist richtig gut umgesetzt. Wie eine Art Spiel, in dem auch die kleinste "Quest" die größte Belohnung geben kann.

    Curry4 schreibt:
    1.) Besuch empfangen. Kurz davor kriege ich Panik (das ist der Zustand, indem ich am meisten erledigt bekomme) und fang an aufzuräumen.
    Unter Druck krieg ich auch Sachen teilweise besser hin. Ich habe so z.B. für die Schule gelernt damals, bei den Prüfungen ging das leider oft nach hinten los.

    Beim Haushalt leider auch, als es dann einfach zuviel war. Leider kann man dem Heizungsableser nicht absagen, der einen dann fassungslos anschaut.

    Momentan habe ich es unter Kontrolle - die letzte "Entrümpelung" war Ende letzten Jahres, ich kann es bis jetzt halten und hoffe für immer. In diesen Phasen ging es mir wesentlich schlechter, weil ich weiß, dass es anders sein muss.

    LG

  9. #19
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 62

    AW: Ich schaffe den Haushalt nicht

    Ich habe für mich folgende Lösung gefunden:
    Die einzige Bedingung, die einzige wiederkehrende Handlung, die ich selbständig und aus eigenem Antrieb tun muss, ist der Griff in eine kleine Schachtel um dort ein Holzstäbchen rauszuholen. Und zwar jedesmal, wenn ich die Wohnung von draußen betrete. Niemals hatte bei mir ein Plan oder eine to do Liste funktioniert. Ich hasse diese Dinger. Irgendwo habe ich von "wenn, dann Verpflichtungen" gehört.

    Konkret sieht meine "wenn, dann Vereinbarung" so aus:
    Auf den Holzstäbchen stehen Tätigkeiten, die getan werden müssen. Einzelne, abgeschlossene Tätigkeiten. Und zwar heute. Am besten gleich. Habe ich keine Zeit, ziehe ich keins.
    Ist die Sache erledigt, kommt das Stäbchen in die leere Kisten nebendran. Die nächste Aufgabe ist erst wieder dran, wenn ich die Wohnung erneut betrete.

    Es gibt Sachen, die müssen öfter gemacht werden. Einmal die Woche oder alle drei Tage. Sind alle Stäbchen dieser Kategorie von der einen in die ander Schachtel gewandert, kommen sie alle wieder zurück und der Tanz geht von vorne los.

    Daneben gibt es noch weitere Schachteln mit beweils nach unten abgestuften Dringlichkeiten und noch eine Schachtel mit einmaligen Erledigungen wie z.B. das alte, rostige Fahrrad ausm Keller zum Wertstoffhof bringen o.ä. Diese Hölzchen (gibts im Bastelladen) hebe ich dauerhaft in einem Stoffsäckchen auf. Alle paar Monate kann man da mal reinschauen und sich an dem freuen, was man alles schon geschafft hat.

    Man muss ein bissl tüfteln bis man die richtige Anzahl an Hölzchen pro Kiste gefunden hat. Und die richte Frequenz an Zugriffen, sprich Ereignissen, die die "wenn, dann Verknüpfung " auslösen damit die dringenden Dinge in angemessener Wiederholung erledigt werden.


    - Es ist jedesmal ein bischen spannend. Ich weiß nicht, was ich ziehen werde. Das erhält die Motivation. Ich überlege, ob ich noch kleine Belohnungen reintue, die ebenfalls random gezogen werden aber keine der unbeliebten Erledigungen sind.
    - Die ganze Angelegenheit ist mit angenehmem haptischen Reiz verbunden, hat etwas rituelles. Schönes Holz, schöne Kisten/Schachteln. Sowas gefällt mir. Ein schöner Platz in der Wohnung dafür. Papierzettel in einer Tüte tuns auch, machen aber nicht soviel Freude.
    Dieses System finde ich richtig gut.
    Für nicht ständig wiederkehrende Aufgaben hatte ich bis jetzt meine To Do List. Da schaute ich immer drauf wenn ich gerade Zeit hatte und mir langweilig war. Alleine der Antrieb diese Liste klein zu halten und nicht ins unermessliche wachsen zu lassen war Belohnung genug es zu erledigen.
    Aber das mit den Stäbchen klingt ja super vor allen für die immer wiederkehrenden Aufgaben. Vielleicht probiere ich das mal =)

  10. #20
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 20

    AW: Ich schaffe den Haushalt nicht

    Hallo, bis auf die Vorliebe für Excel finde ich mich in Blausterns Beschreibung wieder...zum Punkt die Wohnung "gesellschaftsfähig" machen, kann ich hinzufügen, dass meine Wohnung besser aussiet, seit ich mich auf ein- bis dreimal wöchentliche Besuche eingelassen habe...das war nicht einfach für mich, denn Besuch habe ich so gut es ging oft vermieden, auch weil ich mich nicht damit konfrontieren wollte, wie unangenehm mir meine Wohnung ist. Mittlerweile habe ich mir jedoch eingestehen müssen, das permanente Einsamkeit schlimmer ist und es ganz gut tut, die "Akzeptanz" seitens des Besuchs zu spüren, auch wenn ich beispielsweise den Abwasch schon seit Tagen nicht geschafft habe und mir selbst so viele blöde Kleinigkeiten auffallen, wenn jemand Anderes sich in meiner Wohnung befindet....denn gerade für diese Kleinigkeiten war ich oft blind, wenn ich mich lange als Einzige Person in meiner Wohnung bewegte...

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