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Diskutiere im Thema Beratungsresistenz / "Ratschläge-Aversion" im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #51
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 8

    AW: Beratungsresistenz / "Ratschläge-Aversion"

    Ich habe meinem Umfeld nicht erzählt, dass ich ADHSler bin. Es würde keinen Sinn ergeben, da sich ein "normaler" Mensch nicht in meine Lage versetzten kann. Aber von den Ärzten habe ich viele Ratschläge bekommen, obwohl sie nie tiefer gegangen sind um zu erfahren, wobei es bei mir wirklich hakt. Mach Yoga, Gi Gong, Autogenes Training, Hypnosetherapie, etc. ect. Es waren gut gemeinte Ratschläge, ich möchte den Ärzten nichts unterstellen, aber leider haben diese Therapien mein Leiden noch verstärkt. Ich war danach noch nervöser und impulsiver als sonst.

    Ich habe immer gegen etwas angekämpft von dem ich nicht wusste was es ist. Vielleicht auch wegen meinem Vater der außer dummer Hund, blöder Hund, fauler Hund nichts anderes über mich zu sagen hatte (vielleich bin ich drum auf den Hund gekommen ).
    Ich habe immer versucht dem zu entsprechen was andere von mir erwarten, wollte so sein wie sie. Das hat mich über die Jahre zermürbt und vereinsamt. Ich bin dann auf den Seelentröster Nummer eins reingefallen und habe mich halt mit Alkohol beruhigt. Was wiederum ein zweischneidiges Schwert ist, wie wir alle wissen. Nun da ich weiß was mich antreibt, ich habe endlich Klarheit mit der Diagnose einer Fachärztin, habe ich alles was ich im Leben gemacht habe, in Frage gestellt. Nicht alles war schlecht, aber der Druck der ständig auf mir lastete und lastet, werde ich nicht mehr länger zulassen. Ich werde daher versuchen neue Wege zu gehen, ich werde mich Jobmäßig verändern, möchte mehr Freizeit, damit ich meinen Hobbys nachgehen kann, und vor allem möchte ich eines. Nicht mehr den Druck zu haben allen alles Recht machen zu müssen.

    Ich sehe nun etwas Licht am anderen Ende des Tunnels, versuche "meinen" Weg zu gehen und mich von meinen Eigenheiten nicht mehr aus dem Tritt bringen zu lassen. Weil ich einfach weiß, dass es nicht zu ändern ist. Ein Mensch dem ein Bein anputiert wurde, wird nie mehr so gehen können wie früher, er wird sich umstellen müssen. Und ich denke wir ADHSler sollten genauso denken. Mit unserem Andersein abfinden und neue Wege gehen. Das machen was das Leben erträglich für uns macht. ZB. Ich war bei meinen Eltern das ungeliebte Kind, dann der tyrannische Teenie und nun der erwachsene Single. Und das bei Eltern die nur dann so etwas wie Stolz entwickeln können, wenn man verheiratet ist und Kinder hat. Ich konnte ihnen ja nicht erklären wieso ich nur schon beim Gedanken an eine Partnerschaft Schweißausbrüche bekomme. Ich hätte mich sicher schon todgesoffen, ich hätte dem Druck eines Familienvaters nie standhalten können.

    Und ich hoffe ich kann diese Dinge nun alle umsetzen, und das wünsche ich euch auch. Von ganzem Herzen, denn ich weiß hier sind viele noch sehr jung und müssen erst einen Weg für sich finden.

    Übrigens: nachdem ich eine Ahnung von meinem ADHS hatte bin ich auf diese Website gestoßen. Erst hier habe ich Gleichgesinnte gefunden und erstmals über mich sprechen können. Und habe erfahren, dass es noch viele gibt, die dasselbe Schicksal mit mir teilen. Ich habe dann begonnen weiter zu graben, war ein steiniger Weg, und nach meiner Diagnose hatte ich endlich ein klares Bild von mir. Ich möchte daher dem Team um die ADHS Chaoten und den neuen Medien danken. Denn ohne eure Mithilfe wäre ich jetzt noch auf der Suche.

    Danke und liebe Grüße

  2. #52
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 790

    AW: Beratungsresistenz / "Ratschläge-Aversion"

    Ich komme mit Botschaften wie "Du musst...", "Du solltest...." nicht klar und reagiere zudem sehr, sehr druckempfindlich bzw. nehme schnell etwas als Druckausübrung wahr. Letzteres behindert mich leider in meinem Berufsleben. Mit "Kunden", die Druck ausüben, kann ich so gar nicht und es fällt mir sehr, sehr schwer für sie zu arbeiten. Dann dauert alles sehr, sehr, sehr lange.

    Meine Therapeutin hat sich immer sehr klug angestellt, indem sie immer fragte, was ich denn selber denke, was mir helfen könnte. Durch sie bin ich z.B. zum Yoga gekommen. Sie hatte nicht gesagt: "Machen Sie Yoga!", sondern erwähnte Yoga nur mal so nebenbei. Das blieb dann, obwohl nur beiläufig erwähnt, bei mir hängen und ich meldete mich zu einem Kurs an. Habe dann einige Jahre intensiv Yoga betrieben, bis es mir irgendwann zum Halse heraus hing.

  3. #53
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 202

    AW: Beratungsresistenz / "Ratschläge-Aversion"

    Hyper80 schreibt:
    Ich komme mit Botschaften wie "Du musst...", "Du solltest...." nicht klar und reagiere zudem sehr, sehr druckempfindlich bzw. nehme schnell etwas als Druckausübrung wahr. Letzteres behindert mich leider in meinem Berufsleben. Mit "Kunden", die Druck ausüben, kann ich so gar nicht und es fällt mir sehr, sehr schwer für sie zu arbeiten. Dann dauert alles sehr, sehr, sehr lange.
    Mein Sohn (8 Jahre), der nach mir kommt, ist großer Fan vom "Ritter Rost" (u.a. Hörspiel für Kinder).

    Unser Lieblingszitat von Ritter Rost lautet: "Ich kann alles, wenn ich nicht muss."

  4. #54
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 230

    AW: Beratungsresistenz / "Ratschläge-Aversion"

    Irgendwo aus meiner Erzeigerausbildung habe ich noch den Satz im Kopf

    "Ratschläge sind Nackenschläge!"

  5. #55
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 60

    AW: Beratungsresistenz / "Ratschläge-Aversion"

    Beratungsrestent glaub ich nicht, dass ich bin.

    Wenn mir aber jemand mit "Ratschlägen" kommt die genausogut aus nem Kalender stammen könnten (z.B Alles ist möglich. Du must nur an dich glauben..., etc.), oder mit Ratschlägen kommt, die ich schon hundertmal gehört habe oder purer Unsinn sind (z.B. Ernähr dich doch einfach noch gesünder, dann verschwindet das ADS Problem ganz von alleine, ...) oder mir lang und ausführlich erklärt, wie supertoll einfach doch Haushalt ordentlich zu führen ist und zwar so und so, dann kann ich schon mal genervt darauf reagieren.

    Je nachdem um welche Person es sich handelt, höre ich entweder gequält trotzdem zu, setze ein falsches Lächeln auf, bedanke mich für die laaaaaaange Erklärung und versuche ihr freundlich zu erklären, warum jener Vorschlag nicht bei mir funktioniert oder wenn ich keine Lust auf Diskussionen habe, gebe ich vor den Tipp in Betracht zu ziehen.

    Die Genervtheit spüren, lass ich die Leute nur, wenn es ständig solche "Ratschläge" sind, bei Besserwisserei (z.B. Der Arzt irrt sich! Es gibt doch kein ADS (Ich: Und du hast studiert oder woher willst du das wissen?)) oder wenn die Tipps an Dummheit nicht mehr zu übertreffen sind (z.B Bete doch mal an den Erzengel so und so. Der erlöst dich bestimmt von deinem Problem. Hat auch bei der Kollegin einer Freundin ihres Bruders Tochter bei ihrem verstauchten Zeh geholfen. Möchtest noch einen Schluck Granderwasser?.....etc.)

    Im Allgemeinen gelte ich als Kritikfähig. Was ich wirklich von den Ratschlägen halte muss nicht jeder wissen. Ich würd mich sonst nur ständig streiten und das währ auch nicht Zielführend.

  6. #56
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 348

    AW: Beratungsresistenz / "Ratschläge-Aversion"

    Yasmine schreibt:
    Du unterstellst das dem Ratgebenden jedes Mal ? Also grundsätzlich?
    Nein. Ich schrieb, dass ein Ratschlag NICHT IMMER wohlgemeint ist. Also gibt es ja auch Fälle, in denen er gut gemeint ist.

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