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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 49

    Selbstwert/Selbstvertrauen

    Mir kommt öfters der Gedanke, dass ich Dinge, die ich geplant habe, nicht schaffen werde. Simple Sätze, wie „das schaffe ich nicht” oder „es wird nicht klappen“ schleichen sich in meine Vorhaben.
    Ich reagiere bisher mit Traurigkeit. Irgendwann fang ich mich zwar wieder, aber schön sind diese energiefressenden Phasen nicht.

    Bei mir läuft es beruflich nicht gut und das nagt auch an mir. Öfters erwische ich mich, wie ich mich mit anderen vergleiche. Wobei es doch schwachsinnig ist!

    Abhilfe?

  2. #2
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Selbstwert/Selbstvertrauen

    Ich kenne das, glaube aber, dass das fehlende Selbstvertrauen eine mittelbare Folge der ADHS Symptome sind. Wer deshalb öfters Dinge nicht schafft, bekommt dann irgendwann ein schlechtes Selbstvertrauen. Wenn die beruflichen Probleme daher resultieren, dass du sich die typischen ADHS Symptome auswirken, dann können Medikamente helfen (sofern du keine bekommst oder vielleicht ja auch die falschen). Ich hab es an mir selbst gemerkt, dass die beruflichen Probleme zunahmen, aber seitdem ich Strattera bekomme ist alles okay. Und jetzt klappts und dann kommt mit den Erfolgen auch das Selbstvertrauen zurück. Strategien z.B. mit Listen etc. haben bei mir nicht viel gebracht.

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 128

    AW: Selbstwert/Selbstvertrauen

    Rückblickend war bei mir die Diagnose schon der wichtigste Schritt zum Gewinn von mehr Selbstvertrauen. Ich habe mich mein Leben lang für psychisch krank gehalten und das ist für das Selbstvertrauen natürlich alles andere als zuträglich. Mit der Medikation Strattera und Medikinet retard bin ich bisher auch zu wichtigen Erkenntnissen gekommen, die vor allen Dingen das Verhältnis zu meiner Familie insbesondere das Verhältnis zu meinem Vater verbessert haben. Außerdem ist mir aufgefallen, welch triste Leben doch die Kollegen von der einen Seite leben. Ich denke, dass ich mich mit meiner Konstitution nicht beschweren kann. Ich sehe die Sachen, die in meinem Umfeld fast niemand sieht und denke viel Größere Gedanken . Ich habe einfach oft riesen Spaß mit meinen eigenen Gedanken, kann sehr oft laut loslachen, weil ich einfach auf verrückte Sachen komme.
    Selbstwert kommt durch Selbstakzeptanz, je mehr du über dich selbst herausfindest, desto besser wird dein Selbstwertgefühl.
    Selbstvertrauen ist die Gewissheit, dass man auf alle Schwierigkeiten, die im Leben anstehen auch eine Lösung findet. Je mehr Lösungen man findet, desto stärker werden Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. Hier möchte ich gerne Charles Bukowski zitieren: "The more often you beat the Darkness, the more light there will be" . Und so lebe ich mittlerweile. Ich verlasse mittlerweile endlich meine Komfortzone und je öfter ich diese verlasse, desto selbstsicher werde ich auch.
    Die Medikamente geben dir die Grundlage für Konzentration, doch du musst auch sehr achtsam gegenüber deiner Gedanken sein, denn die entscheiden letzten Endes, wie es dir geht. Du musst den Zusammenhang zwischen Denken und Fühlen verstehen, dann wird es dir besser gehen. Die Strategien musst du dir dabei selbst überlegen. Bücher hierzu sind for example:"Zwanghaft Zerstreut" von Edward M. Hallowell. Es gibt dir einen Leitfaden.
    Wichtig für dein Selbstwertgefühl ist insbesondere dein Umfeld. ADS'ler werden mehr als "Normalos" durch Ihr Umfeld geprägt. Sie passen sich chamäleonartig an dieses an. Bei mir war dieses Verhalten sogar so extrem, dass ich innerhalb kürzester Zeit fast die Persönlichkeit meines Gegenübers annehme, fast "psychopathisch".
    Leider wird man oft als "dumm" abgestempelt, wenn man Lügen erzählt, aufgrund der Nichtaufgreifbarkeit des Inhaltes im Gehirn oder zu ambivalent ist, aber da stehe ich mittlerweile drüber und Methylphenidat schafft Abhilfe. Ich denke mir dann mittlerweile: " Ah, da hat dein ADS-Gehirn dir mal wieder einen Streich gespielt" und hake es ab
    Also steh zu dir, klär dein Umfeld über dein ADS auf und versuch die Hobby's zu machen, die auch bocken

    In diesem Sinne

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 134

    AW: Selbstwert/Selbstvertrauen

    Ich kenne das nur zu gut. Mit der Medikation, sofern regelmäßig genommen, kann ich meine negativen Selbsturteile auch mal kritisch sehen.

    Aber viele Sachen, die ich erreicht habe, sehe ich trotz manchmal großer Anlaufschwierigkeiten nicht als prima Leistung von mir.

    Abitur? Hab ich doch irgendwie geschafft. Ausbildung etwas später? Ging doch.

    Und versage mir die Anerkennung, weil im Hinterkopf eine Stimme sagt, das muss man ja auch können. Obwohl es schwer war, mit diversen privaten Krisen immer wieder, denn meine ADHS Diagnose bekam ich erst mit 34.

  5. #5
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2

    AW: Selbstwert/Selbstvertrauen

    Mir geht es da ähnlich wie Buntspecht.

    Mir fällt es immer schwer Leistungen und Erfolge auch als das zu sehen, nämlich Leistungen und Erfolge. Es scheint mir ein Problem in der Gewichtung von positiven und negativen Ereignissen zu sein. Während ich alles positive nur kurz wahrnehme, halten sich auch die kleinsten negativen Ereignisse dauerhaft in meinem Kopf und führen in regelmäßigen Abständen zu schlechten Gefühlen.

    Dazu kommt dann noch das Gefühl, dass die positiven Ereignisse auf äußere Umstände zurückzuführen sind ... z.B. Glück, während die negativen scheinbar (zumindest in meinem Kopf) fast immer selbstverschuldet sind. Das nagt natürlich an meinem ohnehin kaum vorhandenen Selbstbewusstsein. Dazu kommt ein ständiges Hinterfragen der Aussagen anderer Leute - deshalb ist es mir zum Beispiel kaum möglich aus einem Lob etwas positives zu ziehen. Ich kann es einfach nicht glauben, während das bei einer negativen Aussage natürlich super funktioniert.

    Im Prinzip ist es also dasselbe Problem. In meiner Selbstwahrnehmung bin ich für alles schlechte verantwortlich und die guten Sachen sind eben auf äußere Umstände zurückzuführen. Wo soll da also ein gesundes Selbstbewusstsein herkommen? Da hilft es auch nichts wenn ich versuche mir das selbst vor dem Spiegel einzureden, das fühlt sich dann wie eine Lüge an.

    Aber das sehe ich bei geplanten Projekten nicht einmal als das größte Problem. Bei der Arbeit habe ich keine Wahl ob ich etwas tun will oder nicht, ich muss einfach. Die von Dir genannten Sätze habe ich hauptsächlich bei meinen privaten Projekten oder Planungen im Kopf. Da scheint das Problem eher die Sprunghaftigkeit meiner Interessen zu sein. Ich weiß einfach aus Erfahrung, dass ich bei einem Projekt, das über längere Zeit läuft, früher oder später das Interesse verliere, weil ich noch tausend andere Sachen im Kopf habe und es alles so wichtig und interessant scheint. Ich kann überhaupt nicht mehr zählen wie oft ich mir gewünscht habe, ich könnte z.B. jahrelang an einer Modelleisenbahn basteln. Entweder ich bekomme es in ein oder zwei Tagen fertig, oder es wird mit ziemlicher Sicherheit scheitern (wobei ich dazu übergegangen bin alles zu notieren und aufzuheben, früher oder später lande ich wieder da).

    In dem Fall ist es also wirklich so, dass ich schon viele Sachen angefangen, aber nichts zu Ende gebracht habe. Sobald ich es verstehe wird es langweilig oder ich habe alles im Kopf durchgedacht und müsste anfangen es umzusetzen, da scheint es mir auf einmal unmöglich weiter daran zu arbeiten. Eine richtige Lösung kenne ich für das Problem leider noch nicht.

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