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Diskutiere im Thema Fahrschule meistern. Wie schaffe ich die Praxis? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 128

    Fahrschule meistern. Wie schaffe ich die Praxis?

    Ich bin gerade dabei mit 40 Jahren meinen Führerschein zu machen. Die Theorie hab ich nach viel Lernen gleich bei der 1. Prüfung mit 0 Fehlerpunkten bestanden. Da war ich schon mal erleichtert und stolz.

    Aber jetzt beim praktischen Auto fahren lernen habe ich große Probleme.

    Da ich mich gut genug kenne habe ich mich für den Führerschein für Automatik-Auto entschieden. Meine Motorik ist nicht gerade gut.

    Und das war auch meine richtige Entscheidung, meinte mein Fahrlehrer. Er hat erkannt das zu viele Informationen und praktische Ausführungen ein Problem für mich sind.

    Sprich wenn er sagt rechts rum und blinken und Vorsicht vorn ist das, und nicht so weit links fahren und etwas schneller usw. sind mir das zu viel Informationen und ich kann sie nicht alle gleichzeitig auffassen bzw. sie auch erst Recht nicht ausführen. Wenn ich mich dann auch noch aufs Schalten und die Kupplung treten konzentrieren müsste, wäre es endgültig vorbei.

    Ja und genau darum hatte ich ja die ganzen Jahre immer Angst davor mal selbst Auto zu fahren. Ich habe mir aber allen Mut zusammen genommen und meine Zuversicht genutzt. Ich mag unbedingt unabhängiger sein.

    Nun meine Frage an euch. Hattet ihr auch Probleme damit, euch auf alles zu konzentrieren?

    Schilder, Geschwindigkeit, Gegenverkehr, Hindernisse, mittig auf dem Fahrstreifen fahren. Das ist mir zu viel und ich bin da auch total angespannnt. Ich werde noch sehr viele Fahrstunden brauchen und hoffe so sehr das ich es noch dieses Jahr schaffe meinen Führerschein in der Hand halten zu können.

    Wie lief das bei euch ab? Gibt es Tricks oder gute Tipps wie ich all das Wichtige auf der Straße besser wahr nehmen kann? Und vor allem das ich erkenne ob ich mittig auf der Fahrbahn bin. Ich bin ständig zu weit rechts und manchmal auch zu weit links. Mir kommt es aber überhaupt nicht so vor. Mein Fahrschullehrer meint das aber so und da wird er schon Recht haben damit.

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.731

    AW: Fahrschule meistern. Wie schaffe ich die Praxis?

    Ich habe keine Tipps oder Tricks. Ich habe viele Stunden gebraucht und mehrere Fahrprüfungen. Und als ich dann wirklich fahren musste, acht Jahre nach der Fahrschule, habe ich nochmal Stunden genommen.

    Heute fahre ich öfter, aber nicht gerne, und benutze lieber Züge und sogar Taxis. Ich vermute, wenn mein inzwischen sehr altes Auto endgültig kaputt geht, werde ich es nicht ersetzen und mir vielleicht ein E-Bike statt dessen anschaffen.

    Ich kann dich beruhigen, die Abläufe automatisieren sich, aber es dauert bei uns länger als bei Normalos. Ich fahre fast nur im 30-km-Umkreis um meinen Wohnort, lange Fahrten sind einfach Stress, ich kann nicht verstehen warum so viele Leute hunderte von Kilometern Auto fahren, wo es doch gute und, realistisch gerechnet, auch preiswerte Züge gibt. Da muss ich doch nicht arbeiten, da fährt jemand Anderer für mich.

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 2.056

    AW: Fahrschule meistern. Wie schaffe ich die Praxis?

    Ich habe den Führerschein mit 18 in meiner kleinen Heimatstadt gemacht, wo ich die Straßen kannte. Das ging ganz gut. Das Schalten hab ich mit meiner Mutter auf einem Verkehrsübungsplatz geübt. Da muß man sich nicht gleichzeitig auf den Verkehr konzentrieren.
    Das erste mal, daß ich mich überfordert fühlte war dann, als ich zum ersten mal in Berlin unterwegs war. Das war stressiger als USA, wo ich kurz nach dem Führerschein 2 Wochen mit meinen Eltern im Auto unterwegs war.

    Gar nicht gut war Motorrad. Das hab ich dann abgebrochen. Winter, dicke Klamotten, eingeschränkte Bewegungsfreiheit, eingeschränkte Sicht im Helm, Regen. Da hab ich mich unwohl gefühlt.

  4. #4


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.020

    AW: Fahrschule meistern. Wie schaffe ich die Praxis?

    Ich habe auch erst mit Ende 30 den Führerschein gemacht, die Theorie
    sofort bestanden, viele Fahrstunden gehabt und 2 Anläufe für die praktische
    Prüfung gebraucht, weil ich über eine rote Ampel gefahren bin.
    Ich bin auch immer überfordert gewesen mit den vielen Informationen. Im Stau
    auf der Autobahn habe ich es sogar geschafft, den Wagen vor lauter
    Nervosität abzuwürgen und nicht mehr anzubekommen. Die Straßenschilder waren immer viel zu schnell
    vorbei und die Geschwindigkeit war gefühlt immer zu groß, aber der Fahrlehrer meinte, ich dürfte ruhig noch ein
    wenig Gas geben, müsse es aber nicht, wenn ich mich nicht wohl fühle.

    Ich denke, dass das Üben auf einem Verkehrsübungsplatz tatsächlich eine gute Möglichkeit sein kann, um
    in aller Ruhe auszuprobieren, wie es geht.
    Ein guter Fahrlehrer sollte übrigens nicht so viele Infos auf einmal geben. Wenn Du z. B. Probleme hast mittig zu fahren,
    könntest Du genau das erst mal in einer ruhigen Straße mit ihm üben.

    Ich fahre übrigens inzwischen sehr gerne und viel Auto

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 128

    AW: Fahrschule meistern. Wie schaffe ich die Praxis?

    Ja hier haben schon einige in einem anderen Thread berichtet das sie mittlerweile gut Auto fahren und sogar unfallfrei.<br>
    Wobei ich wohl genau der Typ wie 4.Kl.konzert und mich nur in meinem kleinen bekannten Radius mit dem Auto bewegen werde. Ich wohne auch in einer Kleinstadt, aber dennoch fliegen die Schilder und andere Informationen zu schnell an mir vorbei. <br>
    <br>
    Da ich Automatik-Führerschein mache kann ich nicht üben. Kenne keinen der so ein Auto hat und solche Übungsplätze gibt es hier auch nicht. Das ist schade, ich würde sofort freiwillig öfters üben fahren. Denn da kostet es weniger als bei der Fahrschule.<br>
    Ich sehe mich auch schon bei der 1. Prüfung durchrasseln.<br>
    <br>
    Ich bin sehr ängstlich und angespannt und habe Schiss das ich es überhaupt nicht schaffe. Aber angeblich hat es bisher jeder geschafft. Außer diejenigen, die freiwillig abgebrochen haben. <br>
    <br>
    Ich brauche den Führerschein für meinen Job. ich arbeite noch in 3 Schichten und habe bisher eine Mitfahrgelegenheit. Aber manchmal klappt es auch nicht wenn zeitgleich alle in Frage kommenden Kolleginnen wegen Urlaub, Krankheit ect. nicht auf Arbeit fahren. Es fährt ganz selten am Tag ein Bus in diesen Ort wo ich arbeite. Und wegen Schichten dann auch zeitlich nie passend oder da gar nicht mehr.<br>
    <br>
    Außerdem bin ich dran mal in die normale Tagschicht zu wechseln und da muss ich unabhängig sein. Bin unzufrieden im 3-Schicht-System und mit dem Arbeitsplatz an dem ich jetzt bin. <br>
    <br>
    Dazu kommt noch das meine Eltern nicht im gleichen Ort wie ich wohnen und dorthin unter der Woche nur 2 mal ein Bus fährt und am WE überhaupt keiner. Als mein Vater vor Kurzem herzkrank war hat es mich innerlich fertig gemacht das ich nicht mal zur Mutter heim konnte, obwohl sie große Angst allein im Haus und Sorge um meinen Vater hatte, als er im Krankenhaus zur OP war. Ich wäre so gern für sie da gewesen. <br>
    Und da sie genauso wie ich ist und sich nicht allein mit ihrem Auto zu mir traut (sie fährt auch nur bekannte und kurze Strecken) war das ein reinster Teufelskreis. Das und der Job haben mich dazu bewegt den Führerschein zu machen.<br>
    <br>
    In der Großstadt wäre es wahrscheinlich einfacher ohne Auto klar zu kommen. <br>
    Mit dem Rad werde ich aber weiterhin öfters fahren, wenn ich Dinge erledigen muss. Schon weil es den Geldbeutel und die Umwelt schont und weil Bewegung gesund ist und mir gut tut.<br>
    <br>
    Minzi danke fürs Mut machen. Schön zu lesen das Du es trotz anfänglicher Probleme geschafft hast.<br>
    <br>
    Wie ist Dein Fahrverhalten jetzt? Bist Du sicherer unterwegs und kannst die Informationen auf der Straße besser aufnehmen? Aber wenn Du mittlerweile viel und gerne fährst gehe ich davon aus das Du besser klar kommst. :-)<br>
    <br>

  6. #6
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 56
    Forum-Beiträge: 543

    AW: Fahrschule meistern. Wie schaffe ich die Praxis?

    Also ich hab den Führerschein auch erst spät gemacht, mit 32.
    Wenn ich hier so lese, was andere schreiben, dann muss ich feststellen, dass ich wohl den perfekten Fahrlehrer hatte
    Der hat wohl schnell gemerkt, wie ich bin und entsprechend nur das an Informationen weiter gegeben, was ich aufnehmen konnte.
    Allerdings hat er oft neben mir gesessen und nichts mehr gesagt, aber voller Anspannung abgewartet, was passieren würde
    Danach, also nach solchen Situationen bekam ich dann erklärt, was ihn in diese Anspannung versetzt hat.
    So bin ich Z.B. mal an einer Baustelle durch eine extreme Engstelle "gebrettert" ... statt schön langsam und mit Bedacht durch zu fahren,
    da hat er schon in Gedanken einen der Außenspiegel weg fliegen sehen
    Oder auf der linken Spur der Autobahn, rechts neben mir einige Lkws,
    meinte er: "eigentlich wollte ich dich an der nächsten Ausfahrt raus fahren lassen, aber das reicht jetzt nicht mehr".
    Hätte er besser nicht gesagt, denn ich gab Gas, zog im letzten Moment, rechts rüber und direkt in die Ausfahrt...
    Im Auto war so still, dass man hätte meinen können, der Fahrlehrer sei eine Puppe.
    Er hats aber mit Humor genommen, was für mich echt hilfreich war. Al ich den Schein hatte,
    bekam ich aber gesagt, dass ich ihn ganz schön Nerven gekostet hätte, das aber mit einem Lächeln.

    Theorie hab ich auch mit 0 Fehlern bestanden, Praktische Prüfung mußte ich aber 2 mal machen.
    Beim ersten Mal wurd uns vorher gesagt, dass es einen Prüfer gibt, der sehr streng sei
    und einen von uns auf den Autobahnzubringer und dort auf einen Parkplatz, wo wir gut aufpassen sollten, keinen Fehler zu machen.
    Naja, war klar, dass ich diesen Prüfer hatte und prompt auch diese Fahrt.... erstmal alles gut, ich aber extrem nervös...
    Parkplatz liegt in einer Senke, so dass ich beim raus fahren, eine Steigung hatte.
    Ich war sowas von nervös, dass ich im 2. Gang anfahren wollte.... ging natürlich nicht, Fahrlerer neben mir versucht Zeichen zu machen,
    die ich natürlich nicht verstand
    Irgendwann wars dem Prüfer zu blöd mit mir und ich war durchgefallen.
    Heute kann ich aber in jeder Lebenslage problemlos im 2,Gang anfahren, ohne dass das Getriebe auch nur einen Mucks von sich gibt

    2. Prüfung war dann erstmal auch so, dass ich super nervös war.
    Der Prüfer war diesmal aber ein ganz cooler, hat sich entspannt mit dem Fahrlehrer unterhalten, so als gäbe es mich gar nicht.
    Dadurch merkte ich, wie ich mich langsam entspannte und ruhiger wurde.
    Alles was ich gelernt hatte, war da, ich vertraute darauf, dass ich alles kann und richtig mache
    und so hab ich auf Anhieb und ohne Probleme rückwärts eingeparkt und hatte nach 30 Min (statt eigentlich 45 Min) bestanden


    Ich fahre gerne Auto, hab auch nie Probleme gehabt, alle Eindrücke zu verarbeiten, allerdings glaube ich,
    dass ich sobald ich ins Auto steige in den "Hyperfokus" gerate und alles, was nichts mit dem Autofahren und Verkehr zu tun hat komplett ausblende.
    So ist im Freundeskreis bekannt, dass man mir winken kann oder Lichthupe, so viel man will, ich reagiere nicht, bekomme nichts mit.
    Schwierig wirds nur, wenn ich abgelenkt werde durch meinen Beifahrer, da muss ich aufpassen, dass ich das nicht zulasse.

    Ich denke, dass das Wichtigste ist, sich selbst richtig einzuschätzen und dementsprechend eine Strategie zu entwickeln.
    Bei mir ist dass z.B. wenn ich mit Beifahrer unterwegs bin: auf Strecken, wie endlose Autobahn, ohne Verkehr, reden wir,
    aber wenns kritisch wird, bitte ich darum ruhig zu sein und mich nicht anzusprechen.
    Funktioniert wunderbar, das haben auch meine Kinder immer akzeptiert und sich daran gehalten.


    Was die vielen Eindrücke angeht, den Schilderwald und alles was es sonst zu beachten gilt,
    Da könnte es hilfreich sein, sich alles wichtige so einzuprägen, dass entsprechendes Verhalten automatisch passiert.
    Z.B. wenn im Augenwinkel Schild mit Geschwindigkeitsbegrenzung 50 auftaucht, automatisch Fuss vom Gas.
    Oder wenn viel Verkehr ist, immer alle anderen im Auge behalten, um ggf. schnell reagieren zu können.
    An Ampeln so heran fahren, dass mal bei rot auf jeden Fall noch halten kann.
    Das wo man Schwierigkeiten hat, wie Z.B. einparken, immer wieder probieren, und wenns gefühlte 1000 Mal dauert bis das Auto richtig steht,
    so bekommt man aber irgendwann Routine.

    Auto fahren lernt man sowieso erst richtig, wenn man den Schein schon hat
    Da heißt es dann fahren, fahren, fahren.... und es wird alles mit der Zeit zur Routine


    Für die Prüfung: vorher nochmal mit dem Fahrlehrer reden, Selbstvertrauen stärken, evtl. Schwachstellen nochmal im Geiste durchgehen.
    auf jeden Fall Ruhe bewahren (immerhin wurdest du zur Prüfung zugelassen, also ist der Fahrlehrer sicher, dass man alles kann )

  7. #7
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 79

    AW: Fahrschule meistern. Wie schaffe ich die Praxis?

    Hallo,

    bei mir war das schon anstrengend. Ich hatte mit 17 angefangen, den Fuehrerschein zu machen, da ich ihn unbedingt zu meinem 18. Geburtstag haben wollte. Die ersten Praxisstunden waren voll toll. Endlich was neues, nicht so ein langweiliger Kram wie in der Schule, auch wenn die Situation ja durchaus vergleichbar ist. Man sitzt in einer grossen Gruppen in einem gefuehlt ueberfuellten Raum und vorne steht jemand und erzaehlt etwas. Nach den ersten beiden Stunden wurde mir aber leider klar, dass das meiste irgendwie doch eher langweiliger Quatsch ist, den man sich auch so irgendwie herleiten kann, so mit diesem gesunden Menschenverstand. Als mir das klar war habe ich auf Durchzug gestellt. Ich hatte mir den Satz Pruefungsboegen gekauft um zu Hause ueben zu koennen, was ich natuerlich nicht wirklich gemacht habe. Ich habe mich immer mal wieder gezwungen einen Bogen auszufuellen, aber die meisten habe ich keines Blickes gewuerdigt. In der Pruefung selbst bin ich dann mit einem Fehler durchgekommen. Ich weiss nur noch, dass ich ziemlich lange dafuer gebraucht hatte. Die anderen waren schon laengst fertig, als ich immer noch meine Kreuzchen gemacht habe.

    Die Praxis war eine ganz andere Baustelle. Ich hatte vorher noch nie hinter dem Steuer gesessen, auch nicht auf dem Verkehrsuebungsplatz. Ich war ziemlich aufgeregt. Zum Glueck lag die Fahrschule in einer ruhigeren Nebenstrasse. Nach den ersten Metern um den Block, das ging noch einigermassen (bin auch wirklich langsam gefahren), sollte ich mal etwas schneller werden und auf eine der beiden Durchgangsstrassen im Ort abbiegen. Das war mir schon viel unangenehmer. So viele Autos, so viele tolle Dinge die interessanter waren, als das Auto in dem ich sass. Aber ich habe es irgendwie ueberstanden. So langsam gewoehnte ich mich auch an das Fahren, aber ich habe immer irgendwas vergessen. Entweder ich habe nicht auf die Geschwindigkeit geachtet und habe dafuer immer mal wieder brav in den Rueckspiegel geschaut und der Abstand zum Fahrbahnrand stimmte. Kurze Zeit spaeter passte dann die Geschwindigkeit aber ich waere fast einem hinten drauf gefahren, weil ich mehr mit dem Tacho und dem Rueckspiegel beschaeftigt war als mit dem Verkehr vor mir. Eine "tolle" Situation gab's bei einer Fahrstunde. Wir fuhren so ein bisschen im Taunus herum und passierten irgendwann die Schneegrenze. Die Baeume sahen, mit dem ganzen Schnee und Eis, herrlich aus. Das war so unglaublich schoen ich konnte nicht wegschauen. wo ich naturlich nicht hin schaute ist ja klar, auf die Strasse. Die Fahrlererin fragte mich noch was los sei und ich habe losgesprudelt dass der Winterwald so toll aussaehe und und und. Sie fragte noch, ob ich nicht lieber dem Verkehr meine volle Aufmerksamkeit schenken wolle und ob die Situation besondere Aufmerksamkeit und Sorgfalt von mir erfordere? Ich verneinte und hing weiter meinen Gedanken nach. Solange bis sie fuer mich, gerade noch rechtzeitig vor der Kreuzung auf die Bremse trat Neben den Fahrstunden haben meine Eltern auch viel Zeit mit mir auf dem Verkehrsuebungsplatz verbracht. Das war viel besser als in der Fahrschule. Denn hier gab es einfach keinen oder nur kaum anderen Verkehr. Ich konnte mich voll auf mich konzentrieren und versuchen ein Gefuehl fuer dieses Fahren zu entwickeln. Ganz ohne Schrammen ging das aber nicht. Ich habe es naemlich auf dem komplett leeren Platz geschafft so weit rechts zu fahren, dass ich mit den Raedern an einem Bordstein lang geschrappt bin und danach der ADAC antreten musste weil beide Raeder nun einen Platten hatten.

    Die Pruefung war doof, aber meine Fahrlehrerin konnte mich in zwischen ganz gut einsaetzen, wir hatten ja auch viel Zeit zusammen im Auto verbracht und unterhielt sich angeregt mit dem Pruefer. Der nahm von mir scheinbar keine Notiz, so dass ich ganz gut zurecht kam. Die Strecke die wir fuhren kannte ich schon aus den Fahrstunden. Das hat mir ziemlich geholfen. Nach 25 Minuten war der Schrecken dann auch vorbei und ich bekam die Bescheinigung dass ich bestanden hatte. Den Lappen selbst durfte ich mir erst am 18. Geburtstag bei der Zulassungsstelle abholen.


    Seit dem bin ich eigentlich immer nur im 30km Umkreis gefahren. Weitere Strecken waren mir zuwider. Klar, ich musste auch mal weiter weg fahren, so im Job oder so. Das war aber immer eine Qual fuer mich und wenn immer moeglich habe ich die Bahn genommen statt mit dem Auto zu fahren. In den Jahren habe ich es auch nie geschafft, dass zu werden, was man wohl gemeinhin als “guten” Autofahrer bezeichnet. In den ersten Jahren hatte ich auch einige Unfaelle, zum Glueck alles nur Blechschaeden. Nur einmal gab es auch einen paar Punkte, weil ich ein Stoppschild uebersehen hatte und ein querkommendes Auto “abgeschossen” habe. Ansonsten habe ich immer mal wieder ein Foto bekommen, weil ich ein notorisches Problem mit diesen Geschwindigkeitsbegrenzungen habe. Meistens ohne jede Absicht, ich habe einfach nicht gemerkt wie ich immer wieder schneller wurde. Ein Highlight war in dem Zusammenhang sicherlich auch, als ich sah wie vor mir jemand geblitzt wurde ich noch schnell auf den Tacho schaute und mir dachte: Das passt! Tat es aber leider nicht. Da standen 70km/h auf dem Tacho, erlaubt waren aber nur 50

    Nachdem jetzt vor drei Jahren mein Auto vom TUEV fuer Verkehrsunsicher erklaert wurde war fuer mich der Schritt klar. Ich habe die Blechkiste, ohne langes ueberlegen, an den erstbesten Aufkaeufer verkauft und dafuer meine Fahrradflotte ausgebaut Und ich fuehle mich ohne Auto auch deutlich besser als mit. Aber auf meinen Fuehrerschein moechte ich trotzdem nicht verzichten, denn hin und wieder ist es einfach ungleich praktischer wenn man sich ein Auto (von Freunden, Eltern, etc.) schnappen kann um mal sperrige Dinge zu transportieren, wie z.B. den Einkauf von IKEA oder dem Baumarkt. So Holzplatten oder Farbeimer sind auf dem Fahrrad einfach unhandlich


    Liebe Gruesse,
    Murmeltier

    P.S: Ich glaube ich bin ein bisschen abgeschwiffen :/

  8. #8
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 70

    AW: Fahrschule meistern. Wie schaffe ich die Praxis?

    Das erste Wort, das ich als Baby aussprechen konnte war "Schumi" (M. Schumacher, Formel1) und DTM und Formel 1 fand ich als Kind einfach klasse.

    Ich habe die Fahrstunden geliebt, bin oft zu schnell gefahren, habe mich sehr oft verschaltet und fand es ausgesprochen schwer mich neben Straße, Auto und Verkehr auch noch darauf konzentrieren zu müssen beide Hände am Lenkrad zu haben. Unnötig.
    Bei den Prüfungen war ich eigentlich ganz entspannt und wusste gar nicht, wie mir geschah, als die Prüfung nach nur fünf min vorbei war: Geschwindigkeitsüberschreitun g und in der Einbahnstrasse (die eigendlich ein Parkplatz ist, immer ein Parkplatz war und auch immer ein Parkplatz sein wird!!!) beim Linksabbiegen nicht links eingeordnet. So musste ich drei Runden über diesen Parkplatz fahren und habe mich natürlich immer mittig eingeordnet, nicht links. Die Zeichen von meinem Fahrlehrer habe ich natürlich auch nicht verstanden. Das hat natürlich sehr an meinem Ego gekratzt

    Die Nachprüfung war dafür um einiges angenehmer. Der Prüfer war sehr redselig und so habe ich mich die ganze Zeit mit ihm über Wohnmobile und Wohnwagen unterhalten, während ich auf der Landstraße leicht zu schnell unterwegs war, was ihn aber zum Glück nicht interessierte. Da hatte ich echt Glück gehabt!

    Also Tipp von mir: Ganz entspannt an die Sache rann gehen, wenn möglich mit Prüfer unterhalten, abschalten und dann klappt das von selbst. Brauchst du nur noch etwas Glück mit dem Prüfer, dann ist alles gut

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 58

    AW: Fahrschule meistern. Wie schaffe ich die Praxis?

    Ich habe den Führerschein mit 18 gemacht und dafür rund 30 praktische Stunden gebraucht.

    Ich habe nicht mehr viele konkrete Erinnerungen daran. Was ich noch weiß ist, daß mein Fahrlehrer häufig Gas gegeben habe, da ich ihm zu langsam war weil ich nicht alles aufnehmen konnte. Ausserdem weiß ich noch, daß ich nach den ersten praktischen Stunden abbrechen wollte, da ich den Eindruck hatte ich müsste zuviel gleichzeitig machen und würde das nie schaffen.

    Der Fahrlehrer hat mir die praktische Prüfung gerettet, da ich nach dem Halten am Stoppschild einen PKW übersehen hatte und losgefahren wäre, wenn der Fahrlehrer nicht die Kupplung getreten hätte. Kommentar vom Prüfer war: "Der fährt auch nicht schneller vorbei, wenn sie den Motor aufheulen lassen".

    Heutzutage fahre ich rund 15.000 km im Jahr. Ich halte einen überdurchschnittlichen Abstand um meinen Reaktionsweg zu vergrößern und bin in manchen Situationen ziemlich langsam (in anderen dafür lt. meinen Mitfahrern zu schnell).

    Ich drücke Dir die Daumen!

  10. #10
    Ist öfter hier

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    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 128

    AW: Fahrschule meistern. Wie schaffe ich die Praxis?

    Ihr habt mir echt Mut gemacht. Danke!

    Es tut gut zu wissen das es auch anderen so geht. Und hier bei den Chaoten hatte ich auch darauf gehofft, das mich "Gleichgesinnte" verstehen und mir die Zuversicht geben können, das ich es irgendwann mit viel Übung drauf habe.

    Das ist mein großes Projekt und mein großer Traum. Mir ist es sehr wichtig das zu schaffen. Ich muss da dran bleiben.

    Ich merke aber das ich moralische Unterstützung brauche. Da ich allein lebe rufe ich meine Eltern oder Freunde an oder schreibe ihnen Nachrichten um mir das von der Seele zu schreiben.

    Aber einige von euch verstehen mich da eben besser als Normalos.

    Heute musste ich einen Fahrradfahrer überholen. Hab anfangs alles richtig gemacht. Geblinkt und schön weit ausgeschert beim Überholen. Dann hat mich ein viele Meter vor mir links ausparkendes Auto verunsichert und abgelenkt, da hab ich einfach schnell wieder scharf rechts eingelenkt.

    Hatte aber dabei vergessen mich mal im rechten Seitenspiegel zu vergewissern, ob ich den Radfahrer schon weit genug überholt hatte. Natürlich war er schon wieder fast auf meiner Höhe und er musste wegen mir bremsen. Hätte dumm ausgehen können. Das hat mich arg schockiert wie ich so unvorsichtig sein konnte.

    Aber das ist eben diese Unkonzentriertheit die einen solche Fehler machen lassen.

    Ich hoffe das gibt sich dann alles mal wenn ich Routine drin haben werde.

    Am besten ich gründe eine Selbsthilfegruppe für Autofahr-Schisser. und unabsichtliche Verkehrssünder

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