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Diskutiere im Thema ADS mit Mitte 20 testen lassen? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 62

    ADS mit Mitte 20 testen lassen?

    Hallo liebe Forenmitglieder,

    Ich möchte mir gerne etwas von der Seele schreiben und hoffe auf euren Rat.

    So lange ich mich erinnern kann war ich schon immer etwas merkwürdig, das hat mir schon immer sehr zugesetzt. Als Kindergartenkind war ich sehr aufgeweckt und wissbegierig und hatte angeblich für ein Kind ein großes Allgemeinwissen. Mit der Einschulung begann das Versagen und das nicht genügen was sich von dem Moment an durch mein ganzes Leben zog.

    An meine Grundschulzeit habe ich die Erinnerung dass es öfter Probleme mit mir gab. Zum Beispiel habe ich es nie eingesehen, dass ich jetzt dort zu sitzen habe und zu lernen. In den ersten 2 Jahren bin ich oft aufgestanden mitten im Unterricht und wollte zum Fenster raus sehen.

    Weiteres kann ich mich noch erinnern, dass ich sehr oft nachsitzen musste um irgendetwas fertig zu machen und auch oft aus der Klasse geschmissen wurde (wegen was genau kann ich mich nicht mehr erinnern)

    Mir wurde/wird oft vorgeworfen wie schlampig und zerstreut ich war/bin. Aber oft kann ich einfach nicht anders. Es scheint mich übermenschliche Kräfte zu kosten. Halbwegs mit anderen Schritt halten zu können.

    Sachen die mir extrem auffallen:
    - Ich bin zu langsam. Egal bei was. Mir wurde stets rückgemeldet ich sei zu langsam. Wenn es sich um Tätigkeiten handelt wo man es mit anderen Vergleichen kann bin ich vieeel, viiiel langsamer und zu allem Überfluss auch noch ungenauer. In der Schule merkte ich es auch. Zum Beispiel, wenn andere mitgeschrieben haben und in Mathe auch noch mitrechneten, schaffte ich es gerade einmal mit Müh und Not dass ich nur mitgeschrieben habe. An mitrechnen oder denken war gar nicht zu denken. Selbst dann musste ich mir die Sachen dann von wem anderen ausleihen und nachkontrollieren weil viele Fehler drin waren. Wobei wir beim nächsten Punkt angelangt wären.

    - Flüchtigkeitsfehler: Ich mache wirklich extrem viele Fehler. Ich bemühe mich wirklich sauber und konzentriert zu arbeiten. Aber je mehr ich es versuche desto mehr Chaos habe ich im Kopf und desto schlimmer wird alles. Wenn ich Sachen durch kontrolliere die ich gemacht habe, finde ich extrem viele Fehler. Es wird oft behauptet, ich muss mir mehr Mühe geben genauer arbeiten und man merkt dass mich das einfach null interessiert. Das stimmt aber so nicht, oft habe ich mir so wahnsinnig viel Mühe gegeben dass ich geistig komplett wirr leer und fertig bin und trotzdem kommt nichts Gutes raus dabei. Das demotiviert mich dann ziemlich, ich werde immer nervöser und versuche mich immer mehr zu zwingen und zusammenzureißen, was dann zu noch mehr Chaos im Kopf und noch mehr Fehlern führt.

    - Sachen nicht sehen die offensichtlich da sind: Passiert sicher jeden einmal. Aber bei mir ist es schon extrem. Ich suche sehr oft irgendwelche Sachen und finde alles außer diese Sachen, obwohl sie sich eigentlich vor meiner Nase befinden. Da wurde ich schon sehr oft gefragt ob ich eigentlich komplett dämlich bin und ob ich wen verarschen möchte.
    - Ich kann absolut nicht strukturiert arbeiten, selbst einen einfachen Alltag privat zu strukturieren fällt mir schwer.
    Mittlerweile schreibe ich mir für alles Listen, weil ich sonst nur rumdümple und am Ende des Tages feststelle, dass ich nicht gemacht habe was ich wollte. Aber selbst mit Listen fällt es mir verdammt schwer alles durchzuarbeiten. Irgendwann vergesse ich, dass es die Liste gibt. Am Ende des Tages stehe ich dann fassungslos vor dieser Liste und merke, dass wieder einmal nix weitergegangen ist und fühle mich schlecht.
    Im Moment versuche ich alles zeitlich genau durchzutakten und mir Handyerinnerungen mit allem was ich tun will zu machen. Aber es stresst mich irrsinnig und setzt mich wahnsinnig unter Druck und ich spüre einen riesengroßen Wiederstand die Dinge zu machen, obwohl es jetzt wirklich nix weltbewegendes ist. (Freundin anrufen, mal die Bude saugen, mich wieder mal bei Verwandten melden)

    - Es fällt mir schwer mir Dinge aus dem Alltag zu merken (Geburtstage, Verabredungen)

    - Es fällt mir schwer in der Gruppe Gesprächen zu folgen.

    - Aber ich kann mich auch sehr deutlich auf Dinge die mir wirklich wichtig sind fokussieren. Wenn ich was lese oder mit meinem Hund trainiere dann blende ich alles andere aus da kann die Welt nebenbei untergehen und ich merke nix.

    - Filme im Kino zu schauen ist für mich sehr anstrengend. Es ist mir einfach zu laut und mit zu vielen Reizen verbunden. Ich kriege danach oft Migräne.

    - Ich kann nicht wirklich Gedanken fassen. Sobald ich mir etwas vorstelle (sei es beruflich oder sonst was) dauert es nicht lange und ich bin wieder komplett wo anders, ohne dass ich das möchte, ich kann es quasi nicht kontrollieren.

    - Es kostete mich immer viel Überwindung eine „neue“ Arbeit/Projekt anzufangen und mich darauf zu konzentrieren.

    - Ich war noch nie ein Fan davon auszugehen. Es ist mir zu laut ich habe das Gefühl ich bin total überreizt und kriege dann auch sehr schnell Migräne.

    - Ordnung muss ich sehr bewusst schaffen. Ich weiß nicht wie es andere schaffen dass immer alles ordentlich ist. In kürzester Zeit schaut es aus als hätte eine Bombe eingeschlagen. Chaos entsteht quasi aus dem Nichts.

    - Komplettes Error des Gehirns: Oft habe ich ein richtiges Chaos im Kopf und kann mich ums verrecken nicht konzentrieren. Auch Sachen bei denen ich eigentlich perfekt weiß wie sie funktionieren, weiß ich auf einmal gar nicht mehr. Die Gedanken dazu sind irgendwo aber ich kann sie nicht greifen.
    Wenn ich keinen Druck habe und mich eben mal eine halbe Stunde oder länger hinsetzen kann und mich sammeln dann funktioniert es manchmal doch. Aber wann hat man schon die Zeit dazu.

    - Sehr oft erzählt mir wer irgendwas und ich kann den Schilderungen auch halbwegs folgen und finde sie logisch. Aber wenn ich mich dann wieder daran erinnern müsste merke ich, dass rein gar nichts davon hängen geblieben ist. Auch bei eigentlich einfachen Sachverhalten

    Am meisten leide ich darunter, dass ich so langsam bin und so viele Fehler mache. Eigentlich ist alles was ich mache dadurch mit großem Zeitaufwand sehr großer Anstrengung und Frustration verbunden.

    Ich wünsche mir mittlerweile nichts mehr als nicht mehr arbeiten zu müssen und ein Leben fernab von Menschen nur mit meinen Tieren zu führen. Weil ich ständig das Gefühl habe gegen Windmühlen zu kämpfen. Alles was ich mit sehr viel Mühe erledige erledigt wer anderer schneller fehlerfreier und müheloser.

    Ich habe zwei sehr große Hobbys. Meinen Hund (ist wirklich sehr gut trainiert und ich trete auch auf mit dem Hund und gewinne relativ oft was) und die Fotografie. Da kann ich mir die Sachen ganz in meinem Tempo alleine aneignen. Da ist es auch kein Problem stundenlang das gleiche zu machen, da bin ich so fokussiert dass ich die Zeit vergesse und sonst nichts höre und sehe.

    Was meint ihr?
    Soll ich mich auf ADS testen lassen? Wenn dann ist es ADS und kein ADHS. Ich bin kein Stück hyperaktiv. Ich bin auch überhaupt nicht aufbrausend und neige nicht zu unkontrollierten Reaktionen. Lieber ziehe ich mich zurück und fresse den Frust in mich rein.

    Vielen Dank

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 58

    AW: ADS mit Mitte 20 testen lassen?

    Hallo Flare,

    viele Punkte die Du beschrieben hast kenne ich aus eigenem Erleben. Gerade die Probleme mit den Gruppengesprächen und dem strukturieren des Alltags kann ich nachvollziehen. Ich mache es in meinem Haushalt mittlerweile so, daß ich alle paar Wochen einen Komplettputz mache, da ich das hinbekomme, das Ordnung halten aber irgendwie nicht.

    Ich denke, daß Du einige Anzeichen für ein ADS hast. Lass es am besten von einem Spezialisten abklären.

    Gutes Gelingen!

  3. #3
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 62

    AW: ADS mit Mitte 20 testen lassen?

    Danke für deine Antwort Tindurandir.

    Was das Putzen betrifft mache ich seit 3 Jahren einen Sonntagsputz. Das ist ein gutes Ritual. Da wird alles gründlich weggeräumt, durchgesaugt, Boden gewischt und gemacht was sonst noch so ansteht. Das funktioniert wirklich super. So lange ich alleine lebe funktioniert diese Strategie super. So bald ich mit wem zusammenlebe wird mir vorgeworfen, dass man mir immer hinterherräumen muss. Dabei geht es mir voll auf die Nerven, wenn mir wer hinterherräumt. Ich suche dann immer die Sachen, wundere mich wo sie abgeblieben sind und bin dann regelrecht angepisst. Ich würde es ja machen - nur halt nicht sofort.

    Vielleicht sollte ich mich wirklich einmal erkundigen wo ich meine Vermutung prüfen lassen kann. Einerseits wiederstrebt es mir - jeder ist halt wie er ist. Andererseits funktioniere ich für diese Gesellschaft einfach nicht gut genug. Was mir sehr zusetzt. Vor allem im Arbeitsleben ist es ein großes Problem. Vielleicht könnte mir geholfen werden.

  4. #4
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    AW: ADS mit Mitte 20 testen lassen?

    Hallo Flare

    Meine Meinung dazu: Ja du solltest dich testen lassen.
    vieles von dem was du schreibst kommt mir bekannt vor nur das ich als Kind ehr beobachtet habe weil ich die Reizüberflutung nicht aushalten konnte und mich dem dann lieber entzogen habe.
    Ich wurde auch erst mit 22 getestet und es war eine Erleichterung dafür einen Namen zu haben und zu wissen das man mir zumindest teilweise helfen kann.

    LG
    Yamaneko

  5. #5
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 80

    AW: ADS mit Mitte 20 testen lassen?

    Hallo,

    ich würde es auf jeden Fall probieren. Ich habe mich erst nach der Diagnose von meinem Sohn testen lassen, mit 30. War natürlich positiv*surprise*
    Vieles von dem was du sagst kenne ich von mir selbst.
    Vor allem Vergesslichkeit ( mein Mann sagt immer, wenn du es nicht GLEICH machst, vergisst du es...recht hat er), oder sich nicht organisieren können. Von alleine mach ich fast nichts.
    Ich bin jetzt dazu übergegangen in meiner alten Schule für Klassenarbeiten zu lernen. Klappt super.
    Sehr schlimm ist dass ich so impulsiv bin. Das hat sich mit medis deutlich verbessert.

  6. #6
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 80

    AW: ADS mit Mitte 20 testen lassen?

    Yamaneko schreibt:
    Hallo Flare

    Meine Meinung dazu: Ja du solltest dich testen lassen.
    vieles von dem was du schreibst kommt mir bekannt vor nur das ich als Kind ehr beobachtet habe weil ich die Reizüberflutung nicht aushalten konnte und mich dem dann lieber entzogen habe.
    Ich wurde auch erst mit 22 getestet und es war eine Erleichterung dafür einen Namen zu haben und zu wissen das man mir zumindest teilweise helfen kann.

    LG
    Yamaneko
    Oh Reizüberflutung ist ganz böse... vor ein paar Wochen im Spanischunterricht, ich hatte meine medis daheim vergessen und musste es dann so machen: Auftrag von der Lehrerin, die gespräche der Mitschüler, Fragen an mich und dann noch Umgebungsgeräusche....

  7. #7
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 62

    AW: ADS mit Mitte 20 testen lassen?

    Ich danke euch. Ich habe beschlossen mich schlau zu machen wie ich mich testen lassen kann.

    Das mit den Reizen kenne ich:
    Bei mir ist es halt lästig, dass ich auf zu viele Reize wirklich schnell mit Migräne reagiere. Ich fühle mich überreizt werde benebelt schwups Migräne bahnt sich an.

    Laute Musik, laute Geräusche, Mitmenschen die zu laut reden, zu arge Gerüche. Alles kann mich total aus der Bahn werfen.
    Das erwähnte Kino ist so ein klassisches Beispiel: Laute Musik, oft sehr schnell geschnittene und bunte Filme, Gerüche von dem Knabberzeugs, die Menschen die dort sitzen.
    Ich fühle mich nach einem Kinobesuch oft wie nach einem Marathon und bin total müde und ausgebrannt. Oft wünsche ich mir auch früher raus zu gehen.

  8. #8
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 82

    AW: ADS mit Mitte 20 testen lassen?

    jaja, klar-hab schon anderswo meinen Senf dazu gegeben.....
    ist wohl reinrassiges ADHS , wenn mans konzentriert liest.
    test= Du willst was an der Misere ändern----sprich mit Rita/concerta oder so dagegen kleinen Anlauf nehmen= Test positiv= Arzt verschreibt= alles wird besser= 100% nur eben.... wenn man stets bergab fährt und das ziemlich schnell --irgendwann steht da mal eine Mauer und man knallt rein--aufstehen (sofern das noch geht) und sofort wieder bergauf laufen , das 2te Mal vor der mauer bremsen usw- dann mal bremsen und ausweichen ....Du merkst die Veränderung

  9. #9
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 137

    AW: ADS mit Mitte 20 testen lassen?

    Hallo und willkommen im Forum

    Das hört sich alles sehr bekannt an. Mach doch mal einen Test bei einem Psychologen bzw. Psychiater. Der kann dann, in der Vorraussetzung, dass er auf dem Themengebiet qualifiziert ist eine ausführliche Diagnostik erstellen. Nach meiner Ansicht müsste die bei dir positiv im Hinblick auf die Diagnose AD(H)S ausfallen. Dann kannst du auf Medikamente, die dir zu stehen zu greifen und dich dadurch funktional selbst therapieren.

    Medikamente helfen mir sehr und ich komme mittlerweile auch öfter aus der reaktiven Depression heraus. Wobei wir beim Thema Komorbiditäten wären: Aus deinem Beitrag kann ich rauslesen, dass zusätzlich wahrscheinlich eine Depression vorliegt, was bei ADHS so üblich ist. Durch die vielen Versagenserfahrungen und weil wir uns in der Kindheit als Versager empfunden haben und nicht weniger oft von Mitschülern auch so betitelt wurden, nichts unübliches. Ich bin zusätzlich noch ziemlich zwangsgestört, das ist einfach eine Folge einer überkompensierten ADHS. Durch Methylphenidat kann ich mich besser kontrollieren und kann so bei dem Nachlassen der Wirkung von MPH auch mal meine Dämonenseite rauslassen Dadurch wird auch die Komorbidität Zwang wunderbar therapiert.

  10. #10
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 137

    AW: ADS mit Mitte 20 testen lassen?

    Was meint ihr?
    Soll ich mich auf ADS testen lassen? Wenn dann ist es ADS und kein ADHS. Ich bin kein Stück hyperaktiv. Ich bin auch überhaupt nicht aufbrausend und neige nicht zu unkontrollierten Reaktionen. Lieber ziehe ich mich zurück und fresse den Frust in mich rein.
    Übrigens ist die Frage ADS oder ADHS gar nicht so einfach zu beantworten, wie du vielleicht denkst !
    Ich glaube, dass die Grundkonstitution bei allen Menschen hier im Forum ähnlich ist. Das heißt jeder Mensch mit AD(H)S ist auf die gleiche Weise "zwanghaft zerstreut". In welcher Ausprägung nun die ADHS auftritt (Heißt in dem Schrank ADHS gibt es viele Schubladen: wie z.B etwa SCT). Aber in welcher Ausprägung nun die ADHS auftritt hängt meiner Meinung nach maßgeblich von deinem Umfeld ab. Stell dir zum Beispiel die Frage: "Habe ich ein älteres Geschwisterschen gehabt ? Wenn ja, war dieses hyperaktiv und impulsiv?" Wenn dies der Fall ist, war es für dich früher überlebenswichtig eben nicht in diesen Ausprägungsgrad hineinzugehen, sondern sich eher in die Richtung Sluggish Cognitive Tempo zu entwickeln, weil alles Andere lebensgefährlich für dich gewesen wäre. Sluggish Cognitive Tempo ist für mich nur ein anderer Begriff für eine überkompensierte ADHS. Wird die ADHS dann auf einmal mit MPH behandelt und die ganzen Autopiloten sind erstmal ausgestellt, weil sie einem auf einmal nicht mehr nutzen, weil man sich unter MPH In ein normal denkendes Inviduum verwandelt, liegt auf einmal die verdeckte Hyperaktivität deutlich vor.
    Also so eine Unterscheidung ist gar nicht so einfach. SCT kann sich in einem anderem Umfeld ganz einfach in eine hyperaktive Form umwandeln und vice versa.

    Stell dir weiter die Frage: "Welche Anforderungen wurden von deinen Eltern gestellt? bzw. welche Bedürfnisse hatten deine Eltern?" Mit einer strengen Rute kann man einem Kind auch die Hyperaktivität abtrainieren. Dadurch erhöht sich natürlich der subjektive Leidensdruck des Individuums.
    Außerdem sind noch viele weitere Faktoren in der Umwelt für den Ausprägungsgrad verantwortlich.Beispielsweise, ob du in einer Stadt oder in einem Dorf wohnst. In einem Dorf fällt ADHS aufgrund der reizarmen Umgebung deutlich weniger gehäuft auf als in der Stadt, obwohl wahrscheinlich auf dem Land eher ADHS'ler vorzufinden sein sollte als umgekehrt. Eine hohe Begabung kann ADHS komplett überdecken und für einen Außenstehenden ist kaum sichtbar, dass man ADHS hat. Der subjektive Leidensdruck steigt jedoch mit höherer Begabung. Weil ein intelligentes Gehirn genau weiß was schief läuft und man sich deshalb viel mehr schämt, als weniger intelligente Individuen mit der gleichen Konstitution.

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