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Diskutiere im Thema ADHS + Kindheitstraumata - Es geht alles den Bach runter im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    p@x


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 27

    ADHS + Kindheitstraumata - Es geht alles den Bach runter

    Hallo, nach langer Zeit melde ich mich mal wieder, ich weiß nicht wieso, aber ich schreibe das einfach mal runter, evtl. fällt ja Jemandem was dazu ein.

    Momentan geht es mir leider sehr sehr schlecht, obwohl doch eigentlich alles "so gut läuft".
    Zumindest laut meiner Psychologin die ich derzeit 2-Wöchentlich besuche bin ich ein "Stehauf-Männchen" was unglaublich viel im Leben trotz jahrelang unbehandelter ADHS geschafft hat. Nun nehme ich seit einigen Wochen auch wieder MPH (30/20/0) und auf der neuen Arbeit klappt alles wunderbar. Das war es auch schon mit dem positiven.

    Auf der Arbeit kann es nämlich nur wunderbar klappen, wenn ich auch dort hin gehe. Was aktuell eher nicht der Fall ist, und das in der Probezeit, ich bereite mich jeden Tag an dem ich Krank bin schon mal auf die Kündigung vor. Meiner Meinung nach bin ich nämlich nicht mal unfähig zu arbeiten. Ich habe Rücken/Nacken Verspannungen die schmerzhaft sind, ja, das schon, aber körperlich unfähig zu Arbeiten bin ich in 90% der Zeit nicht. Dennoch lasse ich mich oft krank schreiben.
    Laut meiner Psychologin könnten diese Schmerzen Psychosomatisch erzeugt werden.

    In der letzten Sitzung mit meiner Psychologin kam dann wohl so langsam ans Licht dass mein inneres Kind aufgrund der Misshandlungen in meiner Kindheit (Gewalt + extreme Vernachlässigung + Liebesentzug + Psychoterror) bis heute nicht richtig funktioniert.
    Ich weiß nicht wie ich das vernünftig beschreiben soll, wenn ich nicht draußen unter Menschen oder auf der Arbeit bin klappt einfach nichts mehr, NICHTS.
    Ich räume die Wohnung nicht auf, ich putze sie nicht, Körperpflege findet kaum statt, ich gehe nicht einkaufen, ich gehe nur noch mit dem Hund raus damit er nicht in die Wohnung macht (früher ausgedehnte Spaziergänge im Wald wie es sich gehört), ich wasche meine Wäsche nur noch selten (Gemeinschaftswaschraum mit festen Waschterminen, ich mache Termine, aber wasche dann nicht, hurra).
    Ich sitze nur noch am PC und spiele, wohl wissend, dass dadurch nichts besser werden kann (ich tue das wohl um mich abzulenken). Höre ich auf zu spielen, lese ich Bücher, gehe Baden oder mache sonst irgendeinen Quatsch der null Sinn macht.

    Es ist wie wenn ich von einem in den anderen Modus wechsle, Kind oder Erwachsener, und das Kind ist mittlerweile so stark, dass der Erwachsene in mir in meiner Freizeit zu 95% nichts mehr zu melden hat. Nur auf der Arbeit geht es, aber wie gesagt, da manipuliere ich mich aktuell erfolgreich drumherum (erfolgreich, ja, bis ich wieder im Amt sitze... und dann wird alles noch viel schlimmer).

    Und es wird immer schlimmer, statt wenigstens morgens zum Arzt zu gehen und sich dann krank zu melden, melde ich mich per E-Mail krank, warte bis zum letzten Bus dass ich grade noch 15 min Zeit habe bis die Praxis schließt und zwinge mich dann dort hin zu fahren um die AU zu bekommen. Teilweise gehe ich Freitags nicht zum Arzt, weil man kann ja auch Montags gehen und sich nachträglich krank schreiben lassen (meiner macht das zumindest).

    Ich habe Angst die Kontrolle zu verlieren und all das was ich mir über Jahrzehnte erkämpft habe war dann umsonst.
    Das ganze habe ich jetzt schon mehrfach durchlebt, ich habe deswegen meine letzten 3 Arbeitsstellen nach jeweils 3 Monaten verloren.
    Es kommt in Wellen, immer wenn ich arbeitslos bin wird das Kind mit steigender finanzieller Not leiser und leiser, irgendwann schreibe ich dann Bewerbungen, bekomme nen Job, und dann, nach ein paar Wochen wird das Kind lauter, rebelliert, wird immer stärker und am Ende eskaliert es vollends mit dauerkrank und Jobverlust.

    Das ganze geht einher mit extremen Selbstzweifeln, Depressionen, Wut auf mich selbst, Verzweiflung und Angst.
    Ich kann mittlerweile nicht mal mehr Spaß haben, denn sobald ich irgendwie glücklich bin oder stolz, schelte ich mich selbst wie viel Mist ich noch beseitigen muss, damit ich auch nur das geringste Recht auf Glück haben dürfte.
    Ich weiß nicht wie ich aus dieser Spirale rauskommen kann und ich habe Angst dass mein restliches Leben so verlaufen wird.

    Ich habe außer meiner Freundin auch sonst niemanden mit dem ich darüber reden kann, meine Familie ist Geschichte schon seit 20 Jahren, die sind ja erst Schuld an dieser Situation (zumindest meine Mutter + Vater) und mit denen will ich nichts zu tun haben. Von meinen Freunden ist der letzte wirklich gute Freund vor kurzem 500km weit weg gezogen zu seiner Freundin (die er durch mich kennengelernt hat... wow... danke Schicksal).

    Es gibt mittlerweile Situationen wo ich hier sitze und nach außen hin vor mich hinstarre aber innerlich ein Kampf stattfindet wo es darum geht etwas zu tun, wie z.B. Geschirr zu spülen, das geht dann einige Zeit lang hin und her und am Ende mache ich's dann doch nicht, teilweise dauert dieser Zustand Minuten lang an.
    Selbiges morgens beim Aufstehen, ich habe dann einfach keinen Bock aufzustehen, die andere hälfte sagt aber "wenn du nicht aufstehst, dann wirst du zu spät zur Arbeit kommen" und so geht es hin und her, und jeden Morgen habe ich das Gefühl dass die "kein Bock" Stimme mehr und mehr Macht gewinnt.

    Ich komme mir mittlerweile vor als ob ich mich jeden Tag selbst verarsche und belüge... nur mit welchem Ziel? Das macht doch keinen Sinn!
    Ich will das nicht mehr, und ich weiß dass ich der einzige bin, der etwas ändern kann, ich weiß aber nicht wie.

    Kennt das Jemand? Hat Jemand das durchgemacht und ist da raus gekommen?
    Macht eventuell eine Betreuung Sinn? Wenn ich über eine Betreuung nachdenke wird mir ganz anders, für mich wäre das der erste Schritt auf dem Weg in die Geschlossene... und außerdem ein Eingeständnis dass ich in den letzten 15 Jahren absolut gar nichts für mich erreicht habe. Ausserdem... wie soll das Abgeben von Verantwortung helfen sie selbst zu übernehmen? Ich weiß es nicht...

    Sorry für den Langen Text, und wenn die Absätze ich nicht richtig formatiert sind oder etwas unverständlich formuliert ist einfach bescheid sagen...

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 15

    AW: ADHS + Kindheitstraumata - Es geht alles den Bach runter

    Hallo p@x,

    einige deiner Probleme kenne ich zu gut, das innere Kind ist ein sehr starker Begleiter, den man nur - wenn überhaupt - schwer kontrollieren kann. Arbeitsunfähigkeit ist nach meiner Meinung nicht nur eine Sache der körperlichen Verfassung...

    Zunächst mal solltest Du Dir aber keine Gedanken über eine geschlossene Klinik machen, es gibt viele andere Wege. Wenn Du Dir eingestehst, dass du nach so vielen Jahren Kampf nicht mehr kannst und Hilfe brauchst, hat das nichts damit zu tun, dass Du nichts erreicht hast. Du hast es die ganzen Jahre geschafft, Dich über Wasser zu halten. Das ist eine große Leistung, ich glaube nicht, dass das jeder schafft. Hilfe in Anspruch zu nehmen ist in Ordnung, das musste ich auch lernen.

    Nach meinem schlimmsten Absturz bin ich freiwillig in eine offene psychosomatische Klinik gegangen. Ich hatte wahnsinnig viel Angst davor, wusste nicht, was mich erwartet. Habe mich selbst immer wieder gefragt, ob das nötig ist, warum ich mich nicht einfach zusammenreißen kann. Ich muss sagen, dass es eine Erfahrung war, die ich niemals bereuen werde.

    Es ist eine Chance, aus dem Teufelskreis auszubrechen, weg von allen äußeren Belastungen. In einer Klinik ist man mit Menschen zusammen, denen es auch schlecht geht. Aber es herrscht eine ganz andere Art von Verständnis und Akzeptanz. Dort besteht die Chance sich ganz mit sich selber zu beschäftigen, sich fallen zu lassen, fernab der alltäglichen Verantwortung. Das ist ein gutes Gefühl. Manchmal ist es notwendig, diese Verantwortung abzugeben, damit man klar sehen kann.

    Man wird während eines Klinikaufenthalts nicht komplett geheilt, aber es öffnen sich Wege, die man vorher icht sehen oder erreichen konnte. Man lernt von Grund auf, sich selbst zu spiegeln, zu sortieren, Stück für Stück Ordnung ins Chaos zu bringen, in kleinen Schritten mit Verantwortung umzugehen, sodass man stark genug ist, das eigene schwere Gepäck zu tragen und es zu verringern.

    Wenn man mit einer realistischen Erwartungshaltung an die Sache ran geht und sich auf die Therapie einlässt, kann die Klinik viel Selbsterkenntnis, Mut und neue Wege bieten. Mir hat es sehr geholfen.
    Geändert von Lohengrin (13.12.2016 um 18:11 Uhr)

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 24

    AW: ADHS + Kindheitstraumata - Es geht alles den Bach runter

    weist du... im wahrsten sinne des Wortes wurden Dir und auch mir die Grundlegendsten dinge nicht mit in die Wiege gelegt...
    Es wird immer ein stiller Begleiter sein, diese Wut, Angst die Kontrolle zu verlieren, Selbstzweifel und was da alles noch mit dran hängt.
    Trotzdem habe ich das Gefühl, aus deinem Text herauszulesen.. (mal abgesehen davon das du es manchmal ganz schön drauf ankommen lässt.. mit dem 15min Timing) :-))) das Du mit sicherheit ein sehr besonders toller Mensch bist!!!

  4. #4
    p@x


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 27

    AW: ADHS + Kindheitstraumata - Es geht alles den Bach runter

    @Lohengrin
    Danke für deine Schilderung, ein Klinikaufenthalt ist für mich allerdings wirklich die letzte Notbremse, wie sie es bei dir ja auch war. Ich hoffe jedoch dass ich aktuell nicht dermaßen instabil bin, das man von Zusammenbruch reden kann. Mir gehen nur langsam die Ideen aus was ich ausser Therapie noch machen kann. (ja sie bringt was, ja die Therapeutin ist sehr gut, nur... wenn mir sie und meine Freundin mir unabhängig voneinander sagen "hach, dann verlierste halt den job jetzt nochmal... dann klappts eben beim nächsten, du arbeitest ja dran" dann wird mir sehr, sehr schlecht... denn für mich ist das Ding nicht sowas von easy...)

    @bitter
    Danke für die lieben Worte.

    Leider ist es so, dass mich viele Menschen ganz toll finden, sehr viel Respekt davor haben was ich im Leben gestemmt und ausgehalten habe, was ich trotz der Umstände erreicht habe usw., ich selbst das aber überhaupt nicht so sehe.
    Die Menschen sehen nämlich nicht die andere Seite, die auf der die Dinge stehen, die ich nicht schaffe, und die teilweise wie oben beschrieben meine existenz bedrohen.
    Natürlich bin ich stolz in manchen Situationen oder wenn ich mich aus bestimmten Blickwinkeln betrachte.

    Aber... was nützt es, wenn ich ein wunderschönes Haus halb aufbaue und es mittendrin doch wieder einreiße?

    Ich möchte irgendwann mal in eins dieser unzähligen Häuser einziehen statt es abzureissen, und auch wenn ich weiß das ich als Adhs und trauma patient immer schiefe Fensterläden haben werde, es ab und zu ins dach regnet und mein Keller voller Wasser läuft, im Gegensatz zu anderen die mehr "Glück" hatten als ich, möchte ich dieses Haus jedoch irgendwann mal FERTIG haben.

    Ich weiß nur nicht was mir dazu fehlt.

    Ich bin ein Mensch der extrem selbstreflektiv (gibts das Wort überhaupt?) denkt, zumindest wenn der Erwachsene grad am Drücker ist, und wenn ich mir mein Leben die letzten 10 Jahre so anschaue, dann merke ich vor Allem, das mein Akku langsam ladehemmungen bekommt.

    Mit 20 hat es mich nicht interessiert ob ich ne Stelle verloren habe (oder nur sehr kurzfristig interessiert), Schulden haben mich nicht runter ziehen können, selbst ein Umzug über 300km war kein Thema, Butze unordentlich? Scheiss drauf, geh ich halt raus.
    Nach 10 Jahren immer wieder der gleiche Kram reicht es langsam, ich will keinen Job mehr verlieren, ich will keine Wohnung wie ein Saustall mehr haben, ich will endlich mal Geld SPAREN können statt an Schulden zu denken und mein Pfandgut für "schlechte Zeiten" säckeweise in der Abstellkammer bunkern...

    Und es läuft ja, für den Moment. Dieser Monat ist der beste seit laaaangem, ich hab nen 4 stelligen betrag NACH allen Rechnungen aufm Konto und genau 0 Impulskäufe gemacht, ich hab ne coole firma ganz in der nähe mit coolen kollegen, halt den "passenden" Job gefunden, ich knüpfe wieder soziale Kontakte.

    Das ist ein gutes Fundament für weiteres.

    Wäre da nicht der kleine, kaputte und vernachlässigte Teil in mir, der sich immer stärker nach vorne drängt.
    Es ist wie als ob "je besser es läuft, desto extremer kann ichs schleifen lassen" die Prämisse wäre.

    Ich habe angst das ich mir wieder selbst das Fundament zerstöre. Ich habe zb. geschafft trotz fortlaufender Kündigungen mein Gehalt immer weiter zu steigern, fragt mich bitte nicht wie, ich kanns selbst nicht glauben, aber wie das so ist, je höher du steigst, desto tiefer der Fall und desto größer ist die Angst.
    Mag sein das man aus Angst heraus zu Übertreibungen neigt und man mir das jetzt gern unterstellen möchte (zu übertreiben), aber ich habe bisher die Erfahrung gemacht dass die Depressionen nach jeder Kündigung stärker wurden (meine Freundin als 'aussenstehende' hat mir das auch so geschildert), ich möchte das nicht mehr.

    Ich möchte also nicht nur auf dem Fundament weiter bauen was ich jetzt habe, sondern ich will UNBEDINGT verhindern dass mir irgendwann doch die Kraft fehlt nochmal bei 0 anzufangen, denn dann stehe ich als gebrochener Mensch da der null Perspektiven hat.

    Verlange ich zu viel?
    Ich mein... ordentlicher Haushalt, Job, Ersparnisse/Finanzielle Sicherheiten.
    Ist das zu viel? Sollte ich schon froh sein nicht obdachlos zu sein (bin ich, aber das kanns doch nicht gewesen sein 0o)

    Wie kann ich dem kleinen p@x das erklären? Wie mache ich meinem inneren Kind klar, dass wir uns einigen müssen?

    Es tut mir leid wenn ich hier so rumschwafel und sich davon Jemand unwohl fühlt oder angegriffen fühlt... wenn das zu viel ist kann es ein Mod ja löschen. In dem Fall schonmal sorry :/

  5. #5
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 19

    AW: ADHS + Kindheitstraumata - Es geht alles den Bach runter

    Hallo p@x,

    deine beiden Beträge sind echt krass, vielleicht brauchst du jemanden an deiner Seite der mal ab und an das Kind in dir Scheltet, den das Brauch ich auch um endlich mal aus dem
    Deprikreis raus zu kommen, nur du hast deine Freundin die das machen könnte ich bin an dem 0 punkt und se kein Ausweg mehr.

    Sorry wenn ich das zu krass geschrieben haben sollte, kannst es ja Ignorieren, macht eh jeder mit mir .

    LG Freya

  6. #6
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 450

    AW: ADHS + Kindheitstraumata - Es geht alles den Bach runter

    Hallo p@x,

    Ich weiß nicht ganz genau, was du für eine Therapie machst, aber es hört sich nach Schematherapie an. Ist es das?

    Falls ja: Das "Kind" (deine emotionale/bedürftige Seite, die wahrscheinlich biografisch sehr verletzt, alleingelassen wurde und sich daher auch heute schnell allein, hilflos, ausgeliefert fühlt = KINDMODUS) schelten ist der falsche Weg, das hast du in deinem Leben wohl eher schon viel zu oft und stark erlebt (durch andere).

    Das machst du vermutlich auch ohnehin schon (indem du derartige Bewertungen und Haltungen, die andere schon früh dir gegenüber gezeigt haben, verinnerlicht hast und auf dich selbst anwendet, dich abwertest, nichts von dir hältst oder gar bestrafst = dysfunktionaler ELTERNMODUS).

    Was du dann tust, also Chaos wachsen lassen, deine Zeit stattdessen am PC verbringen, ist vermutlich kaum der Kindmodus, sondern ein sog. maladaptiver BEWÄLTIGUNGSMODUS, ein sog. distanzierend-vermeidender. Bedeutet du lenkst dich ab, weichst Herausforderungen aus, wodurch diese natürlich größer und zu echten Problemen werden können.

    Das machst du aber nicht aus Jux und Dollerei (deshalb: nicht das Kind schelten!), sondern weil du die Spannung zwischen dem orientierungslosen, ängstlichen Kindmodus und dem strengen, abwertenden Elternmodus, wenn diese gleichzeitig aktiviert sind, nicht ertragen kannst (solche sehr dissonanten Zustände kann keiner ertragen). Du praktizierst also notgedrungen "irgendeinen" Umgang damit (der Bewältigungsmodus).

    Und da ist der Knackpunkt: Konstruktive Bewältigungsformen hast du evtl. zu wenig gelernt oder lernen können (ADHS, evtl. auch Mangel an Vorbildern), also bewältigt du "irgendwie", machst das was früher in deiner damaligen Umgebung noch am ehesten funktioniert hat, für dich heute aber weiter Probleme verursacht (eben das Ausweichen, Vermeiden etc. z.B. durch Ablenkung am PC).

    Neue konstruktive Bewältigungsformen (die sind zu Hause beim gesunden ERWACHSENENMODUS) , mit denen du deinem Kindmodus (= deinen Gefühlen und Bedürfnissen) gerecht wirst und dich gleichzeitig von strengen internalisierten Forderungen oder Bewertungsmustern abgrenzt, also dem dysfunktionalen Elternmodus, kannst du in der Therapie lernen und aufbauen.

    Das war Schematherapie in Kurzform. Ist es das, was du in der Therapie auch machst? Falls ja, dann lass es dir alles nochmal genau von deiner Therapeutin erklären. Du kannst auch gerne mich noch mal fragen zu den Begriffen und deren Bedeutung.

    Noch ein Tip: Sei offen für Übungen, die manchmal etwas verrückt wirken auf den ersten Blick (Stühlearbeit, Imaginationen), aber bei Wiederholung ziemlich wirkungsvoll sein können , um die eingeschliffenen Muster zu verstehen, aber auch zu verändern. Und mach Hausaufgaben, die du evtl. von der Therapeutin bekommst, damit das gelernte in den Alltag übertragen werden kann.

    Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg dabei!

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 24

    AW: ADHS + Kindheitstraumata - Es geht alles den Bach runter

    also.. Dust bist offen für neue dinge,, reflektierst dich immer wieder, weißt was du willst, manchmal mehr, manchmal weniger..
    Baust etwas auf reist es wieder ein.. Es ist okay.. vielleicht bleibt es eine lange lebendige Auflage.

    Die Blickwinkel verändern sich, aber auch die Körperkraft schwindet.. nichts bleibt so wie es mal war.. lass dich davon nicht irritierteren, dafür gelingen dir
    so ganz wunderbare dinge, die du mit übertreibungen beschreibst.

    Was ist es das Dir fehlt ? Gute frage... eine unerfüllte Lücke die sich nur oberflächlich schließen lässt.

    Ich bin irgendwie überzeugt davon, das Du im innerden den Dialog, auch mit Kompromissen führen darfst.

    Es gibt natürlich diese wichtige Sache im Leben, einen Job zu haben. Ich weiss wie wichtig das ist um zu überleben.. und ich hoffe sehr,
    das du es schaffst diesen Job ganz lange zeit halten zu können um dir all deine Träume und Sicherheiten zu erfüllen.






    (ich weiss..ich beschreibe alles irgendwie anderes.. aber das ist so meine art )

  8. #8
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 19

    AW: ADHS + Kindheitstraumata - Es geht alles den Bach runter

    Hallo p@x,

    wenn ich seine Schilderungen lese und das auf und ab dass du beschreibst, sehe ich doch gewisse parallelen.

    Ich kann dir leider keine konkreten Vorschläge oder Handlungsguides vorschlagen, aber vielleicht etwas grundsätzliches aus eigener Erfahrung.

    Das mit dem Auf- und Ab, das teilweise an Selbstsabotage grenzen mag, versuche die grundsätzliche und i.d.R. unbewusste Motivation dahinter zu verstehen oder herauszubekommen.
    Das klingt vielleicht komisch, aber ich habe selber die Erfahrung gemacht, das es diese versteckten Teilgründe durchaus geben kann. Z.B. wen alles gut läuft, kommt dann eventuell eine unbewusste Form der Langeweile auf, im Sinne der Kick des Lebens am Limit fehlt? Und man sich deshalb so lange sabotiert bis es wieder etwas notfallmäßiges zum Aufbauen gibt?

    Falls, neben den sonstigen ADHS-typischen Einschränkungen, ein solches Muster/ Motivation/ .. bestehen sollte, kannst du vielleicht einem Zwischenweg finden, es auf gesündere Weise in dein Leben einzubauen oder diesen unbewussten "Bedarf" auszuleben. Z.B. für das obige Beispiel sich einen "stressigeren" Job suche, wo man getriebener ist und dort "Feuerwehr" spielen muss, dass der grundsätzliche Bedarf etwas kaputtes zu reparieren, dort bereits gedeckt wird.

    Wie gesagt, dass Beispiel muss überhaupt nicht auf die zutreffen, es sollte nur verdeutlichen was ich meine und dich vielleicht zu Weiterem inspirieren.

    Viele Grüße
    teapot

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.870

    AW: ADHS + Kindheitstraumata - Es geht alles den Bach runter

    Die Frage ist, in wie weit man solche Muster alleine aufdecken kann und auch will. Das Nicht-Wollen wäre uU in diesem Fall eine Art Selbstschutz. - Gerade wenn uU Ängste oder gar ein Trauma dahinter stecken könnten.

  10. #10
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 19

    AW: ADHS + Kindheitstraumata - Es geht alles den Bach runter

    Das stimmt natürlich und auf solche Erkenntnisse kommt man nicht mal eben so, das ist klar. Zumal man selber da oft sehr verstrickt ist. Vielleicht kann sowas aber Gegenstand von einer Therapie oder ähnlich intensiven und vertrauensvollen Begleitungen sein. Es kann hilfreich sein, Idee zu haben wonach man sucht oder suchen kann.

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