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Diskutiere im Thema "Rollen spielen" - Ist das Dissoziation? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 19

    "Rollen spielen" - Ist das Dissoziation?

    Hallo,

    ich möchte gern herausfinden, welche Bedeutung Dissoziation für meine Probleme hat (AD(H)S-Diagnose mit 24, Zwänge, Essstörung, Burnout), da ich aus den gelesenen Beiträgen in dem langen Forumsthread schon einige Dinge wiedererkannt habe.

    Derzeit befinde ich (29) mich in einer stationären Psychotherapie und habe große Probleme damit, mein "wahres Ich" zu finden, da ich in Gruppentherapien ständig dazu aufgefordert werde, mal meine "Maske" abzulegen und einfach ich selbst zu sein.

    Ich habe das bislang kaum wahrgenommen, aber ich spiele eigentlich ständig eine Rolle:


    • Auf Arbeit bin ich der verbindliche, professionelle Typ, immer freundlich, "Klar Chef, jederzeit gerne!".
    • Gegenüber meinen Eltern spiele ich den "guten Sohn", z.B. rede ich (bin 29) immer noch nicht mit ihnen darüber dass ich in der Jugend ne Weile geraucht habe, der "gute Sohn" raucht nicht. Außerdem lüge ich oft an Stellen, wo mein Partner sich immer wundert, warum ich da nicht einfach die Wahrheit sage. Es fühlt sich für mich richtig so an, es hält die Rolle aufrecht.
    • Bei meinem Therapeuten sitze ich immer betroffen da, gucke nachdenklich, bestätige was er sagt. Er meint, ich reflektiere alles ganz toll - Zugang zu meinen Gefühlen findet er und ich aber nicht.
    • Im Alltag spiele ich Offenheit, Aufgeschlossenheit, erzähle hier einen Witz, lache, hier eine Anekdote, dort etwas "unnützes Wissen".


    Das Ding ist, dass ich innerhalb von Sekunden von einer Rolle in die nächste schlüpfen kann. Bin ich gerade noch totunglücklich gewesen und jemand für den die Alltagsrolle zutrifft betritt den Raum, lache und scherze ich - es kommt einfach aus mir heraus, ich höre mich quasi selbst verwundert an und frage mich "Warum klingt das jetzt so fröhlich?".

    Wenn ich eine neue Person kennenlerne und über die "Alltagsrolle" hinaus eine Freundschaft aufbauen möchte, so muss ich immer enorm viel Zeit investieren, da ich ja nicht ich selbst sein kann. Stattdessen versuche ich die Person zu spiegeln. Redet sie schnell und macht viele Witze tue ich das auch. Spricht sie langsam und macht Schachtelsätze, werden meine Sätze mit der zeit auch verschachtelter usw... Das kostet natürlich Zeit und Kraft, weshalb ich mich auch immer mehr zurückgezogen habe.

    Wer "ich" selbst bin weiß ich gar nicht. Wenn ich mit mir alleine bin versinke ich oft in Tagträumen, habe (oft) negative Gedankenschleifen, lenke mich mit Alltagstätigkeiten, Spaziergängen, Podcasts hören oder Kiffen ab.

    Meine Frage ist: Ist das mit den Rollen mit "Dissoziation" zu erklären bzw. zu bezeichnen?

    Oftmals habe ich auch Tagträume, ich starre ins Leere, bin irgendwie weg, schalte innerlich auf "Standby", merke kaum, wie die Zeit vergeht. Gehört das auch dazu?

    Und dann gibt es noch Situationen wo ich aus (für mich und andere) unerfindlichen Gründen heftig reagiere, wütend werde, mich angegriffen fühle, obwohl man es nur gut mit mir meint. Wenn ich beispielsweise eine aus meiner Sicht gute Idee habe und diese von meinem Gegenüber unterdrückt werden soll. Ich weiß dann nicht was ich tun soll, werde wütend, aggressiv später verzweifelt.

    Ich würde mich über eure Hilfe und Erfahrungen freuen

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 460

    AW: "Rollen spielen" - Ist das Dissoziation?

    Comfortnudel schreibt:
    Das Ding ist, dass ich innerhalb von Sekunden von einer Rolle in die nächste schlüpfen kann. Bin ich gerade noch totunglücklich gewesen und jemand für den die Alltagsrolle zutrifft betritt den Raum, lache und scherze ich - es kommt einfach aus mir heraus, ich höre mich quasi selbst verwundert an und frage mich "Warum klingt das jetzt so fröhlich?".

    Wenn ich eine neue Person kennenlerne und über die "Alltagsrolle" hinaus eine Freundschaft aufbauen möchte, so muss ich immer enorm viel Zeit investieren, da ich ja nicht ich selbst sein kann. Stattdessen versuche ich die Person zu spiegeln. Redet sie schnell und macht viele Witze tue ich das auch. Spricht sie langsam und macht Schachtelsätze, werden meine Sätze mit der zeit auch verschachtelter usw... Das kostet natürlich Zeit und Kraft, weshalb ich mich auch immer mehr zurückgezogen habe.

    Wer "ich" selbst bin weiß ich gar nicht. Wenn ich mit mir alleine bin versinke ich oft in Tagträumen, habe (oft) negative Gedankenschleifen, lenke mich mit Alltagstätigkeiten, Spaziergängen, Podcasts hören oder Kiffen ab.

    Meine Frage ist: Ist das mit den Rollen mit "Dissoziation" zu erklären bzw. zu bezeichnen?

    Oftmals habe ich auch Tagträume, ich starre ins Leere, bin irgendwie weg, schalte innerlich auf "Standby", merke kaum, wie die Zeit vergeht. Gehört das auch dazu?

    Und dann gibt es noch Situationen wo ich aus (für mich und andere) unerfindlichen Gründen heftig reagiere, wütend werde, mich angegriffen fühle, obwohl man es nur gut mit mir meint. Wenn ich beispielsweise eine aus meiner Sicht gute Idee habe und diese von meinem Gegenüber unterdrückt werden soll. Ich weiß dann nicht was ich tun soll, werde wütend, aggressiv später verzweifelt.

    Ich würde mich über eure Hilfe und Erfahrungen freuen
    Das sind ganz wunderbare Beispiele fuer Dissos, schoen beschrieben!

    So, wie du beschreibst, die Person zu spiegeln und dich selbst gar nicht wahrnimmst: Genau das ist Depersonisation.

    Tagtraeume, ins Leere starren, das ist Derealisation.

    Aus unerfindlichen Gruenden heftig reagieren - das sind durch Trigger ausgeloeste Flashbacks, als Folge gibs dann eine Disso, das kann sogar kurz richtig psychotisch werden.

    Trigger koennen alles moegliche sein. Der Rat der Grossmutter, eine warme Jacke anzuziehen, oder ein agressiver Tonfall, bei anderen reicht ein langsamer Autofahrer vorneweg und sie sind im Kampfmodus.

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 295

    AW: "Rollen spielen" - Ist das Dissoziation?

    DonBoleta schreibt:
    Aus unerfindlichen Gruenden heftig reagieren - das sind durch Trigger ausgeloeste Flashbacks, als Folge gibs dann eine Disso, das kann sogar kurz richtig psychotisch werden.
    Wenn man sich die heftige Reaktion nicht erklären kann, dann kann man sich an die konkrete Situation in der Vergangenheit ja offenbar nicht erinnern. Sonst hätte man ja eine Erklärung für die heftige Reaktion und könnte sich möglicherweise schnell wieder beruhigen, so nach dem Motto "Ach so, diese alte Geschichte schon wieder".

    Ist diese nicht präsente Situation in der Vergangenheit dann eine Dissoziation im eigentlichen Sinne bzw. worin besteht dann genau der Flashback, da ja ein bewusstes Wiedererleben gar nicht stattfindet? Oder besteht das perfide gerade darin, dass man zwar einen Flashback hat, diesen aber nicht wahrnimmt, sondern nur die Emotionen, die er auslöst?

    Bei mir kommt es öfter vor, dass ich aus unerfindlichen Gründen sehr heftig reagiere und mich dann nicht herunterregeln kann. Sattdessen folgen wilde Emotionen und Gedanken, in die ich mich regelrecht hineinsteigere. Das kann dann auch mal ein paar Stunden dauern und das einzige, was ich und meine Umwelt machen können, ist abwarten, bis es vorbei ist. Das passiert dann oft ganz plötzlich und unerwartet. Würdest du dieses Hineinsteigern auch als Disso bezeichnen?

    Und was meinst du mit psychotisch? Hättest du vielleicht ein paar "plastische" Beispiele zur Hand?


    Ach so, und zum Schluss noch was anderes: Die eigene Stimme beim Telefonieren unbewusst so an den Gesprächspartner anzupassen, dass außenstehende sofort merken, mit wem man spricht - Ist das schon Depersonalisierung? Könnte man ja auch als soziale Kompetenz deuten...

  4. #4
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 19

    AW: "Rollen spielen" - Ist das Dissoziation?

    Danke für das hilfreiche Feedback und die Einordnung! Damit bin ich denke ich einen großen Schritt weiter bei der Suche danach, was bei mir so vorgeht.

    Jetzt ist natürlich die Frage, was daraus folgt.

    Inwiefern ist das Auftreten von Dissoziation ein Problem, es scheint ja auch teilweise ein (wichtiger?) Kompensationsmechanismus zu sein.

    Derzeit bin ich in einer stationären Psychotherapie die tiefenpsychologisch ausgerichtet ist (Diagnose übrigens "Borderline" )

    Gibt es tiefenpsychologische Ansätze wie man mit dieser Form der "strukturellen Dissoziation" üblicherweise vorgeht? Ich habe das Thema noch nicht zur Sprache gebracht aber bisher (nach 4 Wochen Aufenthalt) auch nicht das Gefühl, dass mir das hier etwas bringt - ich bin halt die ganze Zeit in meiner Rolle, das fällt mir durch die Übung natürlich etwas leichter - aber so richtig zu mir selbst finde ich nicht.

    Ist es überhaupt das Ziel das Dissoziieren los zu werden? Oder geht es nur darum z.B. mit emoflex die dadurch auftretenden belastenden Gefühle in den Griff zu kriegen aber die "funktionelle" Dissoziation aufrecht zu erhalten?
    Geändert von Comfortnudel (18.11.2016 um 12:18 Uhr)

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 113

    AW: "Rollen spielen" - Ist das Dissoziation?

    Hallo!
    Das was du zu Beginn beschreibst, als das Rollen spielen

    habe große Probleme damit, mein "wahres Ich" zu finden
    würde ich als ein Problem der Identität sehen.

    Du weisst nicht, wer du wirklich bist und passt dich deshalb allen an, spielst Rollen, anstatt "du" zu sein.

    Rollen im Leben zu haben, ist an sich normal, jeder hat ja verschiedene Bereiche, die er mit der jeweiligen Persönlichkeit ausfüllt, da der Vater oder die Mutter, dort der Chef oder Arbeitnehmer, hier der Patient und dort der Nachbar. Jede Rolle wird anders belegt, anders geht es nicht, da du als Chef nicht genauso reagieren kannst, wie als Elternteil oder Vereinsmitglied.
    Normalerweise nimmst du das dann aber auch als zu dir gehörig wahr und denkst nicht, dass du nur Rollen spielst.

    Dissoziation ist aber noch mal was anders. Es bedeutet, dass du den Bezug zu dir und der Wahrnehmung verlierst, dich wegdriftest. Ist bei der BL-Störung auch nicht selten zu finden.

    Die leichteste Form, die auch Gesunde kennen, ist eben das Tagträumen, oder wenn du von A nach B mit dem Auto fährst und dich dabei nicht völlig jede Sekunde im Strassenverkehr anwesend bist, weil dir die strecke so sehr vertraut ist, dann ist dass auch leicht dissoziativ aber nicht krankhaft.Du stehst dann auf einmal vor deiner Garage und weißt gar nicht mehr so richtig, wie du dahin gekommen bist.

    Menschen mit krankhafter Dissoziation können für Minuten, Stunden oder ganze Tage "weg" sein und wissen oft selber nicht mehr, was sie in der Zeit getan haben. Sie sind oft nicht ansprechbar und bekommen ihre Umwelt nicht mehr mit.
    Manche erklären z.B. auch, ich hatte plötzlich ein schwarzes Loch im Kopf, konnte einem Gespräch nicht mehr folgen, habe nichts mehr verstanden und konnte auch keine Antwort finden. auch das zählt zur Dissoziation, einer eher leichteren Form.
    Dann gibt es die Formen, wo der Betroffene das Gefüjhl hat aus dem Körper herauszutreten und sich selbst und andere von aussen zu sehen. Oder Körperteile sind verändert plötzlich zu groß, oder die Landschaft, alles drum herum, ist anders als gewohnt, auch dass ist Dissoziation, wird dann als Depersonaliation und Derealisitation bezeichnet.

    Die schwerste Form ist sicher die dissoziative Identitätsstörung, auch als Multiple PS bekannt. Das hat aber auch nichts mit Rollen spielen zu tun, sondern von einem Aufspalten des Menschen in mehrere Persönlichkeiten, die teilweise nicht einmal voneinander wissen.
    Auch der Betroffene weiß oft nichts von seiner Störung die durch schwerste Traumata in der Kindheit hervorgerufen wird.

    Nicht zu verwechseln mit der Identitäststörung!

    Liebe Grüße!
    lillith

  6. #6
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 19

    AW: "Rollen spielen" - Ist das Dissoziation?

    lillith schreibt:
    Hallo!
    Das was du zu Beginn beschreibst, als das Rollen spielen
    [...]
    Liebe Grüße!
    lillith
    Danke lillith, kennst du das Konzept der "strukturellen Dissoziation" ? Hast du dich mit dem Thema selbst beschäftigt / bist betroffen oder woher nimmst du dein Wissen? Es steht ja im Widerspruch zu dem, was Don schreibt.

    Möglicherweise verrenne ich mich hier in was, vielleicht ist es aber auch der Schlüssel zu meinen Problemen...

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 16

    AW: "Rollen spielen" - Ist das Dissoziation?

    darf ich mal einen Versuch machen


    also vorweg ich leide ja an der Kindheit an ADS , aber in einer Sache bin ich etwas anderst , ja wie soll cihd as erklären , okey jetzt nicht falsch verstehen:

    ich versuche mein Kranheitsbilder denken zu unterdrücken weil das sozusagen , ein Fehler in der Platte ist oder der große Fehler ist (meiner)
    Was wäre Wenn:

    Das es dein "Wahres Ich" in seiner Reinen Form gar nicht gibt und du bloß ein Fragment ein teil des Ganzen Bist (das wäre dein körper deine Seele , deine Gedanken bzw konstrukt)

    du dir deine Rollen Krankheit einredest? du könntest ja ^^Quasi^^ Normal sein und bist einfach Anpassungesfähig oder scheinst Rollen zuerkennen oder dein Psycho hat dir das Rollendenken schon manifestiert eingredet

    Der Alltag , ich glaube das wäre wenn cih entscheiden müßte welöche Rolle deine richtige sei , das währe deine Richtige weil nur wenn du sozusagen Top von dir denkst undso das ist Es , die Wahrheit des leben quasi^^

    Ja kannst du ja immer noch , Sie leben ja noch^^ und was soll passieren sind ja die lieben Eltern

    Meinst du "Er" erkennt das du nur das redest , was dein Doc hören will oder du nur das erzählst was er vermeitlich hören will? kp

    warum du manchmal so gut drauf ist , das habe ich auch , ich glaube das ist das ADS es lässt den Scheiss einfach sein , nur Gegenwart wenn es doch immer so sein könnte
    z.b. ich kann echt schwer psotiv zurückdenken es geht kaum da werde ich immer Melanchonisch wenn ich zurück denke obwohl es damals nicht besser war ..ehh dieses Bewusstsein ist gleichzeitg himmel und hölle
    ja Zerstreung ist gut mache ich auch gut und viel , dann müsen nur die pflichten dann ist eig gut



    Ja kannst du ja immer noch , Sie leben ja noch^^ und was soll passieren
    ich ahb schon echt viel Krach mit meinen eltern gehabt , dieses Bild von dem Perfekten Sohn habe ich verloren? kaltgestellt? naja wenn man sich seit der Pubertät mit den Eltern striete die man eig liebt ja ..konfus und behindert die wollten keinen kiffenden Sohn




    Also ich hab nur bestätigt ADS aber wenn ich mein vorstellungsvermögen öffne in welche Krankheitsbilder ich noch rein passen könnte komm ich auf Zwänge Pobien ; Melanie und Depressionen weil mir das aber dann alles einfach zu viel ist sage ich mir das ist das ADS das , mir diese Kranheitsbilder so asulegt das ich das denke und die Rückschlüsse falsch sind sondern es nur mein ADS ist

    naja ich hoffe man konnte es verstehen , sry für die formatierung ^^

    Grüße
    Geändert von SchönerSpiel (18.11.2016 um 19:54 Uhr) Grund: besser

  8. #8
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 460

    AW: "Rollen spielen" - Ist das Dissoziation?

    Ich schreibe einfach mal, wer "ich" bin.

    Ich bin der Beobachter.
    Der auf Gedanken, Gefuehle, Wahrnehmungen und Handlungsimpulse guckt.
    Der dahinter. Ich bin immer da.

    Wenn ich dissoziiere, fehlt etwas davon. Teile der Wahrnehmung, Gefuhle, Erinnerungen.
    Handlungsimpulse werden oft blind befolgt (da hab ich jetzt mehr Einfluss drauf!)

    Das "Handwerks-Zeug" einer Psychotherapie beruht auf operander Konditionierung.
    Man kann kein Buch lesen, es verstehen und dann kann man es.
    Ich habe den Umgang mit Gedanken, Gefuehlen und Sinneswahrnehmung
    auf eine Art, die das Leben schoener und leichter macht, neu "auswendig" gelernt, 2,5 Jahre lang.
    Mir half Achtsamkeitstraining, jeden Tag, jahrelang.

    Ich schaffe es aber auch heute nur wenige Sekunden, dann versinke ich wieder sanft in irgendeiner Disso.
    Aber das reicht mir vollkommen, um die Perspektive zu aendern.

    Die Frage nach dem "Wer bin ich" zielt auf ein Konzept, dass da etwas konstantes sein muss.
    Da gibts aber nur den Augenblick, und es wird auch nie mehr geben.

    Egal, auf welche zurueckliegende Erinnerung ich schaue, sie wird immer anders aussehen, als in dem Moment, in dem ich sie erlebt habe.
    Wenn ich auf eine ganz schlimmer Erinnerung von vor zehn Jahre gucke, sehe ich heute auch Aspekte, die daran richtig gut fuer mich waren.

    Scheisse, da zerfleddern Minks meine Muelltuete

  9. #9
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 460

    AW: "Rollen spielen" - Ist das Dissoziation?

    Das worauf ich hinaus will, der Zugang zum Augenblick ist der Schluessel aus der Disso und zur Annahme seiner Selbst.

    Als ich Zugang dazu erlernte, lernte ich auch die unagenehmen Gefuehle auszuhalten, die vorher Handlungsimpulse ausloesten, wie zum Luegen oder Rollen spielen, Vermeidung.

    Klar sind die Handlungsimpulse noch da, aber der Automatismus, ihnen zu folgen, ist weg.

  10. #10
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 113

    AW: "Rollen spielen" - Ist das Dissoziation?

    Hallo comfortnudel,

    ich bin komplex traumatisiert, leide unter anderem an einer PTBS und kenne Dissos sehr gut,

    Auch ich habe mich schon mal an einer Zimmerdecke klebend wiedergefunden und habe auf mich und den Personen, die im Raum waren, hinuntergeschaut.Eine erschreckende Erfahrung.
    Andere Dissoziationen waren zwar weniger stark, abe rhaben mein Leben sehr lange Zeit sehr negativ beeinflusst. Das Problem für ich war aber, dass ich gar nicht wusste, dass es ein symptom ist, und mich nur einfach für unfähig hielt.

    Da ich viele Menschen mit Traumafolgen kennengelernt habe, auch solche die sogenannt multipel waren, kenne ich die Symptome in hren verschiedenen Ausprägungen.
    Heute kann ich gut damit umgehen und es tritt auch kaum noch auf!

    LG
    lillith

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